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Corsair Hydro GFX im Test - Corsair kann auch Grafikkarten

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Seite 1: Corsair Hydro GFX im Test - Corsair kann auch Grafikkarten

corsair hydrogfx logoDie Abhängigkeit von einer möglichst guten Abführung der Wärme aller modernen High-End-GPUs rückt vor allem die Kühlung immer weiter in den Fokus. War diese immer schon wichtig, ist sie mit GPU-Boost und PowerTune nun noch stärker in den Mittelpunkt gerückt, was AMD unter anderem dazu bewogen hat, einige seiner Referenzkarten inzwischen mit einer Wasserkühlung auszustatten. Corsair ist seit geraumer Zeit bereits im Bereich der Wasserkühlungen tätig und hat sich nun mit MSI zusammengetan, um mit der Hydro GFX seine erste Grafikkarte zu präsentieren. Auf den folgenden Seiten klären wir, wie gut diese Kooperation funktioniert.

Die Zusammenarbeit zwischen Corsair und MSI wurde Mitte September angekündigt und trägt mit der Hydro GFX GeForce GTX 980 Ti nun erste Früchte. Ob auch noch weitere Modelle erscheinen sollen oder es zunächst einmal bei dieser Variante bleibt, lassen beide Seiten offen. Bei erfolgreichen Verkäufen darf man aber davon ausgehen, dass wir in Zukunft weitere Modelle sehen werden. MSI verkauft die gleiche Karte als GeForce GTX 980 Ti Sea Hawk, was die Zusammenarbeit unterstreicht. NVIDIA selbst wehrt sich aktuell noch dagegen, eigene Karten mit Wasserkühlung auf den Markt zu bringen. Auf der Computex 2015 im Juni ließ man sich sogar wie folgt zitieren: "Eine gute Grafikkarte braucht keine Wasserkühlung".

Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass High-End-Grafikarten von einer Wasserkühlung profitieren. Bereits ohne manuelles Overclocking lässt sich damit der ein oder anderen Karte ein deutliches Leistungsplus entlocken. Gerade die aktuellen High-End-GPUs von NVIDIA arbeiten je nach verwendetem Gehäuse und verbauter Gehäusebelüftung schnell am eigenen thermischen Limit und drosseln ihre Taktraten - wenngleich sie dabei noch immer über den eigenen Vorgaben bleiben. AMD hat sich bei der Radeon R9 Fury X gleich für eine Wasserkühlung ab Werk entschieden und wird bei der vermeintlichen Dual-GPU-Variante "Radeon R9 Fury X2", die im Dezember erwartet wird, analog zur Radeon R9 295X2, wohl ähnlich verfahren.

Corsair Hydro GFX
Corsair Hydro GFX

Uns ist dabei durchaus bewusst, dass wir bei einer AiO-Wasserkühlung von einer Lösung sprechen, die eigenständig arbeitet. Im Gegensatz zu einer Custom-Wasserkühlung sind diese meist etwas weniger leistungsfähig, dafür aber auch deutlich flexibler. Der leichtere Einstieg in die Welt der Wasserkühlung hat allerdings auch seine Vorteile, denn nicht jeder möchte sich mit der Komplexität einer Custom-Wasserkühlung beschäftigen.

Architektonische Eckdaten

Zur Architektur der verwendeten GPU gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, da diese hinlänglich bekannt sein sollte. Noch immer ist die GM200-GPU auf Basis der Maxwell-Architektur der leistungsstärkste Chip, der von NVIDIA bisher entwickelt wurde. Er wird in 28 nm gefertigt und kommt auf 8 Milliarden Transistoren. Im Vergleich zur NVIDIA GeForce GTX Titan X aber deaktivierte NVIDIA zwei Maxwell-Streaming-Multiprozessoren, die sich weiterhin auf insgesamt sechs Graphics Processing Cluster (GPC) verteilen. 4 SMM-Blöcke x 22 SMM x 32 ALUs ergeben so 2.816 Shadereinheiten. Hinzu kommen 176 Textureinheiten und 96 ROPs. Die insgesamt 6 GB GDDR5-Grafikspeicher sind über ein 384 Bit breites Speicherinterface angebunden.

