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Test und Technik-Check: Battlefield 3

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Seite 1: Test und Technik-Check: Battlefield 3

bf3_teaserDie Vorhänge  öffnen sich, die Action kann beginnen. Sehnsüchtig haben wir alle auf den dritten und hoch gelobten Teil der Battlefield Reihe gewartet. Schon Monate im Voraus waren hier und da Bilder und Videos im Netz zu sehen, die einem buchstäblich den Atem raubten. Lichteffekte und ein Realismus, wie man ihn zuvor so noch nie gesehen hatten – Krieg auf dem PC, wie es ihn zuvor noch nie so gab. Die zur E3 veröffentlichen Panzerschlachten ließen Großes erahnen und steigerten die ohnehin schon riesige Vorfreude ins Unermessliche.  Nun ist es endlich soweit und wir dürfen den Singleplayer- sowie Multiplayer-Modus des Shooters unter die Lupe nehmen.




Hersteller und Bezeichnung Battlefield 3
Straßenpreis 52,88 Euro
Homepage http://www.battlefield.com/de
Mindestanforderungen
Prozessor
Core 2 Duo @ 2.0GHz
Betriebssystem Windows Vista oder Windows 7
Festplatte 15 GB für Retail-Version oder 10 GB für digitale Version
Grafikkarte DirectX 10 oder 11 kompatible Nvidia or AMD-Grafikkarte
Audio DirectX-kompatibel

Wie der Titel des Spiels schon verrät, handelt es sich bei Battlefield 3 um einen Shooter. Dieser reiht sich als achter Teil in die recht erfolgreiche Battlefield-Reihe ein. Entwickelt von DICE und von EA veröffentlicht, gilt er als offizieller Nachfolger von Battlefield 2. Schon in der ersten Woche wurden ganze fünf Millionen Exemplare an den Mann gebracht. Demnach könnte man den Erfolg der Serie durchaus an diesen Zahlen messen. Neben einer Kampagne, die für die Battlefield-Teile bisher eher selten war, wird dem Spieler das virtuelle Schlachtfeld als Multiplayer-Erfahrung mittels modernster DX-11 Technik auf den Bildschirm gezaubert.

Damit Battlefield überhaupt installiert und gestartet werden kann, müssen wir zuerst Origin, EAs Äquivalent zu Steam als Online-Plattform für Spiele starten. Anschließend wird das Spiel nach Eingabe des Produkt-Schlüssels heruntergeladen und installiert. Bis hier hin läuft alles, wie es auch sollte. Nach einer Prüfung und Freischaltung gelangt man zunächst per Browser zum sogenannten Battlelog. Dies stellt eine Kommandozentrale da, mittels der der Spieler Zugriff  auf seinen Rang, mögliche bzw. ausstehende Erfolge sowie verschiedene Spiel-Modi  hat. Zu nennen wären da die Kampagne, der Koop-Modus und natürlich der für einen Battlefield-Ableger obligatorische Multiplayer-Teil. Sicherlich hat man auch die Möglichkeit, Battlefield direkt über Origin zu starten und sich dort einzuloggen. So erspart man sich den Browser, jedoch nicht die permanent benötigte Internetverbindung zu Origin bzw. dem EA-Server selber.

 

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Ist diese Hürde erst einmal überwunden, kann der eigentliche Spaß jetzt erst so richtig beginnen. Wir wählen zunächst die Kampagne, der Bildschirm dunkelt ab und die Spannung steigt. Was erwartet einen in den kommenden 9 bis 10 Stunden? Kann schon die Kampagne dem Multiplayer-Teil die Show stehlen?  Dies und vieles mehr wollen wir nun klären.

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An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei EA für die Bereitstellung des Presseexemplars bedanken. Für den Test von Battlefield 3 darf es natürlich nicht an der Hardwareausstattung mangeln. Was nützt ein Multiplayer-Shooter mit genialer Grafik, wenn permanente Ruckelorgien sämtlichen Spielspaß schon im Keim ersticken? Kernbestandteil unseres Rechners sind ein Intel Xeon W3540 und eine NVIDIA GeForce GTX 580.

