plutoniumsulfat
Urgestein
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Bäume Pflanzen heißt nicht das man diese nur in DE Pflanzen kann.
In Afrika wollen ein Bund aus Länder einen dicken fetten grünen Streifen Pflanzen und sind dabei Entschlussfreudiger als die meisten westlichen Länder. Man könnte sie dabei unterstützen.
Aber das muss nicht die einzige Möglichkeit sein das Geld Sinnvoll zu verwenden. Wenn dann sollte es ja um Ursachenbekämpfung gehen.
Eben, das sehe ich ja ganz genauso. 200 Sachen fahren und dafür nen Baum pflanzen, macht die Sache auch nicht wirklich besser.
Und na klar sind auch ein Großteil der Normalos dagegen, warum auch nicht?
Wenn ich mir für 60k nen Golf R kaufe (oder lease oder was auch immer) und damit 1x am WE im Monat über die AB ballern will, dann mache ich das nicht, weil ich das muss, sondern weil ich das will.
Oder wenn ich mit 160 schneller an die Ostsee will als mit 130.
Das eine ist Spaß, das andere ist Zeitersparnis.
Die Zeitersparnis bewegt sich im Bereich weniger Minuten. Dafür wird dann ein Vielfaches an Geld, Stress und CO2 verbrannt. Aber hauptsache beim Wocheneinkauf das Klopapier in nem anderen Laden geholt, weil es pro Rolle 2ct günstiger ist.
@Daunti
Klar ist das Bullshit. Ich vergesse immer, dass die Umweltaktivisten und FFF-Leute neben einem Dr. (mit summa cum laude) in Umweltwissenschaften auch noch einen Dr. (ebenfalls mit summa cum laude) in VWL haben und sie damit die einzigen sind, die die Gesamtwirkung einer Änderung in einem Bereich auf den anderen Bereich bewerten können.
Ich bin halt nur nen dummer Ing. Aber an der BW-Hochschule wird sowas natürlich vermittelt, schließlich trägt man da ja eh schon grün...
Diese ganze Umweltdiskussion können wir uns als Gesellschaft nur erlauben, weil wir keine (wirklichen) anderen Probleme haben und auch das nötige Spielgeld.
Auch wenn die Autolobby mit ihrer Schwarzmalerei gerne übertreibt, so ist das im Problem im Kern tatsächlich da.
Das Geld, was die Autoindustrie verdient, speist riesige Wirtschaftskreisläufe. (neben den fetten Portmonais der Geldgeber)
Und an diesem Geld hängt dann neben den direkten KFZ-Innovationstreibern auch der Maschinen- und Anlagenbau. Denn die treiben mit diesem Geld ihre Innovationen und diese Innovationen sorgen dafür, dass sie auf dem Weltmarkt bessere Produkte anbieten können. Daher finanziert die Autoindustrie also zum Teil die Exportwirtschaft.
Ohne das Geld wären also die Exportprodukte nicht mehr so wettbewerbsfähig.
Und der Spaß geht noch viel viel weiter. Und das ist das Problem, warum man da nicht mit der Axt rangehen sollte, sondern eben mit bedacht.
Das ganze ist ein Mikado-Spiel und da beschäftigt man sich am Anfang nicht mit dem unten liegenden Mikado (der Kern), sondern mit den oben drauf.
Wie gesagt, es wird nicht so heiß gegessen, wie andere es annehmen, da können aber schon Kleinigkeiten zu einem Butterflyeffekt führen.
Und der das Thema Homeoffice ist nicht ganz so easy. Wenn die Leute nämlich nicht mehr ihre Auto für den Weg von/zur Arbeit verheizen, dann kaufen sie auch weniger Autos.
Jetzt liegt der Trick darin, dass diese Minderwirtschaftsleistung kompensiert wird. Evtl. eben durch mehr IT-Dienstleistung, die es eben braucht.
