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Test: AMD Radeon HD 7990

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Seite 1: Test: AMD Radeon HD 7990

radeon7990-logoAls "New Zealand" im Dezember 2011 angekündigt, erscheint die Radeon HD 7990 nun mit einigen Monaten Verspätung unter dem Codenamen "Malta". Im Kern aber ist es die gleiche Karte, die auch schon vor 16 Monaten geplant wurde. Doch warum lässt AMD erste heute die Radeon HD 7990 auf die potenziellen Käufer los? Eine Antwort auf diese Frage haben wir nicht, wohl aber auf die aktuell Drängendste: Wie schnell ist das Ding? Doch bevor wir auf die Benchmarks näher eingehen, schauen wir uns die Radeon HD 7990 in der Referenzversion einmal etwas genauer an.

AMD spielt also schon seit Monaten mit dem Gedanken eine Radeon HD 7990 auf den Markt zu bringen, ließ sich aber aus vermutlich mehreren Gründen immer wieder davon abbringen. Der wohl wichtigste dürften technische Schwierigkeiten sein. Uns gegenüber äußerten sich einige Partner von AMD bereits auf der Computex 2012 bezüglich dieser Probleme. Am wahrscheinlichsten waren Schwierigkeiten mit dem PCI-Express-Switch PEX8747 von PLX. Auf der NVIDIA GeForce GTX 690 (Hardwareluxx-Artikel) wie auch auf der ASUS ARES II (Hardwareluxx-Artikel) und PowerColor HD7990 Devil 13 (Hardwareluxx-Artikel) war davon aber nicht wirklich etwas zu spüren. Einzig die bei Multi-GPU-Systemen immer wieder auftretenden Mikroruckler scheint NVIDIA inzwischen besser im Griff zu haben als AMD.

Bevor wir die AMD Radeon HD 7990 ausführlich vorstellen und durch unseren gewohnt breit angelegten Benchmark-Parcours jagen, werfen wir noch einen näheren Blick auf die Architektur des Grafikprozessor sowie die Vorstellung, die AMD mit dieser Karte verbindet.

AMD Radeon HD 7990 Presseinformationen

Dual-GPU-Karten sind für AMD nicht neu und mit fast jeder GPU-Generation hat man auch ein solches Modell auf den Markt gebracht, um sich die Performance-Krone aufzusetzen. Da aber NVIDIA ebenfalls solche Pläne verfolgt, ist der Sieger in diesem Rennen nicht immer ganz eindeutig. Mit der Radeon HD 7990 hat sich AMD in jedem Fall viel Zeit gelassen, denn NVIDIA hat seine Dual-GPU-Karte auf Basis der aktuellen Architektur in Form der GeForce GTX 690 (Hardwareluxx-Artikel) bereits vor fast einem Jahr vorgestellt.

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Mit der Radeon HD 7990 wagt sich AMD allerdings nicht an eine völlig Neuentwicklung für den Desktop, sondern verwendet die FirePro S10000 in einer Desktop-Version mit angepassten Taktraten. Dies ist aber ein übliches Vorgehen, wenngleich in einigen Fällen zumindest die Kühllösung angepasst wird.

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Zweimal 4,3 Milliarden Transistoren arbeiten in der Radeon HD 7990, womit man die GeForce GTX 690 mit 2x 3,52 Milliarden und GeForce GTX Titan mit 7,1 Milliarden Transistoren in diesem Punkt abgelöst hat. 8,2 TFLOPS bei einfacher Genauigkeit erreicht die Radeon HD 7990. Zum Vergleich: Die GeForce GTX Titan schafft hier 4,5 TFLOPs und die GeForce GTX 690 kommt auf fast 6 TFLOPS.

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Pro GPU stehen 3 GB GDDR5-Speicher zur Verfügung, so dass die Radeon HD 7990 auf insgesamt 6 GB kommt. Dies ist aber beispielsweise nicht direkt mit den 6 GB der GeForce GTX Titan zu vergleichen, da hier der eingesetzten GPU die vollen 6 GB zur Verfügung stehen. Was die Speicherauslastung betrifft, verhält sich die Radeon HD 7990 also wie eine Radeon HD 7970 mit 3 GB. Die einfache Addition der Speichermenge spielt eigentlich keine große Rolle.

