Seite 1: Blackberry Z30 im Kurztest - Letzter Atemzug?

image01Z10, Q10, Q5... Z5? Nein, Z30! Mit dem neuesten Smartphone aus dem Hause Blackberry soll alles wieder gut werden. Die Schwachstellen des Z10 sollen ausgemerzt worden sein - und so geht es mit voller Fahrt wieder auf den Markt. Zwar wirkt die verbaute Hardware des Z30 mittlerweile etwas angestaubt; dass das nichts heißen muss, zeigen aber bspw. Verkaufszahlen des Nokia Lumia 520. Das Z30 ist zwar eher im High-End-Bereich angesiedelt, aber an dieser Stelle müsste Blackberry eigentlich über den Preis in den Markt. Ob es gelingt, das Unternehmen, das kurz vor dem Ende steht, mit einem rund 500 Euro teuren, mittelmäßig ausgestatteten Gerät zu retten? 

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Hardware & Erster Eindruck

Die Hardware - wie schon erwähnt - wirkt in Zeiten von Full-HD-Displays, Octa-Core-Prozessoren und 3 GB Arbeitsspeicher etwas angestaubt. Dass das bei einem gut optimierten System kein Problem darstellt, zeigt Microsoft mit dem Low-Budget Windows Phones immer wieder. Nichtsdestotrotz kann auch das Z30 mit einigen Highlights aufwarten: LTE-Support (800/900/1800/2600 Mhz), 5-Zoll-SuperAMOLED-Display, ein 2880 mAh starker Akku, microSD-Slot und 2 GB an Arbeitsspeicher. Die restliche Hardware ist als "bekannt" abzustempeln: ein Qualcomm Snapdragon S4 Pro mit 2x1,7 GHz, 720p-Auflösung, 8 MP Haupt- und 2 MP Frontkamera, Bluetooth 4.0, NFC und 16 GB interner Speicher. 

Prozessor 2x 1,7 GHz (Qualcomm Snapdragon S4 Pro)
Display & Auflösung 5-Zoll SuperAMOLED; 1280 x 720 px (293 ppi)
Akku 2880 mAh, fest verbaut
Kamera (sekundär) 2 MP
Kamera (primär)

8-MP, 1080p-Video, LED-Blitz

int. Speicher 16 GB; per microSD erweiterbar
Maße / Gewicht 140,7 x 72,0 x 9,4 mm; 170 g
Die Übersicht aller Features befindet sich auf der letzten Seite des Testberichts.

In den Bereichen Verarbeitung und Haptik kann das Z30 gerade bei ersterem überzeugen. Die Haptik hingegen ist durch gerundete Kanten im Bereich der rückseitig angebrachten Schale durchaus gut, das verwendete Material bietet aber nicht unbedingt den höchsten Komfort, fühlt es sich doch immer leicht "klebrig" an. Das hat aber auch seine Vorteile: Die Angst, das 5 Zoll große Gerät könnte aus der Hand rutschen, ist beim Z30 absolut unbegründet.

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Die angesprochene Rückseite lässt sich abnehmen, sodass der Zugang zu SIM- und microSD-Slot freigegeben wird. Wäre der Akku nicht fest verbaut, würde die komplett abnehmbare Schale sogar noch mehr Sinn ergeben. Trotzdem wäre eine wechselbare Lösung wie beim Z10 sicherlich schöner gewesen. Da der Akku mit 2880 mAh aber deutlich größer ausfällt, sollte einer langen Laufzeit nichts im Wege stehen.

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Die von Blackberry bereits bekannten Seitentasten (Lautstärke und Start der Sprachsteuerung) befinden sich auf der rechten Seite, während ihnen gegenüber microUSB- und microHDMI-Anschlüsse angeordnet sind. Die Rückseite ist mit dem Blackberry-Logo, der 8-MP-Kamera mit LED-Flash sowie Stereo-Lautsprechern, die an der Ober- und Unterseite angebracht wurden, versehen.

Letztere sind unserer Meinung nach für ein Smartphone sehr ordentlich und ansprechend abgestimmt. Die typischen Verzerrungen auf voller Lautstärke finden sich hier nicht, dafür ist eben diese auch nicht ganz so hoch wie bei der Konkurrenz. Höhen und Tiefen wurden gut aufeinander abgestimmt, sodass ein durchaus positiver Gesamteindruck beim Medienkonsum auftritt. 

Auf der Oberseite wurden 3,5-mm-Klinke sowie der Power-Button angeordnet. Da es auch eine Aktivierungsgeste mittels Swipe über das Display gibt, fällt die ungeschickte Positionierung des Power-Buttons bei einem 5-Zoll-Gerät nicht so stark ins Gewicht.

