Gothic Remake angespielt: Willkommen (zurück) in der Kolonie

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Vor 25 Jahren erschien mit Gothic eines der wahrscheinlich bekanntesten deutschen Spiele. Bis heute hat das Franchise eine treue Fanbase. Entwickelt von Piranha Bytes gilt das Spiel für viele als Meilenstein der Rollenspiele. Besonders die Spielwelt, die kultigen Figuren und die spielerische Freiheit machen den Titel für Fans unvergesslich.
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Das Lockpicking System ist auch verdammt nervig. Insbesondere wenn man Truhen unter Wasser öffnen soll, während einem die Luft ausgeht, ist das einfach nur ein Krampf.

Eine QA scheint es beim Entwickler auch nicht wirklich zu geben. Auch nach den ersten beiden Patches werden einige Texte im Questlog in der deutschen Version noch immer in englischer Sprache angezeigt. Dabei sollte sich der zweite Patch genau dieses Umstands annehmen. Offenbar hat man sich bei Alkimia aber nicht die Mühe gemacht, nochmal alles gründlich durchzugehen.
Auch das "Chromanin 6" Buch wird in Englisch angezeigt.

Nachdem ich nun auch beim Schläfer angekommen bin, kann ich konstatieren, dass das Spiel zum Ende hin viel zu leicht wird. Habe "Gothic" als Schwierigkeitsgrad gewählt und war anfangs tatsächlich sehr schwach und bin öfter gestorben. Aber jetzt in Kapitel 6 ist der Charakter so stark, dass Gegner einfach keine mehr sind. Nen Ork hau ich mit zwei Schlägen um, oder ballere mehrere auf Distanz problemlos mit dem Bogen weg.
Hier sollte nochmal in Sachen Balance nachgepatcht werden.

Ich hatte mir im Remake auch vom Endgame mehr versprochen. Es hieß ja, man wolle einige neue Nebenquests ins Spiel einbauen. Leider finden sich diese nur bis Kapitel 4 im Spiel wieder. Der Rest besteht, wie auch schon das Original, ausschließlich aus dem Schläfertempel, der Aufladung von Uriziel und wieder dem Tempel inkl. Endbosskampf.
In dieser Phase des Spiels verkommt der Rest des Minentals und seine Bewohner zur absoluten Randnotiz.

Erst vor gut einer halben Stunde bin ich beim "wahnsinnigen Cor Calom" im Tempel angekommen. Das Gespräch mit ihm hat sich aber angefühlt, als würde man mit einem x beliebigen Fremden an der Tanke mal kurz über die Spritpreise reden. Das Voiceacting der neuen deutschen Sprecher ist teilweise einfach nur beschämend schlecht. So gelangweilt, unprofessionell und ohne jedwedes Gespühr für richtige Betonung habe ich lange keine Spielfiguren mehr sprechen hören.
Wo im originalen Gothic die Sprecher wirklich so gut wie immer die raue und unfreundliche Stimmung zum Ausdruck gebracht haben, wirken die Sprecher im Remake teils lustlos bzw. nicht der Situation angemessen.
Thorus bspw. ist ein knallharter, mieser Typ mit einer scheiss Laune. Das merkt man im Original sehr deutlich. Im Remake hingegen ist davon wenig bis gar nichts zu bemerken.
Cor Calom mag im Original ein wenig übertrieben wirken, aber dadurch werden seine Verschlagenheit, sein Misstrauen und später auch sein Wahnsinn sehr gut eingefangen. Im Remake hingegen ist er mMn nur ein 0815 Charakter ohne Seele.

Was hingegen gut gelungen ist, ist die Darstellung der Orks als intelligente, einer eigenen Sprache mächtigen Gesellschaft. Sie wirken nicht mehr nur wie dumme Halbaffen, wie noch im Original.
Wobei ich die Vertonung von Ur-Shak aus dem Original schon etwas vermisst habe. Er kam da tatsächlich verloren, traurig und verzweifelt rüber, nachdem er verstoßen wurde. Das hat man im Remake auch nicht so gut bzw. gar nicht gut hinbekommen.

