Die Frage wird wohl sein, ob das Gericht die Auffassung teilt, dass Amazon die Preiserhöhung den betroffenen Kunden nicht ordnungsgemäß mitgeteilt hat.
Mitgeteilt wurde sie ja.
Die Frage ist, ob die Mitteilung als Opt-Out ausreicht oder ob sie Opt-In sein muss/sollte.
Opt-Out: Ich habe die Mitteilung erhalten, will das aber nicht, also kann ich selbst zum Vertragsende kündigen, weil ich die Preiserhöhung nicht mitmachen will und daher den Dienst danach auch nichtmehr weiternutzen kann.
Opt-In: Mir wird mitgeteilt das der Preis steigt, wenn ich also nicht zustimme, endet der Vertrag dann halt mit der Laufzeit automatisch und ich hab ab dann kein Prime mehr. Nur wenn ich explizit zustimme, wird mein Vertrag weiter automatisch verlängert.
Kann man so oder so machen/fordern... für letzteres sehe ich dann aber schon wieder die verwunderten Kunden die nicht explizit zugestimmt haben und sich dann irgendwann wundern, das sie urplötzlich kein Prime mehr haben.
Ist das überhaupt eine generelle Regelung, das man bei Preiserhöhungen zustimmen muss, statt das nur eine Mitteilung ausreicht?
Ich habe Ende letzten Jahres selbstverständlich auch wieder eine Mitteilung bekommen, das meine Autoversicherung teurer wird. Ich musste aber nicht zustimmen, ich hätte aber daraufhin die Versicherung zum regulären Vertragsende kündigen können. Was ich ja so oder so gekonnt hätte, weil wäre ja ohnehin das reguläre Vertragslaufzeitende gewesen.
Ich musste aber auf die Mitteilung hin nichts tun, auch nicht explizit zustimmen, und ich gehe davon aus, das die Versicherung auch weiter besteht... ich muss aber halt natürlich den neuen Preis bezahlen. Oder stehe ich damit ungewollt demnächst ohne Autoversicherung da und dürfte mein Auto dementsprechend auch nichtmehr fahren, weil is ja dann auf einmal auch nichtmehr versichert? Oder soll das ein Sonderfall sein, weil Autos Versicherungspflicht haben und deswegen sowieso mehr oder weniger "Friss oder stirb" gilt?
So, wenn jetzt der Vertrag automatisch verlängert wurde und man "zeitnah" feststellt, das da jetzt aber 89€ statt 69€ abgebucht wurden und man dann noch behauptet, man hätte nicht mitgekriegt, das der Preis steigt, dann kann ich durchaus verstehen, das man rückwirkend raus will und die 89€ zurück haben will, oder je nachdem wie zeitnah "zeitnah" ist, zumindest den anteiligen Betrag. Und das sollt man dann imho auch dürfen. Die einzige Frage dabei ist wie man "zeitnah" definitert.
Aber erst nach 2-4 Jahren ankommen, wenn man schon 2-4 mal den höheren Betrag bezahlt hat und das auch (stillschweigend) hingenommen hat, und die Differenz zurückfordert, ist doch auch Bullshit. Die einzige Frage die sich mir da stellt ist, warum man nur 2-4 Jahre gewartet hat und nicht nach 20 Jahren erst ankommt.

Tut mir ja echt leid, aber wer nicht auf sein Konto guckt und 2-4 Jahre lang nicht bemerkt, das da irgendjemand nach der eigenen Meinung zuviel abbucht, der hat die Kontrolle über sein Konto verloren. Das kann man dann irgendwie auch nichtmehr dem Anbieter zuschieben.