Movie2k vor Gericht: Sachsens Milliarden-Bitcoin-Schatz auf dem Prüfstand

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Am Vormittag hat vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Leipzig eines der wohl spektakulärsten Strafverfahren der deutschen Justizgeschichte begonnen. Auf der Anklagebank sitzen zwei mutmaßliche Hauptverantwortliche hinter dem einst größten Raubkopien-Portal movie2k.to – und mit ihnen steht der finanzielle Handlungsspielraum des Freistaates Sachsen auf dem Spiel: Denn das Gericht muss in diesem Verfahren auch darüber entscheiden, ob Sachsen den aus diesem Verfahren bereits verkauften Bitcoin-Bestand im Wert von rund 2,67 Milliarden Euro dauerhaft behalten darf oder zurückzahlen muss.
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und mit ihnen steht der finanzielle Handlungsspielraum des Freistaates Sachsen auf dem Spiel
sollte doch kein Problem sein, weil:
Der erzielte Erlös belief sich auf rund 2,639 Milliarden Euro und wurde auf einem speziellen Konto eingefroren.
Das Geld ist also noch da. (wenn auch nicht der Wert den die Bitcoins nach aktuellem Kurs hätten)

Und bei sowas könnte ich sowieso immer kotzen:
Begründet wurde dieser Schritt mit dem Risiko starker Kursschwankungen der Kryptowährung.
Ein starker Kursanstieg nach dem Verkauf ließ die Entscheidung im Nachhinein politisch und juristisch umstritten wirken.
Wegen Gefahr starker Kursschwankungen wurde verkauft. Weil der Kurs nachher aber stark gestiegen ist, wird jetzt wieder gejammert. :rolleyes2:
Zum einem wurde damit ja das Argument der "Gefahr durch starke Kursschwankungen" sogar bestätigt, wenn auch in die gewünschte hätte-hätte-Fahrradkette-Richtung. Zum anderem hätte der Kurs ja ebensogut fallen können. Dann hätten alle geweint und sich beschwert warum denn nicht verkauft wurde. :rolleyes2:

Ich muss da immer irgendwie an South Park S07E07 denken "Unglaublich geldgeile Ureinwohner" (Red Man’s Greed).
 
sollte doch kein Problem sein, weil:

Das Geld ist also noch da. (wenn auch nicht der Wert den die Bitcoins nach aktuellem Kurs hätten)

Und bei sowas könnte ich sowieso immer kotzen:

Wegen Gefahr starker Kursschwankungen wurde verkauft. Weil der Kurs nachher aber stark gestiegen ist, wird jetzt wieder gejammert. :rolleyes2:
Zum einem wurde damit ja das Argument der "Gefahr durch starke Kursschwankungen" sogar bestätigt, wenn auch in die gewünschte hätte-hätte-Fahrradkette-Richtung. Zum anderem hätte der Kurs ja ebensogut fallen können. Dann hätten alle geweint und sich beschwert warum denn nicht verkauft wurde. :rolleyes2:

Ich muss da immer irgendwie an South Park S07E07 denken "Unglaublich geldgeile Ureinwohner" (Red Man’s Greed).
Der vorletzte Absatz gibt Dir die Lösung:
Bei Freispruch oder mangelnden Beweisen, müssen die Bestände zurückgegeben werden. Wenn in der ursprünglichen Anzahl, müssen sie jetzt zu teureren Preisen zurückgekauft werden. Diese Frage gilt es dann zu klären.
 
Komischer Typ, 50,000 BTC freiwillig aushändigen ? Dafür nimmt ma doch gerne eine Bewährungsstrafe in Kauf, einfach die Steuern nachzahlen und fertig.
 
Der vorletzte Absatz gibt Dir die Lösung:
Stand der vorhin auch schon da? :d

Bei Freispruch oder mangelnden Beweisen, müssen die Bestände zurückgegeben werden. Wenn in der ursprünglichen Anzahl, müssen sie jetzt zu teureren Preisen zurückgekauft werden. Diese Frage gilt es dann zu klären.
Der Typ hat die Bitcoins laut Meldung freiwillig übergeben. Wurden die gesucht, weil man sie beschlagnahmen wollte und der Typ hat nur freiwillig rausgerückt wo man sie findet? Dann ist "freiwillg übergeben" irgendwie eine ziemlich falsche Wortwahl, weil am Ende wurden sie trotzdem beschlagnahmt.
Das erklärt dann auch, warum das Vermögen eingefrohren wurde.
Allerdings wirft das dann wieder die Frage auf, wenn das Vermögen schon eingefrohren wurde, warum hat es dann überhaupt interessiert ob das Vermögen vielleicht in einer eher volatilen Form vorlag? Also da frage ich mich dann eher wieder, wieso man die Bitcoins überhaupt verkaufen durfte.

