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Technik-Check: Was ist NFC?

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teaserNFC ist in aller Munde. Doch was ist eigentlich NFC? Das wollen wir im folgenden Artikel klären und Hinweise auf aktuelle und zukünftige Nutzungsmöglichkeiten geben. Natürlich werden wir uns auch ein entsprechendes Telefon ansehen, das mit NFC arbeitet und dies schon entsprechend einsetzt. Zunächst fragen sich sicherlich einige: was bedeutet das eigentlich? NFC ist eine Abkürzung für "Near Field Communication" - also Nahfeldkommunikation. Und das beschreibt auch schon sehr gut, zu was NFC in der Lage ist. Kurzstrecken von etwa 4 cm können so kabellos überbrückt werden, um bspw. Informationen auszutauschen. Damit können mit dem passenden Gegenstück zum Beispiel Daten übertragen oder Aktionen ausgelöst werden.

Als Demonstration haben wir uns Sonys Xperia S (zum Test) näher angesehen - denn hier ist nicht nur NFC implementiert, um bei den Spezifikationen zu glänzen. Wo andere Geräte wie das Galaxy Nexus zwar NFC verbaut haben, es bislang aber nur wenig Nutzen findet, hat Sony direkt sogenannte "Smarttags" beigelegt, die über einen bestimmten Code verfügen. Kommt man nun mit den Smarttags in die Nähe des Xperia S öffnet sich eine bestimmte Applikation, bei der man einstellen kann, was bei der Kontaktaufnahme passieren soll - von Statusänderungen über SMS oder das Ausschalten von Verbindungen ist vieles möglich. Im obigen Video demonstrieren wir kurz die besagte Funktion.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten und die Zukunft:

Auch die Bahn nutzt mit Touch&Travel schon NFC - bislang aber nur als Nische, denn die meisten Smartphone-Apps für den Kartenkauf funktionieren per Ortungsfunktion.

Aber nicht nur für diesen Anwendungsfall kann man NFC nutzen. Auch Google wird mit dem "Wallet" genannten Dienst einen neuen Zahlungsdienst einführen, bei dem man einfach sein Smartphone auf den Tresen legt und kurz bestätigt, dass man die Transaktion durchführen möchte. Schon ist das gewünschte Produkte ohne Zücken des Portemonnaies gekauft. Durch die bislang eher geringe Verbreitung von NFC-Smartphones wird es aber wohl noch ein wenig dauern, bis gerade in Deutschland die Zahlung per Smartphone üblich wird. Doch man könnte das Szenario weiter spinnen: Es gäbe die Fahrkarte, die man einfach per NFC kauft und somit nur den Weg bezahlt, den man auch fährt, ohne sich lange durch den Tarifdschungel zu wühlen. Oder die Konzerteintrittskarte, die einen schnellen Einlass gewährt, da man so nicht mehr aufwendig kontrolliert werden muss. Erste Versuche nutzen NFC im Smartphone auch als Autoschlüssel und um bestimmte Profile im Auto zu aktivieren (Sitzposition, Radiosender). Natürlich gibt es viele, viele weitere Einsatzszenarien und mit der richtigen App auf dem Smartphone sind so gut wie alle Wünsche erfüllbar. Doch wie sieht es bei diesen ganzen, doch sehr privaten Einsatzszenarien mit der Sicherheit aus? Das werden wir im nächsten Abschnitt, den technischen Details, klären.

Technische Details:

4-small
Das Xperia S von Sony nutzt schon heute NFC - mit den sogenannten Smarttags lassen sich einfach Aktionen ausführen.

NFC baut teilweise auf RFID auf, die Übertragung kann somit sowohl aktiv-passiv als auch aktiv-aktiv geschehen. Das bedeutet, dass bspw. die von Sony verwendeten NFC-Tags keinen Strom benötigen, um ausgelesen zu werden (passiv). Das macht diese Art der Übertragung besonders einfach und vor allem langlebig. Problem: Die Sicherheit ist bei einem aktiv-passiven System nicht gewährleistet. Das geht erst mit aktiv-aktiven Systemen, bei denen aber beide Seiten mit Strom und "Intelligenz" versorgt sein müssen. Da die NFC-Smartphones immer einen aktiven Chip haben, ist also die "sichere" Variante durchaus möglich. Das Steuern der einzelnen Smartphone-Funktionen per App, wie es beim Xperia S der Fall ist, könnte aber einfach durch einen kopierten passiven Chip ausgenutzt werden. Da man dafür aber sehr nah an das Smartphone heran muss, ist die Frage, wie wahrscheinlich dieses Szenario ist. Und was könnte im Worst-Case passieren? Der "Dieb" schaltet WLAN, Bluetooth oder die Telefonfunktion an- oder ab oder verschickt eine vordefinierte SMS. 

Technisch funkt NFC auf der Frequenz von 13,56 MHz, wobei eine Reichweite von maximal 10 cm erreicht werden kann. Die Datenübertragung liegt dann bei theoretischen 424 kBit/s - für große Datenmengen also unzureichend. Kontaktdaten, Verifikationen und alles, was textbasiert ist, sollte bei dieser Geschwindigkeit aber keine Probleme verursachen. Bei der aktiven Verbindung zweier Geräte lässt sich - wie eben schon gesagt - die Verbindung auch verschlüsselt durchführen.

