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- 30.11.2013
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Aloha,
jahrelang schob ich das längst überfällige Update meiner in L-Kombination stehenden Schreibtische (180x80 und 140x80) zu einem einzigen höhenverstellbaren Schreibtisch vor mir her. Grundprobleme waren die beiden größeren Lautsprecher und dass die Workstation mit angehoben werden sollte, ohne dass sie infantilerweise auf dem Tisch steht oder mit einer der üblichen Aufhängungen den Gesamteindruck schmälert.

Vorgestellt hatte ich mir eine Art unter dem Schreibtisch angehangenes Podest.

Das Gestell
Neben der schieren Größe (angedacht hatte ich ca. 250 cm Breite und 90-100 cm Tiefe) ergab sich also auch eine höhere Anforderung an die Traglast und Stabilität des Gestells, wodurch sich die Auswahl nur noch auf wenige am Markt verfügbare Gestelle einschränkte:
Da der Ergolutions Ecktisch Flex eine physikalisch bedingte schlechtere Stabilität und eine für mich nur grenzwertige Traglast bot, blieben nur noch der Schwerlast XL und der E7Q übrig. Da durch die geringere Gestellbreite beim E7Q jedoch die Tischplatte links und rechts deutlich weiter überstehen würde als beim Schwerlast XL und damit auch weniger Beinfreiheit in der Mitte gegeben ist sowie die maximale Plattentiefe auf 90 cm beschränkt war und obendrein das Schwerlast XL auch noch 6 Dezibel leiser wäre, fiel die Wahl dann klar auf das Ergolutions Schwerlast XL, auch wenn es das teuerste war.
Skizze
Als das Gestell feststand, konnte ich eine klare Skizze meiner Vorstellung vornehmen. Leider fehlten mir hier und da einige Maße, doch ein kurzer Anruf und eine nachfolgende Mail an Ergolutions später und sie lieferten mir diese problemlos und zügig nach.

