SynergyCore
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Hallo,
nochmals vielen Dank an MSI und das Hardwareluxx-Team für die Möglichkeit, diesen High-End-Monitor testen zu dürfen! Es ist mir eine große Ehre, hier meine Erfahrungen damit teilen zu können.
Erstmal zu meiner Person, ich bin begeisterter Bildschirmenthusiast und bin immer auf der Suche nach der besten Bildqualität. Da dies immer mit Kompromissen einhergeht, probiere ich gerne verschiedene Monitore und Fernseher aus und schaue, zu welchem Kompromiss ich bereit bin. Da ich meine Office-Arbeit am liebsten am Laptop auf der Couch mache, werden die Monitore und Fernseher von mir ausschließlich zum Zocken verwendet. Im Rahmen dieser Review wird natürlich trotzdem auf Sachen wie Schriftdarstellung eingegangen, allerdings sollte immer der Schwerpunkt der Nutzung, also Gaming, im Hinterkopf behalten werden.
Gespielt werden nahezu ausschließlich schnelle Multiplayer-Shooter, allen voran Apex: Legends, Rainbow Six Siege, Call of Duty Warzone oder auch mal Overwatch 2. Dafür ist ein 500Hz-Monitor ja prädestiniert.
Primär bin ich eher LCD-Fan, vorallem in der sehr hohen Helligkeit von modernen Mini-LED-Bildschirmen begründet, die gerade Spiele wie Apex: Legends ein sehr mitreißendes und lebendiges Bild erzeugen. Allerdings immer auf Kosten einer der wichtigsten Punkte für das von mir favorisierte Genre: die Reaktionszeit der Pixel, die gerade bei Fernseher-VA-Panels traditionell immer sehr lang war. Inzwischen habe ich auch bereits OLED-Erfahrung sammeln können, mit dem LG EG9109 OLED-TV und vorallem mit dem ersten QD-OLED-Monitor vor wenigen Jahren, den ich für einige Wochen da hatte: Den AW3423DW. Somit ist mir die Technik grundsätzlich schon bekannt.
Erstmal zu den Spezifikationen des MSI MPG 271QRDE QD-OLED X50:
Verwendete PC-Hardware:
Für den Test verwendete Vergleichsmonitore:
Verpackung und Zubehör
Schon beim Abholen aus dem Paketshop fiel mir mit einem großen Schrecken auf, dass die Verpackung schon halb offen war. Erst war ich verwundert, warum MSI den Monitor nicht versiegelt hat? Vllt ein Vorführgerät? Dann fiel mir auf, dass die andere Seite des Paketes, die die nicht geöffnet war, schon versiegelt hatte. Der Karton ist zum Aufklappen, ähnlich einer Brotzeitbox und die eigentliche "Scharnierseite" hatte sich mangels Verwendung von Klebeband oder anderer sichernder Maßnahmen geöffnet. Hier sollte MSI dringend nachbessern und die "Scharnierseite" auch mit Paketband anständig sichern.
Beim Unboxing fällt dann aber auf, dass zum Glück die beiden Pappformen mit einem breiten Plastikband zusammengehalten wurden, sodass der Monitor nicht aus seiner Form herausrutschen konnte. Sein Zubehör allerdings schon und eine kleine Tüte mit Schrauben wäre auch fast herausgefallen.
Nun aber zum eigentlichen Unboxing: Nachdem man den Karton aufgeklappt hat, erhält man zuerst einen Blick auf das umfangreiche Zubehör:
Insgesamt ist es lobend zu erwähnen, dass MSI hier zwei hochwertige Kabel beilegt, insb. für das neue DP2.1, sodass man beide Anschlüsse direkt mit voller Leistung abrufen kann. Das Sahnehäubchen wäre noch ein USB-C-Videokabel für den Anschluss an einen Laptop gewesen, allerdings ist das meckern auf hohem Niveau und wird bei einem reinen Gaming-Monitor wohl ohnehin eher selten Anwendung finden.
Auch die Basisplatte des Standfußes befindet sich auf der oberen Pappform, ordentlich gesichert mit einer zusätzlichen Pappe und nochmal mit einer Tüte geschützt. Nachdem man das vorher erwähnte Plastikband gelöst hat, kann man die obere Pappform entfernen und erhält den Blick auf die Rückseite des ebenfalls nochmal verpackten Monitors sowie seitlich der Säulenhälfte des Standfußes, ebenfalls in Polsterfolie verpackt.
Blick nach dem Öffnen der Verpackung:
Unter Hälfte der Verpackung mit dem Monitor und dem Säulenstandfuß
Aufbau des Monitors
Denkbar einfach: Nachdem man sich den Zugang zum eigentlichen Monitor verschafft hat, kann man die extra vorgeschnitte Folie in zwei Hälften Teilen, sodass man den Standfuß direkt einklippsen kann.
Zuvor die Säule des Standfußes mit einer unverlierbaren Schraube mit der Basisplatte verbunden. Klassisch, bewährt, einfach und schnell, hier gibt es nichts zu meckern. Anschließend müssen noch eine Vielzahl von Schutzfolien entfernt werden. Die inzwischen aufgrund der empfindlichen Oberfläche zum Glück obligatorischen Panelfolie soll von beiden Ecken gleichzeitig entfernt werden. Das ist ungewöhnlich, dient aber vermutlich dem Zweck, dass keine Folienrest unter dem unteren Frontbezel steckenbleiben, wenn man die Folie nur seitlich diagonal entfernt. Hier wurde also, ähnlich wie bei dem Plastikband um beide Verpackungshälften, wirklich mitgedacht. Ungewöhnlich sind die Schutzfolien auf der Rückseite, welche doch tatsächlich die Lüftungsschlitze an der oberen Seite des Monitors vollständig abdecken. Das kenne ich so nicht und ist nichts für Leute, die solche Folien zum Zustandserhalt lieber drauflassen. Die dreiteilige Schutzfolie der Rückseite schützt auch die RGB-Leiste in der Mitte des Monitors. Ebenso ist das hochglänzende MSI-Drachen-Emblem auf der linken Seite noch mit einer Folie versehen. Die letzte Folie versteckt sich vorne unter dem Panel auf der AI-Kamera.
Zuletzt werden die Kabel angeschlossen, welche durch ein Loch im Standfuß geführt werden können. Auffällig ist dabei, wie tief die Anschlüsse am unteren Panelrand sitzen, somit wird eine saubere Kabelführung erschwert.
Sehr wichtig und vorbildlich: beidseitig abzuziehende Schutzfolie:
Verarbeitung und Design
Die Verarbeitung befindet sich wirklich auf Top-Niveau und braucht sich auch hinter hochpreisigen Eizos nicht versteckt. Der Standfuß und die Säule sind zwar mit Kunststoff ummantelt, dieser ist allerdings sehr dick und auch angenehm texturiert. Die Front des Monitors ist wie üblich mit einer dickeren Unterseite aus Kunststoff versehen, ansonsten ist das Panel optisch "randlos", wobei natürlich ein schwarzwer, inaktiver Rand zu sehen ist. Das Glossy-Coating lässt den Monitor besonders edel aussehen. Die Rückseite ist, ähnlich wie bei OLED-Fernsehern, grundsätzlich aus Metall und extrem dünn. Im "Huckepack" ist dann dort ein großes Plastimodul angebracht, in der die ganze Elektronik steckt. Vorne unterhalb der Leiste gibt es noch, ähnlich wie bei Asus, eine abstehende "Notch", in der im Gegensatz zu Asus nicht nur ein nutzloses Markenlogo prangt, sondern in der sich der CMOS-Sensor verbirgt, welcher den Monitor je nach Anwesenheit an und abschalten kann. Ein sehr großes Lob gibt es für mich für die deutlich sichtbare Power-LED, die aus jedem Winkel sehr gut und hell zu erkennen ist. Wen das stört, der kann diese im OSD abschalten. Die Bedienknöpfe (ein Joystick und zwei Tasten, davon eine zum Ein/Ausschalten) sind hinten mittig unten angebracht und gut zu erreichen. Auf der Rückseite ist noch links der MSI-Drache gut zu erkennen.
Rückseite des Monitors bei maximaler Standfußhöhe und der Hochglanzdrache, Die Säule dreht sich beim drehen des Monitors mit:
RGB-Beleuchtung auf der Rückseite (ließ sich bei mir mit der Software nicht steuern), der inaktive Panelrand sowie der Puffer für den Pixelshift, typisch für QD-OLED:
Frontstummel mit Power-LED und CMOS-Sensor für die AI-Anwesenheitserkennung:
SDR-Bildqualität
Hier ist alles wie erwartet: OLED hat die perfekten Schwarzwerte, die Farben sind im nativen Modus sehr intensiv, die Helligkeit bei hoher APL (Average Picture Level, Durchschnittshelligkeit aller Pixel) OLED-Monitor-typisch recht niedrig verglichen mit Mini-LED. Ich denke, die Vorteile sind inzwischen mehr als bekannt, hier noch ein paar Bilder zur Illustration, bei der der MSI QD-OLED mit dem Acer XB271HU 165Hz gleicher Größe und Auflösung verglichen wird:
Dunkle Szene aus Black Mesa, massiv bessere Schwarzdarstellung, überhaupt kein Vergleich:
Dunkle Szene aus Ghost Recon: Breakpoint. Ähnlich starker Unterschied und klarer Sieg für den QD-OLED
Helle Szene, der Apex-Titelbildschirm. Hier kann der QD-OLED nur noch seine farbkraft spielen lassen, die Helligkeit ist identisch zum IPS-Monitor von vor 10 Jahren.
Nun folgt der Vergleich zu dem Samsung Neo G8 Mini-LED, hier sind die Unterschiede schon deutlich kleiner:
Insgesamt kann man sagen, wenig überraschend, der OLED hat wie üblich den perfekten Mikrokontrast (sehr helle Elemente neben pechschwarz wirken sehr brillant) und eine extrem gute Durchzeichnung dunklerer Szenen. Da gibt es kein Blooming, keine Aufhellungen oder andere Probleme wie IPS-Glow und BLB. Dafür muss er eben auf großen hellen Flächen federn lassen. Die Farben sind, wie im nächsten Abschnitt gemessen, sehr stark, was man in realem Content auch sieht.
Farbdarstellung
Hier das Ergebnis der Farbraum/volumenabdeckung bei nativem (also vollem) Farbraum:
Hier kann keine andere aktuelle Displaytechnik mithalten: 97,3% DCI-P3! Deckt sich auch mit den 99% von rtings zum aktuellen Flagschiff-QD-OLED-TV: Dem Samsung S95F.
Der sRGB-Clamp-Modus wurde von mir mit Displaycal gemessen und hat ebenfalls hervorragende Werte, der Standardhelligkeitswert von 15/100 beträgt 78 Nits und entspricht damit sehr genau dem sRGB-Standard. Die Helligkeit lässt sich zum Glück auch im sRGB-Modus verstellen. Nachfolgend noch ein Auszug aus dem Messwertreport des sRGB-Modus:
Ein Average Delta-E von lediglich 0,4 ist hervorragend. Der 6100K-Weißpunkt weicht vom D65-Standard ab, daher kommt das "Not ok", das führt allerdings nur zu einem leicht wärmeren Bild und kann bei Bedarf angepasst werden und kann auch durch die Colorimeter-Korrektur für QD-OLED entstanden sein.
Die eigentlichen Farben sind sehr präzise:
SDR-Helligkeit
Wie bei sehr Monitoren üblich, ist auch der MSI QD-OLED mit einer künstlichen Helligkeitssperre ausgestattet, die die Helligkeit auf die Vollflächenhelligkeit des Panels limitiert. Bedeutet, es gibt zwar kein ABL (Automatic Brightness Limiter, sinkende Helligkeit bei steigender Durchschnittsluminanz des Bildes), allerdings liegt das nur daran, dass der Monitor auf seine niedrigstmögliche 100%-Flächenhelligkeit begrenzt wird. Diese liegt laut meiner Colorimeter-Messung bei etwa 310 Nits und zieht damit nahezu exakt gleich mit dem 2015er Acer XB271HU IPS-Monitor, sodass wir jetzt an einem Punkt angekommen sind, dass QD-OLED-Monitore zumindest die Helligkeit von älteren Standard-IPS erreichen kann.
