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Test und Technik-Check: Battlefield 3

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Seite 3: Test: Battlefield 3 Multiplayer - Teil 1

Nachdem wir die Solo-Kampagne genauer unter die Lupe genommen und so ziemlich jedes Detail beleuchtet haben, kommen wir nun zum Mehrspieler-Teil des neuesten Battlefield-Ablegers. Was hat DICE hier diesmal wieder verändert oder unverändert gelassen? Worauf dürfen wir uns in den virtuellen Massenschlachten dieses Mal freuen? Und vor allem: Wird der Multiplayer-Teil wieder so viel Spaß bereiten, wie es schon die Vorgänger vormachten?

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Insgesamt stehen 9 Maps, über 60 Waffen, 4 Klassen, bis zu 15 Upgrades pro Waffe, 3 Perks pro Soldat, 4 Mann pro Squad, über 20 Fahrzeuge, 5 Modi, 145 Ränge, 12 Uniformen, über 300 Dog-Tags und vieles mehr zur Verfügung. Das ist auf den ersten Blick eine wahre Wucht. Wie viel bleibt davon im Spiel übrig? Eines können wir schon vorwegnehmen: Es macht sehr viel Spaß und bringt wieder das Battlefield-Gefühl rüber.

Doch nun Schluss mit dem Gequatsche. Wir wollen eine Multiplayer-Schlacht erleben, und zwar inklusive Panzern, Jets und Explosionen an allen Ecken und Enden. Zuerst loggt man sich als registrierter Nutzer bei Origin an und gelangt so zu seinem Battlelog. Wie schon im Singleplayer-Test erwähnt wurde, handelt es sich hierbei um eine browser-basierte Plattform mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, die einen nach Bestätigung auf den gewünschten Server spawnen. Insgesamt funktioniert der Battlelog sehr flott und ist recht übersichtlich gestaltet. Auch nervige Updates werden einem erspart, denn DICE sorgt für Verbesserungen.

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Grafik, Sound, Leveldesign, Quickmatch-Systeme oder Ranking, keine von diesen Sachen ist in einem Multiplayer-Titel so wichtig wie die Klassen. Ohne die funktioniert ein Mehrspieler-Teil nicht. Sicherlich ist es machbar, aber wenn es nur eine Klasse gäbe, würde viel von dem, was die Battlefield-Teile ausmacht, verloren gehen. Dann könnte man sich auch gleich Titel wie Counter-Strike zu Gemüte führen. Schon im offiziellen Vorgänger, Battlefield 2 waren es noch ganze sieben Klassen, die einem zur Auswahl angeboten wurden. Da stand man zu Beginn eines Spiels manchmal vor einer schwierigen Entscheidung – nehme ich nun die Anti-Tank-Einheit, den Sniper oder doch lieber die Special Forces? Wie gehe ich am besten vor? Diese Entscheidungsfreiheit hat DICE im jüngsten Sprössling der Battlefield-Reihe etwas eingeschränkt, durchgemischt und neue Fähigkeiten hinzugefügt.

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Zuerst wäre da der Support. Wie der Name schon verrät, ist dieser für den Nachschub vor Ort zuständig. Konnte man in den vorherigen Teilen wie zum Beispiel Battlefield 2 oder Bad Company noch als Sturmsoldat Munition selbst auffüllen, so ist dies im Nachfolger nicht mehr möglich. Dafür ist der Support nun zuständig. Doch nur den Versorger auf dem Schlachtfeld spielen? Das langweilt auf Dauer und macht nicht so viel Spaß. Für letzteren hat DICE auch gesorgt und verhilft dem Support so zu einer wichtigen Aufgabe: Gegner unter Dauerfeuer setzen. Mit einem normalen Gewehr ist das in der Form nicht so einfach, aber der Support hat ja Zugriff auf verschiedene Maschinengewehre. Wenn nun ein Feind per MG in Schach gehalten wird und die Kameraden diesen flankieren bzw. erledigen, so erhält der Support zusätzlich Punkte. Das ist ein motivierendes Konzept zusammen vorzugehen, anstatt alles auf eigene Faust zu probieren. Im fortgeschrittenen Verlauf des Multiplayer-Modus werden dann auch neue Waffen wie der Mörser, C4-Sprengstoffe oder Claymores freigeschaltet.  Mittels Mörser kann der Support die eigenen Truppen unterstützen und Splitter- oder Rauchgranaten aus sicherer Entfernung auf markierte Ziele feuern. Hier ist auch wieder Teamarbeit gefragt, denn ohne Markierung keine Treffer. Das System, Gegner oder Ziele zu markieren, blieb unverändert. Spieler, die mit Battlefield: Bad Company 2 vertraut sind, kennen das Prinzip schon: Den Gegner anvisieren und die Taste Q drücken. Für ein paar Sekunden lang ist dieser Gegner für alle Teammitglieder sichtbar und rot markiert.

