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Wird übertakten mit dem P45 komplizierter?

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Auch wenn Intels neuer Mainstream-Chipsatz P45 erst in ein paar Wochen offiziell vorgestellt wird haben wir bereits einige Vorserien-Platinen gesehen, die offensichtlich kurz vor der Marktreife waren. Dies bedeutet allerdings ebenfalls, dass entsprechende Platinen seit einiger Zeit in den Händen von Testern sind die die Mainboards auf Herz und Nieren überprüfen. Ein solcher ist beispielsweise Tony Leach von OCZ, welcher für einige Hersteller BIOS-Versionen testet. Richard Swinburne von bit-tech.net hat mit ihm und einigen MSI-Ingenieuren gesprochen und erfahren, dass der P45 einige Einstellungsmöglichkeiten des X38 und X48 bieten wird. Dies hat zur Folge, dass für gute Overclocking-Ergebnisse einige neue Einstellmöglichkeiten gelernt und verstanden sein müssen. Während dies für Extrem-Übertakter Anlass für Freude ist, könnte es für viele andere hinderlich werden.Extrem-Übertakter haben nun mehr Möglichkeiten höchste Taktraten aus den Komponenten herauszukitzeln, ohne gleich zu Intels teuerstem Chipsatz greifen zu müssen, doch gerade Anfänger könnten durch die vielen Einstellungen verwirrt werden. Doch warum bauen die Ingenieure diese Einstellungen ein? Der Grund dürfte wohl sein, dass der FSB langsam aber sicher an die Grenzen stößt und der Bus daher leichter aus dem Tritt geraten kann und schwerer synchron zu halten ist.

Die neuen Einstellungsmöglichkeiten sind Clock Skews, CPU PLL Voltages, GTL Reference Voltages, CPU VTT und die damit im Zusammenhang stehenden GTLs. Während es für CPU VTT, CPU PLL sowie die GTLs bereits Erfahrungswerte und Grenzen gibt, kostet es dennoch einige Zeit die richtigen Einstellungen zu finden. Insbesondere bei Vierkern-Prozessoren können die richtigen GTL-Einstellungen für mehr Stabilität sorgen. Da diese aus zwei physikalischen DIEs bestehen kann einer der Beiden den eingestellten FSB erreichen, während der Andere nicht mehr stabil läuft. Dies resultiert darin, dass beispielsweise Prime auf zwei der vier Kerne nicht stabil läuft (Core 0 und 1 oder Core 2 und 3). Tony Leach ging hier sogar so weit und empfahl die Spannungen mit einem Multimeter nachzumessen, da dies sehr geringe Spannungsänderungen sind und diese bei Effekten wie vDrop oder vDroop stark von den eingestellten Werten abweichen können.

Größere Probleme bereitet da schon eher die Einstellmöglichkeit für Clock Skews. Im Chipsatz müssen die Daten vom FSB zum Arbeitsspeicher geleitet werden. Bei hohen FSB- und RAM-Takten sowie schnellen Timings wird die Zeit, die die Daten hierfür zugesprochen bekommen immer geringer. Dies kann dazu führen, dass Daten nicht rechtzeitig ankommen, was ein instabiles System zur Folge hat. Das Problem an der Geschichte ist nun, dass dies ein Blindflug ist, da diese Einstellung nicht nur von den oben genannten Faktoren abhängt, sondern auch von dem verwendeten Prozessor, dem Mainboard, dem Arbeitsspeicher und sogar der BIOS-Version. Wird nun nur eine einzige Komponente geändert muss die Einstellung neu ausgelotet werden.

Die Anwender haben nun verschiedene Möglichkeiten wie sie auf die neuen Zustände reagieren: sie spielen das Spiel mit und investieren viel Zeit oder geben sich mit gegebenenfalls schlechteren Overclocking-Ergebnissen im Vergleich zu anderen Nutzern mit dem gleichen Chipsatz zufrieden, warten bis Intels Nehalem herauskommt mit einem neuen seriellen Bus namens Quickpath, da die Einstellung nur aufgrund des antiquierten FSB-Protokolls notwendig sind, oder wechseln zu AMD, da dort diese Einstellungen ebenfalls nicht notwendig sind. Wenn alle Einstellungen auf "Auto" belassen werden, sollte sich das Overclocking-Ergebniss auf dem Niveau eines Mainboard mit P35-Chipsatz befinden.



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