Im Gegensatz zu Asus, wo man den SDR-Lock durch Abschaltung der "Uniform Brightness" genannten Funktion umgehen kann, bietet der MSI diese Funktion nicht. Man kann nur durch die Nutzung von HDR höhere Helligkeiten erreichen.
Ich finde diese Praxis persönlich einfach nur unnötig und nervig, weil ich für SDR-Inhalte nicht die volle Bildschirmleistung nutzen kann. Ich muss aufwändig den "HDR-Trick" anwenden, indem ich HDR aktiviere und die Kontrast/Farbsättigungsregler bemühe, um den SDR-Content auf HDR-Helligkeit zu mappen (Auto HDR und co. würfeln die Luminanzen und Farbsättigungen, taugen also dafür eher weniger). Das ist nicht nur frickelig, sondern muss auch ständig (wenn man echten HDR-Content schauen will) wieder eingerichtet werden, weil sich bei der AMD-Systemsteuerung (und die Nvidia damals auch nicht) die Farbwerte nicht in Profilen speichern lässt.
Das Argument mit "SDR ist eh nicht für so hohe Helligkeiten gedacht" zieht ja auch nicht, dann wäre ja ein Lock auf 80 bzw. 120 Nits passend, denn das entspricht dem Standard und nicht 310 Nits.
HDR
Wenn man HDR aktiviert, sind folgende Funktionen nicht mehr verfügbar:
- AI Vision
- AI Brigtness
- AI Light Sensor
- Optix Scope
- Bildmodus Black and White
- Bildmodus sRGB
- Bildmodus Adobe RGB
- Bildmodus P3
HDR-Helligkeit und der neue "EOTF-Boost"
Der MSI QD-OLED bietet für HDR drei verschiedene Modi. Der offiziell nach DisplayHDR vorgesehen "True Black 500"-Modus, der "Peak 1000 Nits"-Modus sowie den neuen EOTF-Boost-Modus.
Den Peak 1000 Nits und TrueBlack (damals allerdings 400) Modus kenne ich schon vom Alienware AW3423DW damals. Der Nachteil vom Peak 1000 Nits Modus war, dass er bei größeren APL (Average Picture Level, also Durchschnittshelligkeit aller Pixel) dunkler war als der TB500-Modus, man sich also zwischen einer hohen Helligkeit bei kleinen APL oder einer hohen Helligkeit bei hohem APL entscheiden musste. Der neu eingeführte EOTF-Boost-Modus soll die Vorteile beider Modi miteinander vereinen, allerdings auf Kosten der Akkuratheit dem Signal gegenüber.
Als erstes habe ich eine klassische "weißes Rechteck"-Messung durchgeführt, hier wird in der Mitte des Displays ein Rechteck maximaler HDR-Helligkeit mit steigender Prozentzahl am Display-Flächenanteil gemessen. 1% ist eben eine kleine Fläche in der Bildschirmmitte während 100% den gesamten Bildschirm einnimmt. Durch das ABL ist es, wie bei OLED üblich, dass die größeren Flächen dunkler werden, um das Panel zu schonen und den Stromverbrauch im Griff zu behalten.
In der folgenden Grafik habe ich die Messwerte der drei Modi zusammengefasst:
Hierbei fällt auf, dass der Peak 1000 Nits und der neue EOTF-Boost nahezu gleich hell sind. Das überrascht allerdings nicht und zeigt auch wieder die Limitierungen der klassischen Messungen mit den weißen Rechtecken. Der EOTF-Boost soll und kann ja nicht die maximale Helligkeit erhöhen, sondern soll die EOTF-Kurve des HDR-Signals so verändern, dass das gesamte Bild heller wirkt.
Um dies zu überprüfen, habe ich mit dem Colorimeter vier Szenen aus Youtube-HDR-Videos durchgemessen. Das Messverfahren war wie folgt:
Zwei Youtube-Videos mit HDR wurden ausgesucht. Um den Zeitstempel immer exakt zu treffen, wurde das Spulen an festen Punkten mithilfe der Zahlentasten genutzt, mit 0 bis 9 kann man das Video Abschnittsweise an präzisen Orten pausieren. Anschließend wurde das Colorimeter platziert, alle drei Modi durchgemessen und zur nächsten Szene gewechselt. Anbei auch die Fotos der Messungen für den Ort des Colorimeters.
Erstes Video:
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Youtube Videos ab jetzt direkt anzeigen
Verwendete Szenen:
Nummertaste 0 "Strand":
Nummerntaste 9 "Wasserfall":
Zweites Video:
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Verwendete Szenen:
Nummerntaste 0 "Wüste"
Nummerntaste 5 "Ruine"
Anhand der Grafik kann man erkennen, dass der EOTF-Boost-Modus genau das einhält was er verspricht. Er ist in jedem Fall mindestens so hell wie der TB500-Modus und immer deutlich heller als der Peak-1000-Nits-Modus. Hier hat MSI wirklich ganze Arbeit geleistet. Entsprechend wurde von mir ausschließlich der EOTF-Boost-Modus genutzt.
Subjektive HDR-Bild-Bewertung
Typisch OLED sind gerade Nachtszenen einfach wahnsinnig beeindruckend, gerade ein Stadtpanorama bei Nacht beeindruckt selbst mich, der schon viele Bildschirme gesehen hat, immer noch sehr. Die Fähigkeit, die einzelnen Pixel auf etwa 1000 Nits zu boosten, während die benachbarten Pixel pechschwarz sind, geben dem Bild (allerdings natürlich nur bei abgedunkeltem Raum) eine Tiefe, die einem so keine andere Displaytechnik als OLED geben kann. Aber auch mittelhelle Szenen sehen auf dem Monitor immer noch sehr gut aus, allerdings wirken diese dann, verglichen mit Mini-LED doch deutlich gedimmter.
Wer allerdings den Raum ordentlich abdunkelt, der wird auch bei Szenen mit höherem APL immer noch sehr zufrieden sein. Aufällig im direkten Vergleich zu LCD ist auch, dass die Durchzeichnung sehr dunkler Details wie Steine bei Nacht extrem gut ist. Da ich persönlich aber eher hellere Inhalte schaue (Multiplayer-Shooter, Youtube) und vorallem das Deckenlicht zur Augenschonung immer an habe, profitiere ich von diesem Vorteil leider nur wenig. Dunkle Games im dunklen Raum wie Resident Evil oder Splinter Cell sind und bleiben allerdings ein Augenschmaus, vorallem weil auch das Pixelgitter (genaueres im nächsten Abschnitt) nicht so leicht sichtbar ist bei kleinen Highlights und niedrigem APL.
Subpixelmatrix, nicht nur ein Problem für die Schriftdarstellung
Schon immer ein Thema bei QD-OLED-Monitoren war und ist die Subpixelanordnung. Während herkömmliche LCD-Panels eine RGB-Stripe-Anordnung haben, haben QD-OLED-Panels eine Dreiecksanordnung, bei der auch noch die Subpixel für jede Farbe unterschiedlich groß sind. Diese Eigenschaft stellt nicht nur ein Problem für das Windows-Cleartype-Rendering dar, welches die Subpixel zur Kantenglättung und besseren Schriftdarstellung nutzt, sondern es erzeugt auch insgesamt Farbsäume an harten Kontrastkanten. Diese Farbsäume erinnern stark an sogenannte Konvergenzprobleme an einer Farbbildröhre, bei der alle drei Grundfarben nicht perfekt übereinander lagen. Schon im OSD des Monitors ist bei der weißen Schrift dieser Farbschimmer deutlich zu sehen. Aufgrund der relativ niedrigen 109 PPI von 1440p auf 27" fällt dies nochmal deutlich stärker auf als auf einem 4K 32" Panel mit 138 PPI. Hier merke ich auch keine einzige Verbesserung zum AW3423DW der ersten Generation QD-OLED, zumindest laut meiner Erinnerung.
Hier sind die Farbschimmer im Black-Mesa-Hauptmenü am QD-OLED deutlich zu sehen, besonders an der Unterseite der großen Buchstaben der deutliche rote Rand:
Direkter Vergleich zum Acer IPS Monitor (gleiche Auflösung, gleiche Fläche):
Kein Farbschimmer zu sehen, die Buchstaben sind bis zu den Kanten weiß.
Ein weiteres, für mein Empfinden noch kritischeres Problem bleibt der sogenannte Füllfaktor. Ich zitiere:
Wenn man sich die Pixel der QD-OLED-Matrix näher anschaut und mit einem herkömmlichen IPS vergleicht, so fällt auf, dass der Füllfaktor am QD-OLED-Panel bedeutend geringer (=schlechter) ist, ergo gibt es nur wenig leuchtende Fläche verglichen mit der inaktiven, dauerhaft schwarzen Fläche. Die Konsequenz daraus ist tatsächlich im alltäglichen Betrieb auch am MSI-Monitor für mich deutlich zu sehen. Das ganze Bild wirkt, gerade bei einfarbigen, hellen Flächen äußerst körnig und zusätzlich werden die Pixelkanten deutlich betont, was dazu führt, dass das Panel für mich als niedriger auflösend (eben "pixeliger") wahrgenommen wird, als es eigentlich ist. Wenn man nun die Situation noch verschlimmert, dass man als kompetitiver Spieler besonders nah an das Display heranrückt, kann es zu Augenschmerzen oder anderen Symptomen kommen, welche auch nicht gänzlich unbekannt sind (Google "QD-OLED Eyestrain").
Tatsächlich musste ich dies leider bei mir auch feststellen, das Bild des Panels wirkt "beißend" und das obwohl meine Augen eigentlich extrem helle und farbstarke Quantum-Dot-Mini-LEDs mit ebenfalls sehr reinen und intensiven Farben gewöhnt sind und ich hier keine Probleme feststelle. Meine Theorie ist, dass durch den niedrigen Füllfaktor die Sehzellen punktuell sehr belastet werden während die benachbarten Zellen reines Schwarz abbekommen. Dieser hohe Kontrast stellt dann eine Belastung dar und da hilft leider auch keine helle Umgebungsbeleuchtung.
Um dieses Problem nochmal näher zu analysieren, habe ich meinen Acer XB271H 27"-1440p-Glossy-IPS-Monitor abwechselnd verwendet, um jegliche Auswirkungen der Pixeldichte auszuschließen.
Dabei fiel mir auf, dass der IPS-Monitor gerade bei helleren Flächen nicht dieses Pixelgitter, welches beim QD-OLED zu sehen ist.
An der Augenermüdung war es bei mir auch deutlich bemerkbar. Nach 2 Stunden am MSI fühlte ich schon müde Augen. Nach dem Wechsel auf den Acer-IPS gingen die Beschwerden zügig weg, auch nach 2 Stunden. Ergo scheint es da wirklich ein Problem zu geben.
Gut, dass sich Samsung Display mit dem RGB-Stripe-QD-OLED dieses Jahr darum kümmert.
Coating und Umgebungslichtverhalten
Typisch rötlicher Schimmer des QD-OLED-Glossy-AR-Coatings:
Erstmal positiv zu erwähnen, aber auch bereits länger bekannt: Das QD-OLED-Panel im MSI-Monitor ist gewohnt Glossy mit antireflektiver Entspiegelung (Glossy-AR), wie von Brillen bekannt, da lediglich Samsung die "Glare-Free"-genannte, matte Option anbietet. Dadurch hat man ein gewohnt klares, perfekt scharfes und grieselfreies Bild. Etwas, dass nachwievor für PC-Monitore, insbesondere auf LCD-Basis, alles andere als selbstverständlich ist. Leider bleibt allerdings, auch typisch für QD-OLED, das satte Schwarz bei Umgebungslicht beim MSI-Monitor aus. Das liegt daran, dass Samsung-Display auf einen sogenannten Polarisator (engl. Polarizer) verzichtet. Diese nicht nur bei LCD-, sondern auch bei LG Display W-OLED-Panels verwendeten Folien dienen als Kontrastverstärker indem sie das Umgebungslicht effektiv eliminieren, allerdings im Falle des OLED-Panels scheinbar auf Kosten der Helligkeit, sodass sich Samsung wohl dagegen entschieden hat.