Die Corsair Hydro GFX
Modell Corsair Hydro GFX
Preis 849 Euro
Homepage www.corsair.com
Technische Daten
GPU Maxwell
Fertigung 28 nm
Transistoren 8 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 1.190 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.291 MHz
Speichertakt 1775 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 6 GB
Speicherinterface 384 Bit
Speicherbandbreite 340,6 GB/s
DirectX-Version 12
Shadereinheiten 2.816
Textureinheiten 176
ROPs 96
Typische Boardpower 250 Watt
SLI/CrossFire SLI

Aufgrund der vermeintlich besseren Kühlung versuchen sich Corsair und MSI natürlich auch an einer werksseitigen Übertaktung. Während NVIDIA für die Referenzversion der GeForce GTX 980 Ti einen Basis-Takt von 1.000 MHz vorsieht, sind es bei der Corsair Hydro GFX schon einmal 1.190 MHz. Unter typischer Last soll die Karte einen Boost-Takt von 1.291 MHz erreichen, während NVIDIA hier 1.075 MHz vorsieht. Deutlich weniger Potenzial scheint beim Speicher vorhanden zu sein, denn hier liegen nur 1.775 MHz an - NVIDIA legt 1.750 MHz vor. Damit beläuft sich die Übertaktung bei der GPU, bezogen auf den Boost-Takt, auf 20 Prozent. Durchaus beachtlich, bei solchen wassergekühlten Karten aber auch keine Seltenheit.

Die von uns bereits getestete Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti Black Accelero Hybrid S kommt auf einen Boost-Takt von 1.304 MHz, der in der Praxis mit 1.443 MHz sogar noch deutlich überboten wurde. Die Corsair Hydro GFX liegt damit etwas dahinter was die Vorgaben betrifft, die Praxis schauen wir uns aber noch an. Außerdem verwendet Inno3D eine Kühlung aus dem Hause Arctic, während Corsair natürlich die eigene Variante namens H55 verwendet, zu der sich noch der GPU-Kühladapter HG10 N980 gesellt.

GPU-Z-Screenshot zur Radeon R9 Nano
GPU-Z-Screenshot zur Corsair Hydro GFX

Der GPU-Z-Screenshot bestätigt die eben gemachten Angaben zur Ausstattung der Corsair Hydro GFX noch einmal.

Gegenüberstellung von Temperatur und Takt
Spiel Temperatur Takt
The Witcher 3: Wild Hunt 65 °C 1.392 MHz
Battlefield: Hardline 65 °C 1.392 MHz
Grand Theft Auto IV 64 °C 1.392 MHz
Far Cry 4 65 °C 1.392 MHz
Total War: Attila 65 °C 1.392 MHz
Metro: Last Light Redux 65 °C 1.392 MHz
Tomb Raider 65 °C 1.392 MHz
DiRT Rally 65 °C 1.392 MHz
Mittelerde: Shadow of Mordor 65 °C 1.392 MHz

Im Verhältnis der Vorgaben hinsichtlich des Basis- und Boost-Taktes stellt sich auch ein maximaler Boost-Takt in der Praxis vo 1.392 MHz ein. An dieser Stelle sei noch einmal auf die Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti Black Accelero Hybrid verwiesen, die 1.443 MHz erreicht. Dies ist aber nicht auf die verbaute Hardware oder die Kühlung zurückzuführen, sondern auf die im BIOS gemachten Vorgaben für den GPU-Boost-Mechanismus. Mit 64 bzw. 65 °C bewegte sich die GPU-Temperatur bei Dauerlast auf einem für eine Wasserkühlung recht hohen Niveau, aus technischer Sicht sehen wir aber keinerlei Probleme.