Beim Skizzieren ergab sich dann eine finale Größe der Tischplatte von 260x100 cm, bei der Schürze von 200x25 cm und beim Podest von 40x70 cm. Da der Schreibtisch frei im Raum steht, sollten von hinten die Kabel möglichst komplett verdeckt sein, weswegen eine Schürze naheliegend war. Die Schürze selbst sollte ca. 12 cm von hinten befestigt werden, damit an die hintere Kante problemlos ein Monitorarm passt (die brauchen meist ca. 10-11 cm Tiefe). Die Kabeldurchführungen sollten dann so weit hinter wie möglich, aber eben noch knapp vor der Schürze sein. Bei der Muffen-Aufhängung des Podests entschloss ich mich, diese nicht direkt in der Tischplatte vorzunehmen. Nicht nur, weil diese wesentlich schwerer zu transportieren sein würde, sondern auch, weil zusätzliche Hartholzbalken dem Ganzen mehr Stabilität verleihen und bei einem Fehler/Riss leichter auszutauschen sein würden sowie diese auch nochmal leicht korrigiert verschoben werden könnten. Die Aufhängung sollte an der Tischplatte beidseitig möglich sein (falls man den Tisch mal umstellt).
Die Tischplatten
Als ich mir vor etwa 5 Jahren eine hochwertige Küche zugelegt hatte und daraufhin täglich das HPL-Dekor samt Laserkante betrachten und erfühlen konnte, wusste ich, dass ich eine ebensolche Qualität auch eines Tages für meinen Schreibtisch haben wollte. Meine erste Idee war daher zum örtlichen Holzhandel zu fahren und nach einer ebensolchen Platte samt HPL-Schicht und entsprechender Umkantung zu fragen. Antwort: "Machen wir nicht. Da müssen Sie zum Tischler." Pustekuchen - ich bin direkt zum Küchenstudio, wo ich meine Küche herhatte. Problem kurz erläutert, zu Hause die Vorstellung skizziert, mittels KI Bilder entworfen und via Mail hingeschickt. Antwort: "Machen wir nicht. Gehen Sie zum Tischler." Erst nach mehrfacher Nachfrage sei das Problem, dass man auf mein Vorhaben keine Gewährleistung geben könne. Abstruserweise wollte man mir aber selbst die reinen Tischplatten nicht (mehr) liefern. Dann eben nicht.
Das Dekor sollte hierbei übrigens kein Holzdekor sein, weil es sich dadurch mit den Möbeln (Kernbuche, angedacht ist aber irgendwan ein Wechsel auf Wildeiche/Asteiche oder dergleichen) und Lautsprechern (Kirsche) beißen könnte. Es sollte aber auch kein Marmor sein oder dergleichen. Aufgrund der Größe nicht zu dunkel (schwarzes Loch), aber auch nicht zu hell (Staub, Fingerabdrücke usw.) sein. Idealerweise sollte es dezent warm und modern wirken und die kühle Betonoptik des Raums (Boden, Wände) mit den Holzmöbeln verbinden. Schwierig. Auch hier habe ich mit Hilfe von KI und Bildern des Raums erst die Dekorauswahl stark einschränken und entsprechende Bilder mit den Dekoren generieren lassen.
Dadurch, dass mich der Holzhandel und das Küchenstudio abwimmelten, hätte ich nun zum Tischler gehen müssen. Doch da ich in der Vergangenheit bei den Tischlern deutliche Preisaufschläge erlebt habe und vor allem Bedenken hatte, dass die örtlichen Tischler die Laserumkantung überhaupt umsetzen konnten, habe ich zunächst online geschaut, wobei die Dekorwahl dann schnell recht eindeutig ausfiel:
- Tischplatte: Arbeitsplatte Eisen Bronze 38 mm (APL-380-121EGR)
- Schürze: Spanplatte Rost Bronze 19 mm (DSP-190-049EGR)
- Podestplatte: Arbeitsplatte Rost Bronze 28 mm (ASP-280-049EGR)
Trotz unterschiedlicher Bezeichnungen (Eisen vs. Rost) sind die Dekore optisch identisch. Also nicht lange überlegt und trotz heftiger Transportkosten (150 € wegen der übergroßen Platte) dort bestellt.
Kleinkram
Parallel natürlich das Gestell und den ganzen anderen notwendigen Kleinkram bestellt:
- 2x Kabeldurchlass klein (So-Tech Cavo 160x80 mm)
- 1x Kabeldurchlass groß (So-Tech Cavo 280x80 mm)
- 8x M10er-Haltemuffen (Rampa Muffe Typ SKD330 M10 25mm 4St.)
- 1x Rohr für Hülsen für Podestlöcher (selbst zuschneiden), DIN EN 12449 (Außendurchmesser 14 mm, Wandstärke 1 mm, Messing)
- 4-8x Rohre zur Optik und Stabilität (550 mm), DIN EN 12449 (Außendurchmesser 16 mm, Wandstärke 2 mm, Messing)
- 8-16x 2-3 mm EPDM Zellkautschuk (M10-Dichtscheibe mit 30 mm Außendurchmesser)
- 4-8x flache Sechskantmuttern Messing, DIN 439/ISO 4035 (M10, 50 Stück)
- 4-8x Sechskantmuttern Messing, DIN 934/ISO 4032 (M10, 10 Stück)
- 4-8x hohe Sechskanthutmuttern Messing, DIN 1587 (M10, 10 Stück)
- 8-16x Unterlegscheiben Messing, DIN 125 A/ISO 7089 (M10, 100 Stück)
- 8-16x Karosseriescheiben Messing, DIN 9021/ISO 7093 (M10, 10 Stück)
- 6x Stuhlwinkel für die Schürze (50x50 mm, im örtlichen Billig-Baumarkt)
- 4-8x M10-Gewindestangen DIN 976 (Meterware im örtlichen Billig-Baumarkt, selbst kürzen auf 650 mm)
- 4x Hartholzbalken (bspw. Eiche) 500x70x40 mm
- 1x 16 mm-Forstnerbohrer für Rampa-Muffen in den Balken (ideal wären 16,5 mm - mit 16 mm geht es auch, aber schwer und nur mit einfetten)
- 1x 14 mm-Forstnerbohrer für Öffnungen im Podest
- diverse Schräubchen (im örtlichen Billig-Baumarkt)
- 1x Steckdosenleiste (Ehmann 0207x00122301 Überspannungsschutz & Netzfilter, 12-Fach)
- 1x PC-Gehäuse (Lian Li Lancool 217)
- 1x Kabelschlange (Ergolutions schwarz)
- diverse Kabelbinder hatte ich noch da
Aufbau
Glücklicherweise habe ich einen guten Kumpel an der Hand, der in der Holzverarbeitung arbeitet. Das Schwierigste waren die Rampa-Muffen gerade in die Balken reinzubekommen. Mit viel einfetten und Kraft hat er es aber hinbekommen. Nachdem auch der Rest dann da war, haben wir uns einen Tag Zeit genommen, das Gestell kopfüber positioniert, leicht vorgebohrt und angezeichnet. Dann aber ohne Gestell den Rest ausgerichtet und angezeichnet (erst die Schürze, dann die Stuhlwinkel, dann die Kabeldurchlässe und schließlich die Balken zur Aufhängung).
Zuallererst haben wir das Gestell separat und "richtig" herum aufgestellt. Beim Testen der Höhenverstellung ging das nur recht holprig und ich vermutete einen Defekt. Ein kurzer Anruf bei Ergolutions ergab, dass es so natürlich nicht funktioniert, weil die Kontroll-/Steuereinheit unten an der Tischplatte befestigt sein muss, weil sonst deren Sensor nicht funktioniert. Also haben wir erstmal mit der Tischplatte weitergemacht.
Zuerst wurden die Kabeldurchlässe ausgesägt, dann die Schürze montiert und daraufhin die Balken angepasst (mittig wegen der Kabeldurchlässe etwas ausgesägt und an einer Stelle wegen einem Stuhlwinkel ausgestanzt). Die Balken wurden dann final positioniert, d.h. das Podest direkt darauf gelegt, dass die Löcher genau über den Muffen waren. Wir haben dabei auch direkt die Gewindestangen durchgeschoben und kurz reingedreht, so dass letztlich alle Stangen relativ mittig aus ihren Löchern herausstanden.