Das Coating des MSI-Monitors ist also extrem gut in der Minimierung von direkten Reflektionen, sogar deutlich besser als die typischen LG-WOLED-Glossy-AR-Coatings, muss allerdings deutliche Federn lassen bei der sogenannten indirekten Reflektion, also eigentlich genau die Stärke von Glossy-Coatings. Der Bildschirm wird bei indirekter Beleuchtung regelrecht gräulich/rötlich und erinnert auch hier, ähnlich wie bei dem im vorherigen Kapitel besprochenen Farbschimmer bei harten Kontrast, wieder an eine hochwertige Bildröhre, die auch nie wirklich gut im Licht absorbieren war, der Leuchtstoff hat immer etwas Licht reflektiert. Dadurch eignet sich der MSI-Monitor zumindest für eine kontraststarke Darstellung leider weniger für die Nutzung als Media-Bildschirm in heller Umgebung. Hier sollte eher ein W-OLED-Monitor gewählt werden mit dem neuen TrueBlack-Coating oder besser noch, ein lichtstarker Mini-LED-Monitor mit ausreichend Helligkeitsresevern.
Wenn man nun einen Glossy-LCD-Monitor ohne AR-Beschichtung neben den MSI stellt, so stellt man fest, dass dieser bei heller Reflektion mehr Licht reflektiert als der MSI (was für das gute AR-Coating auf dem MSI des QD-OLED spricht), bei dunkler Reflektion sich dieses Bild allerdings umkehrt, hier wirkt der MSI gräulicher.
Insgesamt überzeugt mich das Coating des MSI nicht wirklich, aber das sehen die Hersteller scheinbar auch so mit der neuen Generation an besser entspiegelten QD-OLED-Monitoren.
Wie immer bei der Coating-Diskussion gilt: Wer den Raum ohnehin abdunkelt, für den ist das Coating absolut irrelevant (mal abgesehen von der Grieselthematik). Somit sollte es für einen Großteil der Zocker kein echtes Problem darstellen. Da ich allerdings den Raum immer hell halte, ist das für mich ein wichtiges Thema.
Vergleich des Glossy (ohne AR) Acer-IPS links mit dem MSI QD-OLED rechts:
Wie erwähnt, in dunkler Reflektion ist der IPS besser, in heller Reflektion ist der QD-OLED besser.
Vergleich zwischen dem Eizo T766 Trintron mit Glossy-AR links und dem MSI-QD-OLED rechts:
Man merkt, im Vergleich zu den Top-Trinitron mit Glossy-AR ist selbst QD-OLED immer noch deutlich besser.
Das leidige Thema DisplayPort 2.1 und "DSC OFF"
Meine Grafikkarte ist wie erwähnt eine RX9070XT, diese hat DP2.1 mit UHBR13.5, somit liegt ein 54Gbit/s-Link vor statt der möglichen 80Gbit/s, die der Monitor kann. Schaltet man das standardmäßig aktivierte DSC aus, so kann man nun die PbP/PiP-Funktion erst nutzen. Diese Funktionen sind als nur ohne DSC verfügbar, ein wichtiger Aspekt, wie ich finde. Laut AMD-Control-Panel beträgt die Link-Geschwindigkeit immer 13,5x4=54Gbit/s, egal ob DSC an oder aus ist. Mit aktiviertem DSC lässt sich 500Hz und 10-Bit RGB nutzen und damit HDR bei voller Bildfrequenz. Mit meiner Konfiguration mit nur 54Gbit/s schränkt die Abschaltung von DSC trotz DP2.1 durch den verringerten UHBR13.5-Übertragungsstandard die Fähigkeiten des Monitors folgendermaßen ein:
- Volle 10-Bit und damit HDR sind nur bis 360Hz möglich
- Alles darüber (480Hz und 500Hz) funktioniert nur noch mit 6-Bit Farbtiefe, HDR lässt sich in Windows nicht mehr aktivieren
Egal ob mit oder ohne DSC, für 54Gbit/s scheinen auch Standard-DP1.4-Kabel problemlos zu funktionieren, mein bestehendes Kabel (also nicht das, was dem Monitor beiliegt) funktioniert ebenfalls anstandslos.
KVM-Funktion und USB-PD-Charging
Der Monitor bietet eine KVM-Funktion, bei der die beiden USB-3.2-Gen-1-Anschlüsse an der Rückseite entweder an den Typ-B-Anschluss oder den Typ-C-Anschlusss weitergeleitet werden kann. Im OSD kann jeder Video-Eingang jedem der beiden Anschlüsse frei zugewiesen werden, was tatsächlich sehr flexibel ist und mit der Auto-Scan-Funktion bei abwechselnder Nutzung der beiden Rechner (PC und Laptop z.B.) überhaupt keinen Nutzereingriff erfordert. Das USB-PD-Protokoll wurde von mir auch getestet, der 100 Watt fähige Laptop lädt an dem 98 Watt-Monitor mit voller Ladeleistung und 20V. Das Laden per USB-C kann separat an und auschaltet werden und ist auch im Standby-Modus verfügbar.
Bewegungsschärfe
Eine DER Stärken eines 500Hz-OLED-Panels sollte die Bewegungsschärfe sein, durch die instantane Reaktionszeit gibt es nicht erstens keine Schlieren, unter denen besonders die meisten VA-Panels leiden. Zweitens ermöglicht die hohe Frequenz eine deutliche Verbesserung der durch Sample-and-Hold technisch bedingten durch das Auge hervorgerufene Bewegungsschärfe. Ein Beispiel für letzteres Phänomen ist die Tatsache, dass eine Bewegung auf einem 60Hz-OLED immer noch unscharf erscheint. Das ist auf dem MSI bei 500Hz in meinen Augen nahezu komplett verschwunden. Egal ob im Testufo oder bei Spielen mit über 300FPS, immer bleibt alles glasklar und die Kanten extrem scharf, was gerade bei schnellen kompetitiven Spielen durchaus ein Spielvorteil sein kann. Durch die hohe Frequenz ist auch Adaptive-Sync/VRR deutlich weniger relevant, da man Tearing und Stuttering ob der kurzen Framezeit sowieso nicht mehr wirklich erkennt. Dennoch nutze ich weiter Adaptive-Sync, weil es doch noch ein Tacken smoother ist.
Es ist allerdings doch etwas anders als damals mit dem Alienware-Monitor gegen den VA-Fernseher, da der MSI jetzt gegen den von den (verglichen mit dem Fernseher) Schaltzeiten deutlich schnelleren Neo Geo mit Fast-VA antreten muss und der Vorteil hier ehrlich gesagt deutlich kleiner ist, als von mir erhofft.
In meinem Main-Spiel Apex: Legends fand ich den Vorteil allerding "Hit or Miss", an guten Tagen spürte ich durchaus einen deutlichen Vorteil gerade im längeren Tracking von Gegnern, während an anderen Tagen mir die hohe Frequenz gefühlt überhaupt nichts bringt. Man muss dazu allerdings wissen, dass der Engine-bedingte FPS-Limit bei 300 liegt. Startet man nun das deutlich höher limitierte Overwatch 2, so merkt man den Vorteil doch deutlicher.
Allerdings sind es im Endeffekt wirklich Nuancen, ich würde also sagen, ja, der Monitor kann einen durchaus zu einem besseren Spieler machen, aber es ist so individuell, wie man spielt und ob man wirklich einen Vorteil von der hohen Frequenz ziehen kann, dass es mir hier schwer fällt, ein gutes Fazit zu ziehen.
Mich persönlich hat es nicht so vom Hocker gehauen wie ich es erhofft habe und würde im Alltag die 4K 240Hz doch ob der deutlich höheren Pixeldichte einfach vorziehen.
Man muss ja eben auch bedenken, dass 500Hz 2ms Frame-Abstand sind und 240Hz eben 4,17ms und damit nur etwa 2ms langsamer. Heißt, der Sprung von 60Hz (16,6ms) auf 120Hz mit 8,3ms und dann auf 240Hz mit eben 4,17ms sind jeweils deutlich größer. Diese Tatsache lassen so Marketingträchtige Zahlen wie "500Hz!" häufig in den Hintergrund rücken.
Ich würde dennoch sagen, dass ein kompetitiver Spieler einen großen Vorteil aus dem MSI-Monitor ziehen kann, ich denke, mein Niveau (und FPS in Apex und den meisten Spielen) ist dafür einfach nicht hoch genug. Ich denke, aus dem Grund fällt mein Fazit so gemischt aus. Bei etwa 200FPS finde ich den Vorteil zum Neo G8 Fast-VA 240Hz recht gering. Zum 165Hz Standard-IPS ist der Unterschied bei der maximalen Frequenz allerdings extrem groß.
Perfekte Bildschärfe im Ufo-Test bei 500Hz auf dem QD-OLED:
165Hz Standard-IPS im direkten Vergleich, das sind Welten:
240Hz Fast VA, schon deutlich näher am OLED:
Ich würde noch ein Vergleich zum Eizo-CRT heranziehen, leider fehlt mir dafür noch das VGA-Kabel, daher wird das später nachgereicht.
Black Frame Insertion "MPRT"
MSI setzt die Funktion der Black Frame Insertion (BFI) anders um als andere Hersteller. Statt die Eingangsfrequenz zu senken (meistens halbieren) und die native Panelfrequenz auf die volle Frequenz zu behalten (Also ein 480Hz-Monitor gibt sich der GPU als 240Hz-Monitor aus und nutzt jeden zweiten Frame intern als Schwarzbild), wird beim MSI-Monitor die volle Eingangssignalfrequenz aufrechterhalten und jedes zweite Bild schlicht und einfach verworfen und als Schwarzbild angezeigt. Wie bei Standard-BFI (mal abgesehen von Sonderlösungen wie Asus ELMB-Sync und Nvidia Pulsar) üblich schaltet die Aktivierung der "MPRT" genannten Funktion Adaptive-Sync aus, sodass nur noch mit festen Bildfrequenzen gearbeitet werden kann. Das Problem dabei wird allerdings recht schnell klar, man kann nicht mehr so einfach V-Sync nutzen um einfach eine feste Frequenz zu erreichen, da man ja auf die doppelte FPS-Zahl der eigentlichen Schwarzbilder kommen müsste. Wenn ich also 240FPS mit BFI spielen will, muss ich trotzdem den Monitor auf 480Hz stellen und jetzt manuell die FPS auf 240 limitieren und hat damit auch nie wirklich das perfekte Timing. Es ist generell eine frickeligere Lösung als bei den anderen Herstellern, bei denen man einfach die Frequenz im Windows festlegt, V-Sync aktiviert, fertig. Vorteil ist dafür, die Funktion kann einfach an und ausgeschaltet werden, ohne Blackscreen durch Frequenzwechsel. Die Startfrequenz, ab der man MPRT nutzen kann, beträgt 240Hz, darunter ist es nicht aktivierbar.
Der subjektive Nutzen der Funktion ist bei maximaler Frequenz von 500Hz selbst bei höchster Konzentration im Testufo mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Die Funktion ist ab 240Hz Eingangsfrequenz aktivierbar.
Im Spiel sieht die Sache, da ich hier die FPS separat limitieren kann, anders aus. Ich habe Black Mesa als Testspiel genommen, weil es sehr flüssig läuft und der FPS-Limiter schnell einstellbar ist.
Auf 240Hz:
Auf 500Hz:
Die Helligkeit halbiert sich exakt, wie eine Colorimeter-Messung bestätigt. Aus 300 Nits werden also 150 nits in SDR. Die Funktion ist in HDR auch verfügbar. Durch die Mindestfrequenz von 240Hz funktioniert das MPRT mit den Konsolen natürlich nicht.
Aufgrund der Schwierigkeit, so schnelle Bewegungen im Spiel fotographisch festzuhalten, verzichte ich hier auf Fotos.
VRR-Flicker
Ja, wie jeder OLED-Monitor hat auch dieser MSI VRR-Flicker. Ich fand es allerdings überhaupt nicht störend, da es bei meinen Spielen höchstens in Ladebildschirmen ganz leicht sichtbar ist. Mir ist allerdings aufgefallen, dass es besonders bei dunklen Inhalten überproportional stärker ist. Bei LCDs ist es ja meistens recht linear sichtbar, egal ob der Inhalt eher dunkel oder hell ist. Aber ich denke, Leute die Story-Games mit 60fps Lock spielen, dürften das VRR-Flicker schon häufig sehen.
