Terr0rSandmann
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Vorwort:
Ich habe die Möglichkeit des Reviews von HiFiGo bekommen.
Initial dachte ich, es handelt sich um einen DAC + Kopfhörerverstärker + Streamer und alles ist via Touchscreen bedienbar. Und wieso auch immer, dachte ich, dass dieser 999€ UVP kosten wird. Es ist aber ganz anders … Der Muse 300 ist ein reiner DAC + Kopfhörerverstärker und kostet weit weniger. Gem. deren Webseite ist die UVP 439,99$ → https://musehifi.com/products/museh...-5-display-3-switchable-hardware-tuning-modes
Zu erwähnen ist, dass HiFiGo keinerlei Einfluss auf das Review und dessen Inhalt hat. Sie haben das Review auch nicht vorab erhalten, sondern erst nachdem ich es veröffentlicht habe. Dennoch geht natürlich das Danke an die Kollegen raus, die mir die Möglichkeit boten, dieses und andere Geräte zu testen.
Der Muse 300 ist aktuell via Kickstarter zu erwerben: https://www.kickstarter.com/projects/1161869810/muse-300-desktop-dac-and-headphone-amplifier?lang=de
Technische Daten:
Das technische Highlight in dem Preisbereich ist vermutlich der ES9039 Ultra DAC von ESS, welcher für einen hohen Signal-to-Noise Ratio und sehr geringe Verzerrungen sorgt. Dank der HyperStream® IV-Architektur (4. Generation) werden Clock Jitter und digitales Rauschen stark gesenkt, was sich gem. Hersteller positiv auf diverse Klangbereiche auswirkt. Aber dazu später mehr.
Beim Gesamtaufbau handelt es sich um eine fully balanced Architektur - von der DAC-Einheit und Lautstärkeregelung bis hin zur Ansteuerung der Endstufe erfolgt jeder Schritt mittels voll-differenzieller Signalverarbeitung; dies reduziert Crosstalk erheblich und sorgt für eine absolut authentische Klangwiedergabe. Auch hier, später wieder mehr
Kopfhörerverstärkerseitig bietet das Gerät:
Ebenfalls interessant ist der moderne QCC3095 Bluetooth Chip. Beides sind Chips, die rein technisch und vom Datenblatt denen der Konkurrenten voraus sein sollten. So hat der Topping DX5ii hier einen eher kleinen ES9039Q2M, welcher oft in sehr kleinen oder gar mobilen DACs zum Einsatz kommt. Auch der Bluetooth Chip ist des DX5ii ist schon älter (der QCC5125 kam 2018 auf den Markt) und der modernere und auch leistungsfähigere QCC3095 ist hier in allen Bereich überlegen. So unterstützt er zB aptX Lossless.
Neben den guten technischen Daten, punktet das Gerät aber speziell mit 2 Eigenschaften:
Das Alleinstellungsmerkmal, vor allem in dem Preisbereich, ist das Betriebssystem, was komplett von 0 entwickelt wurde sowie die auf hardwarebasis entwickelten Soundprofile „Balanced“, „Tube Amplifier“ und „ACG“.
Hier eine kurze Gegenüberstellung, welcher der Hersteller selbst erstellt hat, wieso ein rein hardwarebasiertes Soundtuning im Vorteil ist ggü. klassische EQs:
(Bildquelle: https://www.kickstarter.com/projects/1161869810/muse-300-desktop-dac-and-headphone-amplifier?lang=de)
Die Vorteile eines solchen Hardware-Tuning gem. Hersteller:
Alle wichtigen technischen Eckdaten sind auch auf dem Kickstarterdatenblatt zu finden:
(Bildquelle: https://www.kickstarter.com/projects/1161869810/muse-300-desktop-dac-and-headphone-amplifier?lang=de)
Unboxing & Lieferumfang:
Hier mache ich es kurz. Es liegt nicht viel bei. Neben einem 12V / 5A Netzteil, liegt ein USB-B auf USB-A Kabel bei, ein 6,3mm auf 3,5mm Adapter, eine kleine BT-Antenne, kleines Manual ein paar Ersatz Silikonfüße sowie ein 2-poliges Netzkabel. Ja, alles dabei, um das Gerät direkt in Betrieb zu nehmen, aber eben auch nicht wirklich mehr.
