Man sollte nicht vergessen, dass die meisten Erfindungen die böse Folgen hatten, nicht mit dieser Absicht geschaffen wurden. Dynamit ist ein gutes Beispiel dafür, Alfred Nobel hat es erschaffen, weil damals im Bergbau Nitroglycerin verwendet wurde, was ein potenter, aber extrem instabiler Sprengstoff ist, mit dem es sehr viele Unfälle gab. Es reichte wenn eine Flasche Nitroglycerin herunterfällt um eine Explosion auszulösen. In der Absicht das Problem zu lösen, hat Nobel dann Dynamit erfunden, welches viel stabiler ist, erstens ist es nicht mehr flüssig und dann kann man eine Stange davon auf den Boden werfen, ohne das irgendwas passiert.
Das hatte aber nicht nur zur Folge, dass die Unfälle im Bergbau drastische zurückgingen, man konnte es nun auch in der Artillerie verwenden, wo eine Granate mit Nitroglycerin schon beim Abfeuern explodiert wären. Das hat Alfred Nobel dann ein sehr schlechtes Image beschert, weshalb er dann die Nobelpreise gestiftet hat um nicht als der Händler des Todes in die Geschichte einzugehen, denn natürlich hatte die Stabilität von Dynamit auch den Vorteil, dass er es in Massen in seinen Fabriken herstellen und zu den Kunden transportieren konnte. Nitroglycerin wurde hingegen oft vor Ort hergestellt um eben das Transportrisiko zu minimieren.
Ein anderes Beispiel wäre das Blei im Benzin zu Erhöhung der Oktanzahl und damit der Klopffestigkeit. Eine höhere Oktanzahl erlaubt eine höhere Verdichtung und damit bessere Effizienz und Leistung des Motors. Aber leider ist Blei eben auch sehr giftig. Ähnlich lief es mit Dingen wie luorchlor-Kohlenwasserstoffen (FCKW), die toll z.B. als Kühlmittel und Treibmittel in Spraydosen waren, aber eben der Ozonschicht schaden und damit die UV Strahlung erhöhen, Polychlorierte Biphenyle (PCB), ein guter Weichmacher, gute eine Isolierflüssigkeit etc. und Dichlordiphenyltrichlorethans (DDT) (dafür hat sein Erfinder Paul Müller sogar einen Nobelpreis bekommen), ein erstklassiges Insektizid, wurden mit den besten Absichten erfunden. Aber leider waren beide nicht nur gesundheitsschädlich, sondern obendrein auch noch extrem langlebig. Oder Contergan, ein Beruhigungs- und Schlafmitteln welches auch gegen Schwangerschaftsübelkeit half, aber leider zu Fehlbildungen des Fötus führen konnte.
Noble Absichten zu haben wenn man etwas erfindet/erschafft, schützt also noch lange nicht davor das es sehr negative Folgen haben kann. Deshalb, weil man eben solche Dinge in der Vergangenheit immer wieder erlebt hat, gibt es in der EU das Vorsichtsprinzip, man muss erst beweisen, dass etwas sicher ist, bevor man es auf den Markt bringen kann. In den USA hatte die Wirtschaft schon immer mehr Einfluss auf die Politik und daher kann man dort noch immer alles auf den Markt bringen und nur wenn die Folgen so gravierend negativ sind, dass die Bevölkerungen schon fast rebelliert, wird etwas verboten. Das sind halt unterschiedliche Ansätze um damit umzusehen und den Techmilliadären gefällt der europäische Ansatz verständlicherweise weniger, ist der andere doch einfacher und erlaubt mehr Gewinn, auch wenn es eben auf Kosten der Allgemeinheit geht. Man schau sich nur Teslas FSD/Autopilot an und wie viele Menschen schon gestorben wird, wenn das Mist mal nicht korrekt funktioniert hat. Selbst in den USA gibt es da nun Gegenwind, weil die Versprechen zu weit von der Wirklichkeit abweichen, aber allein die Bezeichnung "Full Self-Driving (Supervised)" ist ja in sich ein Widerspruch.
Wem der US Ansatz alles auf die Menschheit loszulassen was Firmen erfinden und es erst dann zu verbieten, wenn die negativen Folgen nicht mehr zu leugnen sind, besser gefällt als der europäische Ansatz erst die Folgen zu prüfen, der möge bitte in die USA auswandern, statt zu versuchen den europäischen Ansatz zu ändern!
hat niemanden geschützt hat.
Perfektes Deutsch, auch welchem Land ist dieser Bot?