Genau in diesem Zustand haben wir dann die Balken auch direkt festgebohrt. Der Abstand zum (angezeichneten) Gestell betrug dabei ca. 1 cm. Gemeinsam haben wir dann die schwere Platte auf das Gestell gehoben (das wir vorher in die Nähe der finalen Stellposition gestellt haben, sonst kriegt man das kaum noch bewegt). Das Wiederfinden der kleinen Vorbohrungen verfehlten wir dann um wenige Millimeter, aber es hält dennoch alles bombenfest. Ich habe dann in Ruhe die Strom- & Kontrolleinheiten montiert, wobei ein erneuter Test der Höhenverstellung diesmal reibungslos funktionierte. Es fehlte nur noch das Podest. Also habe ich allein mal die Gewindestangen, die Rohre und die ganzen Kleinteile montiert, durch das Podest geführt (fragt nicht, wie, aber es ging), staunend betrachtet und wieder abgebaut, weil die Stangen und Rohre viel zu lang waren.

In den Folgestunden habe ich dann meine beiden bisherigen Tische geräumt, alles abgebaut und die alten Tische beiseite gehoben, um die Kontrollstation schließlich Stück für Stück an ihren Platz zu ziehen. Dort habe ich dann den Monitor, die Lautsprecher, die Peripherie und schließlich den Rechner aufgestellt und angeschlossen. Beim Ordnen der Kabel dabei zunächst alle Stromkabel vernünftigt "versteckt"/befestigt und dann die Audio- & Rechnerkabel (USB usw.). Sah erstmal gut aus. Dann habe ich in meiner normalen Sitzposition nachgemessen, wie lang die Rohre und die Stange sein müssten, damit sie nicht auf dem Boden aufschlagen und ausreichend Platz für den PC bieten (zum Auf- und Abstellen, zum Anschalten, eben etwas Luft nach oben lassen). Es war dann klar, dass die Gewindestangen auf 65 cm und die Rohre auf 55 cm gekürzt werden mussten. Da die Rohre oben und unten gerade auf 2 Unterlegscheiben angedrückt werden sollten (mit einer Flachmutter, die ich von unten gegenschraube), konnten wir das nicht einfach mit der Hand flexen, also brachte ich das Ganze zum Metallbau/Schlosser um die Ecke (1 Stunde Arbeitszeit für alles (Gewindestangen, Rohre, Hülsen) = 55 €). Nachdem alles fertig war, konnte ich endlich das Podest montieren. Es war allein ein leichter Krampf, aber es ging mit etwas Geduld. Schlussendlich habe ich den Rechner draufgestellt, die restlichen Kabel noch gut versteckt/befestigt, die Kabelschlange montiert und bestaunte wohlwollend das fertige Gesamtwerk.






