Dass jetzt wieder überall das Thema "Pflichtversicherung" hoch und runter diskutiert wird, wegen des Hochwassers.
Ne private Pflichtversicherung die zunehmend unvermeidliche Schäden versichern soll, also Geld ausgeben muss für Versicherungsleistungen und gleichzeitig Geld zusammenhalten soll für Gewinne die an Shareholder abgeführt werden soll ist auch so ne Idee, da fehlen mir die Worte.

Weil am Ende heißt es dass Versicherungen ihr Risiko über Rückversicherungen absichern und das Kartenhaus bricht zusammen wenn irgendwo mal was passiert (Vgl. Ahrtal oder Unterallgäu), dann die erste Versicherung wackelt, dann die Rückversicherung wackelt, ... Dann gibts zwangsweise so ne Lehmann Brothers Situation.
Und in dieser Situation ist es dann nur "Springt der Staat ein?" weil too big to fail oder lässt man das Versicherungskartenhaus zusammenklappen.
Und dann ist die Frage: Warum überhaupt ne private Elementarpflichtversicherung? Warum nicht gleich nen aus Steuermitteln finanzierten Hochwasserhilfefonds, wenn am Ende so oder so der Steuerzahler zahlt, entweder um Versicherungen zu retten oder aber Arbeitslosengeld für Angestellte vom kollabierten Versicherungssektor?
Macht es nur für alle teurer und die an der gleichen Stelle wieder aufgebauten Buden werden in den nächsten 25 Jahren wieder wegggespült.
Die These dass es immer an der gleichen Stelle wieder zu Hochwasser kommt, also dass jetzt noch mal die Ahr wie vor Jahren eskaliert halte ich anhand der mir bekannten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Klimawandel und Extremwetterereignisse und stationäre (= unbewegliche, nicht vom Wind weitergetriebene) Unwetter für ne steile These.
Vielleicht sollte man mal über Ursachen, Prävention u.ä. diskutieren, anstatt wie man den Schaden bezahlt und wieder die gleichen Fehler macht.
Dann reden wir aber über Städtebau, Rekultivierung von begradigten Flussläufen, geplante Überflutungsflächen, Rückhaltebecken usw.
Also um einen grundlegenden Wandel aller deutschlandweit geltenden Bau- und Flächennutzungsordnungen.
Da musst du erstmal ein paar Amtsstuben fluten um da den Muff der Jahrhunderte rauszuspülen.
So sehr ich die Diskussion um Ursachen, Prävention usw. unterstütze, die Konsequenz wenn man es zu Ende denkt begrüße, ich habe meine Zweifel an der Umsetung.
Achja, alles nicht meine Meinung, sondern ne Kurzzusammenfassung von hunderten Stunden Themenpodcast mit Experteninterviews usw.
Wer nen Start will:
2045 - by design or desaster. Der Podcast beschäftigt sich mit Ursachen und Gegenmaßnahmen zum Klimawandel und der grundsätzlichen Frage: Können wir den Wandel gestalten oder wird die Natur uns eine neue Welt aufzwingen?
PS: Wer die Schriftform über Podcasts bevorzugt: Club of Rome - Earth for all und IPCC Klimabericht.
PPS: Und dann brauchts auch eigentlich keinen oben erwähnten Hochwasserhilfefonds, sondern wieder "nur" den weiter unten genannten grundlegenden Wandel aller deutschlandweit geltenden Bau- und Flächennutzungsordnungen. Und ein wenig Steuergeld für die Umsetung der Anpassungsmaßnahmen.