 

Eckdaten Testsystem
Prozessor Intel Xeon W3540 @ 2,93 GHz bei 1,072V
Prozessorkühler: Aquacomputer Kryos XT
Mainboard: Gigabyte X58A-UD7
Arbeitsspeicher: 3 x 2 GB DDR3 Mushkin, 1600 MHz und CL6 bei 1,650 V
Festplatte: OCZ SSD 120GB
Grafikkarte: EVGA GTX 580 @ 1000MHz
Netzteil: Corsair HX750W
Betriebssystem: Windows 7 Ultimate 64 bit
Gehäuse: LianLi X500

Mit den verwendeten Komponenten lief Battlefield 3 mit maximalen Details absolut flüssig.

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Nach dem Start-Bildschirm gelangen wir zum übersichtlich gestalteten Menü von Battlefield 3. Hier bekommt man alles Wichtige geboten. Ähnlich verhält es sich auch mit den Untermenus wie zum Beispiel dem Grafik Menü. Im Gegensatz zu manch anderem Spiel kann man hier gezielt jedes Feature nach Belieben einstellen. So sind auch Sachen wie HBOA, verzögertes AA usw. möglich. Nachdem wir alles auf die maximale Detailsstufe eingestellt haben und mit dem Menüpunkt fertig sind, genügt nur noch ein Klick und die Kämpfe können beginnen.

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Wie man es von kinoreifen Filmen kennt, eröffnet Battlefield 3 das virtuelle Schlachtfeld mit einer packenden Introsequenz, die einen in seinen Bann zieht und alles um sich herum vergessen lässt. Das spielerische Ego hechtet bei strömendem Regen nachts über die Straße, um auf einen vorbeifahrenden Zug zu springen. Was hat all dies zu bedeuten? Kurz darf man eine Pistole in die Hand nehmen und ein oder zwei Male abdrücken, schon dreht sich der Spieß um und man muss in den Lauf derselben schauen. Schnell wird klar, dass man sich in einer U-Bahn befindet und Terroristen ausschalten will.

Hier endet die rasante Action abrupt und wir dürfen einem von vielen Protagonisten, nämlich dem Marine Blackburn im Spiel dabei zusehen, wie er hilflos auf einem Stuhl in einem Raum sitzt, von zwei Agenten verhört wird und das Erlebte wiedergibt. Moment mal – das ist doch ein Déjà-vu! So ähnlich fing doch der letzte Call of Duty-Teil, Black Ops auch an: Der Superheld Mason wird unter Folter verhört. In den nächsten sechseinhalb Stunden erlebt man das Geschehene noch einmal aus der Sicht von mehreren Akteuren und soll so die Geschichte verstehen. Man könnte glatt meinen, der Spieleentwickler Dice hat hier massiv von Call of Duty abgekupfert und sich auf die Fahnen geschrieben mindestens genau das zu erreichen, was ersterer Titel bot. Dabei war Battlefield doch bisher dafür bekannt einen hervorragenden Multiplayer-Teil abzuliefern. Lediglich mit den Bad-Company-Ablegern machte die Reihe einen Aussetzer und versuchte etwas Abwechslung in die Reihe zu bringen. Diese narrativen Erlebnisse waren auch im Gegensatz zu den Call of Duty-Spielen recht unterhaltsam und mit etwas Ironie gespickt.

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Wie konnte es denn auch anders sein, dass die Terroristen fehlen, wenn man vorhat einen Call of Duty-Klon zu liefern? Das wäre so als würde man eine Currywurst ohne Curry essen. So sehr diese beiden Sachen auch miteinander verknüpft sind, so  fangen sie irgendwann in der Kombination auch allmählich an zu langweilen. Wie oft durfte man schon die virtuellen Terroristen besiegen und dabei die Menschheit retten? Für die Kampagne von Battlefield 3 entschied sich Dice auch für Terroristen als Widersacher, und zwar für die PLR – dies soll eine fiktive Rebellengruppe in Teheran, Iran sein. Als ob das noch nicht genug wäre, so kommen  zu der Mischung noch eine schreckliche Entdeckung in irgendeinem Tresorraum einer Bank und die Jagd auf irgendein Terroristen namens Solomon hinzu. Bloß wer ist dieser Solomon und was wurde in der Bank entdeckt? Auch nach Paris bzw. Ascherbaidschan macht das Spiel einen Abstecher. Trotzdem überkommt einen immer wieder das Gefühl, man spielt gerade einen neuen Call of Duty-Teil – zumindest wirkt das die ersten paar Minuten so.

