Ich kann Fotos meines Scythe Orochi beitragen, Er hat 15 Jahre lang in einem kompakten Lian Li Gehäuse meinen i7 870 (zu seiner Zeit das Spitzenmodell) semipassiv gekühlt.
Seitlich vor dem Orochi war ein 23 cm grosser Lüfter in die Seitenwand installiert (grosses Loch ins Blech geschnitten dafür), den ich per Knopfdruck anschalten konnte, wenn mal mehr Leistung anfiel. Ansonsten brauchte ich keine beweglichen Teile im Rechner, herrlich. Auch mit laufendem Lüfter hörte man den Rechner nicht. War bis zum Schluss total zufrieden mit dem System, aber USB 3 wollte ich dann doch und 16 GB Ram war für meine Zwecke (ich bin kein Spieler) seit einiger Zeit wenig.
Also neues Board und CPU. plus ordentlich Speicher. Ich habe mir dasselbe Gehäuse, allerdings in neuerer Version mit USB 3 Frontpanel wieder gekauft. Nach 15 Jahren durfte das alte in Rente. Gebrauchtes Gehäuse, CPU, Board und Speicher. Grafikkarte dann auch erneuert wobei die nicht drinbleiben wird. Ich bin nur noch unter Linux unterwegs und Nvidias proprietäre Treiber sind da nicht optimal. Wird ne schnelle AMD werden, quelloffene Treiber.
Das einzige, was ich dabei an alten Teilen übernehme, ist der Kühler.
Zum Testen und Erstaufbau steckte ein kleiner, lauter Kühler drin (7 Euro, Amazon), ich wollte erst sicher sein, dass ich am Board nichts mehr machen muss- der Orochi ist toll, aber in dem extrem engen Gehäuse sind Änderungen dann kein Spass mehr. Als das System ordentlich lief, weg mit dem Brummer.
Das Board muss für die Installation des Orochi ausgebaut werden- der Orochi kann nur von hinten verschraubt werden. Im alten Gehäuse hatte ich ein Loch zu dem Zweck ins Blech geschnitten. Komplett Alu nebenbei. Diesmal gings auch so. Ich schraubte aber nicht den Orochi an das Board, sondern das Board an den Orochi. Daher gibts davon kein Foto. Mit der linken Hand hielt ich den Kühler, mit der rechten das Board und mit den anderen Händen schraubte ich. Zu zweit würds besser gehen,
Wieder eingebaut, Strom dran, läuft.
Form follows Function, optisch gibt das auf Fotos nichts her. Wenn man so will, ein Sleeper. Und wer genau hinsieht merkt, dass das Board auf dem Kopf steht. Das ist eine Besonderheit des Gehäuses und aus meiner Sicht total sinnvoll, weil die Graka mehr Hitze erzeugt und das über der CPU besser ist.
Das alte Netzteil fiepte gelegentlich ein wenig, das einzige Geräusch, das der Rechner im Desktopbetrieb machte. Daher ein neues eingebaut, mit weniger Leistung. Das alte musste heftige Konfigurationen versorgen, bis hin zu zwei Karten im SLI der damals schnellsten Graka (weiss nicht mehr wie die hiess). Neuere Karten sind zum Glück effizienter. Netzteil darf daher schrumpfen.
Als erstes dem Bios (Asus Prime B250 Plus) beibringen, dass es nicht wegen fehlendem Lüfter meckert...
Zum Glück gibts die Option versteckt im Bios.
Danach SSD anhängen, starten. 33-38 Grad, passiv aufm Desktop. 2560x 1080. Voll okay.
Wenn ich spiele, kompiliere, encodiere oder rendere, braucht er natürlich Luftstrom. Hab das Seitenteil mit dem Lüfter daher erstmal übernommen, nach Reinigung und Entstauben. Vielleicht mach ich das auch noch neu, nötig ist es nicht, aber ich bin vor Jahren nachts dagegengerummst- hat ne Beule. ein mögliches Argument für beleuchtete Computer.
Das neue System ist immer noch alt, CPU ist immerhin etwa doppelt so schnell wie die alte, Grafik kann jetzt auch mehr als vorher, aber Spieler werden da eher müde grinsen.. Das alte Board war mit 16 GB am Anschlag (mehr ging da nicht), das neue hat jetzt 64 GB und DDR 4 statt 3.
Ich habe das System im Prinzip um den Kühler herum gebaut, den ich unbedingt weiternutzen wollte. Also dickste CPU, die sockelkompatibel zum Retention Kit ist (Sockel 11xx), das ist der i7 7700k. Die neueren Sockel haben andere Lochabstände bei der Kühlerbefestigung..
Für heutige Verhältnisse lahm, aber günstig und für meine Bedürfnisse ausreichend.
Hab dann auch gleich nen Neuanfang beim BS gemacht - Linux gefällt mir einfach besser.
Nachteile hat der Orochi auch- er ist schwer einzubauen und hinterher kommt man z.B. nicht mehr gut an die Ramriegel. so wie er bei mir im Gehäuse liegt. Da das MB nicht mehr als 64 GB bedienen kann, kein Problem, da muss ich erstmal nicht dran. Der liegende Einbau macht ansonsten nichts- die Kühlleistung reicht auch bei liegenden Heatpipes vollkommen aus.
Ich mag meine Computer gerne dezent- lautlos, simpel, rechteckig. Ist Geschmackssache. Das Konzept konnte so nur mit dem Orochi umgesetzt werden.
Mit unhörbarem Lüfter (adaptiert auf 5 V) sinds 25-30 Grad im Desktopbetrieb. Nach 2 Minuten Primzahlenberechnung auf 8 threads kommt er auf 62 Grad und da bleibt er dann auch nach 20 weiteren Minuten. Sehr gesund, bei 100 Grad würde er erst anfangen zu trotteln. Nach wenigen Sekunden ohne Last wieder unter 40, eine Minute später unter 30. Cooles Teil.
Der Vollständigkeit halber Test mit Volllast auf GPU und CPU- nach 20 min 65-68 Grad. Stabil. Die Graka heizt dann mit 240 Watt und dreht auch hörbar die Lüfter hoch. Da stört mich das dann nicht, man darf ruhig hören, dass da was arbeitet.
Ich vermute, dass die Heatpipes des Orochi bei 60-70 Grad erst anfangen effizient zu arbeiten und verhindern, dass die Temperatur weiter steigt. Davor idlen die so vor sich hin, würde ich sagen.
Jetzt hätte ich fast das geforderte Bild vergessen.... wobei die Stärke des Orochi die brachiale Kühlleistung ist, nicht die Optik....Nichts für den Showroom. Modernere CPUs sind effizienter als meine alten, er würde vermutlich ausser i9 alles kühlen können. Mit Lüfter sicher auch die.
Ich schliesse mich Raptor an, ich fände es toll, wenn es den Orochi wieder gäbe, mit Befestigungsteilen für modernere Sockel. Wunderbarer Kühler.