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Sechs Displays kann eine "Tahiti"-GPU ansteuern, so dass es einer Radeon HD 7990 theoretisch sogar möglich wäre deutlich mehr als die nur fünf beworbenen Ausgabegeräte anzusprechen. Da eine Hälfte der Slotblende freibleiben sollte und sich AMD zusätzlich auch noch dazu entschieden hat einen Dual-Link-DVI-Ausgang zu verbauen, dürften die ebenfalls nur selten aufzufindenden Eyefinity-Systeme mit bis zu fünf Displays mehr als ausreichen.

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Im Vorfeld der Veröffentlichung kursierten einige Gerüchte, AMD könnte einen eigenen Chip für die Kommunikation zwischen den GPUs und dem gemeinsamen PCI-Express-Interface entwickelt haben. Letztendlich kommt aber der altbekannte PEX8747 von PLX zum Einsatz, den wir schon von zahlreichen Dual-GPU-Karten her kennen.

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Je mehr Abwärme erzeugt wird, desto mehr muss auch von den GPUs und Speicherchips sowie sonstigen Komponenten abgeführt werden. Eine Dual-GPU-Karte ist daher immer wieder eine Herausforderung für das Design des Kühlers. Bei der Radeon HD 7990 setzt AMD auf den gleichen Kühler wie bei der professionellen FirePro-S10000-Variante. Drei Lüfter und ein massiver Heatsink sollen für eine leise Kühlung der Karte sorgen. Ob dies gelingt, werden wir bei den Messungen sehen.

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ZeroCore Power ist eine Technologie, die mit der Radeon-HD-7000-Serie eingeführt wurde und dafür sorgt, dass der Idle-Stromverbrauch noch einmal reduziert wurde. Inzwischen verbrauchen Grafikkarten nur noch 10 - 15 Watt im Idle-Betrieb bei aktiver 2D-Ausgabe auf dem Display. Bei ausgeschaltetem Monitor schaltet ZeroCore Power weitere Teile der GPU ab und lässt infolgedessen auch den Lüfter stillstehen. Im 2D-Betrieb kann die Radeon HD 7990 ebenfalls eine der beiden GPUs abschalten und somit Strom sparen sowie die Nerven des Nutzers durch geringere Lüfterdrehzahlen schonen.

Architektonische Eckdaten

Nachdem wir uns die wichtigsten Features der Radeon HD 7990 angeschaut haben, widmen wir uns den technischen Daten.

AMD Radeon HD 7990
Straßenpreis zirka 900 Euro
Homepage www.amd.de
Technische Daten
GPU 2x Tahiti XT
Fertigung 28 nm
Transistoren 2x 4,3 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 950 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1000 MHz
Speichertakt 1500 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 2x 3072 MB
Speicherinterface 2x 384 Bit
Speicherbandbreite 2x 288 GB/Sek.
DirectX-Version 11.1 
Shadereinheiten 2x 2048 (1D)
Textur Units 2x 128
ROPs 2x 32
Pixelfüllrate 2x 32 GPixel/Sek.
SLI/CrossFire CrossFire

Zwei "Tahiti XT-"GPUs der Radeon HD 7970 arbeiten auf der Radeon HD 7990. Es handelt sich dabei um "Tahiti XT2"-GPUs der Radeon HD 7970 GHz Edition, und nicht um "Tahiti XT" ohne Boost wie auf der ASUS ARES II (Hardwareluxx-Artikel) und PowerColor HD7990 Devil 13 (Hardwareluxx-Artikel). Betrieben werden die beiden GPUs mit einem Takt von 950 MHz. Via Boost wird der Takt unter Last auf bis zu 1000 MHz angehoben. Die jeweils 3072 MB GDDR5-Grafikspeicher pro GPU arbeiten mit 1500 MHz und sind über ein 384 Bit breites Speicherinterface angebunden. Die Speicherbandbreite ist somit mit 288 GB/Sek. identisch mit der Radeon HD 7970 GHz Edition.

Der Einsatz von zwei "Tahiti XT"-GPUs zieht eine Summe von 4096 Stream-Prozessoren sowie 256 Textureinheiten und 64 ROPs nach sich. Auf der folgenden Seite vergleichen wir die architektonischen Daten mit der GeForce GTX 690 und GeForce GTX Titan. Somit lässt sich zumindest auf dem Papier ermitteln, wie gut AMD mit der Radeon HD 7990 aufgestellt ist.