[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Mindestlohn führt doch nur dazu das alles noch teurer wird und ein Besserverdiener hat weniger Kaufkraft. Ich kann bei meinem Chef schlecht argumentieren, dass ich 5% mehr bekommen soll, weil der Mindestlohn um 5% gestiegen ist...
Einige würden jetzt argumentieren, dass du eh froh sein kannst und offensichtlich mehr als den Mindestlohn bekommst.
Irgendwas mit "nach unten treten" kommt bestimmt auch.
 
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Mindestlohn führt doch nur dazu
Nebenbei führt der dazu, dass der Mindestlohn-Arbeitende von seiner Arbeit mehrheitlich leben kann und dessen Arbeit nicht von der Allgemeinheit in Form von Sozialleistungen subventioniert wird. Zumal der Konsum-Effekt bei Besserverdienenden nicht besonders groß ist. Der Mindestlohn-Beschäftigte verkonsumiert fast seinen gesamten Lohn.
 
Chef schlecht argumentieren
alles noch teurer
Aber mit der Inflation, die, wie du selber schreibst, ja unmittelbar damit zusammenhängen soll. Das tut sie nur bedingt, aber wir bekommen ja seit Jahrzehnten eingetrichtert, das dem so ist und ganz viele schlucken und verinnerlichen das.

Das die Löhne seit den 80er oder so sich komplett entkoppelt haben von der Produktivitätssteigerung, welche deutlich stärker ist als die Löhne seit damals, also all die Gewinne daraus nahezu komplett an die Unternehmer gegangen ist, die euch einreden, dass die Inflation durch Lohnsteigerungen zustande kommen, das ist ein echtes Meisterstück von denen gewesen. So kann man munter dabei zusehen, wie die Arbeiter sich untereinander angehen und sie sich gegenseitig den Dreck unter den Fingern nicht gönnen, auf den Ärmsten rumtrampeln und die besserverdienenden jammern, wie hart es für sie ist, während diese Unternehmer immer reicher und reicher werden und sich jeglichen zusätzlichen Gewinn, den die Angestellten durch Produktivitätssteigerungen erwirtschaften, für sich einstecken können. Übrigens etwas, was aktuell besonders deutlich nochmal durch KI passieren soll. Weniger/gleichbleibend viele Angestellte werden deutlich mehr Produktivität erreichen. Die Gewinne daraus landen wieder bei den Unternehmern, weil wir können ja keine Lohn-/Preisspirale lostreten, das wäre ja fatal....

Aber bestimmt nur kommunistische Verschwörung das alles. ^^
 
Mindestlohn führt doch nur dazu das alles noch teurer wird und ein Besserverdiener hat weniger Kaufkraft. Ich kann bei meinem Chef schlecht argumentieren, dass ich 5% mehr bekommen soll, weil der Mindestlohn um 5% gestiegen ist...
Du sollst ja auch wegen Inflation zu deinem Chef gehen, der wird seine Preise ja auch daran anpassen. Wenn das bei dir aber nicht ankommt, hat er mehr für sich. Und das machst du dann mal jedes Jahr, Jahr(zehnte) lang 🤷‍♂️
 
Nebenbei führt der dazu, dass der Mindestlohn-Arbeitende von seiner Arbeit mehrheitlich leben kann und dessen Arbeit nicht von der Allgemeinheit in Form von Sozialleistungen subventioniert wird. Zumal der Konsum-Effekt bei Besserverdienenden nicht besonders groß ist. Der Mindestlohn-Beschäftigte verkonsumiert fast seinen gesamten Lohn.

Das ist nicht zuende gedacht. Die Preise für sämtliche Dinge im Mindestlohnsektor steigen doch ebenfalls für denjenigen, der für den Mindestlohn arbeitet. Das heißt für ihn wird auch alles teurer.

Und das traurige ist, dass der Anstieg des Mindestlohn zwar immer als Begründung herangezogen wird, aber eben nicht um diesen prozentualen Wert ansteigen (fünf Prozent beispielhaft), sondern gleich um zehn Prozent und mehr angehoben werden. Und schon der Mindestlohnempfänger ebenfalls die Arschkarte gezogen.