Allerdings ist die Bildfrequenz mit 500Hz dermaßen hoch, dass man VRR guten Gewissens auch ganz abschalten kann, ohne wirklich Tearing/Stuttering je zu Gesicht zu bekommen.
OLED-Schutzfunktionen und der Anwesenheitssensor
Der MSI kommt wie viele moderne OLED-Monitore mit einer ganzen Armada an Schutzfunktionen, die das OLED-Panel vor vorzeitiger Abnutzung und den gefürchteten Einbrennungen schützen sollen.
Der Star der Show ist ohne Frage der Anwesenheitssensor, der von MSI auch kräftig beworben wird. Dabei handelt es sich um eine kleine "Kamera" (laut MSI ein "CMOS-Sensor"), der die Anwesenheit des Nutzers erkennen soll und bei Abwesenheit das Display zur Schonung deaktivieren soll. Dabei schlägt die Funktion zwei Fliegen mit einer Klappe, denn nicht nur wird das Display geschont, auch kann der bei OLED-Panels übliche Pixelrefresh bei Abwesenheit durchlaufen werden. Am Anfang war ich etwas irritiert, dass der Monitor komplett ausgeht, sodass ich nach jedem Zurückkehren erstmal auf das MSI-Startlogo starren durfte, allerdings ergab es danach aufgrund der Möglichkeit des Refreshs Sinn, für die der Monitor ja sich Abschalten muss und nicht nur ein Schwarzbild über das Signal legen kann.
Der MSI bietet folgende Optionen für den Anwesenheitssensor:
- Monitor/System-Mode: Hier wird entschieden, ob der Monitor selbst die Verwaltung der Funktion (Wann wird ab- und angeschaltet) übernimmt oder über das USB-Kabel der angeschlossene PC mit der Windows-11-Anwesenheitssensor-Funktion: https://learn.microsoft.com/de-de/w...n/device-experiences/sensors-presence-sensing
Wenn man die Funktion auf System stellt, hört man, wie sich am Windows-PC ein neues Gerät anmeldet und folgende Optionen sich dann in der Systemsteuerung von Windows (nicht der MSI-App) eröffnen. Wenn man den System-Mode nutzt, sind die nachfolgenden Optionen nicht mehr verfügbar, da ja Windows die Kontrolle übernimmt.
- Wake on Arrival/Lock on Leave (WoA/LoL): Hier wird festgelegt, ob und nach welcher Zeitverzögerung der Monitor sich abschalten oder einschalten soll
- Adaptives Dimmen: dimmt den Bildschirm nur, solange man davor sitzt, aber woanders hinschaut
Ich war mit der Performance des Sensor eigentlich recht zufrieden, habe aber in den anderen Tests gelesen, dass er im Dunkeln wohl nicht so recht funktionieren will, was allerdings für mich irrelevant ist. Der Monitor ging immer zuverlässig an und aus. Nervig finde ich, dass der Sensor auch weiterarbeitet, wenn man den Monitor wirklich bewusst ausgemacht hat mit dem Power-Button. Dann geht er trotzdem jedes mal wieder an, wenn man ihn anschaut. Dadurch wird nämlich auch der alle vier Stunden fällige Pixelrefresh unterbrochen, was besonders ärgerlich ist, da ich z.B. in der Zeit gerne am Laptop weitersurfe, aber jedes mal den Sensor abschalten muss, damit er ja den Refresh durchführen kann. Ich finde, wenn der Nutzer explizit den Refresh angestoßen hat, sollte er auch durchlaufen, bis er wirklich etwas am Monitor drückt, wie den Power-Button. Da sollte noch von MSI nachgebessert werden.
Die Refresh-Meldung lässt sich deaktivieren bzw. auf "alle 24h" stellen. Ansonsten ploppt jede vierte Betriebsstunde ein OSD-Fenster, bei der der Nutzer die Wahl hat, den Refresh jetzt, später (wenn er ausgeht) oder gar nicht durchzuführen.
OLED-Care-Funktionen im OSD, rechts sieht man auch die Anzahl an Refreshs sowie wieviel Zeit seit dem letzten schon vergangen ist:
Ich hatte alle Funktionen an und keine ist mir negativ aufgefallen, ich habe zum keinem Zeitpunkt gedimmte Logos oder Taskleisten festgestellt. Allerdings muss ich sagen, dass ich den Monitor rein zum Spielen verwende, also wenig statische Inhalte hatte.
Software
Über die MSI-Software lässt sich der Monitor über die USB-Schnittstelle nicht nur updaten, sondern auch alle(!) Funktionen des OSD steuern. Bis auf das RGB hat das bei mir auch anstandslos funktioniert, anbei noch die Screenshots der Software, die allerdings, bis auf eben die Updates, RGB und Profile keine weiteren OSD-Funktionen außer den bereits hier vorgestellten ermöglicht.
Die verfügbaren Menüpunkte:
Weitere Funktionen:
- AI Crosshair:
Fadenkreuz, dass seine Farbe dynamisch an den Untergrund anpasst. Es kann Größe, Farbe (fest eingestellt), Form und Position gewählt werden.
- AI Vision: Dynamische Aufhellung (je nach Bildinhalt) dunkler Bereiche, um Gegner in dunklen Bereichen besser erkennen zu können
- AI Brightness: Helligkeitssensor, ganz einfach.
- AI Light Sensor: Anpassung des Weißpunktes an das Umgebungslicht. Wärmeres Licht, wärmeres Bild, kälteres Licht, kälteres Bild
- Optix Scope: Vergrößerung der Bildschirmmitte für weit entfernte Gegner (geht nicht mit VRR)
- HDMI 2.1 lässt sich im PC oder Konsolen-Modus umschalten
- Timer: Altbekannte Funktion in Gaming-Monitoren, ein einfacher Countdown, z.B. wann das Essen fertig ist.
- Refresh Rate: Anzeige der Bildwiederholfrequenz, dauerhaft in einer der Bildschirmecken. Nützlich für VRR.
- Power-LED: Lässt sich Abschalten
- RGB-LED: An oder Aus, Helligkeit im OSD regelbar, Farbe nur über die Software. Hat bei mir nicht funktioniert.
- HDMI-CEC: Für Konsolen oder Mediaplayer: Automatisches Einschalten/Ausschalten des Monitors und der Konsole gemeinsam
- Navi-Key: Schnellzugriffe für den Joystick in alle vier Richtungen für vorher festgelegte Funktionen
- Info On Screen: Dauerhaftes Einblenden einer Leiste mit Signalinfos (Auflösung, Frequenz, Bildmodus, HDR an/aus, VRR an/aus, Eingang)
Fazit
Der MSI-Monitor hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Einerseits finde ich die technische Performance mit 500Hz in Kombination mit den pfeilschnellen Reaktionszeiten und dann auch noch mit einem tollen Glossy-AR-Coating versehen extrem beeindruckend. Andererseits schreckt mich die in meinen Augen nicht mehr zeitgemäße Auflösung, die durch das Subpixeldesign und die Füllfläche nochmal deutlich verschlimmert wird, doch ziemlich ab. Natürlich ist auch die Helligkeit, auch verglichen mit anderen OLED-Displays, die man von Handy, Tablet und auch Fernseher kennt, wirklich sehr weit hinterher, aber das liegt wohl an der Burn-In-Angst. Auch der fehlende Polarizer ist für die Hellraumperformance eine echte Spaßbremse, da dadurch viel Kontrast flöten geht.
Allerdings kann MSI für die genannten Nachteile nichts, das liegt alles an Samsung-Display und ihrem QD-OLED-Panel. Das was MSI unter Kontrolle hat, haben sie meines Erachtens wirklich sehr gut gemacht und ist dem hohen Preis angemessen. Verarbeitung, Bedienung und Funktionen wie der EOTF-Boost sind wirklich gut umgesetzt, hier gibt es nichts zu meckern.
Daher gebe ich, wenn man sich mit den Nachteilen des QD-OLED-Panels anfreuden kann, eine klare Kaufempfehlung für den MSI.
Pro:
Contra:
nochmals vielen Dank an MSI und das Hardwareluxx-Team für die Möglichkeit, diesen High-End-Monitor testen zu dürfen! Es ist mir eine große Ehre, hier meine Erfahrungen damit teilen zu können.
Erstmal zu meiner Person, ich bin begeisterter Bildschirmenthusiast und bin immer auf der Suche nach der besten Bildqualität. Da dies immer mit Kompromissen einhergeht, probiere ich gerne verschiedene Monitore und Fernseher aus und schaue, zu welchem Kompromiss ich bereit bin. Da ich meine Office-Arbeit am liebsten am Laptop auf der Couch mache, werden die Monitore und Fernseher von mir ausschließlich zum Zocken verwendet. Im Rahmen dieser Review wird natürlich trotzdem auf Sachen wie Schriftdarstellung eingegangen, allerdings sollte immer der Schwerpunkt der Nutzung, also Gaming, im Hinterkopf behalten werden.
Gespielt werden nahezu ausschließlich schnelle Multiplayer-Shooter, allen voran Apex: Legends, Rainbow Six Siege, Call of Duty Warzone oder auch mal Overwatch 2. Dafür ist ein 500Hz-Monitor ja prädestiniert.
Primär bin ich eher LCD-Fan, vorallem in der sehr hohen Helligkeit von modernen Mini-LED-Bildschirmen begründet, die gerade Spiele wie Apex: Legends ein sehr mitreißendes und lebendiges Bild erzeugen. Allerdings immer auf Kosten einer der wichtigsten Punkte für das von mir favorisierte Genre: die Reaktionszeit der Pixel, die gerade bei Fernseher-VA-Panels traditionell immer sehr lang war. Inzwischen habe ich auch bereits OLED-Erfahrung sammeln können, mit dem LG EG9109 OLED-TV und vorallem mit dem ersten QD-OLED-Monitor vor wenigen Jahren, den ich für einige Wochen da hatte: Den AW3423DW. Somit ist mir die Technik grundsätzlich schon bekannt.
Erstmal zu den Spezifikationen des MSI MPG 271QRDE QD-OLED X50:
- 27" 2560x1440 QD-OLED-Panel
- 500Hz
- Glossy-AR-Beschichtung
- Anschlüsse: 1xDP2.1 (UHBR13.5), 2xHDMI 2.1, 1xUSB-C (mit 98W PD), 2xUSB-A (Downstream), 1xUSB-B (Upstream)
- Besondere Features: KVM-Switch, AI-Awesenheitssensor
- Getestete FW: .017
Verwendete PC-Hardware:
- AMD Ryzen 5 7600X
- 32GB DDR5 6000
- ASUS Strix B650E-I
- Asus Prime 9070XT
Für den Test verwendete Vergleichsmonitore:
- Acer XB271HU 27" 1440p 165Hz Edge-Lit-IPS
- Samsung Odyssey Neo G8 32" 2160p 240Hz Mini-LED Fast-VA
- Eizo Flexscan T766 19" Flat Trinitron
Verpackung und Zubehör
Schon beim Abholen aus dem Paketshop fiel mir mit einem großen Schrecken auf, dass die Verpackung schon halb offen war. Erst war ich verwundert, warum MSI den Monitor nicht versiegelt hat? Vllt ein Vorführgerät? Dann fiel mir auf, dass die andere Seite des Paketes, die die nicht geöffnet war, schon versiegelt hatte. Der Karton ist zum Aufklappen, ähnlich einer Brotzeitbox und die eigentliche "Scharnierseite" hatte sich mangels Verwendung von Klebeband oder anderer sichernder Maßnahmen geöffnet. Hier sollte MSI dringend nachbessern und die "Scharnierseite" auch mit Paketband anständig sichern.
Beim Unboxing fällt dann aber auf, dass zum Glück die beiden Pappformen mit einem breiten Plastikband zusammengehalten wurden, sodass der Monitor nicht aus seiner Form herausrutschen konnte. Sein Zubehör allerdings schon und eine kleine Tüte mit Schrauben wäre auch fast herausgefallen.