Alles in allem hat mich das Spiel durchaus gut unterhalten und die 50€ empfinde ich jetzt nicht als zuviel in Anbetracht des Umfangs. Aber so fesseln, wie es das Original damals vermochte und auch Jahre später auch immer mal wieder tat, konnte mich das Remake leider nicht. Viel geht halt tatsächlich durch die teils wirklich schlechten neuen Sprecher bzw. deren schlechte Performance verloren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Coole Zusammenfassung. Danke dafür!

Wegen Schwierigkeitsgrad:
Ich kenne das aus dem Original-G1 auch so, dass man am Ende immer absolut überlegen war. Außer bei den ersten beiden Playthroughs. Später hat man sich alle Verbesserungen zum optimalen Zeitpunkt reingezogen.
Ist das immer noch so? Dann spielst Du vielleicht einfach zu gut für das Spiel. :d
Wobei man das seitens Entwickler, gerade mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad, ja auch antizipieren hätte können. Also das die meisten Spieler das Spiel und dessen Logik halt schon "kennen".
 
Das haben sie im Remake sogar gefixt, habe ich gelesen. Also es soll keine Spots mehr geben, wo man gefahrlos Orks beschießen kann um Fernkämpfer zu leveln.

Habe ich natürlich nur gehört. Nicht, dass ich jemals solche cheesy Taktiken angewandt hätte, damals. *hüstel*
 
Das haben sie im Remake sogar gefixt, habe ich gelesen. Also es soll keine Spots mehr geben, wo man gefahrlos Orks beschießen kann um Fernkämpfer zu leveln.
Haha! Guter Witz. Es gibt nicht nur massig solche Spots, sondern es ist noch viel schlimmer. Hast du im Original einen Ork aus ner Gruppe beschossen, hattest du direkt die ganze Gruppe am Hals.
Im Remake interessiert sich der Ork, der 5 Meter weiter hinten steht einen Scheiss dafür, dass du gerade seinen Kollegen umgenietet hast. Die KI im Remake ist unfassbar dumm.
Ich habe ohne Probleme die komplette Burg des alten Lagers ausradieren können, weil die dummen Gegner mir schön einzeln nacheinander vor den Bogen gerannt sind, während die dahinter brav gewartet haben, bis sie an der Reihe waren.
Das Ulu Mulu benötigt man im Grunde auch nur, damit die lächerlichen Orks einem da Tor aufmachen. Danach kann man sie allesamt (außer Ur-Shak, weil unsterblich) problemlos plattmachen, weil man a) extrem stark ist und b) sie sich einfach nicht kollektiv auf den Char stürzen, sondern nur vereinzelt.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Vom Opfer zum Halbgott ist doch normal für Gothic. Schon die Originale sind mit Fernkampf unendlich einfacher.
Sowas hätte man im Remake ja mal ändern können. Unter Anderem für sowas sind Remakes da.
 
naja, das ist jetzt schon etwas Überspitzt...wenn du im 4. Kapitel in den Nahkampf gehst, kannst du trotzdem noch voll auf die Nüsse kriegen
 
naja, das ist jetzt schon etwas Überspitzt...wenn du im 4. Kapitel in den Nahkampf gehst, kannst du trotzdem noch voll auf die Nüsse kriegen
Da ist gar nichts überspitzt. Hat man das Kampfsystem einmal drauf und entsprechend geskillt, hat man ab Kapitel 4 kaum noch Probleme. Zumindest nicht, wenn man nicht auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielt.
Außerdem muss man ja nicht in den Nahkampf gehen. Mit dem Bogen kann man die Gegner problemlos aus der Ferne plattmachen. Die entsprechende Skillung bekommt man ziemlich fix zusammen, wenn man anfangs erstmal nicht in Stärke investiert, sondern alles in Bogenskill und Geschick steckt.

