Ich bin eher der "skinny fat" Typ. Man sah mir in Kleidung kaum an, dass ich mein stabiles Gewicht zwischen 18-40 irgendwann danach schon um 25kg übertroffen hatte.
Es ging ganz langsam, aber stetig. Mehrere Faktoren spielten da natürlich eine Rolle. Kein aktiver Fußballer mehr, aber als Trainer immer noch ein wenig in Bewegung. Aufgehört mit Rauchen.
Aber eben auch 4 Tüten Haribo und Co in der Woche vor dem TV genascht. Monster Energy süchtig. 1 Dose am Tag. Und in der Arbeit immer dieses unsägliche aufgebackene Laugenstangenzeugs aus dem Supermarktregal gefuttert. Insgesamt eine einseitige "Hauptsache satt" Ernährung, Ein Trugschluss natürlich, satt war man nie lange.
Dann passte mir irgendwann die jahrzehntelange Hosengröße nicht mehr. Im Gürtel rückte ich mit der Zeit Loch für Loch nach außen. Und wegen des Blähbauchs nach einer Leistenbruch OP war dann sogar das letzte Loch zu eng. Wenn ich mich im Sitzen vornüber beugte, hielt da was meinen Oberkörper auf Abstand zum Oberschenkel... Das Spiegelbild war nu auch nicht mehr so prickelnd.
Letztes Jahr Mitte Oktober dann der Entschluss etwas zu tun. Ich fühlte mich so nicht mehr wohl und das fortschreitende Altern muss man ja jetzt auch nicht beschleunigen und zur Qual machen.
Habe mit Kraftsport angefangen, 3x die Woche Ganzkörper. Ja, man nimmt in der Küche ab, aber mehr Muskelmasse erhöht den Grundumsatz. Und ohne Kraftsport nehmen einem die Jahre halt auch Muskelmasse.
Gleichzeitig bin ich aber ca. 500kcal ins Defizit. Und habe meine Ernährung radikal umgestellt. Mehr Ballaststoffe, mehr Proteine. Kein Zucker mehr in den Kaffee, keinen mehr in den Tee. Sonst nur noch Mineralwasser. Gleich nach dem Aufstehen einen halben Liter davon.
Zum Frühstück gibt es eine Scheibe Brot, auch wenn Vollkorn angeblich eher Marketing sein soll, mir hilfts. Ich bin länger satt. Dazu Hähnchenbrust, gekochtes Ei.
Als zweites Frühstück dann 250g Magerquark mit 30g Haferflocken und Beeren. (ich trainiere am Vormittag und danach gibts das 2. Frühstück)
Mittags wieder Brot mit Hähnchen oder schön zubereitetem Thunfisch. Ein Ei.
Am Nachmittag gönne ich mir jeden Tag 1-2 Kekse oder 1 Stück Kuchen.
Am späten Nachmittag/frühem Abend schaufel ich mir die restlichen 250g Magerquark rein, mit Früchten und mit Mineralwasser angerührt.
Abendessen dann etwas "fetter". Lasagne und so.
Als TV-Snack steht nur ein Nussmix auf dem Tisch, ungesalzen. Immer gut und ausgiebig die Nüsschen kauen... Ja, die haben einen hohen Kaloriengehalt, aber auch viele gute Eigenschaften. Und der Kaloriengehalt wird mittlerweile auch häufiger relativiert. Weil ein Teil nicht verdaut wird etc. Trotzdem nicht übertreiben. Eine gute Handvoll sind aber in Ordnung.
Die restlichen Snacks heißen Apfel, Orangen, Kiwi (möglichst mit Schale), Karotten, Gurken usw.
Und der Heißhunger auf Süßes bleibt aus. Nicht nur wegen der Nüsse, nein, auch sonst hat die Umstellung auf mehr Ballaststoffe und Proteine, sowie die deutliche Reduzierung von Zucker bei mir innerhalb weniger Tage diese Heißhungerattacken komplett ausgelöscht. Das war erstaunlich, wie schnell das ging.
Vor mir können Süßigkeiten auf dem Tisch liegen, juckt mich nicht. Ich habe null Bock darauf. Im Gegenteil, ich entwickle sogar Abneigung.
Ich nahm kontinuierlich 2kg im Monat ab. Trotz Defizit verlor ich aber nicht an Muskelmasse, sondern sie sind deutlich fester geworden, definierter und haben auch schon sichtbar zugelegt.
Ok, ich bin jetzt seit 2 Monaten auf Erhalt. Also versuche das an Kohlenhydraten zu mir zu nehmen, was ich verbrauche. Und nehme trotzdem weiterhin ab, bzw. verliere Fett. Ich wiege mich nicht mehr, ich sehe es und merke es an Hosen und Gürteln. Und messe es manchmal.
Bei mir funktioniert es genau so. Auch Du wirst einen Weg finden und die ersten Erfolge sind Motivation. Fange einfach an. Jetzt!
Edit: Aja, und achte auf Deinen Schlaf, reduziere Stress.