Nun aber zum eigentlichen Unboxing: Nachdem man den Karton aufgeklappt hat, erhält man zuerst einen Blick auf das umfangreiche Zubehör:
- Kaltgerätestecker 2x, jeweils in Euro- und UK-Ausführung
- DisplayPort 2.1 Kabel mit "80GBit/s"-Aufdruck
- Zertifiziertes HDMI 2.1-Ultra-High-Speed-Kabel
- USB 3.1 Typ-A Stecker auf Typ-B für den USB-Hub und FW-Updates
- Reinigungstuch für das empfindliche QD-OLED-Panel
- Kalibrierungsbericht direkt von MSI ab Werk
- Schrauben für die Befestigung an eine VESA-Halterung
Insgesamt ist es lobend zu erwähnen, dass MSI hier zwei hochwertige Kabel beilegt, insb. für das neue DP2.1, sodass man beide Anschlüsse direkt mit voller Leistung abrufen kann. Das Sahnehäubchen wäre noch ein USB-C-Videokabel für den Anschluss an einen Laptop gewesen, allerdings ist das meckern auf hohem Niveau und wird bei einem reinen Gaming-Monitor wohl ohnehin eher selten Anwendung finden.
Auch die Basisplatte des Standfußes befindet sich auf der oberen Pappform, ordentlich gesichert mit einer zusätzlichen Pappe und nochmal mit einer Tüte geschützt. Nachdem man das vorher erwähnte Plastikband gelöst hat, kann man die obere Pappform entfernen und erhält den Blick auf die Rückseite des ebenfalls nochmal verpackten Monitors sowie seitlich der Säulenhälfte des Standfußes, ebenfalls in Polsterfolie verpackt.
Blick nach dem Öffnen der Verpackung:
Unter Hälfte der Verpackung mit dem Monitor und dem Säulenstandfuß
Aufbau des Monitors
Denkbar einfach: Nachdem man sich den Zugang zum eigentlichen Monitor verschafft hat, kann man die extra vorgeschnitte Folie in zwei Hälften Teilen, sodass man den Standfuß direkt einklippsen kann.
Zuvor die Säule des Standfußes mit einer unverlierbaren Schraube mit der Basisplatte verbunden. Klassisch, bewährt, einfach und schnell, hier gibt es nichts zu meckern. Anschließend müssen noch eine Vielzahl von Schutzfolien entfernt werden. Die inzwischen aufgrund der empfindlichen Oberfläche zum Glück obligatorischen Panelfolie soll von beiden Ecken gleichzeitig entfernt werden. Das ist ungewöhnlich, dient aber vermutlich dem Zweck, dass keine Folienrest unter dem unteren Frontbezel steckenbleiben, wenn man die Folie nur seitlich diagonal entfernt. Hier wurde also, ähnlich wie bei dem Plastikband um beide Verpackungshälften, wirklich mitgedacht. Ungewöhnlich sind die Schutzfolien auf der Rückseite, welche doch tatsächlich die Lüftungsschlitze an der oberen Seite des Monitors vollständig abdecken. Das kenne ich so nicht und ist nichts für Leute, die solche Folien zum Zustandserhalt lieber drauflassen. Die dreiteilige Schutzfolie der Rückseite schützt auch die RGB-Leiste in der Mitte des Monitors. Ebenso ist das hochglänzende MSI-Drachen-Emblem auf der linken Seite noch mit einer Folie versehen. Die letzte Folie versteckt sich vorne unter dem Panel auf der AI-Kamera.
Zuletzt werden die Kabel angeschlossen, welche durch ein Loch im Standfuß geführt werden können. Auffällig ist dabei, wie tief die Anschlüsse am unteren Panelrand sitzen, somit wird eine saubere Kabelführung erschwert.
Sehr wichtig und vorbildlich: beidseitig abzuziehende Schutzfolie:
Verarbeitung und Design
Die Verarbeitung befindet sich wirklich auf Top-Niveau und braucht sich auch hinter hochpreisigen Eizos nicht versteckt. Der Standfuß und die Säule sind zwar mit Kunststoff ummantelt, dieser ist allerdings sehr dick und auch angenehm texturiert. Die Front des Monitors ist wie üblich mit einer dickeren Unterseite aus Kunststoff versehen, ansonsten ist das Panel optisch "randlos", wobei natürlich ein schwarzwer, inaktiver Rand zu sehen ist. Das Glossy-Coating lässt den Monitor besonders edel aussehen. Die Rückseite ist, ähnlich wie bei OLED-Fernsehern, grundsätzlich aus Metall und extrem dünn. Im "Huckepack" ist dann dort ein großes Plastimodul angebracht, in der die ganze Elektronik steckt. Vorne unterhalb der Leiste gibt es noch, ähnlich wie bei Asus, eine abstehende "Notch", in der im Gegensatz zu Asus nicht nur ein nutzloses Markenlogo prangt, sondern in der sich der CMOS-Sensor verbirgt, welcher den Monitor je nach Anwesenheit an und abschalten kann. Ein sehr großes Lob gibt es für mich für die deutlich sichtbare Power-LED, die aus jedem Winkel sehr gut und hell zu erkennen ist. Wen das stört, der kann diese im OSD abschalten. Die Bedienknöpfe (ein Joystick und zwei Tasten, davon eine zum Ein/Ausschalten) sind hinten mittig unten angebracht und gut zu erreichen. Auf der Rückseite ist noch links der MSI-Drache gut zu erkennen.
Rückseite des Monitors bei maximaler Standfußhöhe und der Hochglanzdrache, Die Säule dreht sich beim drehen des Monitors mit:
RGB-Beleuchtung auf der Rückseite (ließ sich bei mir mit der Software nicht steuern), der inaktive Panelrand sowie der Puffer für den Pixelshift, typisch für QD-OLED:
Frontstummel mit Power-LED und CMOS-Sensor für die AI-Anwesenheitserkennung:
SDR-Bildqualität
Hier ist alles wie erwartet: OLED hat die perfekten Schwarzwerte, die Farben sind im nativen Modus sehr intensiv, die Helligkeit bei hoher APL (Average Picture Level, Durchschnittshelligkeit aller Pixel) OLED-Monitor-typisch recht niedrig verglichen mit Mini-LED. Ich denke, die Vorteile sind inzwischen mehr als bekannt, hier noch ein paar Bilder zur Illustration, bei der der MSI QD-OLED mit dem Acer XB271HU 165Hz gleicher Größe und Auflösung verglichen wird:
Dunkle Szene aus Black Mesa, massiv bessere Schwarzdarstellung, überhaupt kein Vergleich:
Dunkle Szene aus Ghost Recon: Breakpoint. Ähnlich starker Unterschied und klarer Sieg für den QD-OLED
Helle Szene, der Apex-Titelbildschirm. Hier kann der QD-OLED nur noch seine farbkraft spielen lassen, die Helligkeit ist identisch zum IPS-Monitor von vor 10 Jahren.
Nun folgt der Vergleich zu dem Samsung Neo G8 Mini-LED, hier sind die Unterschiede schon deutlich kleiner:
Insgesamt kann man sagen, wenig überraschend, der OLED hat wie üblich den perfekten Mikrokontrast (sehr helle Elemente neben pechschwarz wirken sehr brillant) und eine extrem gute Durchzeichnung dunklerer Szenen. Da gibt es kein Blooming, keine Aufhellungen oder andere Probleme wie IPS-Glow und BLB. Dafür muss er eben auf großen hellen Flächen federn lassen. Die Farben sind, wie im nächsten Abschnitt gemessen, sehr stark, was man in realem Content auch sieht.
Farbdarstellung
Hier das Ergebnis der Farbraum/volumenabdeckung bei nativem (also vollem) Farbraum:
Hier kann keine andere aktuelle Displaytechnik mithalten: 97,3% DCI-P3! Deckt sich auch mit den 99% von rtings zum aktuellen Flagschiff-QD-OLED-TV: Dem Samsung S95F.
Der sRGB-Clamp-Modus wurde von mir mit Displaycal gemessen und hat ebenfalls hervorragende Werte, der Standardhelligkeitswert von 15/100 beträgt 78 Nits und entspricht damit sehr genau dem sRGB-Standard. Die Helligkeit lässt sich zum Glück auch im sRGB-Modus verstellen. Nachfolgend noch ein Auszug aus dem Messwertreport des sRGB-Modus:
Ein Average Delta-E von lediglich 0,4 ist hervorragend. Der 6100K-Weißpunkt weicht vom D65-Standard ab, daher kommt das "Not ok", das führt allerdings nur zu einem leicht wärmeren Bild und kann bei Bedarf angepasst werden und kann auch durch die Colorimeter-Korrektur für QD-OLED entstanden sein.
Die eigentlichen Farben sind sehr präzise:
SDR-Helligkeit
Wie bei sehr Monitoren üblich, ist auch der MSI QD-OLED mit einer künstlichen Helligkeitssperre ausgestattet, die die Helligkeit auf die Vollflächenhelligkeit des Panels limitiert. Bedeutet, es gibt zwar kein ABL (Automatic Brightness Limiter, sinkende Helligkeit bei steigender Durchschnittsluminanz des Bildes), allerdings liegt das nur daran, dass der Monitor auf seine niedrigstmögliche 100%-Flächenhelligkeit begrenzt wird. Diese liegt laut meiner Colorimeter-Messung bei etwa 310 Nits und zieht damit nahezu exakt gleich mit dem 2015er Acer XB271HU IPS-Monitor, sodass wir jetzt an einem Punkt angekommen sind, dass QD-OLED-Monitore zumindest die Helligkeit von älteren Standard-IPS erreichen kann.
Im Gegensatz zu Asus, wo man den SDR-Lock durch Abschaltung der "Uniform Brightness" genannten Funktion umgehen kann, bietet der MSI diese Funktion nicht. Man kann nur durch die Nutzung von HDR höhere Helligkeiten erreichen.
Ich finde diese Praxis persönlich einfach nur unnötig und nervig, weil ich für SDR-Inhalte nicht die volle Bildschirmleistung nutzen kann. Ich muss aufwändig den "HDR-Trick" anwenden, indem ich HDR aktiviere und die Kontrast/Farbsättigungsregler bemühe, um den SDR-Content auf HDR-Helligkeit zu mappen (Auto HDR und co. würfeln die Luminanzen und Farbsättigungen, taugen also dafür eher weniger). Das ist nicht nur frickelig, sondern muss auch ständig (wenn man echten HDR-Content schauen will) wieder eingerichtet werden, weil sich bei der AMD-Systemsteuerung (und die Nvidia damals auch nicht) die Farbwerte nicht in Profilen speichern lässt.
Das Argument mit "SDR ist eh nicht für so hohe Helligkeiten gedacht" zieht ja auch nicht, dann wäre ja ein Lock auf 80 bzw. 120 Nits passend, denn das entspricht dem Standard und nicht 310 Nits.
HDR
Wenn man HDR aktiviert, sind folgende Funktionen nicht mehr verfügbar:
- AI Vision
- AI Brigtness
- AI Light Sensor
- Optix Scope
- Bildmodus Black and White
- Bildmodus sRGB
- Bildmodus Adobe RGB
- Bildmodus P3
HDR-Helligkeit und der neue "EOTF-Boost"
Der MSI QD-OLED bietet für HDR drei verschiedene Modi. Der offiziell nach DisplayHDR vorgesehen "True Black 500"-Modus, der "Peak 1000 Nits"-Modus sowie den neuen EOTF-Boost-Modus.
Den Peak 1000 Nits und TrueBlack (damals allerdings 400) Modus kenne ich schon vom Alienware AW3423DW damals. Der Nachteil vom Peak 1000 Nits Modus war, dass er bei größeren APL (Average Picture Level, also Durchschnittshelligkeit aller Pixel) dunkler war als der TB500-Modus, man sich also zwischen einer hohen Helligkeit bei kleinen APL oder einer hohen Helligkeit bei hohem APL entscheiden musste. Der neu eingeführte EOTF-Boost-Modus soll die Vorteile beider Modi miteinander vereinen, allerdings auf Kosten der Akkuratheit dem Signal gegenüber.