Optik & Verarbeitung:
Alleine schon die Form macht das Gerät einzigartig. Ich mag die Farben und das Gerät passt daher sogar erstaunlich gut zu meinem Main-Stack. Es gibt keine scharfen Kanten, nichts klappert oder wackelt und alle Ein- und Ausgänge sitzen fest.
Generell wirkt das Gerät recht clean, was ich mag. Die Farben sind schick und durch die Farben helles grau, dunkles grau und schwarz lässt sich das Gerät theoretisch sowohl mit schwarzen, als auch mit silbernen Geräten kombinieren. Aber vermutlich spielt die Form da nciht so mit, denn die ist schon sehr einzigartig.
Vorerseite:
Großes Farbdisplay, bei dem man in der aktuellen Version zwischen 3 komplett individuellen Themes wählen kann sowie ein multifunktionales Drehrädchen und 2 Schriftzüge, das war es. Man muss sich jedoch dran gewöhnen, dass man nur ein Drehrädchen für die gesamte Bedienung hat. Das ist im 1. Moment etwas ungewohnt, aber kommt dann aber doch schnell zurecht.
Ich müsste eigentlich noch "Seitenansicht" als Sub-Kapitel aufnehmen ... denn die Kopfhörerausgänge (6,3mm und 4,4mm) sind beim Muse 300 nicht vorne, wie man das sonst von anderen Geräten so kennt, sondern rechts an der Seite. Ungewöhnlich, aber nicht nachteilig. Sorgt dafür aber für eine cleanere Front.
Rückseite:
Alles dabei, was man von einem top ausgestatteten Gerät dieser Klasse sich wohl erhofft. Schön finde ich, dass man bei dem Preis und Große sogar zwei XLR Ausgänge hat und somit z.B. noch einen dicken Kopfhörerverstärker o.Ä. dran betreiben kann. Ich besitze noch eine Pre-Produktion Einheit. Ggf. ist das der Grund, dass die Löcher im Metall nur 98%ig passen. Ich denke, dass das in der finalen Produktion so nicht mehr sein wird.
Menü-Führung / OS:
Es gibt diverse Optionen das Gerät nach seinen Wünschen einzustellen. Einfach einen Doppeldruck auf das Mutlifunktionsrädchen und man ist im Menü. Mit dem Rad dreht man und springt von Menüpunkt zu Menüpunkt. Mit einem Doppelklick auf das Rädchen geht es zurück.
Hier man man dann Ein- und Ausgänge definieren, den Gain setzen, die klassischen Delta-Sigma-Filter auswählen und schauen, welche Version man hat. Interessanter ist hier definitiv, dass man das Thema des OS auswählen kann und eben einen Bildschirmschoner.
In der aktuellen Version sind 3 verschiedene OS Themes verfügbar ...
Cyberpunk:
Minimalist:
ACG Style:
Man merkt, dass das Gerät vermutlich initial für den asiatischen Markt gedacht ist. Aber die Grundidee ist interessant und mal schauen, was da später noch so geht. Ich fand natürlich "Minimalist" am angenehmsten. Bildschirmschoner habe ich keinen eingestellt, lediglich "black".
Sound:
Ich erhielt das Gerät, als es hier in Deutschland sehr heiß war und habe somit erst einmal mit meinen Tia Trio von 64Audio reingehört. Diese betrieb ich die Tage zuvor an einem kleinen Moondrop Draw Pro Dongle.
Wie eingangs erwähnt, bietet das Gerät 3 hardwareseitige Soundtuning-Optionen, welche je nach Kopfhörer, Genre oder Stimmung leicht gewechselt werden können.
Also Modi kam erst einmal der Standardmodus „Balanced“ zum Einsatz. Ich war erstaunt, wie klar, separiert und dynamisch die Tia Trio da auf einmal spielten mit dem Muse 300. Ich hatte das gar nicht mehr so im Kopf, wie groß doch der Unterschied von DAC + Kopfhörerverstärker bei einem IEM sein kann. Aus einem kurzen Reinhören, wurden einige Stunden des fokussierten Hörens und es machte mir richtig Spaß. Das ist der Moment, wo man merkt, dass komplett alle technischen Daten komplett egal sind. Denn wenn ein Gerät diesen Punkt erreicht, dann hat der Hersteller hier alles richtig gemacht. Danach testete ich einen Raptgo Hook-X, welche ich i.d.R. eher für’s Gaming nutze. Auch hier ein ähnliches Bild. Toll. Mit IEMs gibt es hier keinerlei Grundrauschen oder sonst etwas. Der Hintergrund bei der Musik ist schwarz und absolut clean. So muss das sein.
