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Office-Turbulenzen allenthalben und Europas Weg zur digitalen Souveränität: Neugründungen, Forks, Kooperationen: der aktuelle Stand - eine Annäherung

chiemsee

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Das Unbehagen, sich ganz auf Microsoft verlassen zu sollen, zieht momentan Kreise: Kaum eine Woche vergeht ohne neue Initiativen, Ansätze oder Projektmeldungen. Die Debatte um "Digitale Souveränität", Unabhängigkeit, Transparenz, Open Source und nicht zuletzt Lizenzkosten ist in vollem Gange. Ein Blick auf die Neugründungen, auf Kooperationen und mehr.


Guten Morgen liebe HardwareLUXX-Community,😊

Neuerdings arbeiten mehrere Firmen – darunter Ionos und Nextcloud – an einem Projekt namens „Euro-Office“. Ziel ist eine quelloffene Office-Suite, die die genannten Aspekte konkret umsetzt. Die Akteure setzen dabei auf einen Fork des seit 2009 bestehenden OnlyOffice.

Neue Info zum Fork: zu Euro-Office: Euro-Office
Laut Eigenbeschreibung entsteht dort eine webbasierte, kollaborative Office-Lösung für Dokumente, Tabellen, Präsentationen und PDFs – gedacht zur Einbettung in andere Anwendungen wie Filesharing, Wikis oder Projektmanagement-Tools.

Dass OnlyOffice als Basis herangezogen wird - steht nun fest - gleichwohl wirft dies z.B. auf Reddit verwunderte Fragen auf - heiß diskutiert: Warum Euro-Office, aber nicht LibreOffice?


(310 Upvotes, 187 Kommentare)

Zitat:
(aus dem o.g. Thread) „Ich sehe ständig Schlagzeilen über die 'Euro-Office'-Initiative, um Microsoft Office in ganz Europa zu ersetzen, und ehrlich gesagt... ich verstehe es nicht. Warum das Rad neu erfinden? LibreOffice gibt es doch schon."(Ende des Zitats)

Nun - damit nicht genug: LibreOffice hat derzeit noch mehr Sorgen und Konflikte

Der Konflikt um LibreOffice : Genau hier wird es turbulent: Die Document Foundation (TDF) steckt momentan (selbst) in einer tiefen Krise. Ein Beitrag im Linuxguides-Forum spricht sogar von einem „Debakel sondergleichen“ – besonders bitter für alle, die auf LibreOffice gesetzt haben.
Hintergrund: vgl. den Thread TDF und LibreOffice-Turbulenzen und "Krisennachrichten": ( LibreOffice am Abgrund: Wie die Document Foundation ihre eigenen Gründer vor die Tür setzte - Linux Guides Community )

Kurzfazit: Besonders schmerzlich ist der Vertrauensverlust. Denn das Open-Source-Modell lebt wesentlich von Zusammenarbeit. Wenn Strukturen versagen und Menschen sich in Zwist verrennen, ist das eine bittere Lektion für die gesamte Gemeinschaft. Und das ausgerechnet jetzt, wo echte Alternativen zu Microsofts Dominanz so dringend gebraucht würden.

Beispiele für LO-Großprojekte: es gab immer wieder Leuchtturmprojekte mit LibreOffice:
  • Dänemark
  • Schleswig-Holstein
  • Österreichisches Bundesheer
(vgl. Wikipedia: Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen)

Persönliche Einschätzung: Für mich war LibreOffice lange ein starkes Zeichen für das andere Modell – ein Garant für digitale Souveränität und Offenheit. Ich werde die Projekte weiter beobachten, erstmal bei LO bleiben, solange es für mich funktioniert. Aber ich werde mir auch Collabora Office und OnlyOffice/Euro-Office ansehen. In den nächsten 12–18 Monaten könnte sich zeigen, wohin die Reise geht.

Was bleibt? Ein echtes Debakel – aber paradoxerweise hat der Kampf um die Vorherrschaft im Bereich der freien Bürosoftware gerade erst richtig angefangen. Und LibreOffice geht darin leider geschwächt ins Rennen.