Bestes Beispiel Frisör:
Vor zehn Jahren habe ich noch 9€ bezahlt, heute 26€. Erhöhung immer begründet mit Mindestlohn. Sind die Gehälter der dort Angestellten aber auch um über 150% gestiegen?

Uberschlägig betrachtet, Anstieg der Sozialabgaben mal außenvor...
 
Das ist nicht zuende gedacht. Die Preise für sämtliche Dinge im Mindestlohnsektor steigen doch ebenfalls für denjenigen, der für den Mindestlohn arbeitet. Das heißt für ihn wird auch alles teurer.
Da aber nicht alles 150% teuer geworden ist, hat man mit Mindestlohn deutlich mehr als 2015.
 
Da aber nicht alles 150% teuer geworden ist, hat man mit Mindestlohn deutlich mehr als 2015.
Insgesamt schon, da hast du Recht. Dennoch hat die Erhöhung des Mindestlohns leider nicht den Mindestlohnempfängern in dem Maße genutzt, wie man es hätte erwarten können.

Mit Pech fielen dann auch noch Grenzen, wo man kostenlose KITA Betreuung haben konnte bzw. Sozialleistungen beziehen konnte. Dann sah es nochmal anders aus, macht es aber auch schwer das in die Rechnung einfließen zu lassen, da sehr individuell.
 
Unser Friseur kostet mittlerweile 35€. Als ich die Zahl gehört habe war der erste Gedanke. Bekommt die Dame jetzt auch das doppelte? Ich denke in manchen Friseurläden ja.
 
Das ist nicht zuende gedacht. Die Preise für sämtliche Dinge im Mindestlohnsektor steigen doch ebenfalls für denjenigen, der für den Mindestlohn arbeitet. Das heißt für ihn wird auch alles teurer.

Und das traurige ist, dass der Anstieg des Mindestlohn zwar immer als Begründung herangezogen wird, aber eben nicht um diesen prozentualen Wert ansteigen (fünf Prozent beispielhaft), sondern gleich um zehn Prozent und mehr angehoben werden. Und schon der Mindestlohnempfänger ebenfalls die Arschkarte gezogen.

Bestes Beispiel Frisör:
Vor zehn Jahren habe ich noch 9€ bezahlt, heute 26€. Erhöhung immer begründet mit Mindestlohn. Sind die Gehälter der dort Angestellten aber auch um über 150% gestiegen?

Uberschlägig betrachtet, Anstieg der Sozialabgaben mal außenvor...

Exakt. Im Grunde alles was mit händischen Tätigkeiten zu tun hat ist geradezu explodiert im Preis in den letzten Jahren. Und da sagen manche, unser Heil liege bei den Dienstleistungen. Haha.
 
Ich denke in manchen Friseurläden ja.
Ich glaube das kommt schon hin, der Mindestlohn lag z.B. 2015 noch bei 8,50€ und die meisten beim Friseur verdienen genau das. Dazu kommen ja noch die ganze anderen gestiegenen Kosten abseits vom Personal. Find's auch verrückt wie teuer das inzwischen ist im Vergleich, aber man kann es schon nachvollziehen.

Bei uns wird ab nächsten Monat Arbeitszeiterfassung eingeführt, die letzten 14 Jahre hatte ich ja quasi kein Zeitkonto und Vertrauensarbeitszeit. Bin mal gespannt wie das wird, bin noch unentschlossen, was ich davon halten soll. Immerhin gibt es quasi keine Kernarbeitszeit, muss man halt nur mit seinem Team abstimmen. Ab 1.1. dann mindestens 3 Tage Office Pflicht mutmaßlich mit Tracking, unser Betriebsrat streitet sich gerade noch :fresse: Bald sind wir wieder im Jahr 2010 :poop:
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber die Präsenzpflicht dient doch nur dem team building und ist gut für die Atmosphäre
Du hast Culture falsch geschrieben.