In der tiefsten (noch sinnvollen) Höheneinstellung bei 68 cm Tischhöhe passt noch gut ein Fingerbreit unter die Hutmutter 😁

Ich überlege nun, auf der linken Seite noch ein weiteres Podest zu montieren (was nicht so tief, sondern wesentlich höher hängt... die Aufhängung ist dafür ja schon vorhanden), wo ich die Audiosachen unterbringe (den KHV/DAC und das Elgato Wave XLR). Dann würde es noch etwas sauberer auf dem Schreibtisch aussehen. Auch das Funkkabel zur Maus könnte ich noch unter dem Tisch verstecken. Aber das ist alles erstmal nicht ganz so wichtig.
Ahso, noch kurz zum Gestell: die Höhenverstellung selbst ist recht leise, zügig und absolut stabil. In den unteren "Normalstellungen" (bei mir 73 cm und 78 cm) wackelt nix. In der Stehstellung (hier 118 cm) beim Dranarbeiten absolut minimal. Wenn ich absichtlich dran ruckle, wackeln natürlich die Lautsprecher, aber es kippelt nix. Stabiler geht es meines Erachtens nur noch, wenn man das Ganze an einer Wandführung befestigen würde 😄
Insgesamt war das Ganze natürlich nicht billig. Dafür hoffe ich natürlich, die nächsten Jahrzehnte beim Thema Schreibtisch Ruhe zu haben.
jahrelang schob ich das längst überfällige Update meiner in L-Kombination stehenden Schreibtische (180x80 und 140x80) zu einem einzigen höhenverstellbaren Schreibtisch vor mir her. Grundprobleme waren die beiden größeren Lautsprecher und dass die Workstation mit angehoben werden sollte, ohne dass sie infantilerweise auf dem Tisch steht oder mit einer der üblichen Aufhängungen den Gesamteindruck schmälert.

Vorgestellt hatte ich mir eine Art unter dem Schreibtisch angehangenes Podest.

Das Gestell
Neben der schieren Größe (angedacht hatte ich ca. 250 cm Breite und 90-100 cm Tiefe) ergab sich also auch eine höhere Anforderung an die Traglast und Stabilität des Gestells, wodurch sich die Auswahl nur noch auf wenige am Markt verfügbare Gestelle einschränkte:
| Modell | max. Traglast | Gestellbreite | Plattenbreite | Plattentiefe | Motoren | Preis |
| Ergolutions Ecktisch Flex | 180 kg | 150-280 cm (Winkel) | 80-100 cm | 3 | 650 € | |
| Ergolutions Schwerlast XL | 300 kg | 148-221 cm | 170-260 cm | 80-140 cm | 4 | 860 € |
| Flexispot E7Q | 300 kg | 110-190 cm | 140-240 cm | 80-90 cm | 4 | 750 € |
Da der Ergolutions Ecktisch Flex eine physikalisch bedingte schlechtere Stabilität und eine für mich nur grenzwertige Traglast bot, blieben nur noch der Schwerlast XL und der E7Q übrig. Da durch die geringere Gestellbreite beim E7Q jedoch die Tischplatte links und rechts deutlich weiter überstehen würde als beim Schwerlast XL und damit auch weniger Beinfreiheit in der Mitte gegeben ist sowie die maximale Plattentiefe auf 90 cm beschränkt war und obendrein das Schwerlast XL auch noch 6 Dezibel leiser wäre, fiel die Wahl dann klar auf das Ergolutions Schwerlast XL, auch wenn es das teuerste war.
Skizze
Als das Gestell feststand, konnte ich eine klare Skizze meiner Vorstellung vornehmen. Leider fehlten mir hier und da einige Maße, doch ein kurzer Anruf und eine nachfolgende Mail an Ergolutions später und sie lieferten mir diese problemlos und zügig nach.