Nachdem das so gut lief und als die Tage dann auch etwas kühler wurden, kamen dann auch mal die richtigen Kopfhörer zum Einsatz.
Als 1. durfte der DCA Expanse ran … da dachte ich mir vorab schon, dass das mit den Leisungsdaten knapp wird. Und so war es dann auch. Ja, es wurde laut genug, aber man merkte dann doch, dass der Expanse hier dünner, etwas schriller und mit weniger Nachdruck spielte. Aber ich denke, dass ein Expanse auch nicht der Kopfhörer der Zielgruppe vom Muse 300 ist – rein vom Preis halt schon.
Nun also der Hifiman HE1000 Stealth. Hier auf einmal ein ganz anderes Bild. Der HE1000 Stealth ist ja ohnehin schon sehr detailliert, mit toller räumlicher Abbildung. Und der Muse 300 macht hier genau das, was man vermuten würde. Der pusht das noch einmal je ein klein wenig nach vorne.
Positiv hervorzuheben ist, dass er nicht wie ich erwartet hätte, ggf. zu spitz wird. Bei vielen DACs der größeren chinesischen Hersteller mit einem Delta-Sigma-DAC-Chip oder den Kopfhörerverstärkern mit NFCA, THX-AAA oder ähnlichen Technologien, wird das gerade mit eher hellen / analytischen Kopfhörern zu viel des Guten. Es wird schnell anstrengend und / oder schrill. Ja, der Muse 300 ist da nicht mit einem R2R DAC zusammen mit Class A Kopfhörerverstärker vergleichbar, aber er macht das, besser als Geräte von Topping, SMSL und co, welche ich noch so im Kopf habe.
Anschließend wurde der „Tube Modus“ getestet. Spätestens der Modus, wenn einem der normale „balanced“ Modus noch zu hell / analytisch ist, hat man hier wohl den passenden Modus. Er macht das, was von von Tubes erwarten würden. Speziell in den schärferen Frequenzbereichen rundet er diese Peaks etwas ab. Die Musik bekommt etwas mehr Wärme und „Live-Feeling“. Ich habe zwar keinen reinen Tube DAC / Kopfhörerverstärker hier, aber rein aus der Erinnerung machen das gute, echte Tube Geräte noch besser, was die Bühnendarstellung und aber auch das Live-Feeling angeht. Aber ja, in einem Gerät dieses Preisbereichs ist das halt auch eher eine nette Spielerei. Wer echten und reinen Tube-Sound sucht, ist bei anderen Geräten ggf. eh besser aufgehoben. Aber zur Abwechslung, wenn die Stimmung oder das Musik-Genre das gerade fordert, ist es gut zu wissen, dass man hier schnell das Sound-Profil wechseln kann.
Der ACG Modus gefällt mir für Musik überhaupt nicht. Es wirkt etwas wie durch einen Telefonhörer. Alles wirkt dünne, Bass ist fast komplett weg. Feinheiten hört man nun aber gut raus. Hmm … wo sind diese Eigenschaften ggf. gar von Vorteil? Richtig, beim Gaming, speziell bei Shootern und Co. Ich nutze den Modus tatsächlich gerne in Hunt Showdown – ein Spiel, mit der ggf. besten Soundengine am Markt. Und ich muss sagen, dass sich das echt gut macht. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich auf Dauer den Modus nehmen würde, da es schon stark gesoundet wirkt.