Als erstes habe ich eine klassische "weißes Rechteck"-Messung durchgeführt, hier wird in der Mitte des Displays ein Rechteck maximaler HDR-Helligkeit mit steigender Prozentzahl am Display-Flächenanteil gemessen. 1% ist eben eine kleine Fläche in der Bildschirmmitte während 100% den gesamten Bildschirm einnimmt. Durch das ABL ist es, wie bei OLED üblich, dass die größeren Flächen dunkler werden, um das Panel zu schonen und den Stromverbrauch im Griff zu behalten.
In der folgenden Grafik habe ich die Messwerte der drei Modi zusammengefasst:
Hierbei fällt auf, dass der Peak 1000 Nits und der neue EOTF-Boost nahezu gleich hell sind. Das überrascht allerdings nicht und zeigt auch wieder die Limitierungen der klassischen Messungen mit den weißen Rechtecken. Der EOTF-Boost soll und kann ja nicht die maximale Helligkeit erhöhen, sondern soll die EOTF-Kurve des HDR-Signals so verändern, dass das gesamte Bild heller wirkt.
Um dies zu überprüfen, habe ich mit dem Colorimeter vier Szenen aus Youtube-HDR-Videos durchgemessen. Das Messverfahren war wie folgt:
Zwei Youtube-Videos mit HDR wurden ausgesucht. Um den Zeitstempel immer exakt zu treffen, wurde das Spulen an festen Punkten mithilfe der Zahlentasten genutzt, mit 0 bis 9 kann man das Video Abschnittsweise an präzisen Orten pausieren. Anschließend wurde das Colorimeter platziert, alle drei Modi durchgemessen und zur nächsten Szene gewechselt. Anbei auch die Fotos der Messungen für den Ort des Colorimeters.
Erstes Video:
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Anhand der Grafik kann man erkennen, dass der EOTF-Boost-Modus genau das einhält was er verspricht. Er ist in jedem Fall mindestens so hell wie der TB500-Modus und immer deutlich heller als der Peak-1000-Nits-Modus. Hier hat MSI wirklich ganze Arbeit geleistet. Entsprechend wurde von mir ausschließlich der EOTF-Boost-Modus genutzt.
Subjektive HDR-Bild-Bewertung
Typisch OLED sind gerade Nachtszenen einfach wahnsinnig beeindruckend, gerade ein Stadtpanorama bei Nacht beeindruckt selbst mich, der schon viele Bildschirme gesehen hat, immer noch sehr. Die Fähigkeit, die einzelnen Pixel auf etwa 1000 Nits zu boosten, während die benachbarten Pixel pechschwarz sind, geben dem Bild (allerdings natürlich nur bei abgedunkeltem Raum) eine Tiefe, die einem so keine andere Displaytechnik als OLED geben kann. Aber auch mittelhelle Szenen sehen auf dem Monitor immer noch sehr gut aus, allerdings wirken diese dann, verglichen mit Mini-LED doch deutlich gedimmter.
Wer allerdings den Raum ordentlich abdunkelt, der wird auch bei Szenen mit höherem APL immer noch sehr zufrieden sein. Aufällig im direkten Vergleich zu LCD ist auch, dass die Durchzeichnung sehr dunkler Details wie Steine bei Nacht extrem gut ist. Da ich persönlich aber eher hellere Inhalte schaue (Multiplayer-Shooter, Youtube) und vorallem das Deckenlicht zur Augenschonung immer an habe, profitiere ich von diesem Vorteil leider nur wenig. Dunkle Games im dunklen Raum wie Resident Evil oder Splinter Cell sind und bleiben allerdings ein Augenschmaus, vorallem weil auch das Pixelgitter (genaueres im nächsten Abschnitt) nicht so leicht sichtbar ist bei kleinen Highlights und niedrigem APL.
Subpixelmatrix, nicht nur ein Problem für die Schriftdarstellung
Schon immer ein Thema bei QD-OLED-Monitoren war und ist die Subpixelanordnung. Während herkömmliche LCD-Panels eine RGB-Stripe-Anordnung haben, haben QD-OLED-Panels eine Dreiecksanordnung, bei der auch noch die Subpixel für jede Farbe unterschiedlich groß sind. Diese Eigenschaft stellt nicht nur ein Problem für das Windows-Cleartype-Rendering dar, welches die Subpixel zur Kantenglättung und besseren Schriftdarstellung nutzt, sondern es erzeugt auch insgesamt Farbsäume an harten Kontrastkanten. Diese Farbsäume erinnern stark an sogenannte Konvergenzprobleme an einer Farbbildröhre, bei der alle drei Grundfarben nicht perfekt übereinander lagen. Schon im OSD des Monitors ist bei der weißen Schrift dieser Farbschimmer deutlich zu sehen. Aufgrund der relativ niedrigen 109 PPI von 1440p auf 27" fällt dies nochmal deutlich stärker auf als auf einem 4K 32" Panel mit 138 PPI. Hier merke ich auch keine einzige Verbesserung zum AW3423DW der ersten Generation QD-OLED, zumindest laut meiner Erinnerung.
Hier sind die Farbschimmer im Black-Mesa-Hauptmenü am QD-OLED deutlich zu sehen, besonders an der Unterseite der großen Buchstaben der deutliche rote Rand:
Direkter Vergleich zum Acer IPS Monitor (gleiche Auflösung, gleiche Fläche):
Kein Farbschimmer zu sehen, die Buchstaben sind bis zu den Kanten weiß.
Ein weiteres, für mein Empfinden noch kritischeres Problem bleibt der sogenannte Füllfaktor. Ich zitiere:
Quelle: https://www.visionledpro.com/de/news/small-pixel-pitch-led-display.htmlDer Füllfaktor bezieht sich auf die beleuchtete Fläche im Verhältnis zur gesamten Bildschirmfläche. Ein höherer Füllfaktor sorgt für eine gleichmäßigere Helligkeit und minimiert visuelle Unannehmlichkeiten, insbesondere beim Betrachten des Bildschirms aus der Nähe. Displays mit einem niedrigen Füllfaktor können sichtbare Lücken zwischen den Pixeln aufweisen, die störend wirken können. Um ein angenehmes Seherlebnis zu gewährleisten, sollte der Füllfaktor mindestens 50 % betragen.
Wenn man sich die Pixel der QD-OLED-Matrix näher anschaut und mit einem herkömmlichen IPS vergleicht, so fällt auf, dass der Füllfaktor am QD-OLED-Panel bedeutend geringer (=schlechter) ist, ergo gibt es nur wenig leuchtende Fläche verglichen mit der inaktiven, dauerhaft schwarzen Fläche. Die Konsequenz daraus ist tatsächlich im alltäglichen Betrieb auch am MSI-Monitor für mich deutlich zu sehen. Das ganze Bild wirkt, gerade bei einfarbigen, hellen Flächen äußerst körnig und zusätzlich werden die Pixelkanten deutlich betont, was dazu führt, dass das Panel für mich als niedriger auflösend (eben "pixeliger") wahrgenommen wird, als es eigentlich ist. Wenn man nun die Situation noch verschlimmert, dass man als kompetitiver Spieler besonders nah an das Display heranrückt, kann es zu Augenschmerzen oder anderen Symptomen kommen, welche auch nicht gänzlich unbekannt sind (Google "QD-OLED Eyestrain").
Tatsächlich musste ich dies leider bei mir auch feststellen, das Bild des Panels wirkt "beißend" und das obwohl meine Augen eigentlich extrem helle und farbstarke Quantum-Dot-Mini-LEDs mit ebenfalls sehr reinen und intensiven Farben gewöhnt sind und ich hier keine Probleme feststelle. Meine Theorie ist, dass durch den niedrigen Füllfaktor die Sehzellen punktuell sehr belastet werden während die benachbarten Zellen reines Schwarz abbekommen. Dieser hohe Kontrast stellt dann eine Belastung dar und da hilft leider auch keine helle Umgebungsbeleuchtung.
Um dieses Problem nochmal näher zu analysieren, habe ich meinen Acer XB271H 27"-1440p-Glossy-IPS-Monitor abwechselnd verwendet, um jegliche Auswirkungen der Pixeldichte auszuschließen.
Dabei fiel mir auf, dass der IPS-Monitor gerade bei helleren Flächen nicht dieses Pixelgitter, welches beim QD-OLED zu sehen ist.
An der Augenermüdung war es bei mir auch deutlich bemerkbar. Nach 2 Stunden am MSI fühlte ich schon müde Augen. Nach dem Wechsel auf den Acer-IPS gingen die Beschwerden zügig weg, auch nach 2 Stunden. Ergo scheint es da wirklich ein Problem zu geben.
Gut, dass sich Samsung Display mit dem RGB-Stripe-QD-OLED dieses Jahr darum kümmert.
Coating und Umgebungslichtverhalten
Typisch rötlicher Schimmer des QD-OLED-Glossy-AR-Coatings:
Erstmal positiv zu erwähnen, aber auch bereits länger bekannt: Das QD-OLED-Panel im MSI-Monitor ist gewohnt Glossy mit antireflektiver Entspiegelung (Glossy-AR), wie von Brillen bekannt, da lediglich Samsung die "Glare-Free"-genannte, matte Option anbietet. Dadurch hat man ein gewohnt klares, perfekt scharfes und grieselfreies Bild. Etwas, dass nachwievor für PC-Monitore, insbesondere auf LCD-Basis, alles andere als selbstverständlich ist. Leider bleibt allerdings, auch typisch für QD-OLED, das satte Schwarz bei Umgebungslicht beim MSI-Monitor aus. Das liegt daran, dass Samsung-Display auf einen sogenannten Polarisator (engl. Polarizer) verzichtet. Diese nicht nur bei LCD-, sondern auch bei LG Display W-OLED-Panels verwendeten Folien dienen als Kontrastverstärker indem sie das Umgebungslicht effektiv eliminieren, allerdings im Falle des OLED-Panels scheinbar auf Kosten der Helligkeit, sodass sich Samsung wohl dagegen entschieden hat.
Das Coating des MSI-Monitors ist also extrem gut in der Minimierung von direkten Reflektionen, sogar deutlich besser als die typischen LG-WOLED-Glossy-AR-Coatings, muss allerdings deutliche Federn lassen bei der sogenannten indirekten Reflektion, also eigentlich genau die Stärke von Glossy-Coatings. Der Bildschirm wird bei indirekter Beleuchtung regelrecht gräulich/rötlich und erinnert auch hier, ähnlich wie bei dem im vorherigen Kapitel besprochenen Farbschimmer bei harten Kontrast, wieder an eine hochwertige Bildröhre, die auch nie wirklich gut im Licht absorbieren war, der Leuchtstoff hat immer etwas Licht reflektiert. Dadurch eignet sich der MSI-Monitor zumindest für eine kontraststarke Darstellung leider weniger für die Nutzung als Media-Bildschirm in heller Umgebung. Hier sollte eher ein W-OLED-Monitor gewählt werden mit dem neuen TrueBlack-Coating oder besser noch, ein lichtstarker Mini-LED-Monitor mit ausreichend Helligkeitsresevern.
Wenn man nun einen Glossy-LCD-Monitor ohne AR-Beschichtung neben den MSI stellt, so stellt man fest, dass dieser bei heller Reflektion mehr Licht reflektiert als der MSI (was für das gute AR-Coating auf dem MSI des QD-OLED spricht), bei dunkler Reflektion sich dieses Bild allerdings umkehrt, hier wirkt der MSI gräulicher.
Insgesamt überzeugt mich das Coating des MSI nicht wirklich, aber das sehen die Hersteller scheinbar auch so mit der neuen Generation an besser entspiegelten QD-OLED-Monitoren.
Wie immer bei der Coating-Diskussion gilt: Wer den Raum ohnehin abdunkelt, für den ist das Coating absolut irrelevant (mal abgesehen von der Grieselthematik). Somit sollte es für einen Großteil der Zocker kein echtes Problem darstellen. Da ich allerdings den Raum immer hell halte, ist das für mich ein wichtiges Thema.
Vergleich des Glossy (ohne AR) Acer-IPS links mit dem MSI QD-OLED rechts:
Wie erwähnt, in dunkler Reflektion ist der IPS besser, in heller Reflektion ist der QD-OLED besser.
