Ich kenne es bisher immer so, dass nach "aktiver" und "passiver" Reiszeit unterschieden wird. Allein schon wegen des Arbeitszeitschutzgesetzes. Wenn der 13h-interkontinental-Flug klassische Arbeitszeit wäre, dann dürfte man ihn, zumindest als klassischer Angestellter, gar nicht antreten. Das war dann "passiv". Aktiv war quasi nur Zeit die man selber im Auto (als Fahrer) oder mit dem Rad etc. zurücklegt.
Das stimmt so nicht.
Man kann auch ArbZG-konform einen 13h Interkontiflug absolvieren.
Das ist am Ende nichts anderes als ne 24h Schicht bei der Feuerwehr oder sowas.
Das ArbZG unterscheidet zwischen Arbeitszeit und Ruhezeit.
Arbeitszeit ist die Zeit wo du wirklich arbeitest, also Werte schaffst. (oder die Reise aktiv durchführst, in dem du das Fahrzeug führst)
Ruhezeit ist die Zeit, die nach/vor der Arbeitszeit kommt in der du eben keine Werte schaffst.
Die Unterscheidung "aktive" und "passive" Reisezeit ist nur die DAU-Ausführung für die genannten Begriffe aus dem ArbZG.
Aktiv/passiv gibt es so formal nicht.
Bei Konzernen ist das aber typischerweise lange nicht so einfach geregelt wie "Reisezeit=Arbeitszeit".
Was Konzerne (oder anderen Firmen) meinen oder nicht, ist völlig irrelevant.
Fakt ist, dass Reisezeit immer Arbeitszeit im Sinne der Bezahlung ist.
Sprich die komplette Zeit muss vergütet werden.
Das ist das, was man mit Reisezeit=Arbeitszeit meint. Die komplette Reisezeit (Aufbruch-Ankunft) muss vergütet werden. (oder eben gutgeschrieben oder was auch immer)
Sie ist also keine Privatzeit.
Gemäß ArbZG gilt das so natürlich nicht. Hier muss man aufpassen, dass eben die (produktive) Arbeitszeitgrenzen nicht gerissen werden. Bei Überschreitungen muss eben Ruhezeit gemacht werden.
Wenn du z.B. auf nem 13h Interkontiflug die Zeit Powerpoint malst, dann ist das nicht zulässig. (mal ab von der An-/Abreise Flughafen)
Du darfst maximal 10h Powerpoints malen und die restlichen 3h müssen Ruhezeiten sein. (Pausenzeiten müssen ebenfalls beachtet werden, auch wann man die macht)
Das wäre auch mies wenn Reisezeit = Freizeit wäre
Das wäre nicht nur mies, sondern auch ein Verstoß gegen Gesetze und Rechtssprechungen.