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Arctic P614 BT im Kurztest

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arctic-p614bt-04-700x700Wer ein Headset für den PC und unterwegs sucht, muss häufig Kompromisse eingehen. Reine Gaming-Modelle bieten oftmals keine wirklich alltagstaugliche Optik, im Gegenzug muss man bei gewöhnlichen Lösungen oft Einbußen bezüglich des Tragekomforts und der Sound-Qualität hinnehmen - außer man investiert einen klar dreistelligen Betrag. Mit dem P614 BT will der Schweizer Zubehör-Spezialist Arctic diese Lücke schließen.

Vollkommen neu ist das Headset aber nicht. Denn in weiten Teilen basiert es wie die kabelgebundene Variante P614 auf dem Vorgänger P402. Gegenüber dem P614 unterscheidet sich die hier getestete Bluetooth-Version nur in zwei Punkten: Eine Anschluss-Buchse für Kabel gibt es nicht, dafür verbaut Arctic einen 850 mAh fassenden Akku, der per Micro-USB geladen werden kann. Für Interessenten wichtig: Zwar gibt das Unternehmen die unverbindliche Preisempfehlung mit 89,99 Euro an, zum Verkaufsstart bietet Amazon den Kopfhörer jedoch bis Ende März für nur 39,99 Euro an.

Optik und Hardware

Vor allem optisch ähnelt der P614 BT seinem Vorgänger. Die Kopfhörermuscheln des On-Ear-Headsets bestehen überwiegend aus Kunststoff. Außen sorgt eine Aluminiumapplikation mit Herstellerlogo für ein ansprechendes Design, innen setzt Arctic auf dicke Ohrpolster. Was hier jedoch wie echtes Leder aussieht, ist lediglich künstlich. Beim Bügel setzt man ebenfalls auf eine Mischung aus Kunststoff und Metall, im oberen, auf dem Kopf aufliegenden Bereich, kommt erneut PU-Schaum mit Plastikummantelung zum Einsatz. Für Auflockerung sorgt hier Mesh-Optik. Insgesamt wirkt das Design des Headsets hochwertig, vor allem im Bereich Ohrmuscheln. Allerdings hätte der Griff zu anderen Materialien an mancher Stelle nicht geschadet.

Schlichtes Design und nicht immer hochwertige Materialien: Das Äußere überzeugt nicht völlig
Schlichtes Design und nicht immer hochwertige Materialien: Das Äußere überzeugt nicht völlig

Nichts zu kritisieren gibt es hingegen an der Bedienung des P614 BT. Sämtliche Elemente sind in der linken Muschel untergebracht, nach einigen wenigen Stunden gelingt die Nutzung der drei Tasten auch blind problemlos. Im vorderen unteren Bereich hat Arctic die beiden Tasten für den nächsten und vorherigen Titel untergebracht, im hinteren Bereich eine Multifunktionstaste, mit der nicht nur die Lautstärke reguliert werden kann, sondern auch eingehende Telefonate angenommen, Gespräche beendet und das Headset ein- und ausgeschaltet werden können. Dazwischen sind die durch eine Gummikappe geschützte Micro-USB-Buchse sowie eine Status-LED untergebracht.

Die Erstinbetriebnahme des P614 BT geht dank Bluetooth erwartet leicht vonstatten. Nach dem Laden des Akkus und dem Einschalten kann des Headset mit den verschiedensten Endgeräten gekoppelt werden, üblicherweise mit PCs, Smartphones oder Tablets. Einen kleinen Vorteil hat hier derjenige, dessen Hardware NFC unterstützt. Denn auch die Kopfhörer verstehen sich auf den Kurzstreckenfunk, das kurze Heranführen von Smartphone und Co. an die linke Muschel reicht dann, um die Koppelung herbeizuführen.