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Dieses einfache und doch praktische System, welches auf den Namen 3D-Spotting hört, findet in der Realität auch seinen Einsatz. Beispielsweise geben Soldaten den Kammeraden per Funk Bescheid, wo sie einen Feind erspäht haben. Ob dies für eingefleischte Shooter-Fans nun das Non-plus-ultra ist, darüber lässt sich natürlich diskutieren.

Die nächste wählbare Einheit stellt der Sanitäter dar. Diese Klasse ist so ziemlich jedem Battlefield-Veteran ein Begriff. Mit ihm war man in der Lage Kameraden wieder auf die Beine zu helfen oder tote Gegner bis zu einer gewissen Zeit mit dem Defibrillator wiederzubeleben. Nun nennt DICE diese Klasse den Sturmsoldat bzw. Assault. Liegt man auf dem Schlachtfeld und ist verwundet, so eilt der Soldat mit dem Granatwerfer herbei und wiederbelebt einen. Dies ist allerdings erst möglich, nachdem man als Sturmsoldat den Defibrillator mittels Punkten freigeschaltet hat. Ganz zu Beginn des Multiplayer-Teils rennt man noch wie alle andern Spieler herum und sammelt Punkte in Form von erledigten Gegnern oder eroberten Gebieten. Entscheidet man sich am Anfang einer Runde nun für den Sanitätskasten statt den Granatwerfer, so werden einem noch mehr Punkte gut geschrieben, da man dem Team aktiv hilft zu gewinnen. Alleingänge werden also nicht so stark belohnt – das soll uns recht sein.

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Die dritte Möglichkeit bei der Wahl der Klassen wäre der Engineer bzw. Pionier. Dieser konnte schon in den vorherigen Battlefield-Teilen mittels Schweißbrenner Fahrzeuge und Flugzeuge wieder in Stand setzten. Um sich zur Wehr zu setzten und nicht mit dem Schraubenschlüssel in den Nahkampf gehen zu müssen, wurden dem Engineer Minen, Karabiner, Panzerfäuste und zu guter Letzt Boden-Luft-Raketen spendiert. Somit spielt er bei der Eroberung von Gebieten oder beim Halten von strategischen Punkten auch eine entscheidende Rolle.

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Komplett neu hingegen ist der winzige Minen-Roboter. Dieser ferngesteuerte Winzling auf Ketten kann Fahrzeuge aus sicherer Entfernung reparieren, Mienen entschärfen oder sogar Bomben pflanzen. Leider wird der Pionier nicht mehr wirklich zum Reparieren von Fahrzeugen jeglicher Art gebraucht. Diese haben nun einen Zaubertrick auf Lager und können sich bis zu einem gewissen Grad selbst reparieren, solange sie für eine bestimmte Zeit nicht unter Feuer stehen. Das heißt aber noch lange nicht, dass beschädigte Fahrzeuge oder Flugzeuge nach einem Treffer nutzlos sind, denn ihre Geschütze funktionieren noch. So könnte man sich das MG von einem Panzer zu Nutze machen, selbst wenn dieser durch eine Mine lahmgelegt wurde.

Ein erfahrender Battlefield-Spieler würde jetzt denken: Wo bleiben die restlichen 4 Klassen? Die konnte man doch noch beim Vorgänger auswählen? DICE hat diese sprichwörtlich aus dem Spiel genommen und stellt nun noch als letzte Einheit in der Liste den Recon bzw. Aufklärer zur Verfügung. Ausgerüstet mit einem Scharfschützengewehr und einer Pistole rennt oder schleicht man sich durch die Levels. Doch dabei bleibt es nicht. Denn nun ist man als Recon auch in der Lage Ziele ausfindig zu machen und zu markieren. Das Arsenal dafür ist recht vielfältig. Zum einen kann der Aufklärer eine Art stationären Bewegungsmelder aufstellen, der die Feinde im Umkreis von gut 10 Metern markiert bzw. sichtbar macht. Die zweite Möglichkeit stellt die fliegende Drohne dar. Dazu muss der Aufklärer sich allerdings auf den Boden legen und ist währenddessen ungeschützt. Jedoch kann er mit der Drohne Fahrzeuge und Feinde zu Fuß ausfindig machen, damit diese anschließend von Mörsern oder Raketen getroffen werden. Als Sahnehäubchen gibt es noch einen mobilen Spawn-Punkt. Wie der Name schon verrät, dient dieses Gerät dazu, nach dem virtuellen Tod schnell wieder ins Spiel zu kommen. Entweder man wird per Fallschirm über dem Gelände abgesetzt oder aber man landet auf hoch gelegenen Dächern, die ohnehin schwer erreichbar sind. Nun könnte man meinen, diese Wiedereinstiegsgeräte sind ein gefundenes Fressen für Camper. Dem hat DICE vorgebeugt und schreibt dem Recon Punkte gut, sobald ein neuer Spawn-Punkt geschaffen wird. So können die Team-Kollegen schnell an die Front gebracht werden.

 

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