Beim Skizzieren ergab sich dann eine finale Größe der Tischplatte von 260x100 cm, bei der Schürze von 200x25 cm und beim Podest von 40x70 cm. Da der Schreibtisch frei im Raum steht, sollten von hinten die Kabel möglichst komplett verdeckt sein, weswegen eine Schürze naheliegend war. Die Schürze selbst sollte ca. 12 cm von hinten befestigt werden, damit an die hintere Kante problemlos ein Monitorarm passt (die brauchen meist ca. 10-11 cm Tiefe). Die Kabeldurchführungen sollten dann so weit hinter wie möglich, aber eben noch knapp vor der Schürze sein. Bei der Muffen-Aufhängung des Podests entschloss ich mich, diese nicht direkt in der Tischplatte vorzunehmen. Nicht nur, weil diese wesentlich schwerer zu transportieren sein würde, sondern auch, weil zusätzliche Hartholzbalken dem Ganzen mehr Stabilität verleihen und bei einem Fehler/Riss leichter auszutauschen sein würden sowie diese auch nochmal leicht korrigiert verschoben werden könnten. Die Aufhängung sollte an der Tischplatte beidseitig möglich sein (falls man den Tisch mal umstellt).
Die Tischplatten
Als ich mir vor etwa 5 Jahren eine hochwertige Küche zugelegt hatte und daraufhin täglich das HPL-Dekor samt Laserkante betrachten und erfühlen konnte, wusste ich, dass ich eine ebensolche Qualität auch eines Tages für meinen Schreibtisch haben wollte. Meine erste Idee war daher zum örtlichen Holzhandel zu fahren und nach einer ebensolchen Platte samt HPL-Schicht und entsprechender Umkantung zu fragen. Antwort: "Machen wir nicht. Da müssen Sie zum Tischler." Pustekuchen - ich bin direkt zum Küchenstudio, wo ich meine Küche herhatte. Problem kurz erläutert, zu Hause die Vorstellung skizziert, mittels KI Bilder entworfen und via Mail hingeschickt. Antwort: "Machen wir nicht. Gehen Sie zum Tischler." Erst nach mehrfacher Nachfrage sei das Problem, dass man auf mein Vorhaben keine Gewährleistung geben könne. Abstruserweise wollte man mir aber selbst die reinen Tischplatten nicht (mehr) liefern. Dann eben nicht.
Das Dekor sollte hierbei übrigens kein Holzdekor sein, weil es sich dadurch mit den Möbeln (Kernbuche, angedacht ist aber irgendwan ein Wechsel auf Wildeiche/Asteiche oder dergleichen) und Lautsprechern (Kirsche) beißen könnte. Es sollte aber auch kein Marmor sein oder dergleichen. Aufgrund der Größe nicht zu dunkel (schwarzes Loch), aber auch nicht zu hell (Staub, Fingerabdrücke usw.) sein. Idealerweise sollte es dezent warm und modern wirken und die kühle Betonoptik des Raums (Boden, Wände) mit den Holzmöbeln verbinden. Schwierig. Auch hier habe ich mit Hilfe von KI und Bildern des Raums erst die Dekorauswahl stark einschränken und entsprechende Bilder mit den Dekoren generieren lassen.
Dadurch, dass mich der Holzhandel und das Küchenstudio abwimmelten, hätte ich nun zum Tischler gehen müssen. Doch da ich in der Vergangenheit bei den Tischlern deutliche Preisaufschläge erlebt habe und vor allem Bedenken hatte, dass die örtlichen Tischler die Laserumkantung überhaupt umsetzen konnten, habe ich zunächst online geschaut, wobei die Dekorwahl dann schnell recht eindeutig ausfiel:
- Tischplatte: Arbeitsplatte Eisen Bronze 38 mm (APL-380-121EGR)
- Schürze: Spanplatte Rost Bronze 19 mm (DSP-190-049EGR)
- Podestplatte: Arbeitsplatte Rost Bronze 28 mm (ASP-280-049EGR)