Vorteile / Nachteile:
+ Perfekter Klang in allen Bereichen (Details, Auflösung, Bühne und Dynamik)
+ Verarbeitung
+ Größe
+ Sound-Tuning-Profile (alle klingen anders und einzigartig und sind gut umgesetzt)
+ Preis / Leistung
+ Möglichkeit der Themes, Bildschirmschonbilder usw. (in Zukunft wird hier mit Updates sicher noch mehr möglich sein)
o Design (allein stehend gefällt es mir, es ist mal etwas anderes. Ich kann aber auch verstehen, wieso ggf. manche Menschen das Design nicht gut finden)
o Bedienung (ja, ich mag es, wenn Geräte möglichst simple gestartet sind, aber nur ein Multifunktionsdrehrad ist schon komisch, auch wenn man gut klar kommt)
o Das Fehlen einer Fernbedienung oder App-Steuerung macht schränken Use-Cases des Gerätes etwas ein (ich selbst habe das aber am Schreibtisch nicht gebraucht, daher kein Minuspunkt für mich)
- Das Wechseln vom Gain ist nur mittels mehrerer Klicks in den Einstellungen möglich, da ein Gain-Schalter am Gerät selbst fehlt
- Das Alleinstellungsmerkmal des echten OS bringt mir in der aktuellen Version keinerlei Vorteile, da hatte ich mir mehr erwartet
Wertung:
Verarbeitung/Haptik: 4 von 5
Optik: 4 von 5
Zubehör: 3 von 5
Features: 5 von 5
Klang: 5 von 5
Preis/Leistung: 5 von 5
Gesamtwertung: 4,5 von 5
Fazit:
Das Gesamtpaket stimmt einfach, muss man sagen. Das Gerät ist super zum zocken, je nach Hörer, Stimmung, Musikgenre kann man das Sounding schnell und einfach ändern. Eine Mischung aus uniquen Features, guter Verarbeitung und mit nicht zu krass schwer anzutreibenden Kopfhörern ein klasse Sounderlebnis zum echt guten Preis. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.
Ich habe die Möglichkeit des Reviews von HiFiGo bekommen.
Initial dachte ich, es handelt sich um einen DAC + Kopfhörerverstärker + Streamer und alles ist via Touchscreen bedienbar. Und wieso auch immer, dachte ich, dass dieser 999€ UVP kosten wird. Es ist aber ganz anders … Der Muse 300 ist ein reiner DAC + Kopfhörerverstärker und kostet weit weniger. Gem. deren Webseite ist die UVP 439,99$ → https://musehifi.com/products/museh...-5-display-3-switchable-hardware-tuning-modes
Zu erwähnen ist, dass HiFiGo keinerlei Einfluss auf das Review und dessen Inhalt hat. Sie haben das Review auch nicht vorab erhalten, sondern erst nachdem ich es veröffentlicht habe. Dennoch geht natürlich das Danke an die Kollegen raus, die mir die Möglichkeit boten, dieses und andere Geräte zu testen.
Der Muse 300 ist aktuell via Kickstarter zu erwerben: https://www.kickstarter.com/projects/1161869810/muse-300-desktop-dac-and-headphone-amplifier?lang=de
Technische Daten:
Das technische Highlight in dem Preisbereich ist vermutlich der ES9039 Ultra DAC von ESS, welcher für einen hohen Signal-to-Noise Ratio und sehr geringe Verzerrungen sorgt. Dank der HyperStream® IV-Architektur (4. Generation) werden Clock Jitter und digitales Rauschen stark gesenkt, was sich gem. Hersteller positiv auf diverse Klangbereiche auswirkt. Aber dazu später mehr.
Beim Gesamtaufbau handelt es sich um eine fully balanced Architektur - von der DAC-Einheit und Lautstärkeregelung bis hin zur Ansteuerung der Endstufe erfolgt jeder Schritt mittels voll-differenzieller Signalverarbeitung; dies reduziert Crosstalk erheblich und sorgt für eine absolut authentische Klangwiedergabe. Auch hier, später wieder mehr
Kopfhörerverstärkerseitig bietet das Gerät:
- unbalanced 6,3mm: 1,1W @ 32 Ohm
- balanced 4,4mm: 2,2W @ 32 Ohm.
