@Holt : Ich verstehe, was du sagen willst, teile deine Meinung aber nur zum Teil. Jahrzehntelang un bis vor etwa 10 Jahren hat es in der IT-Branche stetigen Fortschritt gegeben, ohne dass die Preise merklich gestiegen sind, immer wieder gab es sogar mehr für weniger, und immer wieder Phasen krasser Preiskämpfe, die wir jetzt ewig nicht mehr hatten.
In den letzten Jahren haben die Preise aber ohne erkennbaren Mehrwert massiv angezogen und einen ordentlichen PC zu kaufen ist relativ gesegen immer teurer geworden, ohne erkennbaren Mehrwert, und das auch schon vor der Speicherkrise.
Ja, Mainboards bieten viel mehr als noch vor 20 und erst recht 25 Jahren, aber kaum mehr als vor 15 Jahren. Dass alles schneller und damit aufwändiger geworden ist, bringt den meisten Nutzern gar nichts.
Wenn man es sich ganz genau überlegt, was habe ich von einem aktuellen Board für einen spürbaren Mehrwert gegenüber einem Brett von ca. 2011-2013? Nichts. Wer nutzt wirklich USB über 5Gb/s aus? Wer merkt einen Unterschied von heutigen Gen5-SSD zu damaligen SATAIII-SSD? Wer merkt den Unterschied zwischen PCIe1.1/2.0 und 5.0? Wer nutzt zuhause 2.5GbE oder gar 5-10GbE?
CPUs und GPUs sind natürlich viel schneller als damals, sind aber auch nicht so viel schneller in der Zeit geworden, wie im gleichen Zeitraum davor. Und wozu? Sehen die Spiele, für die ich diese Hardware heute brauche, viel besser aus, als die Spiele der vergangenen Dekade? Fühlt sich Windows11 viel flotter an als Windows7 damals?
Es ist soviel Kram auf aktuellen Mainboards, von dem die Meisten nicht wirklich profitieren oder nur alle Jubeljahre mal. Von dem ganzen Plastik und Blingbling will ich gar nicht reden.
Damals 2006 war eine tolle Zeit hardwaretechnisch. Ich hatte lange mit einem Sockel A-System durchgehalten und mir dann für Gothic3 (das Mist war) endlich ein AM2-System relativ bald nach Release gekauft - rückblickend eher ein Fehler, in vielfacher Hinsicht. Mein ABit KN9 Ultra mit nForce570 Ultra war zwar gut ausgestattet, besser als das Asus M2N-E, von Gigabyte gab es nur ein nForce550 oder gleich nForce570 SLI, aber es war schlecht zu OCen, der HT ging nur bis ~277, wodurch der Athlon64 X2 3800+ mit 10er Multi eben nur 2,77GHz erreichte und wohl mehr hätte schaffen können. Viele andere Boards schafften deutlich über 300. Und das ging einem Tester ebenso, wie ich aber erst längere Zeit nach dem Kauf gesehen habe, dabei hatte Abit einen Ruf als OC-Marke. Die Ausstattungsvorteile ggü. Gigabyte und Asus, z.B. Dual-GbE, habe ich dann nie genutzt. Leider ging Abit dann später Pleite und hat kein Phenom-BIOS mehr für das Board herausgebracht, bei Asus und Gigabyte hätte ich bis zum PhenomII X4 945 oder 955 95W upgraden können. Übrigens war RAM damals auch gerade wieder teuer, weshalb ich nur 1GB DDR2-667 von MDT gekauft habe und später auf 2GB DDR2-1066 (@800) von OCZ und einen Athlon64 X2 5400+ BE (@3,1GHz) geupgraded habe. Liegt alles noch im Keller.
Wenn ich es zeitlich noch richtig in Erinnerung habe, wäre ich allerdings noch besser damit gefahren, ein wenig zu warten und ein paar Wochen oder einen Monat später ein P965-Board von Asus oder Gigabyte mit Core 2 Duo 6300 oder ähnlichem zu kaufen, dann hätte ich bis zum Core 2 Quad 9650 upgraden können.
Die Nostalgie finde ich aber gerade beim ersten ROG-Board etwas fehl am Platze. Ich erinnere mich noch an die Reaktionen bei Release, die Leute waren schon genervt von dem Gamer-Kiddie-Branding "Fatal1ty" bei Abit und Creative, das Crosshair wirkte unnötig gegenüber dem regulären M2N32-SLI Deluxe, der Mehrwert war nicht wirklich erkennbar. Rückblickend war es auch der schlechtere Kauf, das Topprodukt Crosshair hat nur Unterstützung bis zum Phenom X4 9950BE erhalten, das günstigere M2N32-SLI Deluxe bis zum PhenomII X4 945. Immerhing, um Asus zu loben, bei Gigabyte haben die NF590 überhaupt keinen Phenom-Support erhalten, bei anderen sowieso nicht. Funfact, wie ich kürzlich gesehen habe hat das Asus M2
A32-MVP Deluxe (mit AMD R580 alias Radeon Xpres3200 Crossfire), das vom Layout leider eher schlecht und insgesamt unbeliebt war (z.B. nur PCI GbE), Support bis zum PhenomII X6 1100T erhalten, als einziges mir bekanntes AM2-Brett der ersten Stunde.