Ehrlicherweise macht eine richtige Pflicht mehr Sinn als der Käse gerade. Ich sitze 2x im Office und ständig sind irgendwelche Kollegen die ich erwartet hätte hier zu treffen nicht da und dann hocke ich alleine im Meetingraum im Google Meets. Mich nervt's zwar auch, aber es wird momentan einfach von einigen Kandidaten gnadenlos ausgenutzt und das sind meistens nicht die, die z.B. wg. Kinderbetreuung oder so nicht kommen könnten.
Glaube auch nicht, dass einige hier auf ihre Stunden kommen. Ich bin um 8 meistens einer der allerersten im Büro, wenn ich um 16:30 gehe, sind auch schon wieder die Hälfte der Kollegen die nach 10 hier aufgeschlagen sind schon wieder weg. Die arbeiten dann natürlich alle Abends noch 3h zuhause nach :fresse: Ist mir ja völlig egal und geht mich auch nix an aber es fällt mir halt auf und leider versauen es ein paar Wenige immer für Alle.

Was und wie das jetzt wirklich kommt, wird aber eh erst nächsten Monat klar, wenn die BR Verhandlungen zu der Vereinbarung abgeschlossen sind.
 

Haben so viele Kanidaten, die auch noch massig Plus im Homi aufbauen obwohl nichts los ist. Kontrollieren darf man offiziell dank BR nicht. Sonst wären da manche echt am Arsch.
Aber sehen tun das die Vorgesetzten schon.
 
Also so ganz konkret hab ich mit Arbeitszeitbetrug gar nicht so die Bauchschmerzen. Ist jetzt nicht so, als würde es arme unschuldige AGs treffen, die nicht auch dauernd ihre Macht ausnutzen um sich zu bevorteilen. Siehe Produktivitäts- und Lohnsteigerung die letzten 50 Jahre...
 
Würde grundsätzlich zustimmen aber sieht man ja wo das hinführt. Wird halt in andere Länder mit weniger Rechten verlagert wo möglich. Wenn der BR zu viel schützt, wird halt die ganze Abteilung dicht gemacht, ist bei uns nicht nur einmal passiert.
 
Auch das wird für die AGs nur im gewissen Umfang funktionieren bevor es für sie desaströs und ruinös wird. Aber ist als Betroffener halt doof
 
In jedem Fall muss man sich als abhängig Angestellter der nicht im ÖD ist halt überlegen was man tut. Ich sehe es schon alleine aus der Perspektive, je mehr ich sinnvolle Arbeit mache, desto mehr lerne ich und bin interessanter im allgemeinen für den Arbeitsmarkt. Wer 15 Jahre lang nur Dienst nach Vorschrift macht, braucht sich halt nicht wundern wenn ihn dann bei nem eventuellen Jobwechsel keiner will weil man nix vorzuweisen hat. Für jemand im ÖD ist das natürlich egal, da kann man worst case schön im Home Office Betrügen und passiert eh nix.
 
Ich arbeite nicht im ÖD, nicht mal in nem Großkonzern. Und
mehr ich sinnvolle Arbeit
beißt sich nicht mit zwingend mit Arbeitszeitbetrug.

Aber witzig wie konditioniert direkt die Verteidigung anspringt zu einer offensichtlich nicht ganz unprovokativen Aussage mit wahrem Kern. Nix gegen dich, aber im Kern habe ich weder gesagt, das man es machen soll, noch das es per se gut und richtig ist. ICh sagte nur, dass ganz sicher keinen armen trifft sondern jemanden, der seit Jahrzehnten sich über bevorteilt hat.
 
Ich weiß schon wie du das meinst. Wenn sich der AG in der Vergangenheit Übervorteilt hat, macht er das jetzt halt auch und wirft dich irgendwann raus. Der Jobmarkt ist momentan halt auch nicht das gelbe vom Ei. Keine Ahnung was du mit Verteidigung meinst ich hab doch nur meinen Standpunkt klar gemacht, wenn du das als Verteidung oder "ertappt" interpretierst, von mir aus.
 
Klang so und das VIdeo bzw. Reaktion von Meister würd cih auch eher in di Richtung sehen. ;)

Das Handlungen Konsequenzen haben, ist doch klar. Und mal eben gekündigt, so schnell gehts auch nicht.
 