Bedienelemente, Status-LED und Ladebuchse im Blick
Bedienelemente, Status-LED und Ladebuchse im Blick
Treiber 50 mm, Neodym
Freqeunzbereich Kopfhörer 20 Hz bis 20 kHz
Empfindlichkeit Kopfhörer 105 dB (+/- 5 dB)
Impedanz 32 Ohm
Empfindlichkeit Mikrofon -42 dB (+/- 3 dB)
Akku 850 mAh
Schnittstellen Bluetooth 4.0 (aptX), NFC
Lieferumfang Headset, Ladekabel, Tragetasche
Gewicht 204 g
Produktseite http://www.arctic.ac

Weitaus wichtiger ist jedoch das, was Arctic an Audio-Komponenten verbaut. Neben den Modulen für Bluetooth 4.0 mit aptX-Unterstützung und NFC kommen zwei 50-mm-Neodym-Treiber zum Einsatz, die laut Hersteller einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz abdecken sollen und eine Impedanz von 32 Ohm bieten. Die Empfindlichkeit der Kopfhörer gibt man mit 105 dB (+/- 5 dB) bei 1 kHz an, die des Mikrofons - untergebracht im unteren Bereich der linken Muschel - mit -42 dB (+/-3 dB). Die Leistungsdaten entsprechen damit denen des Vorgängers, aber auch denen der kabelgebundenen Variante P614 - auch mit den Werten der direkten Konkurrenz stimmt man weitestgehend überein.

Klangeindrücke

Nicht selten weichen die Herstellerangaben hinsichtlich des Frequenzbereichs von den tatsächlichen ab. Statt hochwertige Audio-Qualität wird dem Zuhörer dann eher „Klangmatsch“ präsentiert. Im subjektiven Sound-Test des P614 BT fällt auf, dass auch Arctic mehr verspricht, als man am Ende tatsächlich bieten kann. Aber: Im direkten Vergleich mit in diesem Punkt nachweislich hochwertigen Kopfhörern fallen die Einbußen vergleichsweise gering aus.

In Sachen Bass steigt das Headset erst oberhalb der versprochenen 20 Hz ein, im sehr hohen Bereich reicht es nicht ebenfalls nicht bis zu den Herstellerangaben. Darüber hinaus ist der Kopfhörer doch klar von einer linearen Wiedergabe entfernt, den auf der Homepage verwendeten Zusatz Studio trägt das Headset damit eher zu Unrecht. Allerdings deutet der Preis dies schon mehr als deutlich an.

Reisetasche und Ladekabel gehören zum Lieferumfang, perfekter Klang hingegen nicht
Reisetasche und Ladekabel gehören zum Lieferumfang, perfekter Klang hingegen nicht

Beschränkt man sich auf die vermutlich eher vorgesehene übliche Nutzung am Smartphone oder PC, fallen die Einschränkungen weniger auf. Ist die Ausgangsqualität hinsichtlich Kompression und Bit-Rate ausreichend hoch, bietet das P614 BT eine gute Figur. In allen Frequenzbereichen wird ein insgesamt ausreichendes Klangvolumen geboten, auch bei sehr hohen Frequenzen lassen sich Unterschiede feststellen. Auffallend unauffällig verhält sich das Headset im mittleren Bereich, hier liegt die größte Audio-Stärke des Geräts. Die Schwächen findet man hingegen bei sehr tiefen Tönen, die bei sehr hoher Lautstärke leicht verzerrt werden, sowie bei der Wiedergabe von Musik mit im Original hohem Dynamikumfang.

Das integrierte Mikrofon kann in Sachen Audio-Qualität nicht ganz mithalten. Zum einen werden störende Nebengeräusche nicht herausgefiltert, zum anderen wird Gesprochenes vergleichsweise leise aufgezeichnet.