Oder hat da ein Expertenspekulatius sogar gemeint, einen "Short" platzieren zu können? Wir verkaufen die Bitcoins jetzt und wenn sich in 10 Jahren rausstellt, das wir sie doch zurückzahlen müssen, ist Bitcoin eh schon gecrashed, dann kaufen wir halt für 1Mio € 50.000 Bitcoins zurück, geben die Bitcoins zurück und die Differenz von 2,368 Mrd€ behalten wir?
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum haben die eigentlich verkauft?
Steht in der Meldung:
Weil bei Bitcoin extreme Kursschwankungen befürchtet wurden und wenn der Kurs massiv gefallen wäre, wäre auch der Wert der Bitcoins massiv gefallen.

Das das Vermögen aber sowieso eingefroren wurde... und jetzt eben auch wieder zuschlägt, das man es sowieso in seinem Ursprungszustand, also als Bitcoins, zurückzahlen müsste, stelle ich mir eben eher die Frage warum sich da überhaupt Gedanken drüber gemacht wurde und man es imho sowieso nicht verkaufen hätte dürfen...

Entweder der Angeklagte kriegt bei einem Freispruch genau das zurück, was ihm genommen wurde, also dann eben 50.000 Bitcoins. Und wenn der Kurs in der Zwischenzeit auf 1% gefallen wäre, hätte er eben Pech gehabt (wobei selbst das immernoch vernachlässigbare 28Mio € wären :d)
Oder er kriegt den Gegenwert zum Einfrierzeitpunkt zurück (was ich generell für Quatsch halte, weil dann müsste man sich ja bei Beschlagnahmungen sogar noch um den Werterhalt (vermeintlich illegal erworbener) Vermögen kümmern), dann tuts auch der Euro-Betrag.
 
naja also wenn ich "er" wäre und das Geld/die Bitcoin zurückbekäme, dann wäre die Sache für mich damit zu 100,0000% erledigt

aus irgendwelchen dubiosen/halblegalen Sachen 1Mrd? lol! Euro gemacht, welche gleichzeitig hinterher zu 100% clean und sauber sind :d

i mean wat willste mehr, ab auf ne Insel, jeden morgen mit Grinsen im Gesicht einen blasen lassen und carpe diem
 
hmm, wenn ich da an die ganzen Bitcoins denke. Die wurden doch mit Urherberrechtsverletzungen erwirtschaftet? Also gehören die doch den Urhebern, und nicht dem Freistaat Sachsen? Oder sehe ich da was falsch? Wüsste nicht, wieso die dem Kanton zustehen sollten. Aber die haben sich sicher die Hände gerieben... Bisschen kurzsichtig gedacht. Bleibt nur zu hoffen, dass die nicht zwei mal zur Kasse gebeten werden. Zu welchem Kurs auch immer, ist ein grosser Haufen Asche.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da würde nicht mal eine Diensthaftpflicht annähernd reichen...
Denke ebenso, dass die Bitcoins nicht hätten veräußert werden dürfen und frage mich, wer das nur durchgewunken hat oder wo man sich über die möglichen Konsequenzen informiert hat. Dieser mögliche Vermögensschaden für den Freistaat, den die Steuerzahler mal wieder zahlen dürften, wäre wirklich ein Worst Case...
Ist der Dienstherr immer zu gutmütig mit den Verfehlungen seiner Beamten? Scheuer, Spahn und Co. haben dem Steuerzahler auch viele Miesen eingebracht. Jeder Angestellte in der Privatwirtschaft würde wenigstens um den Job bangen
 
Die wurden doch mit Urherberrechtsverletzungen erwirtschaftet?

Nö, mit "Werbeeinnahmen und verdeckten Abo-Fallen". Die Urheber können ihren entgangenen Gewinn im Urheberrecht als Schaden geltend machen, was in diesem Fall aber nur ein Bruchteil der diskutierten Summe ist. Dass die Jungs mit ihren Investments letztlich deutlich profitabler fahren als Mega-Konzerne kann ihnen nicht nachteilig ausgelegt werden.
 
