[News] Craft Anything - Es wird immer verrückter

gea

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Neue Software und Serverdienste wurden in den letzten Jahren zunehmend mit den Go oder Rust Baukästen z.B. MinIO/RustFS erstellt. Das Ergebnis ist eine einzige ausführbare Datei die alles enthält (keine Abhängigkeiten), für jedes OS kompilierbar und leicht wartbar ist. Das ist das komplette Gegenteil zu Server Tools wie z.B. Nextcloud das aus tausenden Dateien besteht. Insbesondere für KI Audits und Erweiterungen ist dieser Ansatz extrem hilfreich da alle Abhängigkeiten intern und gut prüfbar sind.

Seit zwei Monaten gibt es das ArtCraft Projekt das die Adobe Creative Suite, die MS Office Suite und die AutoDesk CAD Tools in Rust als OpenSource mittels KI Agenten nachbaut. Noch Alpa/Beta Status aber fast täglichen Updates. Für vieles bereits jetzt gut nutzbar - die Fehlerbehebungsgeschwindigkeit des Ansatzes ist enorm. Ein besonderer Aspekt ist, dass die komplette Programmpalette nicht nur für alle gängigen Desktop Betriebssysteme bereitliegt (weitere kann man selber bauen) sondern auch als web-apps/Webcraft.

Ein beliebiger Webserver kann damit alle Programme bereitstellen, ohne lokale Installation. Die Programme laufen dann in einem (Browser. Idealerweise sollte der Browser aktuell und 64bit sein und der Webserver möglichst auf übergroße Webcrafts optimiert sein (Caching, Komprimierung etc). In meiner napp-it Webgui für ZFS Server auf beliebigen Betriebssystemen habe ich den cs-proxy meines Webserver extra darauf optimiert und die Verwaltung der Webcrafts in die web-gui integriert.

Der neueste Hammer ist "Craft-Anything".
Das kann man auf ein beliebiges Programm ansetzen. Das Programm wird dann funktional analysiert um es in Rust oder Go als OpenSource nachzubauen, so wie es ArtCraft mit Creative Suite/Office Suite/CAD Suite vorgemacht hat. Alles noch in einem frühen Stadium. Damit kann "jeder" eine beliebige Standard- oder Spezielapplikation in kürzester Zeit als OpenSource nachbauen.

Pure Software als Geschäftsmodell ohne Service oder sonstige Extras steht damit wegen der KI Entwicklung vor dem Aus, genau so wie es Google gerade mit seinen Werbeeinnahmen über die Suchmaschine erlebt. Das kann jetzt alles sehr schnell gehen. Ein Problem wird allenfalss die Flut an Nachbauten die eventuell genausschnell verschwinden wie sie kommen. Im Unterschied zu früher, kann aber jede/jeder die Opensource Projekte übernehmen/fortführen oder als Inhouse Anpassung pflegen (Per KI pflegen lassen).
 
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Da die Software im Cleanroom Verfahren neu gebaut wird, ist es schwer das zu untersagen - sollte look and feel ein Problem sein, so genügt eine kurze Bitte an Claude & Co um das beliebig zu modifizieren.

Ansonst: Die Software liegt als OpenSource auf Git. Jede/r kann das Clonen und selbst weiter mit KI einfach anpassen. Programmieren muss man nicht können.
 
Ich weiss nicht ob ich das HammerGeil oder zutiefst erschreckend finden sollte.


Einerseits wünsche ich Adobe seit Jahren die Pleite. Andererseits hat das sicher auch extreme Auswirkungen auf anständige Programme die mit Liebe entwickelt wurden.

Spricht ja eigentlich nichts gegen diese AI geklonten apps, WENN denn genügend Support dahinter steht! Das die ordentlich getestet werden und Bugreports fleissig untersucht werden.
Aber da selbst Microslop es nicht hinbekommt nicht mit jedem Update irgend was anderes Kaputt zu machen bin ich vorerst noch Skeptisch.
Ich hab die PDFcraft App mal kurz im Einsatz gehabt. Endlich eine Gratis version die PDFs auch bearbeiten kann! Ist aber halt doch noch eine ganz frühe Alpha.
Auch Solidcraft hatte ich mal installiert zum testen. Autodesk inventor ist ja cool wenn mans gesponsert bekommt. Aber für die 4x im Jahr wo ich das brauchen kann man sich das nicht leisten.
Besonders mit MCP/AI Schnittstelle wäre so etwas kurzes Basteln ziemlich cool. Leider nur mit ordentlichen AI model. Auf dem Laptop mit RTX1000 und 6GB VRAM liefen die Modelle extrem schnell ins limit und er hat die Funktionen nicht erfolgreich durchgeführt.
Wobei es in Zukunft vielleicht finetuned microModels gibt die so etwas locker stemmen.
 
Naja
Für das AI Bearbeiten derartiger Großapplikationen sollte man schon LLM Modelle der Klasse Anthropics Claude 5 (USA). Deepseek 4.1 flash (China) oder Mistral Large 4 (Frankreich) benutzen - zumindest für die Problemanalyse. Kleine oder einfachere Modelle können dann allenfalls kleine Aufgaben für dabei erkannte Probleme erfüllen. Die großen LLM sind aber nichts für den eigenen Rechner (möchten gerne 1TB (v)RAM).

Support mit AI ist nicht Aufgabe von ArtCraft & Co, allenfalls Überwachung/ Koordinierung von PRs.
Ansonst -> Claude & Co: Wenn ich xxx mit yyy in zzz mache , habe ich das Problem abc. Bitte Problem analysieren und Lösungen vorschlagen - die bewerten und umsetzen lassen.
 
Andererseits hat das sicher auch extreme Auswirkungen auf anständige Programme die mit Liebe entwickelt wurden.
KI ist nicht umsonst und benötigt immer noch Anleitung. Für jeden brauchbaren Nachbau müssen sich erst mal Menschen finden die in Summe genug Zeit und Geld investieren, und dann ist da eben auch noch der Support. Bei Adobe war das leicht weil die Software extrem verbreitet und das Unternehmen einen eher zweifelhaften Ruf hat, aber ich sehe hier jetzt nicht direkt das Ende des Softwaregeschäft. Und dann muss man natürlich auch zwischen privater und gewerblicher Nutzung unterscheiden.
 
Freie KI ist durchaus auch für die "Kleinen und Liebevollen" wichtig, weil sich damit ihr Bereich des Machbaren erweitert.

Ist halt durchaus ein Problem, dass diese Macht so Big-Tech konzentriert ist und der lokale Markt so in Bedrängnis ist (preise für RAM, GPUs etc.)... imho passiert das nicht ganz ohne Grund.


Ansich ist sowas ja erstmal gut, mehr freie Software ist nie schlecht, wenn der Kram dann noch open source und (mit KI) überprüfbar ist, why not?
 
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