- SNR: -129 dB via 4,4mm Ausgang
- THD+N: 0,0006% via 4,4mm Ausgangsleistung
Ebenfalls interessant ist der moderne QCC3095 Bluetooth Chip. Beides sind Chips, die rein technisch und vom Datenblatt denen der Konkurrenten voraus sein sollten. So hat der Topping DX5ii hier einen eher kleinen ES9039Q2M, welcher oft in sehr kleinen oder gar mobilen DACs zum Einsatz kommt. Auch der Bluetooth Chip ist des DX5ii ist schon älter (der QCC5125 kam 2018 auf den Markt) und der modernere und auch leistungsfähigere QCC3095 ist hier in allen Bereich überlegen. So unterstützt er zB aptX Lossless.
Neben den guten technischen Daten, punktet das Gerät aber speziell mit 2 Eigenschaften:
Das Alleinstellungsmerkmal, vor allem in dem Preisbereich, ist das Betriebssystem, was komplett von 0 entwickelt wurde sowie die auf hardwarebasis entwickelten Soundprofile „Balanced“, „Tube Amplifier“ und „ACG“.
Hier eine kurze Gegenüberstellung, welcher der Hersteller selbst erstellt hat, wieso ein rein hardwarebasiertes Soundtuning im Vorteil ist ggü. klassische EQs:
(Bildquelle: https://www.kickstarter.com/projects/1161869810/muse-300-desktop-dac-and-headphone-amplifier?lang=de)
Die Vorteile eines solchen Hardware-Tuning gem. Hersteller:
- Verlustfreier Signalweg: Voller Erhalt der Dynamik ohne digitale Artefakte.
- Echter Analog-Charakter: Röhren, Transistoren und hochwertige Bauteile sorgen für Wärme und natürliche Obertöne.
- Höchste Detailtreue: Analoge Schaltkreise bewahren feine Details und schnelle Transienten für ein lebensechtes Hörerlebnis.
Alle wichtigen technischen Eckdaten sind auch auf dem Kickstarterdatenblatt zu finden:
(Bildquelle: https://www.kickstarter.com/projects/1161869810/muse-300-desktop-dac-and-headphone-amplifier?lang=de)
Unboxing & Lieferumfang:
Hier mache ich es kurz. Es liegt nicht viel bei. Neben einem 12V / 5A Netzteil, liegt ein USB-B auf USB-A Kabel bei, ein 6,3mm auf 3,5mm Adapter, eine kleine BT-Antenne, kleines Manual ein paar Ersatz Silikonfüße sowie ein 2-poliges Netzkabel. Ja, alles dabei, um das Gerät direkt in Betrieb zu nehmen, aber eben auch nicht wirklich mehr.
Optik & Verarbeitung:
Alleine schon die Form macht das Gerät einzigartig. Ich mag die Farben und das Gerät passt daher sogar erstaunlich gut zu meinem Main-Stack. Es gibt keine scharfen Kanten, nichts klappert oder wackelt und alle Ein- und Ausgänge sitzen fest.
Generell wirkt das Gerät recht clean, was ich mag. Die Farben sind schick und durch die Farben helles grau, dunkles grau und schwarz lässt sich das Gerät theoretisch sowohl mit schwarzen, als auch mit silbernen Geräten kombinieren. Aber vermutlich spielt die Form da nciht so mit, denn die ist schon sehr einzigartig.
Vorerseite:
Großes Farbdisplay, bei dem man in der aktuellen Version zwischen 3 komplett individuellen Themes wählen kann sowie ein multifunktionales Drehrädchen und 2 Schriftzüge, das war es. Man muss sich jedoch dran gewöhnen, dass man nur ein Drehrädchen für die gesamte Bedienung hat. Das ist im 1. Moment etwas ungewohnt, aber kommt dann aber doch schnell zurecht.
Ich müsste eigentlich noch "Seitenansicht" als Sub-Kapitel aufnehmen ... denn die Kopfhörerausgänge (6,3mm und 4,4mm) sind beim Muse 300 nicht vorne, wie man das sonst von anderen Geräten so kennt, sondern rechts an der Seite. Ungewöhnlich, aber nicht nachteilig. Sorgt dafür aber für eine cleanere Front.
Rückseite:
Alles dabei, was man von einem top ausgestatteten Gerät dieser Klasse sich wohl erhofft. Schön finde ich, dass man bei dem Preis und Große sogar zwei XLR Ausgänge hat und somit z.B. noch einen dicken Kopfhörerverstärker o.Ä. dran betreiben kann. Ich besitze noch eine Pre-Produktion Einheit. Ggf. ist das der Grund, dass die Löcher im Metall nur 98%ig passen. Ich denke, dass das in der finalen Produktion so nicht mehr sein wird.