Evtl. ist das ein Katalysator für den IT-Standort .de und damit ein Wegbewegen von der großen Abhängigkeit der (Auto)Industrie.
Was dann wiederum weniger Abhängigkeit von diesem Geldkreislauf hätte und man damit einfacher Änderungen in dem Bereich vornehmen kann
Diese Wirtschaft sind keinen einzelnen bubbles, die nichts mit einander zu tun haben. Das ist ein riesiger Haufen an Mikado-Stäbchen, bei dem es gilt, dass der nicht komplett zusammensackt.
Denn was bringt es einem, wenn wir tolle Umweltpolitik machen, aber in 10 Jahren alles den Bach runtergegangen ist und wird dann solche Typen wie den Regenwaldroder in Südamerika haben, der den ganzen Scheiß einreißt und um Energie zu erwirtschaften die z.B. aufgeforsteten Wälder als Brennmaterial verwendet.
Wie gesagt, wir können aktuell nur Umweltpolitik machen, weil wir mehr oder minder gute Wirtschaftspolitik machen.
Also, ja, das Tempolimit ist keine große Sache, aber dessen Negativfolgen können eine große Sache sein.
Diesen Unterschied soltest du bei der BW eigentlich auch schon gelernt haben. Der Einsatz des kleinen Fingers am Abzug deines G36 ist auch keine große Sache, aber trift du jemanden (gewollt oder ungewollt), kann dessen Wirkung (auf beiden Seiten) eklatant sein.
Es gibt immer einen trade-off und dieser sollte wohl durchdacht sein.
Daher auch der Hinweis mit der Entscheidungsfindung. Man trifft nicht einfach so Entscheidungen (das kannst du am Regal im Lidl machen), man bewertet die Vor-/Nachteile und trifft dann Entscheidungen.
Der Absatz ist nicht unwichtig, du hast Recht, dass hier viel zusammenhängt, was man auf den ersten Blick nicht auf dem Schirm hat. Dennoch gibt es da zwei Punkte zu bedenken: Die wirtschaftlichen Folgeschäden sind weitaus höher als dass, was wir heute sehen. Wenn Extremklima zunimmt, hat davon vielleicht die Baubranche was und die Klimaanlagenhersteller werden sich auch ganz dolle freuen. Viele andere jedoch werden dann ebenfalls untergehen. Von daher müsste hier eine drastische Änderung zum heutigen System her.
2: "Wie gesagt, wir können aktuell nur Umweltpolitik machen, weil wir mehr oder minder gute Wirtschaftspolitik machen." Nein, genau das ist der falsche Ansatz. Man kann auch gute Umweltpolitik machen, wenn man keine gute Wirtschaftspolitik macht. Viele umweltpolitische Projekte ließen sich viel günstiger umsetzen. Warum ist denn zB Kohle so billig? Weil sie bis zum erbrechen subventioniert wird. Da werden teilweise Milliarden Euro an "Subventionen" für ein paar Tausend Arbeitsplätze rausgehauen. Ein par Vorstände sind dann glücklich, die entscheidenden Politiker haben ihre Rente aufgebessert und ein paar Mitarbeiter müssen sich keinen anderen Job suchen. Auf der anderen Seite verhindert das viel mehr Arbeitsplätze in anderen Bereichen.
Umwelt und Wirtschaft sind keine Gegensätze. Umwelt und Gier schon.
In den Niederlanden sind sie tagsüber auf 100 gegangen. DAS ist dann in der Tat schon lästig, weil die LKWs auch auf dem Tacho so ihre 90 schaffen. Da hat man schon das Gefühl, beim überholen in einer verkehrsberuhigten Zone zu sein. Soweit muss es für meinen Geschmack nicht unbedingt gehen.
Ist doch super? Tempomat 95 und hinterher. Spritverbrauch geht nen Drittel runter und du bist vielleicht 20 Minuten länger unterwegs. So what?





