Fazit
Vor allem auf einer AMD-Grafikkarte gibt es Positives zu berichten: Linux hat in den letzten Monaten spürbare Performanceverbesserungen erhalten. Nicht in Rasterizer-Spielen, dort ist alles beim Alten geblieben. Linux kommt dabei nicht völlig an die Leistung von Windows 11 dran, liegt im Durchschnitt aber nur knapp dahinter. Spürbare Unterschiede gibt es bis auf wenige Ausnahmen nicht.
Die Raytracing-Leistung ist mittlerweile jedoch deutlich besser als im Juli letzten Jahres. Bereits mit Mesa 25 und damit der vorletzten Version sind die Benchmarkergebnisse weitaus besser. Das kann zwar auch an der Spieleauswahl liegen, jedoch zeigt sich generell eine bessere Performance.
Mit Mesa 26 hat Radeon auf Linux den nächsten Schritt gemacht. An die RT-Leistung von Windows kommt Linux damit zwar noch nicht heran. Man hat den Rückstand aber halbieren können. Ein zweiter, nochmals genauso großer Schritt ist nötig, um zu einem Gleichstand zu kommen.
Ebenso positiv zu vermerken ist, dass FSR 4 in den meisten Spielen einwandfrei funktioniert und auch Anti-Lag 2, mit dem es damals noch Probleme gegeben hat, sich problemlos hat aktivieren können. Allerdings lief Linux in Form von CachyOS instabiler als im alten Test. Insgesamt vier nicht reproduzierbare Abstürze gab es während des Testens, ein System hinter diesen ist nicht zu erkennen gewesen. Das heißt nicht, dass diese auf jedem System auftreten. Auf dem Testsystem hat es die Probleme aber gegeben.
Radeon = Okay, GeForce = nicht
Auf einer GeForce-Karte hat sich in Sachen Geschwindigkeit wenig getan, hier sind die Ergebnisse ziemlich gleich geblieben. Nvidia-Grafikkarten laufen damit unter Linux spürbar langsamer als unter Windows und fallen auch hinter die Radeon-Konkurrenz zurück. Nvidia hat mittlerweile jedoch bekannt gegeben,
an dem Problem zu arbeiten. Jedoch ist noch unklar, wann es die Verbesserung geben wird. Bis dahin laufen GeForce-Grafikkarten etwa eine Leistungsklasse niedriger als unter Windows.
Die Leistung ist schlussendlich aber das kleinste Problem, denn GeForce-Grafikkarten haben im Test unter Linux zahlreiche Probleme gezeigt. Vor allem die Stabilität mit aktiviertem Raytracing ist ein Problem, viele Spiele stürzen sang- und klanglos ab. Oder starten gar nicht erst. Oder haben große Grafikfehler. Oben drauf kommt dann noch das je nach Spiel auch schon einmal 15 bis 20 Minuten lange kompilieren der Shader beim Spielstart – auf einer Radeon dauert das wenige Sekunden. Die Spielerfahrung mit einer GeForce unter Linux war schlecht.
AMD-Gaming auf Linux ist einen Schritt näher gekommen
Linux bietet damit nach wie vor keine gleichwertige Spieleerfahrung wie Windows – ist aber bei einer AMD-Grafikkarte einen weiteren Schritt näher gekommen. Die Rasterizer-Leistung ist bereits gut, bei der Raytracing-Performance fehlt aber nach wie vor etwas. Wenn auch weniger als zuvor. Ein Problem bleiben aber nach wie vor Spiele, die auf Linux-inkompatible Anti-Cheat-Mechanismen setzen. Denn diese laufen unter Windows, nicht aber Linux. Das muss sich ändern, damit Linux zu einem wirklich gleichwertigen Spiele-System wird. Und die plötzlich auftretenden Instabilitäten sind natürlich auch unschön.
Aktuell abgeraten werden muss jedoch von GeForce-Grafikkarten auf Linux, was das Spielen angeht. Ja, die Leistung ist bekanntlicherweise schlecht, doch die zahlreichen Probleme sind schlussendlich noch einmal schlimmer. Und in den letzten Monaten auch eher mehr als weniger geworden. Hier gibt es noch einen langen Weg zu gehen, bis Linux auch mit einer GeForce eine Alternative zu Windows ist.