Trotz unterschiedlicher Bezeichnungen (Eisen vs. Rost) sind die Dekore optisch identisch. Also nicht lange überlegt und trotz heftiger Transportkosten (150 € wegen der übergroßen Platte) dort bestellt.
Kleinkram
Parallel natürlich das Gestell und den ganzen anderen notwendigen Kleinkram bestellt:
- 2x Kabeldurchlass klein (So-Tech Cavo 160x80 mm)
- 1x Kabeldurchlass groß (So-Tech Cavo 280x80 mm)
- 8x M10er-Haltemuffen (Rampa Muffe Typ SKD330 M10 25mm 4St.)
- 1x Rohr für Hülsen für Podestlöcher (selbst zuschneiden), DIN EN 12449 (Außendurchmesser 14 mm, Wandstärke 1 mm, Messing)
- 4-8x Rohre zur Optik und Stabilität (550 mm), DIN EN 12449 (Außendurchmesser 16 mm, Wandstärke 2 mm, Messing)
- 8-16x 2-3 mm EPDM Zellkautschuk (M10-Dichtscheibe mit 30 mm Außendurchmesser)
- 4-8x flache Sechskantmuttern Messing, DIN 439/ISO 4035 (M10, 50 Stück)
- 4-8x Sechskantmuttern Messing, DIN 934/ISO 4032 (M10, 10 Stück)
- 4-8x hohe Sechskanthutmuttern Messing, DIN 1587 (M10, 10 Stück)
- 8-16x Unterlegscheiben Messing, DIN 125 A/ISO 7089 (M10, 100 Stück)
- 8-16x Karosseriescheiben Messing, DIN 9021/ISO 7093 (M10, 10 Stück)
- 6x Stuhlwinkel für die Schürze (50x50 mm, im örtlichen Billig-Baumarkt)
- 4-8x M10-Gewindestangen DIN 976 (Meterware im örtlichen Billig-Baumarkt, selbst kürzen auf 650 mm)
- 4x Hartholzbalken (bspw. Eiche) 500x70x40 mm
- 1x 16 mm-Forstnerbohrer für Rampa-Muffen in den Balken (ideal wären 16,5 mm - mit 16 mm geht es auch, aber schwer und nur mit einfetten)
- 1x 14 mm-Forstnerbohrer für Öffnungen im Podest
- diverse Schräubchen (im örtlichen Billig-Baumarkt)
- 1x Steckdosenleiste (Ehmann 0207x00122301 Überspannungsschutz & Netzfilter, 12-Fach)
- 1x PC-Gehäuse (Lian Li Lancool 217)
- 1x Kabelschlange (Ergolutions schwarz)
- diverse Kabelbinder hatte ich noch da
Aufbau
Glücklicherweise habe ich einen guten Kumpel an der Hand, der in der Holzverarbeitung arbeitet. Das Schwierigste waren die Rampa-Muffen gerade in die Balken reinzubekommen. Mit viel einfetten und Kraft hat er es aber hinbekommen. Nachdem auch der Rest dann da war, haben wir uns einen Tag Zeit genommen, das Gestell kopfüber positioniert, leicht vorgebohrt und angezeichnet. Dann aber ohne Gestell den Rest ausgerichtet und angezeichnet (erst die Schürze, dann die Stuhlwinkel, dann die Kabeldurchlässe und schließlich die Balken zur Aufhängung).
Zuallererst haben wir das Gestell separat und "richtig" herum aufgestellt. Beim Testen der Höhenverstellung ging das nur recht holprig und ich vermutete einen Defekt. Ein kurzer Anruf bei Ergolutions ergab, dass es so natürlich nicht funktioniert, weil die Kontroll-/Steuereinheit unten an der Tischplatte befestigt sein muss, weil sonst deren Sensor nicht funktioniert. Also haben wir erstmal mit der Tischplatte weitergemacht.
Zuerst wurden die Kabeldurchlässe ausgesägt, dann die Schürze montiert und daraufhin die Balken angepasst (mittig wegen der Kabeldurchlässe etwas ausgesägt und an einer Stelle wegen einem Stuhlwinkel ausgestanzt). Die Balken wurden dann final positioniert, d.h. das Podest direkt darauf gelegt, dass die Löcher genau über den Muffen waren. Wir haben dabei auch direkt die Gewindestangen durchgeschoben und kurz reingedreht, so dass letztlich alle Stangen relativ mittig aus ihren Löchern herausstanden.