Auffälligkeiten

Abgesehen von der im Hinblick auf den Preis insgesamt noch guten Audio-Qualität gibt es noch weitere Auffälligkeiten. Die erste betrifft die Laufzeit. Arctic verspricht mit einer Ladung des fest verbauten Akkus Betriebszeiten von bis zu 30 Stunden. Im Test konnte im Dauerbetrieb bei mittlerer Lautstärke jedoch nur knapp ein Tag erreicht werden. Ebenfalls anders als vom Hersteller beschrieben verhält es sich mit der Bedienung des Headsets. Zwar fällt das Auffinden der Tasten und deren Funktion nach kurzer Zeit leicht, das Multifunktionselement konnte jedoch nicht immer zuverlässig zum Annehmen von Telefonaten genutzt werden. Und auch die Lautstärkeregelung ist alles andere als intuitiv. Denn anstatt das integrierte Rad nur leicht in die entsprechende Richtung tippen zu müssen, muss die Bewegung bis zum Anschlag erfolgen - für jeden Schritt jeweils einmal.

Der Tragekomfort ist ausreichend, die Polster sorgen jedoch für verschwitzte Ohren
Der Tragekomfort ist ausreichend, die Polster sorgen jedoch für verschwitzte Ohren

Weniger auszusetzen gibt es hinsichtlich des Tragekomforts. Sieht man einmal von sehr großen Köpfen ab, reichen die Anpassungsmöglichkeiten völlig aus, störenden Druck gibt es erst bei großen Umfängen. Allenfalls die sich stauende Hitze fällt negativ auf, nach ein bis zwei Stunden sind die Polster verschwitzt.

Ein anderes Manko: Das Anpassen des Kopfhörers erfolgt stufenlos, was vor allem beim Nutzerwechsel ein zwar nicht umständliches, aber dennoch unnötiges Neuausrichten nötig macht - mit verschiedenen Stufen hätte man dies umgehen können.

Fazit

Seine wichtigste Aufgabe erfüllt das P614 BT ordentlich. Wiedergegebene Musik wird in weiten Teilen nicht verfälscht, etwas mehr Dynamik sowie stabilere Pegel würden jedoch nicht schaden. Gleiches gilt für stellenweise hochwertigere Materialien, mit denen man auch das auftretende Schweiß-Problem entschärfen könnte. Angesichts des avisierten Preises von knapp 90 Euro sind die Kritikpunkte jedoch verschmerzbar, denn in allen Punkten bessere Konkurrenten sucht man in diesem Preisbereich vergebens. Auch, weil Arctic auf die weitere Ausstattung geachtet hat, beispielsweise in Form von NFC oder dem großen Akku, der zumindest knapp einen Tag durchhält.

Arctic P614 BT: Für das Smartphone ausreichend, für Gaming oder die HiFi.Anlage jedoch nicht
Arctic P614 BT: Für das Smartphone ausreichend, für Gaming oder die HiFi.Anlage jedoch nicht

Insgesamt kann man mit dem P614 BT deshalb nur wenig falsch machen. Für die Musikwiedergabe an Smartphone oder Tablet reicht das Headset aufgrund deren meist bescheidener Ausgangsqualität völlig aus, für die heimische, aptX-taugliche Hi-Fi-Anlage sollte man jedoch zu anderen Produkten greifen.

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Kommentare (1)

#1
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Registriert seit: 17.12.2002

Miles are my Meditation
Beiträge: 58761
Welcher Hörer wurde als Referenz genommen und mit welchen Titeln wurde getestet?

Mal ein Beispiele wie Klangbeschreibungen und ein Audiotest aussehen sollte:

http://www.hardwareluxx.de/community/f267/phonak-audeo-pfe111-vs-shure-se425-v-vs-westone-um-3x-851104.html#post17933601

Für diesen "Test" würde ich in Schulnoten maximal eine 4 vergeben, eher in Richtung 5.

Für eine bessere Note ist der Teil der Klangeindrücke einfach nicht ausführlich genug, es fehlt eine Referenz. Ansonsten ist der Text gut und flüssig lesbar geschrieben, die Fotos von guter Qualität. :)

Mal ein Beispiel, wie man es besser machen kann:

http://www.hardwareluxx.de/community/f267/phonak-audeo-pfe111-vs-shure-se425-v-vs-westone-um-3x-851104.html#post17933601

P.S. Wie steht es um die Abschirmung gegen Außengeräusche? Da das Gerät als mobiler Begleiter konzipiert ist, wäre dies ein wichtiger Punkt.
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