Ausblick: Übrigens: Vom 10. bis 12. September findet die LibreOffice-Konferenz in Pordenone, Italien, statt. Mal sehen, was daraus wird.


ein kleiner Videoclip zum Thema; Europas Weg aus der Microsoft-Cloud: Der aktuelle Stand


Stats: 58 000 views :: 3900 Likes :: 405 Comments


und eine satirische Antwort auf das Projekt: Microsoft Reacts to the New Europe-Office


Stats: 270 000 views :: 16000 Likes :: 1600 Comments


weitere Hintergründe - Atikel, Diskussionen und mehr:

der erwähnte Artikel; Also - wäre das nicht schon turbulent genug: zur TDF und LibreOffice allein gibts derzeit Turbulenzen und "Krisennachrichten": LibreOffice am Abgrund: Wie die Document Foundation ihre eigenen Gründer vor die Tür setzte - Linux Guides Community

und passend zu der Debatte: Ein aktuelles Beispiel für den politischen Druck: (Heise) Cloud: Zoff in Bayern wegen Milliardenauftrag an Microsoft ohne Ausschreibung - ein Heise-Artikel: Cloud: Zoff in Bayern wegen Milliardenauftrag an Microsoft ohne Ausschreibung

eine Übersicht: Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen:
zuletzt noch die beiden Github-Ressourcen zu Euro- und OnlyOffice

Euro-Offfice@github: https://github.com/Euro-Office

OnlyOffice@Github: https://github.com/ONLYOFFICE

Euch allen hier auf dem HardwareLUXX-Forum noch einen schönen Einstieg ins Wochenende 😊
 
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Fronkreich Fronkreich.....

An dem Punkt waren die franz. Nachbarn schon mal weiter - da gab es ganze Bereiche der öff. Verwaltung, in denen nur LibreOffice im Einsatz war. Da hat man erst vor 5-10 Jahren auf MS Office gewechselt.
 
Warum wird eigentlich nicht auf Softmaker Office bzw. FreeOffice gesetzt, das verstehe ich bei der ganzen Geschichte nicht. Deutsche Firma, UI wie von MS gewöhnt, gute Lizenzpolitik, gibt ne freie Version und das beste zum Schluss: alles aus MS Office funktioniert auch in FreeOffice: Makros, Vorlagen, Formeln, ...
 
Warum wird eigentlich nicht auf Softmaker Office bzw. FreeOffice gesetzt, das verstehe ich bei der ganzen Geschichte nicht
Ich vermute, weil man eben freie Software gezielt verwenden will und keine neue Abhängigkeit aufbauen, selbst wenn diese dann ausnahmsweise mal innerhalb der EU sitzen würde...
 
Ich vermute, weil man eben freie Software gezielt verwenden will und keine neue Abhängigkeit aufbauen, selbst wenn diese dann ausnahmsweise mal innerhalb der EU sitzen würde...
Tjoa, ich bin der erste der SChreit "OPENSOURCE ÜBER ALLES", aber: Binärkompatibilität zu .xls und co. ist ein VERDAMMT hartes Argument.
 
Warum wird eigentlich nicht auf Softmaker Office bzw. FreeOffice gesetzt, das verstehe ich bei der ganzen Geschichte nicht. Deutsche Firma, UI wie von MS gewöhnt, gute Lizenzpolitik, gibt ne freie Version und das beste zum Schluss: alles aus MS Office funktioniert auch in FreeOffice: Makros, Vorlagen, Formeln, ...
Ja, Libre Office ist einfach scheiße, selbst dann, wenn man es wirklich mögen will (ich habs echt probiert).
Ja, große Töne, wenn man selbst nichts dergleichen leisten kann (im Gegensatz zu den LibreOffice Leuten habe nie eine sinnvolle größere Software erschaffen).
Ändert aber nix dran, dass Libre Office scheiße ist und einfach keine Alternative. 2005 wäre sie Software nicht so schlecht gewesen... aber 2026?

Mich wundert, wie die Softmaker Leute das hinbekommen haben?
Laut Google-KI hat Softmaker 23-50 Angestellte (2015 waren es 23 laut Wikipedia) und nen Gewinn von 100-300k/Jahr (gut, das sagt wenig), Umsatz sieht man nicht...

Das Softmaker Office (die Free-Version) wirkt für mich am ersten Blick brauchbar und tauglich.
Tiefgründig getestet hab ich das noch nicht.