Ich arbeite nicht im ÖD, nicht mal in nem Großkonzern. Und



Aber witzig wie konditioniert direkt die Verteidigung anspringt
Ja, witzig, ist fast ein Automatismus. Es hat ja auch niemand gesagt, dass du im öD arbeitest. ;-)

Auch das wird für die AGs nur im gewissen Umfang funktionieren bevor es für sie desaströs und ruinös wird.
Das ist halt so ein Schweinezyklus und dann dürfen zukünftige Managergenerationen wieder zurück rudern. Für den einzelnen MA ist dann aber nicht mehr relevant.
 
Und mal eben gekündigt, so schnell gehts auch nicht.
Kündigungen passieren in großen Unternehmen eh nach Sozialplan. Da ist es dann scheißegal wie du performst, das dürfen die dabei eh nicht berücksichtigen. Wichtig ist halt nur, dass man danach Interessant genug für den Arbeitsmarkt ist. Dass ich wegen meiner Leistung gekündigt werde, mach ich mir aktuell keine Sorgen. Aber wenn ne komplette Abteilung dicht gemacht wird, ist auch der Sozialplan mehr oder weniger hinfällig denn dann fliegen in der Realität alle raus.
 
Ich glaube das kommt schon hin, der Mindestlohn lag z.B. 2015 noch bei 8,50€ und die meisten beim Friseur verdienen genau das. Dazu kommen ja noch die ganze anderen gestiegenen Kosten abseits vom Personal. Find's auch verrückt wie teuer das inzwischen ist im Vergleich, aber man kann es schon nachvollziehen.

Bei uns wird ab nächsten Monat Arbeitszeiterfassung eingeführt, die letzten 14 Jahre hatte ich ja quasi kein Zeitkonto und Vertrauensarbeitszeit. Bin mal gespannt wie das wird, bin noch unentschlossen, was ich davon halten soll. Immerhin gibt es quasi keine Kernarbeitszeit, muss man halt nur mit seinem Team abstimmen. Ab 1.1. dann mindestens 3 Tage Office Pflicht mutmaßlich mit Tracking, unser Betriebsrat streitet sich gerade noch :fresse: Bald sind wir wieder im Jahr 2010 :poop:
Wurde bei uns zum 01.07. eingeführt. Zum Glück ist es weniger kritisch als gedacht. Ich trage einfach meine Regelarbeitszeit ein, egal wie lange ich in echt arbeite. Der Deal mit dem Chef ist "wenn ich mal einen Tag off brauche stellst Du keine Fragen, die Firma kommt insgesamt schon nicht zu kurz". Das ist perfekt so. Am Ende ist es natürlich wichtig dieses Vertrauen nicht zu missbrauchen, aber ging ja Jahre lang auch problemlos.
 
@Gurkengraeber So ähnlich wird das, zumindest bei mir in der Abteilung, auch laufen. Als ob mein Chef Bock hat da irgendwas zu kontrollieren.
Gibt aber sicher Bereiche wo das ganz anders aussieht.
 
Wir haben NFC Chips und müssen an Terminals oder uns im Intranet einbuchen und ausbuchen. Darüber läuft halt auch Urlaub, Gleittage usw.
Das System kann man ja mit Parametern füllen x Stunden + ist dann je nachdem Gelb- oder Rotphase.
Das System könnte theoretisch auswerten und auch E-Mails verschicken usw.

Wir werden im nächsten Jahr dann mal den Spieß rumdrehen.
Wir dürfen die Stunden sehen und wenn einer in die Rotphase kommt, werden wir den BR einschalten und fragen nach Hilfe. Die sollen ein Gespräch mit den Leuten und uns führen, da wir uns sorgen machen und einen Plan aufstellen wie man diese Rotphasen verhindern kann. Dann müssen die mal die Hosen rutnerlassen und sich was einfallen lassen.
Jemand der 2 Stunden am Tag was zu tun hat, aber 40 Überstunden hat geht halt garnicht klar.
 
Es ist ja glaub total egal ob das manuell, am Terminal oder sonst wie passiert und was dabei genau wie kontrolliert wird interessiert auch keinen, aber ist eine Erfassung, bzw. eigentlich eine Dokumentation, der Arbeitszeit nicht schon seit Jahren Pflicht?
 
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