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AMD Radeon R9 Fury X im Test

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Seite 1: AMD Radeon R9 Fury X im Test

amd furyx pre logoHeute ist es endlich soweit - AMD startet mit der Radeon R9 Fury X in die nächste GPU-Generation. Es dürfte für AMD einer der wichtigsten Produktstarts sein, denn vieles hängt in naher Zukunft davon ab, wie gut die Produkte ankommen. Dies gilt sowohl bei den Grafikkarten als auch bei den Prozessoren. Heute aber konzentrieren wir uns nun auf die Radeon R9 Fury X, die AMD wieder an die Spitze der Benchmarks bringen soll.

In Sachen Marketing muss sich AMD dieses Mal nun wirklich nicht vorwerfen lassen, die Trommel nicht ausreichend gerührt zu haben. Bereits im Vorfeld des letztwöchigen Events wurden in den sozialen Medien zahlreiche Teaser veröffentlicht und alles konzentrierte sich auf die Presseveranstaltung auf der E3, in deren Nachgang dann auch alle technischen Daten bekanntgemacht wurden. Große Überraschungen sind in dieser Hinsicht also nicht mehr zu erwarten, vielmehr geht es nun darum zu einer finalen Leistungseinschätzung zu gelangen. Den AMD-eigenen Benchmarks will sicherlich nicht jedermann vollends Glauben schenken.

Zurückblicken wollen wir zunächst aber auch auf die komplette Radeon-300-Serie, die ebenfalls in der vergangenen Woche gestartet wurde. Dabei handelt es sich aber größtenteils um bereits bekannte Produkte, die in abgewandelter Form neu aufgelegt wurden. Ein erster Test der Radeon R9 390X, R9 390 und R9 380 erfolgte ebenfalls bereits in der vergangenen Woche.

Die Radeon R9 Fury X ist aus vielerlei Hinsicht interessant. Zum einen präsentiert AMD mit "Fiji" eine komplett neue GPU, die aber weiterhin in weiten Teilen auf der "Graphics Core Next"-Architektur in der letzten Ausbaustufe basiert. Allerdings hat AMD auch einige kleinere Änderungen vorgenommen. Zweiter wichtiger Punkt ist der High Bandwidth Memory (HBM), den AMD als erster Hersteller einsetzt und der uns in Zukunft sicherlich immer häufiger begegnen wird. Im Detail haben wir uns die Technik hinter HBM bereits mehrfach angeschaut. Dabei lag der Fokus zum einen auf den Vorteilen, die AMD für sich sieht und zum anderen auf den weiteren Gesichtspunkten von HBM, wie schnelleren Timings und weiteren technischen Details. Im gleichen Atemzug zu nennen ist der Interposer als Bindeglied zwischen GPU und HBM - auch diesen technischen Aspekt haben wir uns bereits angeschaut.

Architektonische Eckdaten

Doch zunächst einmal ein paar Worte zu "Fiji". "Fiji" ist AMDs bisher größter und komplexester Chip. Er wird weiterhin von TSMC in 28 nm gefertigt und kommt bei 8,9 Milliarden Transistoren auf eine Chipfläche von 596 mm². Mit diesen 8,9 Milliarden Transistoren ist er sogar weitaus komplexer als NVIDIAs aktuell größter Chip GM200. Das gesamte Package besteht aus GPU und HBM auf dem Interposer kommt auf eine Fläche von 1.011 mm², was zunächst einmal nach viel klingt. Führt man sich vor Augen, dass in diesem Package aber auch der Speicher mit inbegriffen ist, wird deutlich warum AMD die Größe der Karte derart reduzieren konnte.

Die technischen Daten der AMD Radeon R9 Fury X im Überblick
Modell AMD Radeon R9 Fury X NVIDIA GeForce GTX 980 Ti
Straßenpreis ab 699 Euro ab 675 Euro
Homepage www.amd.de www.nvidia.de
Technische Daten
GPU Fiji XT GM200 (GM200-310-A1)
Fertigung 28 nm 28 nm
Transistoren 8,9 Milliarden 8 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) - 1.000 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.050 MHz 1.075 MHz
Speichertakt 500 MHz 1.750 MHz
Speichertyp HBM GDDR5
Speichergröße 4 GB 6 GB
Speicherinterface 4.096 Bit 384 Bit
Speicherbandbreite 512,0 GB/Sek. 336,6 GB/s
DirectX-Version 12 12
Shadereinheiten 4.096 2.816
Textureinheiten 256 176
ROPs 64 96
Typische Boardpower 275 Watt 250 Watt
SLI/CrossFire CrossFire SLI

AMD gibt den GPU-Takt mit 1.050 MHz an. Einen Basis- und Boost-Takt gibt es bei AMD auch weiterhin nicht. Natürlich ist auch weiterhin eine Abhängigkeit zwischen Temperatur und Takt. Ab einer Temperatur von 75 °C würde die Radeon R9 Fury X damit beginnen, ihre Spannung und den Takt zu reduzieren. In diesen Bereich gelangten wir in unseren Tests aber zu keiner Zeit.

4.096 Shadereinheiten arbeiten in der "Fiji"-GPU, zusammen mit 256 Textureinheiten und 64 ROPs. Damit kommt "Fiji" auf ein Drittel mehr Shadereinheiten im Vergleich zum aktuellen Ausbau bei "Maxwell". Recht unterschiedlich sind die Strategien bei den übrigen architektonischen Details. So besitzt "Fiji" deutlich mehr Textureinheiten, arbeitet aber mit weniger Render Backends (ROPs). Die Compute-Performance liegt bei 8,6 TFLOPS bei einfacher Genauigkeit. Bei einem Verhältnis von 1:16 erreicht die GPU eine Double-Precision-Performance von 537,6 GFLOPS.

Die 4 GB HBM arbeiten mit 500 MHz und bieten eine Speicherbandbreite von 512 GB pro Sekunde, was natürlich nur über das 4.096 Bit breite Speicherinterface sichergestellt werden kann.

GPU-Z-Screenshot der AMD Radeon R9 Fury X
GPU-Z-Screenshot der AMD Radeon R9 Fury X

Der GPU-Z-Screenshot bestätigt die wichtigsten technischen Daten, weist in einer angepassten Version 0.8.3 auch keine gröberen Auslesefehler mehr auf. Die ROPs und Speicherbandbreite werden im Vergleich zu früheren Screenshots aber korrekt angezeigt. Bei den Sensoren fehlen die meisten Angaben noch und so bleibt nur auf eine neuere Version von GPU-Z zu warten.