Das ist ja ein Stück weit der Witz am Remake. Das eigentlich gefährliche Minental ist nur am Anfang gefährlich. Später ist es ein lächerlicher Sandkasten. Aber Hauptsache man hängt an einem verdammten Tür- oder Truhenschloss ne halbe Ewigkeit, weil das Lockpicking System unsinnig kompliziert und unintuitiv ist.
 
Da ist gar nichts überspitzt. Hat man das Kampfsystem einmal drauf und entsprechend geskillt, hat man ab Kapitel 4 kaum noch Probleme. Zumindest nicht, wenn man nicht auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielt.
ich spiele auf Gothic, sterbe trotzdem noch an manchen Gegnern (Schattenläufer bspw.)
 
Dann hast du das Kampfsystem halt entweder nicht gescheit drauf, oder spielst halt "falsch". Man muss nicht gegen jeden Gegner in den Nahkampf. Wie gesagt, den Bogen frühzeitig gescheit geskillt und dann ist auch ein Schattenläufer kein großes Problem mehr.
 
Bin schon kurz davor den "Kaufen" Button zu drücken... :d

Wie ists mit dem Magiezweig? Sind ja auch Fernkämpfer. Genauso einfach? Oder zu sperrig, bzw. die großen Zauber noch zu verbuggt?
 
Dazu kann ich nichts sagen. Habe weder im Original, noch im Remake einen Magier gespielt. Ist absolut nicht mein Spielstil.
 
Ich bin nach 50 Stunden durch und werde es noch mal durchspielen. Altes Lager was (mal wieder) die falsche Wahl für mich.
Damals habe ich den Faden verloren und es nie durchgespielt. Als mittlerweile alter Sack, habe ich das Spiel mit ganzen anderen Augen gesehen, als vor 25 Jahren.

Mir sind die gesamten Location wieder bekannt vorgekommen und ich habe mich zurückversetzt gefühlt. Nur das jetzt eben die Grafik super aussieht und die Steuerung moderner ist.
Nur das Inventory sollte mit Patch 1.04 noch etwas überarbeitet werden.

Für mich ist das Remake zu 100% gelungen. Für meinen Geschmack eine super Mischung aus aufpolieren / modernisieren und dem alten Gothic Gefühl was ich mit 26 Lenzen hatte.

Anfangs habe ich nicht daran geglaubt, als ich die ersten Demos gesehen habe, dass der Entwickler es so gut hinbekommt, aber sie haben es Gott sei Dank nicht versaut.

Jetzt freue ich mich auf Teil 2! :)

Aber so fesseln, wie es das Original damals vermochte und auch Jahre später auch immer mal wieder tat, konnte mich das Remake leider nicht.

Das war bei mir genau andersrum. Damals hatte ich einfach weniger Geduld. Heute nehme ich mir für solche Games mehr Zeit.
 
Gothic 2 DNR Remake wäre echt der Wahnsinn. Das Spiel überhaupt.
Da hätte ich fast schon Angst, dass die meine Erinnerungen kaputt machen. :d
 
Ich habe ohne Probleme die komplette Burg des alten Lagers ausradieren können, weil die dummen Gegner mir schön einzeln nacheinander vor den Bogen gerannt sind, während die dahinter brav gewartet haben, bis sie an der Reihe waren.
Was bin ich damals wiederholt panisch geflüchtetbin. :fresse:
Ich mag die gothic Reihe gerne und auch die Atmosphäre, aber iwie isses mir dann doch zu wenig um da zeit und geld reinzustecken. Aber nach wie vor ist die welt halt schon kultig. Ist doch mal super wenn einer sagt ey war nicht das gelbe vom Ei und es muss noch viel gepatcht werden, aber hey hat trotzdem Spaß gemacht. (y)
 
Ich finde es zu schwierig. Habe gerade Schwierigkeiten Gor Na Dun zu schlagen.
Muss es mal mit Controller versuchen, ob das besser geht.
 
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