Vergleich zwischen dem Eizo T766 Trintron mit Glossy-AR links und dem MSI-QD-OLED rechts:
Man merkt, im Vergleich zu den Top-Trinitron mit Glossy-AR ist selbst QD-OLED immer noch deutlich besser.
Das leidige Thema DisplayPort 2.1 und "DSC OFF"
Scheinbar scheinen sehr viele Interessenten von neuen Monitoren da extrem großen Wert darauf zu legen, dass das Bild auch ja unkomprimiert übertragen wird. VESAs DSC-Standard überträgt die Bildinformationen allerdings nach anerkannten ISO-Standards visuell verlustfrei, was nicht nur von vielen Experten so belegt wurde, sondern vorallem noch keiner einen Gegenbeleg für sichtbare DSC Kompressionsartefakte erbracht hat, in Form eines Fotos oder eines Testpatterns wo man es "sofort sieht" o.Ä.. Das gilt übrigens auch für die Diskussion 8-Bit mit Dithering vs. 10-Bit, aber das ist ein anderes Thema. Nahezu immer stellen sich Artefakte wie Color Banding und co. als minderwertiger Content heraus und nicht als Problem des Übertragungsstandards.
Der nächste Punkt ist ja das gern genannte Argument der Nvidia-Pre-Blackwell (Also alle Chips vor RTX5000) Probleme mit DSC. Darunter fallen die Punkte wie "DSR nicht mehr nutzbar" sowie "sekundenlanger Blackscreen beim Raus/Reintabben". Nur würde diesen Leuten ein DP2.1-Monitor ohne DSC auch nichts bringen, denn die alten Karten können noch kein DP2.1 und sitzen auf DP1.4 fest, sodass sie den Monitor ohne DSC nicht in voller Wiederholrate/Bittiefe nutzen können. Und würden diese Nutzer nun eine neue RTX5000 oder moderne AMD-Karte kaufen, dann hätten sie ja auch mit einem Monitor mit DP1.4 und DSC das Problem nicht mehr, da die modernen Karten mit DP2.1 die Probleme mit DSC so oder so nicht mehr haben. Heißt, ein DP2.1-fähiger Monitor hilft in der Praxis diese Probleme nicht zu lösen, hier hilft nur ein Grafikkarten-Upgrade und man kann auch in Ruhe DP1.4 mit DSC weiternutzen. Ich habe das selbst bei mir festgestellt, von der RTX3080 auf die AMD9070XT an einem DSC-fähigen DP1.4 4K240Hz-Monitor, Blackscreen beim Raustabben alle komplett verschwunden, ein Upgrade auf einen DP2.1-Monitor würde hier nur was "fürs gute Gefühl" bringen, allerdings keinen handfesten Vorteil bringen.
Ich gehe jetzt dennoch so ausführlich wie möglich darauf ein, da es für viele ein wichtiges Thema ist. Es bleibt für mich dennoch aufgrund der genannten Argumente irrelevant.
Der nächste Punkt ist ja das gern genannte Argument der Nvidia-Pre-Blackwell (Also alle Chips vor RTX5000) Probleme mit DSC. Darunter fallen die Punkte wie "DSR nicht mehr nutzbar" sowie "sekundenlanger Blackscreen beim Raus/Reintabben". Nur würde diesen Leuten ein DP2.1-Monitor ohne DSC auch nichts bringen, denn die alten Karten können noch kein DP2.1 und sitzen auf DP1.4 fest, sodass sie den Monitor ohne DSC nicht in voller Wiederholrate/Bittiefe nutzen können. Und würden diese Nutzer nun eine neue RTX5000 oder moderne AMD-Karte kaufen, dann hätten sie ja auch mit einem Monitor mit DP1.4 und DSC das Problem nicht mehr, da die modernen Karten mit DP2.1 die Probleme mit DSC so oder so nicht mehr haben. Heißt, ein DP2.1-fähiger Monitor hilft in der Praxis diese Probleme nicht zu lösen, hier hilft nur ein Grafikkarten-Upgrade und man kann auch in Ruhe DP1.4 mit DSC weiternutzen. Ich habe das selbst bei mir festgestellt, von der RTX3080 auf die AMD9070XT an einem DSC-fähigen DP1.4 4K240Hz-Monitor, Blackscreen beim Raustabben alle komplett verschwunden, ein Upgrade auf einen DP2.1-Monitor würde hier nur was "fürs gute Gefühl" bringen, allerdings keinen handfesten Vorteil bringen.
Ich gehe jetzt dennoch so ausführlich wie möglich darauf ein, da es für viele ein wichtiges Thema ist. Es bleibt für mich dennoch aufgrund der genannten Argumente irrelevant.
Meine Grafikkarte ist wie erwähnt eine RX9070XT, diese hat DP2.1 mit UHBR13.5, somit liegt ein 54Gbit/s-Link vor statt der möglichen 80Gbit/s, die der Monitor kann. Schaltet man das standardmäßig aktivierte DSC aus, so kann man nun die PbP/PiP-Funktion erst nutzen. Diese Funktionen sind als nur ohne DSC verfügbar, ein wichtiger Aspekt, wie ich finde. Laut AMD-Control-Panel beträgt die Link-Geschwindigkeit immer 13,5x4=54Gbit/s, egal ob DSC an oder aus ist. Mit aktiviertem DSC lässt sich 500Hz und 10-Bit RGB nutzen und damit HDR bei voller Bildfrequenz. Mit meiner Konfiguration mit nur 54Gbit/s schränkt die Abschaltung von DSC trotz DP2.1 durch den verringerten UHBR13.5-Übertragungsstandard die Fähigkeiten des Monitors folgendermaßen ein:
- Volle 10-Bit und damit HDR sind nur bis 360Hz möglich
- Alles darüber (480Hz und 500Hz) funktioniert nur noch mit 6-Bit Farbtiefe, HDR lässt sich in Windows nicht mehr aktivieren
Egal ob mit oder ohne DSC, für 54Gbit/s scheinen auch Standard-DP1.4-Kabel problemlos zu funktionieren, mein bestehendes Kabel (also nicht das, was dem Monitor beiliegt) funktioniert ebenfalls anstandslos.
KVM-Funktion und USB-PD-Charging
Der Monitor bietet eine KVM-Funktion, bei der die beiden USB-3.2-Gen-1-Anschlüsse an der Rückseite entweder an den Typ-B-Anschluss oder den Typ-C-Anschlusss weitergeleitet werden kann. Im OSD kann jeder Video-Eingang jedem der beiden Anschlüsse frei zugewiesen werden, was tatsächlich sehr flexibel ist und mit der Auto-Scan-Funktion bei abwechselnder Nutzung der beiden Rechner (PC und Laptop z.B.) überhaupt keinen Nutzereingriff erfordert. Das USB-PD-Protokoll wurde von mir auch getestet, der 100 Watt fähige Laptop lädt an dem 98 Watt-Monitor mit voller Ladeleistung und 20V. Das Laden per USB-C kann separat an und auschaltet werden und ist auch im Standby-Modus verfügbar.
Bewegungsschärfe
Eine DER Stärken eines 500Hz-OLED-Panels sollte die Bewegungsschärfe sein, durch die instantane Reaktionszeit gibt es nicht erstens keine Schlieren, unter denen besonders die meisten VA-Panels leiden. Zweitens ermöglicht die hohe Frequenz eine deutliche Verbesserung der durch Sample-and-Hold technisch bedingten durch das Auge hervorgerufene Bewegungsschärfe. Ein Beispiel für letzteres Phänomen ist die Tatsache, dass eine Bewegung auf einem 60Hz-OLED immer noch unscharf erscheint. Das ist auf dem MSI bei 500Hz in meinen Augen nahezu komplett verschwunden. Egal ob im Testufo oder bei Spielen mit über 300FPS, immer bleibt alles glasklar und die Kanten extrem scharf, was gerade bei schnellen kompetitiven Spielen durchaus ein Spielvorteil sein kann. Durch die hohe Frequenz ist auch Adaptive-Sync/VRR deutlich weniger relevant, da man Tearing und Stuttering ob der kurzen Framezeit sowieso nicht mehr wirklich erkennt. Dennoch nutze ich weiter Adaptive-Sync, weil es doch noch ein Tacken smoother ist.
Es ist allerdings doch etwas anders als damals mit dem Alienware-Monitor gegen den VA-Fernseher, da der MSI jetzt gegen den von den (verglichen mit dem Fernseher) Schaltzeiten deutlich schnelleren Neo Geo mit Fast-VA antreten muss und der Vorteil hier ehrlich gesagt deutlich kleiner ist, als von mir erhofft.
In meinem Main-Spiel Apex: Legends fand ich den Vorteil allerding "Hit or Miss", an guten Tagen spürte ich durchaus einen deutlichen Vorteil gerade im längeren Tracking von Gegnern, während an anderen Tagen mir die hohe Frequenz gefühlt überhaupt nichts bringt. Man muss dazu allerdings wissen, dass der Engine-bedingte FPS-Limit bei 300 liegt. Startet man nun das deutlich höher limitierte Overwatch 2, so merkt man den Vorteil doch deutlicher.
Allerdings sind es im Endeffekt wirklich Nuancen, ich würde also sagen, ja, der Monitor kann einen durchaus zu einem besseren Spieler machen, aber es ist so individuell, wie man spielt und ob man wirklich einen Vorteil von der hohen Frequenz ziehen kann, dass es mir hier schwer fällt, ein gutes Fazit zu ziehen.
Mich persönlich hat es nicht so vom Hocker gehauen wie ich es erhofft habe und würde im Alltag die 4K 240Hz doch ob der deutlich höheren Pixeldichte einfach vorziehen.
Man muss ja eben auch bedenken, dass 500Hz 2ms Frame-Abstand sind und 240Hz eben 4,17ms und damit nur etwa 2ms langsamer. Heißt, der Sprung von 60Hz (16,6ms) auf 120Hz mit 8,3ms und dann auf 240Hz mit eben 4,17ms sind jeweils deutlich größer. Diese Tatsache lassen so Marketingträchtige Zahlen wie "500Hz!" häufig in den Hintergrund rücken.
Ich würde dennoch sagen, dass ein kompetitiver Spieler einen großen Vorteil aus dem MSI-Monitor ziehen kann, ich denke, mein Niveau (und FPS in Apex und den meisten Spielen) ist dafür einfach nicht hoch genug. Ich denke, aus dem Grund fällt mein Fazit so gemischt aus. Bei etwa 200FPS finde ich den Vorteil zum Neo G8 Fast-VA 240Hz recht gering. Zum 165Hz Standard-IPS ist der Unterschied bei der maximalen Frequenz allerdings extrem groß.
Perfekte Bildschärfe im Ufo-Test bei 500Hz auf dem QD-OLED:
165Hz Standard-IPS im direkten Vergleich, das sind Welten:
240Hz Fast VA, schon deutlich näher am OLED:
Ich würde noch ein Vergleich zum Eizo-CRT heranziehen, leider fehlt mir dafür noch das VGA-Kabel, daher wird das später nachgereicht.
Black Frame Insertion "MPRT"
MSI setzt die Funktion der Black Frame Insertion (BFI) anders um als andere Hersteller. Statt die Eingangsfrequenz zu senken (meistens halbieren) und die native Panelfrequenz auf die volle Frequenz zu behalten (Also ein 480Hz-Monitor gibt sich der GPU als 240Hz-Monitor aus und nutzt jeden zweiten Frame intern als Schwarzbild), wird beim MSI-Monitor die volle Eingangssignalfrequenz aufrechterhalten und jedes zweite Bild schlicht und einfach verworfen und als Schwarzbild angezeigt. Wie bei Standard-BFI (mal abgesehen von Sonderlösungen wie Asus ELMB-Sync und Nvidia Pulsar) üblich schaltet die Aktivierung der "MPRT" genannten Funktion Adaptive-Sync aus, sodass nur noch mit festen Bildfrequenzen gearbeitet werden kann. Das Problem dabei wird allerdings recht schnell klar, man kann nicht mehr so einfach V-Sync nutzen um einfach eine feste Frequenz zu erreichen, da man ja auf die doppelte FPS-Zahl der eigentlichen Schwarzbilder kommen müsste. Wenn ich also 240FPS mit BFI spielen will, muss ich trotzdem den Monitor auf 480Hz stellen und jetzt manuell die FPS auf 240 limitieren und hat damit auch nie wirklich das perfekte Timing. Es ist generell eine frickeligere Lösung als bei den anderen Herstellern, bei denen man einfach die Frequenz im Windows festlegt, V-Sync aktiviert, fertig. Vorteil ist dafür, die Funktion kann einfach an und ausgeschaltet werden, ohne Blackscreen durch Frequenzwechsel. Die Startfrequenz, ab der man MPRT nutzen kann, beträgt 240Hz, darunter ist es nicht aktivierbar.