Menü-Führung / OS:
Es gibt diverse Optionen das Gerät nach seinen Wünschen einzustellen. Einfach einen Doppeldruck auf das Mutlifunktionsrädchen und man ist im Menü. Mit dem Rad dreht man und springt von Menüpunkt zu Menüpunkt. Mit einem Doppelklick auf das Rädchen geht es zurück.
Hier man man dann Ein- und Ausgänge definieren, den Gain setzen, die klassischen Delta-Sigma-Filter auswählen und schauen, welche Version man hat. Interessanter ist hier definitiv, dass man das Thema des OS auswählen kann und eben einen Bildschirmschoner.
In der aktuellen Version sind 3 verschiedene OS Themes verfügbar ...
Cyberpunk:
Minimalist:
ACG Style:
Man merkt, dass das Gerät vermutlich initial für den asiatischen Markt gedacht ist. Aber die Grundidee ist interessant und mal schauen, was da später noch so geht. Ich fand natürlich "Minimalist" am angenehmsten. Bildschirmschoner habe ich keinen eingestellt, lediglich "black".
Sound:
Ich erhielt das Gerät, als es hier in Deutschland sehr heiß war und habe somit erst einmal mit meinen Tia Trio von 64Audio reingehört. Diese betrieb ich die Tage zuvor an einem kleinen Moondrop Draw Pro Dongle.
Wie eingangs erwähnt, bietet das Gerät 3 hardwareseitige Soundtuning-Optionen, welche je nach Kopfhörer, Genre oder Stimmung leicht gewechselt werden können.
- Balanced: Neutral and accurate, perfect for classical music and monitoring.
- Tube Amplifier: Warm and full-bodied, ideal for pop and jazz with rich harmonics.
- ACG: Transparent and lively, tailored for anime songs and game soundtracks.
Also Modi kam erst einmal der Standardmodus „Balanced“ zum Einsatz. Ich war erstaunt, wie klar, separiert und dynamisch die Tia Trio da auf einmal spielten mit dem Muse 300. Ich hatte das gar nicht mehr so im Kopf, wie groß doch der Unterschied von DAC + Kopfhörerverstärker bei einem IEM sein kann. Aus einem kurzen Reinhören, wurden einige Stunden des fokussierten Hörens und es machte mir richtig Spaß. Das ist der Moment, wo man merkt, dass komplett alle technischen Daten komplett egal sind. Denn wenn ein Gerät diesen Punkt erreicht, dann hat der Hersteller hier alles richtig gemacht. Danach testete ich einen Raptgo Hook-X, welche ich i.d.R. eher für’s Gaming nutze. Auch hier ein ähnliches Bild. Toll. Mit IEMs gibt es hier keinerlei Grundrauschen oder sonst etwas. Der Hintergrund bei der Musik ist schwarz und absolut clean. So muss das sein.
Nachdem das so gut lief und als die Tage dann auch etwas kühler wurden, kamen dann auch mal die richtigen Kopfhörer zum Einsatz.
Als 1. durfte der DCA Expanse ran … da dachte ich mir vorab schon, dass das mit den Leisungsdaten knapp wird. Und so war es dann auch. Ja, es wurde laut genug, aber man merkte dann doch, dass der Expanse hier dünner, etwas schriller und mit weniger Nachdruck spielte. Aber ich denke, dass ein Expanse auch nicht der Kopfhörer der Zielgruppe vom Muse 300 ist – rein vom Preis halt schon.
Nun also der Hifiman HE1000 Stealth. Hier auf einmal ein ganz anderes Bild. Der HE1000 Stealth ist ja ohnehin schon sehr detailliert, mit toller räumlicher Abbildung. Und der Muse 300 macht hier genau das, was man vermuten würde. Der pusht das noch einmal je ein klein wenig nach vorne.