Genau in diesem Zustand haben wir dann die Balken auch direkt festgebohrt. Der Abstand zum (angezeichneten) Gestell betrug dabei ca. 1 cm. Gemeinsam haben wir dann die schwere Platte auf das Gestell gehoben (das wir vorher in die Nähe der finalen Stellposition gestellt haben, sonst kriegt man das kaum noch bewegt). Das Wiederfinden der kleinen Vorbohrungen verfehlten wir dann um wenige Millimeter, aber es hält dennoch alles bombenfest. Ich habe dann in Ruhe die Strom- & Kontrolleinheiten montiert, wobei ein erneuter Test der Höhenverstellung diesmal reibungslos funktionierte. Es fehlte nur noch das Podest. Also habe ich allein mal die Gewindestangen, die Rohre und die ganzen Kleinteile montiert, durch das Podest geführt (fragt nicht, wie, aber es ging), staunend betrachtet und wieder abgebaut, weil die Stangen und Rohre viel zu lang waren.

In den Folgestunden habe ich dann meine beiden bisherigen Tische geräumt, alles abgebaut und die alten Tische beiseite gehoben, um die Kontrollstation schließlich Stück für Stück an ihren Platz zu ziehen. Dort habe ich dann den Monitor, die Lautsprecher, die Peripherie und schließlich den Rechner aufgestellt und angeschlossen. Beim Ordnen der Kabel dabei zunächst alle Stromkabel vernünftigt "versteckt"/befestigt und dann die Audio- & Rechnerkabel (USB usw.). Sah erstmal gut aus. Dann habe ich in meiner normalen Sitzposition nachgemessen, wie lang die Rohre und die Stange sein müssten, damit sie nicht auf dem Boden aufschlagen und ausreichend Platz für den PC bieten (zum Auf- und Abstellen, zum Anschalten, eben etwas Luft nach oben lassen). Es war dann klar, dass die Gewindestangen auf 65 cm und die Rohre auf 55 cm gekürzt werden mussten. Da die Rohre oben und unten gerade auf 2 Unterlegscheiben angedrückt werden sollten (mit einer Flachmutter, die ich von unten gegenschraube), konnten wir das nicht einfach mit der Hand flexen, also brachte ich das Ganze zum Metallbau/Schlosser um die Ecke (1 Stunde Arbeitszeit für alles (Gewindestangen, Rohre, Hülsen) = 55 €). Nachdem alles fertig war, konnte ich endlich das Podest montieren. Es war allein ein leichter Krampf, aber es ging mit etwas Geduld. Schlussendlich habe ich den Rechner draufgestellt, die restlichen Kabel noch gut versteckt/befestigt, die Kabelschlange montiert und bestaunte wohlwollend das fertige Gesamtwerk.






In der tiefsten (noch sinnvollen) Höheneinstellung bei 68 cm Tischhöhe passt noch gut ein Fingerbreit unter die Hutmutter 😁

Ich überlege nun, auf der linken Seite noch ein weiteres Podest zu montieren (was nicht so tief, sondern wesentlich höher hängt... die Aufhängung ist dafür ja schon vorhanden), wo ich die Audiosachen unterbringe (den KHV/DAC und das Elgato Wave XLR). Dann würde es noch etwas sauberer auf dem Schreibtisch aussehen. Auch das Funkkabel zur Maus könnte ich noch unter dem Tisch verstecken. Aber das ist alles erstmal nicht ganz so wichtig.
Ahso, noch kurz zum Gestell: die Höhenverstellung selbst ist recht leise, zügig und absolut stabil. In den unteren "Normalstellungen" (bei mir 73 cm und 78 cm) wackelt nix. In der Stehstellung (hier 118 cm) beim Dranarbeiten absolut minimal. Wenn ich absichtlich dran ruckle, wackeln natürlich die Lautsprecher, aber es kippelt nix. Stabiler geht es meines Erachtens nur noch, wenn man das Ganze an einer Wandführung befestigen würde 😄
Insgesamt war das Ganze natürlich nicht billig. Dafür hoffe ich natürlich, die nächsten Jahrzehnte beim Thema Schreibtisch Ruhe zu haben.
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