 

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Das fängt bei der Introsequenz an und wird bei den virtuellen Kämpfen fortgeführt. In der zweiten Mission rennt man mit seinen Kameraden nach dem Briefing durch enge Gassen und dunkle verlassene  Häuser. Die Spannung steigt langsam, Gegner fahren in einem Fahrzeug vorbei. Zum Glück bleibt man unentdeckt. Nachdem man zusammen mit seinen Kameraden einen Parkplatz betritt, wird die trügerische Stille von Schüssen gebrochen. Wie aus heiterem Himmel sind überall gefühlte hundert Gegner. Gewehrkugeln sausen an den Ohren vorbei, Granaten und Autos explodieren realistisch und verstärken das heillose Durcheinander. Jetzt heißt es aufpassen und überleben. Bis hier hin läuft alles richtig. Auch wenn man merkt, dass die Häuser, Keller und schmalen Korridore im Endeffekt doch schlauchartige Levels sind, durch die man zum Ziel geschickt wird, so entschädigen die gut inszenierten Skripte weitestgehend.

Lediglich bei den Gegnern patzt DICE dann doch wieder und das Bild des perfekten Referenz-Shooters leidet etwas unter farbgetreuer Darstellung. Denn diese sehen alle fast gleich aus und agieren stellenweise etwas abwesend. So passierte es uns, dass ein Gegner total desinteressiert an uns vorbeilief ohne zu registrieren, dass wir überhaupt da sind. Zum Glück kam so etwas nur ein einziges Mal vor.

Deckung hingegen wird auch genutzt, dennoch kommt es oft genug vor, dass die Gegner einfach drauf losrennen, als gäbe es kein Morgen. Wenn es nun so klingt, als könnte man einfach durch die Levels an den Gegnern vorbeirennen, dann hat man sich getäuscht und wird schon in den ersten Minuten eines besseren belehrt. Das endet nämlich ganz sicher im virtuellen Tod. Aber nicht nur die Gegner agieren zielsicher und recht selbstständig, auch die Kameraden wissen, wo es lang geht und welche Deckung wann genutzt wird. Vielmehr artet diese Selbstständigkeit stellenweise etwas aus und die eigenen Kameraden geben uns Befehle, wo wir entlang zu laufen haben. Auch Deckung mit den Kameraden teilen ist der KI nicht geläufig. So kam es während des Spiels mehrmals vor, dass wir einen guten Platz eingenommen hatten, nur um im nächsten Moment einfach zur Seite und mitten ins gegnerische Feuer geschubst zu werden. Das sorgt bei manchen Kämpfen für Frust.

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Wo wir schon beim Thema Gegner sind: Das Wort respawn kennt Battlefield und macht auch gerne davon Gebrauch. So passierte es uns öfter, dass Gegner an einer bestimmten Position erst nicht mehr neu generiert und ersetzt wurden, als wir einen bestimmten Punkt im Spiel abgelaufen und somit die nächste geskriptete Sequenz ausgelöst hatten. So etwas kann sehr schnell in eine sinnlose Ballerorgie ausarten. Auch wenn solche Szenen bzw. Sequenzen wie z.B. die Verfolgungsjagd durch Paris oder New York bei Nacht recht imposant wirken und viel versprechen, werden sie dennoch auf Dauer recht langweilig und die Spannung verpufft recht schnell. Das liegt ganz einfach daran, dass während der einzelnen Missionen mitten drin nicht mehr viel geboten wird außer Gegner reihenweise aufs Korn nehmen. Schade, denn hier wäre viel Potential gewesen, um aus der Story etwas zu machen.