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Insgesamt ist das Z30 ein solides Gerät, das rein von der Hardware mit der Konkurrenz aber nicht unbedingt mithalten kann, wenn man den aktuell noch saftigen Preis von über 500 Euro im Hinterkopf behält.

Neuerungen in Blackberry OS 10.2 

Blackberry schraubt unentwegt an seinem neuen OS, weshalb mit OS 10.1 vor einiger Zeit schon sehr viele Funktionen hinzugefügt oder verbessert wurden. Mit OS 10.2 sollen ebenfalls einige Neuerungen Einzug halten. Unter anderem kommen die von iOS, Android und Windows Phone bekannten Toast-Notifications, also die Vorschau auf eintreffende Benachrichtigungen am oberen Displayrand. Blackberry nennt die Funktion "Instant Preview" und stattet die Benachrichtigungen sowohl mit einem Schließen- als auch Schnell-Antworten-Button aus.

Das von Anfang an als zentrales Feature gepredigte Blackberry Hub wird um eine Priority-Funktion erweitert. Ähnlich wie bspw. bei der Googlemail-Inbox können wichtige Nachrichten separat angezeigt bzw. gekennzeichnet werden (in diesem Fall mit einem roten Balken). Konversationen, die man selbst gestartet hat, Kontakte mit dem gleichen Nachnamen oder auch Nachrichten mit hoher Prioritätseinstellung werden so markiert. Das Hub kann dazulernen, indem man bei bestimmten Nachrichten darauf hinweist, dass diese wichtig sind.

Auf dem Lockscreen wurden bislang zwar Benachrichtigungen an der Seite in Symbolform angezeigt, weitere Informationen als die App sowie die Anzahl der Benachrichtigungen gab es aber nicht. In OS 10.2 kann man diese nun anklicken und bekommt bspw. bei E-Mails den Absender und die Kopfzeile gezeigt. Schade: es gibt keine separate Entsperrgeste, um direkt zur entsprechenden E-Mail im Hub zu kommen. 

Zudem wurden einige Core-Apps verbessert, eine native Evernote-App wurde erstellt, die Einstellungs-App ist nun deutlich schneller und passt optisch besser zum System, in der Alarm-App können nun mehrere Wecker gleichzeitig gestellt werden. Zu guter Letzt werden nun auch Android Jelly Bean Apps bis Version 4.2.2 unterstützt. Viele weitere neue Features (auch kleinere Änderungen) hat die polnische Website BBNews zusammengetragen.

Kamera-Ergebnisse

Einer der größten Kritikpunkte des Erstlings Z10 war die Kamera-Performance. Diese lag für ein High-End-Gerät lediglich auf akzeptablem Niveau. Hier hat man mit einem BSI-Sensor, 5-Element f/2.2-Linse und 8 MP etwas getan, die Software bleibt - zumindest vordergründig - hingegen dieselbe. Ein per Finger verschiebbarer Fokus und Timeshift-Funktion sind von vorherigen Tests schon bekannt.

Die Ergebnisse gehören auch beim Z30 nicht zur absoluten Oberklasse, können sich aber durchaus sehen lassen. Für alle, die sich lieber selbst eine Meinung bilden wollen: 

Alle Test-Fotos finden sich in Original-Auflösung natürlich auch auf unserem SkyDrive-Account.

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Display, Akkulaufzeit, Benchmarks

Das Display sollte zu den Highlights des Z30 zählen. 5 Zoll mit SuperAMOLED sollen überzeugen. Die (im Vergleich zur Konkurrenz und in Anbetracht des Preises) niedrige Auflösung von nur 1280 x 720 px führt zu einer immer noch ordentlichen Pixeldichte von 294 ppi, wodurch bei normalem Sichtabstand der Eindruck einer ausreichend scharfen Darstellung entsteht.

Den Vergleich mit ebenso großen FullHD-Displays verliert das Z30 jedoch klar. Die mittlere Maximalhelligkeit beläuft sich auf 292 cd/m²; ein für AMOLED-Displays ordentlicher Wert. In Kombination mit dem nicht messbaren Schwarzwert ergibt sich ein theoretisch "unendlicher" Kontrast, wodurch die Ablesbarkeit des Smartphones bei direkter Sonneneinstrahlung durchaus profitiert.

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Die Akkulaufzeit liegt dank 2880 mAh und stromsparendem SuperAMOLED-Display sowie der "Mittelklasse"-Hardware bei ordentlichen 10:45 Stunden.

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