Der subjektive Nutzen der Funktion ist bei maximaler Frequenz von 500Hz selbst bei höchster Konzentration im Testufo mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Die Funktion ist ab 240Hz Eingangsfrequenz aktivierbar.
Im Spiel sieht die Sache, da ich hier die FPS separat limitieren kann, anders aus. Ich habe Black Mesa als Testspiel genommen, weil es sehr flüssig läuft und der FPS-Limiter schnell einstellbar ist.
Auf 240Hz:
- Spiel auf 240FPS: Kein Unterschied zwischen MPRT aus/an
- Spiel auf 120FPS: Deutlicher Unterschied mit eingeschaltetem MPRT, deutlich klareres Bild
- Spiel auf 60FPS: Etwas bessere Bewegbildschärfe, aber das Doppelbild durch den doppelten Pulse auf dem gleichen Frame deutlich sichtbar
Auf 500Hz:
- Spiel auf 500FPS: Kein Unterschied zu MPRT aus/an
- Spiel auf 250FPS: Kleiner Unterschied, etwa um die Hälfte des Wertes bei 240Hz/120FPS
- Spiel auf 125FPS: Vierfachbild leicht sichtbar, winziger Vorteil in der Schärfe
- Spiel auf 60FPS: 8-Fachbild (500Hz durch 60fps) sichtbar, winziger Vorteil in der Schärfe
Die Helligkeit halbiert sich exakt, wie eine Colorimeter-Messung bestätigt. Aus 300 Nits werden also 150 nits in SDR. Die Funktion ist in HDR auch verfügbar. Durch die Mindestfrequenz von 240Hz funktioniert das MPRT mit den Konsolen natürlich nicht.
Aufgrund der Schwierigkeit, so schnelle Bewegungen im Spiel fotographisch festzuhalten, verzichte ich hier auf Fotos.
VRR-Flicker
Ja, wie jeder OLED-Monitor hat auch dieser MSI VRR-Flicker. Ich fand es allerdings überhaupt nicht störend, da es bei meinen Spielen höchstens in Ladebildschirmen ganz leicht sichtbar ist. Mir ist allerdings aufgefallen, dass es besonders bei dunklen Inhalten überproportional stärker ist. Bei LCDs ist es ja meistens recht linear sichtbar, egal ob der Inhalt eher dunkel oder hell ist. Aber ich denke, Leute die Story-Games mit 60fps Lock spielen, dürften das VRR-Flicker schon häufig sehen.
Allerdings ist die Bildfrequenz mit 500Hz dermaßen hoch, dass man VRR guten Gewissens auch ganz abschalten kann, ohne wirklich Tearing/Stuttering je zu Gesicht zu bekommen.
OLED-Schutzfunktionen und der Anwesenheitssensor
Der MSI kommt wie viele moderne OLED-Monitore mit einer ganzen Armada an Schutzfunktionen, die das OLED-Panel vor vorzeitiger Abnutzung und den gefürchteten Einbrennungen schützen sollen.
Der Star der Show ist ohne Frage der Anwesenheitssensor, der von MSI auch kräftig beworben wird. Dabei handelt es sich um eine kleine "Kamera" (laut MSI ein "CMOS-Sensor"), der die Anwesenheit des Nutzers erkennen soll und bei Abwesenheit das Display zur Schonung deaktivieren soll. Dabei schlägt die Funktion zwei Fliegen mit einer Klappe, denn nicht nur wird das Display geschont, auch kann der bei OLED-Panels übliche Pixelrefresh bei Abwesenheit durchlaufen werden. Am Anfang war ich etwas irritiert, dass der Monitor komplett ausgeht, sodass ich nach jedem Zurückkehren erstmal auf das MSI-Startlogo starren durfte, allerdings ergab es danach aufgrund der Möglichkeit des Refreshs Sinn, für die der Monitor ja sich Abschalten muss und nicht nur ein Schwarzbild über das Signal legen kann.
Der MSI bietet folgende Optionen für den Anwesenheitssensor:
- Monitor/System-Mode: Hier wird entschieden, ob der Monitor selbst die Verwaltung der Funktion (Wann wird ab- und angeschaltet) übernimmt oder über das USB-Kabel der angeschlossene PC mit der Windows-11-Anwesenheitssensor-Funktion: https://learn.microsoft.com/de-de/w...n/device-experiences/sensors-presence-sensing
Wenn man die Funktion auf System stellt, hört man, wie sich am Windows-PC ein neues Gerät anmeldet und folgende Optionen sich dann in der Systemsteuerung von Windows (nicht der MSI-App) eröffnen. Wenn man den System-Mode nutzt, sind die nachfolgenden Optionen nicht mehr verfügbar, da ja Windows die Kontrolle übernimmt.
- Wake on Arrival/Lock on Leave (WoA/LoL): Hier wird festgelegt, ob und nach welcher Zeitverzögerung der Monitor sich abschalten oder einschalten soll
- Adaptives Dimmen: dimmt den Bildschirm nur, solange man davor sitzt, aber woanders hinschaut
Ich war mit der Performance des Sensor eigentlich recht zufrieden, habe aber in den anderen Tests gelesen, dass er im Dunkeln wohl nicht so recht funktionieren will, was allerdings für mich irrelevant ist. Der Monitor ging immer zuverlässig an und aus. Nervig finde ich, dass der Sensor auch weiterarbeitet, wenn man den Monitor wirklich bewusst ausgemacht hat mit dem Power-Button. Dann geht er trotzdem jedes mal wieder an, wenn man ihn anschaut. Dadurch wird nämlich auch der alle vier Stunden fällige Pixelrefresh unterbrochen, was besonders ärgerlich ist, da ich z.B. in der Zeit gerne am Laptop weitersurfe, aber jedes mal den Sensor abschalten muss, damit er ja den Refresh durchführen kann. Ich finde, wenn der Nutzer explizit den Refresh angestoßen hat, sollte er auch durchlaufen, bis er wirklich etwas am Monitor drückt, wie den Power-Button. Da sollte noch von MSI nachgebessert werden.
Die Refresh-Meldung lässt sich deaktivieren bzw. auf "alle 24h" stellen. Ansonsten ploppt jede vierte Betriebsstunde ein OSD-Fenster, bei der der Nutzer die Wahl hat, den Refresh jetzt, später (wenn er ausgeht) oder gar nicht durchzuführen.
OLED-Care-Funktionen im OSD, rechts sieht man auch die Anzahl an Refreshs sowie wieviel Zeit seit dem letzten schon vergangen ist:
Ich hatte alle Funktionen an und keine ist mir negativ aufgefallen, ich habe zum keinem Zeitpunkt gedimmte Logos oder Taskleisten festgestellt. Allerdings muss ich sagen, dass ich den Monitor rein zum Spielen verwende, also wenig statische Inhalte hatte.
Software
Über die MSI-Software lässt sich der Monitor über die USB-Schnittstelle nicht nur updaten, sondern auch alle(!) Funktionen des OSD steuern. Bis auf das RGB hat das bei mir auch anstandslos funktioniert, anbei noch die Screenshots der Software, die allerdings, bis auf eben die Updates, RGB und Profile keine weiteren OSD-Funktionen außer den bereits hier vorgestellten ermöglicht.
Die verfügbaren Menüpunkte:
Weitere Funktionen:
- AI Crosshair:
Fadenkreuz, dass seine Farbe dynamisch an den Untergrund anpasst. Es kann Größe, Farbe (fest eingestellt), Form und Position gewählt werden.
- AI Vision: Dynamische Aufhellung (je nach Bildinhalt) dunkler Bereiche, um Gegner in dunklen Bereichen besser erkennen zu können
- AI Brightness: Helligkeitssensor, ganz einfach.
- AI Light Sensor: Anpassung des Weißpunktes an das Umgebungslicht. Wärmeres Licht, wärmeres Bild, kälteres Licht, kälteres Bild
- Optix Scope: Vergrößerung der Bildschirmmitte für weit entfernte Gegner (geht nicht mit VRR)
- HDMI 2.1 lässt sich im PC oder Konsolen-Modus umschalten
- Timer: Altbekannte Funktion in Gaming-Monitoren, ein einfacher Countdown, z.B. wann das Essen fertig ist.
- Refresh Rate: Anzeige der Bildwiederholfrequenz, dauerhaft in einer der Bildschirmecken. Nützlich für VRR.
- Power-LED: Lässt sich Abschalten
- RGB-LED: An oder Aus, Helligkeit im OSD regelbar, Farbe nur über die Software. Hat bei mir nicht funktioniert.
- HDMI-CEC: Für Konsolen oder Mediaplayer: Automatisches Einschalten/Ausschalten des Monitors und der Konsole gemeinsam
- Navi-Key: Schnellzugriffe für den Joystick in alle vier Richtungen für vorher festgelegte Funktionen
- Info On Screen: Dauerhaftes Einblenden einer Leiste mit Signalinfos (Auflösung, Frequenz, Bildmodus, HDR an/aus, VRR an/aus, Eingang)
Fazit
Der MSI-Monitor hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Einerseits finde ich die technische Performance mit 500Hz in Kombination mit den pfeilschnellen Reaktionszeiten und dann auch noch mit einem tollen Glossy-AR-Coating versehen extrem beeindruckend. Andererseits schreckt mich die in meinen Augen nicht mehr zeitgemäße Auflösung, die durch das Subpixeldesign und die Füllfläche nochmal deutlich verschlimmert wird, doch ziemlich ab. Natürlich ist auch die Helligkeit, auch verglichen mit anderen OLED-Displays, die man von Handy, Tablet und auch Fernseher kennt, wirklich sehr weit hinterher, aber das liegt wohl an der Burn-In-Angst. Auch der fehlende Polarizer ist für die Hellraumperformance eine echte Spaßbremse, da dadurch viel Kontrast flöten geht.
Allerdings kann MSI für die genannten Nachteile nichts, das liegt alles an Samsung-Display und ihrem QD-OLED-Panel. Das was MSI unter Kontrolle hat, haben sie meines Erachtens wirklich sehr gut gemacht und ist dem hohen Preis angemessen. Verarbeitung, Bedienung und Funktionen wie der EOTF-Boost sind wirklich gut umgesetzt, hier gibt es nichts zu meckern.
Daher gebe ich, wenn man sich mit den Nachteilen des QD-OLED-Panels anfreuden kann, eine klare Kaufempfehlung für den MSI.
Pro:
- Höhere Helligkeit als üblich, inzwischen so gut wie normale IPS...
- Perfektes Schwarz macht dunkle Szenen zu einer wahren Freude, hoher Mikrokontrast
- EOTF-Boost von MSI holt nochmal mehr Helligkeit raus
- 500Hz und die Reaktionszeiten machen das Bewegtbild nahezu perfekt
- Extrem intensive Farben dank QD-OLED
- Glossy-AR-Coating sorgt für ein klares Bild ohne Griesel
- Sehr hochwertige Verarbeitung
- Gut durchdachte Anti-Burn-In-Funktionen
- USB-PD und KVM nützlich und funktional
- DP2.1-Kabel liegt bei
- Lüfterloser Betrieb
Contra:
- ...Die aber nicht nur nicht mit Mini-LED mithalten kann, sondern mit QD-OLED-Fernsehern auch nicht
- Ohnehin recht niedrige Auflösung wird durch Subpixelstruktur nochmals deutlich verschlimmert
- SDR-Brightness-Lock, auch wenn ich die Gründe verstehe, wirklich nervig
- VRR-Flicker, allerdings bei 500Hz kaum noch relevant
- Fehlender Polarizer macht den Monitor im hellen Raum kontrastarm
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