Positiv hervorzuheben ist, dass er nicht wie ich erwartet hätte, ggf. zu spitz wird. Bei vielen DACs der größeren chinesischen Hersteller mit einem Delta-Sigma-DAC-Chip oder den Kopfhörerverstärkern mit NFCA, THX-AAA oder ähnlichen Technologien, wird das gerade mit eher hellen / analytischen Kopfhörern zu viel des Guten. Es wird schnell anstrengend und / oder schrill. Ja, der Muse 300 ist da nicht mit einem R2R DAC zusammen mit Class A Kopfhörerverstärker vergleichbar, aber er macht das, besser als Geräte von Topping, SMSL und co, welche ich noch so im Kopf habe.
Anschließend wurde der „Tube Modus“ getestet. Spätestens der Modus, wenn einem der normale „balanced“ Modus noch zu hell / analytisch ist, hat man hier wohl den passenden Modus. Er macht das, was von von Tubes erwarten würden. Speziell in den schärferen Frequenzbereichen rundet er diese Peaks etwas ab. Die Musik bekommt etwas mehr Wärme und „Live-Feeling“. Ich habe zwar keinen reinen Tube DAC / Kopfhörerverstärker hier, aber rein aus der Erinnerung machen das gute, echte Tube Geräte noch besser, was die Bühnendarstellung und aber auch das Live-Feeling angeht. Aber ja, in einem Gerät dieses Preisbereichs ist das halt auch eher eine nette Spielerei. Wer echten und reinen Tube-Sound sucht, ist bei anderen Geräten ggf. eh besser aufgehoben. Aber zur Abwechslung, wenn die Stimmung oder das Musik-Genre das gerade fordert, ist es gut zu wissen, dass man hier schnell das Sound-Profil wechseln kann.
Der ACG Modus gefällt mir für Musik überhaupt nicht. Es wirkt etwas wie durch einen Telefonhörer. Alles wirkt dünne, Bass ist fast komplett weg. Feinheiten hört man nun aber gut raus. Hmm … wo sind diese Eigenschaften ggf. gar von Vorteil? Richtig, beim Gaming, speziell bei Shootern und Co. Ich nutze den Modus tatsächlich gerne in Hunt Showdown – ein Spiel, mit der ggf. besten Soundengine am Markt. Und ich muss sagen, dass sich das echt gut macht. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich auf Dauer den Modus nehmen würde, da es schon stark gesoundet wirkt.
Vorteile / Nachteile:
+ Perfekter Klang in allen Bereichen (Details, Auflösung, Bühne und Dynamik)
+ Verarbeitung
+ Größe
+ Sound-Tuning-Profile (alle klingen anders und einzigartig und sind gut umgesetzt)
+ Preis / Leistung
+ Möglichkeit der Themes, Bildschirmschonbilder usw. (in Zukunft wird hier mit Updates sicher noch mehr möglich sein)
o Design (allein stehend gefällt es mir, es ist mal etwas anderes. Ich kann aber auch verstehen, wieso ggf. manche Menschen das Design nicht gut finden)
o Bedienung (ja, ich mag es, wenn Geräte möglichst simple gestartet sind, aber nur ein Multifunktionsdrehrad ist schon komisch, auch wenn man gut klar kommt)
o Das Fehlen einer Fernbedienung oder App-Steuerung macht schränken Use-Cases des Gerätes etwas ein (ich selbst habe das aber am Schreibtisch nicht gebraucht, daher kein Minuspunkt für mich)
- Das Wechseln vom Gain ist nur mittels mehrerer Klicks in den Einstellungen möglich, da ein Gain-Schalter am Gerät selbst fehlt
- Das Alleinstellungsmerkmal des echten OS bringt mir in der aktuellen Version keinerlei Vorteile, da hatte ich mir mehr erwartet
Wertung:
Verarbeitung/Haptik: 4 von 5
Optik: 4 von 5
Zubehör: 3 von 5
Features: 5 von 5
Klang: 5 von 5
Preis/Leistung: 5 von 5
Gesamtwertung: 4,5 von 5
Fazit:
Das Gesamtpaket stimmt einfach, muss man sagen. Das Gerät ist super zum zocken, je nach Hörer, Stimmung, Musikgenre kann man das Sounding schnell und einfach ändern. Eine Mischung aus uniquen Features, guter Verarbeitung und mit nicht zu krass schwer anzutreibenden Kopfhörern ein klasse Sounderlebnis zum echt guten Preis. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.
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