Kritik:

Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt - und so hat auch NFC seine Schattenseiten. Zwar funktioniert die Übertragung nur auf geringe Distanz - aber sie funktioniert. Sicher ist man nur, wenn man NFC bei Nichtgebrauch ausschaltet. Dann aber fällt der Bequemlichkeitsfaktor vollkommen weg, wodurch man auch zu anderen Methoden greifen könnte. Natürlich kommt es auch immer darauf an, wie man sein Smartphone konfiguriert hat. Nutzt man das Gerät als Bezahlmethode, hat es aber gänzlich ungeschützt, ist das ein Problem. Aber auch der vermeintliche Schutz durch einen Passcode bringt nicht immer das gewünschte Ergebnis, wie die Firma Micro Systemation mit ihrer Software XRY demonstriert. 

Verliert man das Smartphone, ist die Gefahr groß, dass ein Missbrauch der Bezahlfunktionen oder eventueller Schlüsselfunktionen, die ein Gerät in Zukunft annehmen könnte, vollzogen wird. Doch betrachten wir es mal realistisch: Verliere ich mein Portemonnaie und meinen Schlüssel, sind diese Vorhaben ebenso möglich.

Fazit:

NFC ist eine Technik der Zukunft - immer mehr Smartphones bekommen einen entsprechenden Chip, die bargeldlose Zahlung gewinnt an Bedeutung und bequem genug kann die Bedienung vieler Funktionen gar nicht sein. Aber genau hier liegt auch das Problem: Menschen mögen es bequem - und bequem ist meist eher unsicher. Denn Sicherheitsmechanismen behindern unsere Bequemlichkeit durch zusätzliche Abfragen oder Sperrmuster. Daher werden auch hier massenweise Berichte der Medien kommen, wie jemand mit einem NFC-Smartphone in die Betrügerfalle getappt ist oder dieses verloren hat und sein Konto nun leer ist. Und am Ende wird sich vermutlich herausstellen, dass er die nötigen Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten hat.

Und so ist es wie mit jeder Technik: NFC hat auch Schattenseiten, kann unser alltägliches Leben aber auch deutlich vereinfachen. Dass wir es in den nächsten Jahren nutzen werden, ist wahrscheinlich. Wie wir es nutzen - das liegt ganz an uns. 

Vorteile von NFC:

  • Autorisierung von Zahlungen, Eintrittskarten
  • schnelle Übertragung von Informationen
  • hoher Bequemlichkeitsfaktor

Nachteile von NFC:

  • immer nur so sicher, wie wir es vorsehen
  • kann wie jede andere Technik geknackt werden

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Kommentare (3)

#1
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Leutnant zur See
Beiträge: 1104
Und wieder mal kein Wort davon das es mit den neuen Blackberrys schon jetzt möglich ist zu Bezahlen. Das Bold 9900 und Curve 9360 sind von MasterCard und Visa für PayPass zertifiziert. Damit ist es heute schon möglich überall Geld abzuheben.

Aber war ja klar, dass das wieder unterschlagen wird. Und wenns Apple dann beim nächsten iPhone rausbringt ist es das Killer Feature

Quelle:
http://press.rim.com/release.jsp?id=5263
http://www.heise.de/newsticker/meldung/BlackBerry-darf-Kreditkarte-spielen-1367211.html
http://www.netzwelt.de/news/89155-zahlen-per-blackberry-mastercard-zertifiziert-bold-9900-curve-9360.html
#2
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Registriert seit: 23.03.2012

Korvettenkapitän
Beiträge: 2113
Warum ist die Sicherheit problematisch bei aktiv-passiven Systemen? Ein passives Gegenstück kann doch nicht mehr machen, als es soll und zB. nicht nach Hause telefonieren.
Die Sicherheit besorgt mich bei diesem System im Ganzen. 1-Click'n'Buy-Funktionen finde ich schon fragwürdig, aber so wie beschrieben ginge es noch leichter und schneller und wie im Bahn-Bsp. auch noch auf Rechnung, dann werden sich Leute noch schneller verschulden. Die Übertragung nur von Text ist doch völlig ausreichend. Ein Mal alle Konto- und Kontaktdaten, das ist sehr wenig Text, aber höchst interessant. Dann kommt noch das Problem dazu, was Android-Apps teils an Berechtigungen haben wollen und wie wenig Leute sich das durchlesen und danach entscheiden! ...

Zur Aktualität: Sowas habe ich vor Jahren schon in 'ner Doku über Japan/Tokyo gesehen; Handy als Schlüssel (Haus war es da) und porte-de-monnaie.
#3
Registriert seit: 25.09.2009

Hauptgefreiter
Beiträge: 200
Die Frage mag blöd kingen, aber warum seid ihr der Meinung, das Sicherheit eine Stromquelle benötigt. Es gibt schon lange RSA fähige Samartcards die nur durch Induktion Strom bekommen. Mir wäre neu, dass die nicht sicher sind. Ich persönlich finde die Bezahlmethode sogar sicherer, da ich 1. Auch ohne die Quittung einen Zahlungsbeleg habe und 2. die Bestätigung über eine PIN erfolgen kann. Was den Misbrauch durch Annäherung angeht würde ich vorschlagen, dass man das ganze mit Hilfe der Kameras am Handy sichert. In einer Tasche ist es dunkel. Man könnte also eine App schreiben, die NFC Kommunikation nur X Sekunden nach dem letzten Lichteinfall auf der Kamera erlaubt.
Bei Handys mit Front Kamera könnte man sogar die biometrischen Gesichtsmerkmale zur Autentifikation verwenden. Ich denke die Sicherheit ist mit überschaubarem Aufwand herzustellen.
mfg Verata
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