Das Portal movie2k.to war von 2008 bis 2013 nach Erkenntnissen der Ermittler das größte Raubkopien-Portal Deutschlands: Mehr als 880.000 Kopien von Kinofilmen, TV-Serien und anderen Inhalten standen Nutzern kostenlos zum Abruf bereit.

Ist doch egal, ob die das kostenlos angeboten haben, und die Kunden mit Abofallen abgezockt haben, oder die direkt was fürs streamen verlangt haben. Bin kein Jurist, aber würde schon meinen, dass der Erlös mit dem Streamen von Content erwirtschaftet wurde.

Dass die Jungs mit ihren Investments letztlich deutlich profitabler fahren als Mega-Konzerne kann ihnen nicht nachteilig ausgelegt werden.

Die Produktion von 880'000 Blockbustern dürfte nicht ganz günstig sein. Würde mich da gepflegt in die Schlange stellen als Rechteinhaber. Schön wurde die Kohle schon verpulvert, bevor die Geschädigten gefragt wurden. Und mit Geschädigten mein ich nicht die armen User die in die Abofalle getappt sind. Ich hätte mir da als Väterchen Staat aber ganz sicher nicht die Finger schmutzig gemacht und die Bitcoins veruntreut.

Oder wen meinst Du denn mit Jungs? Welche da doch noch an die ganzen schönen Milliarden ran komme sollen? Oder die Jungs vom Freistaat? Aber wer weiss. Die Angeklagten sind ja dort eh raus, ist ja verjährt. Und der Erlös wurde offensichtlich dankend entgegen genommen. Bleibt also spannend.
 
Währe Sachsen halbwegs Schlau würden Sie jetzt die BTC s zurück zahlen befor Sie Steil gehen.

Aber Ich gehe nicht dafon aus das wird Sie auch ganz schnell 3-4x soviel kosten in 1-2 Jahren
 
Die Produktion von 880'000 Blockbustern dürfte nicht ganz günstig sein. Würde mich da gepflegt in die Schlange stellen als Rechteinhaber.

Wer hat denn hier 880.000 Blockbuster produziert?
Das sind doch die Luftschlösser der Rechte-Inhaber, die damals am liebsten jeden Filesharer auf zigtausende Euro "Schaden" verklagt hätten, mit dem Argument, die Leecher hätten sich andernfalls jeden dieser angebotenen Filme als DVD oder Bluray im Laden gekauft. Nur daß die das Geld dafür gar nicht hätten aufbringen können. Der "Schaden" war also eher virtuell. Die Leute haben sich die Filme heruntergeladen, statt zu warten, daß sie im Fernsehen kommen. Oder sie haben sie sich für nen schmalen Taler in der Videothek (gabs damals noch) ausgeliehen.

Deshalb ist es ja dann auch in den seltensten Fällen zu Prozessen gekommen. Aber die Abmahnindustrie hat sich zeitweise ne goldene Nase verdient. Gaze Kanzleien gründeten sich auf dieses Geschäftsmodell. Teilweise auch mit sehr fragwürdigen Methoden hinsichtlich der Beschaffung der IPs von Filesharern.

Und "Blockbuster"? Wieviele kennst du? Hollywood bringt in guten Jahren 3 oder 4 hervor. Und so teuer die auch teilweise in der Produktion sind, in der Regel spielen die ihre Kosten bereits an der Kinokasse mehrfach wieder rein. Das ist nämlich die Definition des Begriffes "Blockbuster", daß sie kommerziell sehr erfolgreich sind.
880.000? In nicht mal 100 Jahren Hollywood?
 
Zuletzt bearbeitet:
Da würde nicht mal eine Diensthaftpflicht annähernd reichen...
Denke ebenso, dass die Bitcoins nicht hätten veräußert werden dürfen und frage mich, wer das nur durchgewunken hat oder wo man sich über die möglichen Konsequenzen informiert hat. Dieser mögliche Vermögensschaden für den Freistaat, den die Steuerzahler mal wieder zahlen dürften, wäre wirklich ein Worst Case...
Ist der Dienstherr immer zu gutmütig mit den Verfehlungen seiner Beamten? Scheuer, Spahn und Co. haben dem Steuerzahler auch viele Miesen eingebracht. Jeder Angestellte in der Privatwirtschaft würde wenigstens um den Job bangen
das verfehlungen irgendwelcher politiker bzw. der justiz mit steuergeldern wieder "reingewaschen" werden, wäre doch sowieso nicht das erste mal
 
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