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AMD Radeon R9 Fury X im Test

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Seite 8: Stromverbrauch, Temperatur und Lautstärke

Werfen wir nun einen Blick auf die Lautstärke, die Leistungsaufnahme und das Temperatur-Verhalten der AMD Radeon R9 Fury X. 

Lautstaerke

Idle

in dB(A)
Weniger ist besser

Lautstärke und Temperatur sind eigentlich eine Domäne einer jeden wassergekühlten Grafikkarte. Leider gilt das nicht für die Radeon R9 Fury X, denn die Pumpe auf der GPU ist recht klar aus den restlichen Systemkomponenten herauszuhören. Hinzu kommt noch, dass die Wasserkühlung in jedem Lastzustand ein extrem helles Surren von sich gibt, welches zwar vom Messgerät nicht derart laut wahrgenommen wird, was aber eindeutig herauszuhören ist. Bereits bei den ersten Demosystemen auf dem Launch-Event bei AMD konnten wir dieses Geräusch hören, konnten es aber nicht eindeutig der Radeon R9 Fury X zuordnen. Bereits nach wenigen Sekunden war uns im heimischen Office aber klar, dass die Radeon R9 Fury X mit diesem Geräusch zu kämpfen haben wird. Auch andere Samples der Kollegen weisen es auf.

Die Ursachensuche gestaltete sich recht kompliziert, da AMD empfiehlt die Karte bzw. den Kühler nicht zu demontieren. Wir haben entsprechend nur die Abdeckung des Kühlers abgenommen und hatten somit direkten Zugriff auf die Pumpe nebst Kühler. Berührt man die Pumpe an unterschiedlichen Stellen, wird das helle Surren unterschiedlich stark gedämpft. Es stammt aber zweifelsohne von der Pumpe und ist kein Spulenfiepen. Da sich ein Ton nicht besonders gut in Worte fassen lässt, haben wir eine kurze Aufnahme der Radeon R9 Fury X erstellt:

Zu den Messwerten bleibt nur folgendes zu sagen: Durch den Einsatz einer Wasserkühlung darf ein niedriger Geräuschpegel erwartet werden. Die gemessenen 33,8 dB(A) unterstreichen dies zunächst auch, allerdings werden die störenden Geräusche in gewissen Frequenzbereichen hier nicht wirklich beachtet. Vielleicht ist dies aber auch nur eine Empfindlichkeit des deutschen Marktes, der bei den Herstellern berühmt-berüchtigt für seinen Fokus auf möglichst leise Hardware ist.

Auf dem Video ist unser Testsystem mit der verbauten Radeon R9 Fury X zu hören. Wir haben die All-in-One-Kühlung des Prozessors abgeschaltet und auch die HDD ist nicht angesteckt. Die zu hörenden Geräusche konzentrieren sich daher fast vollständig auf die Grafikkarte. Besonders das helle Surren und ist dabei deutlich zu hören und selbst bei aktivierten restlichen Kühlkomponenten noch deutlich herauszuhören. AMD hat uns nach eifrigem E-Mail-Wechsel darüber informiert, dass diese Geräusche für eine derartige Pumpe normal seien. Allerdings sehe man in den frühen Samples ein ähnliches Verhalten und will für die Retail-Versionen der Karten darauf achten, dass solche Probleme nach der Endkontrolle nicht mehr auftreten.

Lautstaerke

Last

in dB(A)
Weniger ist besser

In positive Richtung schlägt das Pendel aus, wenn man die Radeon R9 Fury X unter Last betrachtet. Die Flüssigkeit der Kühlung wärmt sich nur recht langsam auf und so verbleibt die Karte sehr lange auf einem gewissen Temperaturlevel. Dies sorgt auch dafür, dass sich an der Lautstärke der Karte recht wenig tut, da die GPU-Temperatur nur langsam weiter ansteigt und die Drehzahl des Lüfters damit ebenfalls weitestgehend bei etwa 1.000 Umdrehungen pro Minute verharren kann. Innerhalb der Vergleichskarten sind die gemessenen 39,4 dB(A) ein sehr guter Wert.

Temperatur

Idle

in Grad Celsius
Weniger ist besser

Aufgrund der verwendeten Flüssigkeitskühlung ebenfalls sehr gut ist die Idle-Temperatur der GPU. Diese liegt bei gerade einmal 27 °C und damit weit unter allen luftgekühlten Karten. Allerdings ist der Idle-Zustand auch keine große Herausforderung für eine Kühlung und damit sollten die GPU-Temperaturen niedrig bleiben. Selbst High-End-Karten, die im Idle-Betrieb komplett passiv gekühlt werden, werden nun unwesentlich wärmer.