Wie kann es sein, dass eine 25-50 Mann Firma ein Produkt macht, das deutlich(!) besser als das Libre-Office (wo sicher mehr Leute mitarbeiten und sicher auch ein paar Spenden landen) und ähnlich dem MS Kram ist, sogar kompatibel? Ist diese Aufgabe eigentlich so trivial (für einen Experten)? Sind die Leute so gut?


Wenn die 25-50 Mann Bude die Office-Unabhängigkeit Deutschland und Europas lösen kann... ja okay, why not (neue Abhängigkeit hin oder her, wäre die EU kein Sauhaufen, könnte sie Softmaker den Code abkaufen und FOSS draus machen, jeder hat seinen Preis und das Geld hätte sich die Belegschaft gut verdient... von den 50 Leuten müsste keiner mehr Arbeiten, wenn jeder EU-Bürger ein paar Euro dafür springen lässt... aber ne, Geld gibts ja nur für Streubomben...).


PS:
Aber ja, klar, bevor die EU Softmaker ihr fair verdientes Geld gibt, investieren sie lieber ein Vielfaches in irgend ein dubioses Euro-Office-Projekt, wo schön viel versickern kann... so ist mein Eindruck, kann sein, dass das täuscht und ich da Unrecht spreche. Der Erfahrung nach halte ich das aber für wahrscheinlich.
 
Hallo zusammen :-)


vielen vielen Dank für Eure Beiträge.

...hier nochmals ein kleiner Nachtrag zu den rechtlichen Turbulenzen - und Auseinandersetzungen -

- am 13. April hat sich ONLYOFFICE über Lizenzverstöße seitens Euro-Office beschwert.

Und ja: das ist wirklich ein komplexer Stoff, eine dynamische Geschichte: - und wer hätts gedacht - da passiert fast jeden Tag etwas. Deshalb hier ein kleiner Nachsatz - der nun etwas Neues liefert.

Bobby Borisov (von Linuxiac.com), er hat nun darauf aufmerksam gemacht: auf folgenden Sachverhalt : (Bobby schreibt wie folgt - und ich übersetze das:)

Die Free Software Foundation hat nun (am 17.4) Stellung genommen und bemerkt wie folgt: OnlyOffice darf AGPL nicht zur Einschränkung von Forks verwenden: Die Free Software Foundation (FSF) erklärt, OnlyOffice dürfe AGPLv3 nicht nutzen, um Forks zusätzliche Beschränkungen aufzuerlegen. Dies verschärft den Lizenzstreit um Euro-Office.

Wen dies nun näher interessiert, der kann gerne hier weiterlesen - auf dem Blog von Bobby Borisov und einem seiner neuen Beiträge:

Free Software Foundation Says OnlyOffice Cannot Use AGPL to Restrict Forks: https://linuxiac.com/fsf-says-onlyoffice-cannot-use-agpl-to-restrict-forks/

Zitat (Bobby): "The Free Software Foundation says OnlyOffice cannot use AGPLv3 to impose extra restrictions on forks, escalating the Euro-Office licensing dispute und er (also Bobby) bezieht sich hier auf folgenden Artikel der FSF: https://www.fsf.org/blogs/licensing/agpl-is-not-a-tool-for-taking-freedom-away

[thank you, dear Bobby! ☺ ]

Hmm - ich denke mal dass diese Auseinandersetzung wohl weitergehen wird- hier gibts noch sicher einige Updates. Es bleibt spannend.

Danke, nochmals für all eure Beiträge!!

Schoenen Einstieg ins WE euch allen! :-)



PS - Update: Hallo und guten Tag, :)

Da ist ne echte Dynamik drinne. Fast jeden Tag passiert was neues!

vgl. auch die neue Meldung von GNU Linux :: https://gnulinux.ch/

Bei der neuen europäischen Office-Suite geht es voran. Die Lizenzfrage ist geklärt, der Umbau nimmt Fahrt auf und weitere Organisationen beteiligen sich an dem Projekt. In Kürze soll eine Roadmap erscheinen.

Quelle: https://gnulinux.ch/euro-office-schreitet-voran

bin sehr gespannt wies nun weiter geht.

Viele Grüße
 
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