Temperatur

Last

in Grad Celsius
Weniger ist besser

Schon interessanter ist hier der Blick auf die Last-Temperatur. Bis auf 58 °C "heizt" sich die GPU auf der Radeon R9 Fury X auf. Damit liegen wir natürlich weit unter dem Temperatur-Niveau, das luftgekühlte Karten üblicherweise erreichen. Die Vorteile der Flüssigkeitskühlung liegen damit auf der Hand. Hatte und hat AMD mit der Radeon R9 290X und R9 390X noch mit hohen GPU-Temperaturen zu kämpfen, die letztendlich auch dafür sorgen können, dass die Karten den Takt reduzieren müssen, arbeitet die Radeon R9 Fury X immer mit den höchsten Taktraten von 1.050 MHz. AMD gibt eine typische GPU-Temperatur von 50 °C an. Unter Volllast soll die Karte bis zu 65 °C warm werden und die maximale Temperatur beträgt 75 °C - erst dann beginnt die Karte damit den Takt zu reduzieren.

Die maximalen 58 °C haben wir nach drei Stunden Volllast aufgezeichnet, da wir dem Flüssigkeitskreislauf etwas Zeit geben wollten, sich aufzuwärmen. Ähnlich lange Zeiträume mussten wir auch für die Messungen der verschiedenen Radiator-Positionen und unterschiedlichen Lüfter auf dem Radiator anwenden.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

in Watt
Weniger ist besser

Die Leistungsaufnahme im Idle-Betrieb ist inzwischen wenig interessant, da die restlichen Komponenten des Systems den weitaus größeren Anteil haben. AMD spricht davon, dass die Radeon R9 Fury X im ZeroCore Power Mode etwas weniger als 30 Watt verbrauchen soll. Wir sind gespannt, wann auch hier deutlich mehr möglich sein wird.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Last

in Watt
Weniger ist besser

Unter Last kommt unser Testsystem auf einen Gesamtverbrauch von 422,5 Watt. Damit kann von einem echten Sparwunder nicht die Rede sein, aber das konnte in Anbetracht der verwendeten GCN-Architektur und Fertigung auch nicht erwartet werden. Zumindest aber liegen wir auf Niveau der Radeon R9 290X und einer übertakteten GeForce GTX 980 Ti, was sich aber erst nach einem Blick auf die Leistung wirklich einschätzen lässt.

Unterschiedliche Positionen des Radiators

Wir haben im verwendeten Gehäuse für die Grafikkarten-Tests (Fractal Design Define R5) auch einmal verschiedenen Positionen und Ausrichtungen des Radiators aufprobiert. Einige davon ergeben keinen Sinn oder lassen sich nur mit Kabelbindern sinnvoll umsetzen, aber wir wollten einmal die unterschiedlichen Positionen ausprobieren und die Auswirkungen aufzeigen.

Messung unterschiedlicher Positionen des Radiators
Position im Gehäuse Temperatur
vorne/unten (in das Gehäuse saugend) 58 °C
vorne/unten (aus dem Gehäuse blasend) 59 °C
hinten/oben (in das Gehäuse saugend) 56 °C
hinten/oben (aus dem Gehäuse blasend) 60 °C

Natürlich bietet es sich immer an, möglichst kühle Luft durch den Radiator zu führen. Allerdings ist dies nicht immer mit den vorherrschenden Luftrichtungen im Gehäuse zu vereinbaren bzw. belässt die eventuell dann angewärmte Luft im Gehäuseinneren und muss danach wieder durch einen Gehäuselüfter aus dem Gehäuse befördert werden. Am ehesten dürfte der Radiator der Radeon R9 Fury X hinten auf Höhe des Mainboards bzw. CPU-Kühlers befestigt werden. Dort kann er die warme Luft auch gleich aus dem Gehäuse befördern. Im Falle des Fractal Design Define R5 kam es dann aber zu einer Kollision mit dem 120-mm-Radiator des Wasserkühlers für den Prozessor. Es gilt sich also vorher über die Möglichkeiten der Unterbringung im Gehäuse zu informieren und die Abmessungen des Radiators zu prüfen.

AMD Radeon R9 Fury X im Gehäuse
AMD Radeon R9 Fury X im Gehäuse - der Radiator wurde nur kurz abgestellt

Unterschiedliche Lüfter am Radiator

Auch getestet haben wir unterschiedliche Lüfter am Radiator der Radeon R9 Fury X. Sie sind eine der wenigen Einflussmöglichkeiten auf die Kühlung der Karte.

Messung unterschiedlicher Lüfter am Radiators
Position im Gehäuse RPM Temperatur Lautstärke
Noiseblocker eLoop B12-PS (blasend) 500 56 °C 37,5 dB(A)
Noiseblocker eLoop B12-PS (saugend) 500 58 °C 37,5 dB(A)
be quiet! Silent Wings 2 (blasend) 700 59 °C 38,2 dB(A)
be quiet! Silent Wings 2 (saugend) 700 60 °C 38,4 dB(A)
Noiseblocker BlackSilent Pro Fan PLPS (blasend) 600 56 °C 37,8 dB(A)
Noiseblocker BlackSilent Pro Fan PLPS (saugend) 600 60 °C 38,0 dB(A)
Noctua NF-F12-PWM (blasend) 300 57 °C 37,3 dB(A)
Noctua NF-F12-PWM (saugend) 300 58 °C 37,3 dB(A)

Im Vergleich zu den 39,4 dB(A) im Auslieferungszustand kann durch einen Wechsel des Lüfters also noch etwas Potenzial bei der Lautstärke der Karte ausgeschöpft werden.