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Test: Intel SSD 320 - Postville Refresh mit 25 nm-Flash

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Seite 2: Die Intel SSD 320 Series im Detail (1)

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Der Controller der Intel SSD 320 Series (oben) ist der gleiche, den wir auch schon auf der Intel X25-M G2 (zum Test) gesehen haben (unten). Neue Features, abgesehen von den Stützkondensatoren, beruhen damit ausschließlich auf Änderungen in der Firmware.

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Während die Intel SSD 510 Series weiterhin auf den schon aus der Intel X25-M G2 Postville bekannten Flash mit 34 nm Strukturgröße setzt, wagt Intel mit der 320 Series nun die Umstellung auf Flash mit 25 nm Strukturgröße. Was heißt das? Grob gesprochen: Je kleiner die Strukturgröße, desto mehr Daten (Bits) lassen sich auf der gleichen Fläche speichern. Umgekehrt braucht man bei gleicher Kapazität also weniger Silizium, was sich, vorausgesetzt bei der Produktion entsteht nicht zu viel Ausschuss, natürlich direkt auf den Preis auswirkt. Die Kehrseite der Medaille ist dabei die häufig mit 25 nm-Flash in Verbindung gebrachte kürzere Lebensdauer.

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Doch sollte man diesen Punkt nicht überbewerten, nicht zuletzt weil die Hersteller von Flash-Speicher scheinbar sehr vorsichtig mit der Angabe der maximalen Schreib-/Löschzyklen sind, man also davon ausgehen kann, dass die Zellen deutlich mehr verkraften, als es ihnen ihre Spezifikation zugesteht. Intel gibt für die 320 Series auch weiterhin die bekannten 20 GB pro Tag an geschriebenen Daten an, die das Laufwerk über einen Zeitraum von fünf Jahren problemlos verkraftet. Haltbarkeitsprobleme des Flash-Speichers darf man bei der 320 Series sicherlich mit ruhigem  Gewissen ausschließen. Letztendlich kommt es auch weniger darauf an, wie viel Zyklen der verwendete Flash-Speicher überlebt, viel wichtiger ist, wie effektiv der Controller diese Zyklen verwendet. Eine niedrige Write Amplification und gutes Wear Leveling sind für die Haltbarkeit eines Laufwerks deutlich wichtiger.

Auch hat sich die Umstellung auf 25 nm-Flash nicht negativ auf die Bitfehlerrate ausgewirkt, diese liegt nach wie vor bei einem vergleichsweise niedrigen Wert von 10-16. Um auch gegenüber größeren Ausfällen im Flash-Speicher abgesichert zu sein, wurde bei der 320 Series die Spare-Area (Reservebereich) vergrößert. Ein Teil der Spare-Area wird nun für Paritätsdaten verwendet, sodass selbst eine große Anzahl an fehlerhaften Blöcken keinen Einfluss auf die Sicherheit der Daten hat. (Ein ähnliches Feature ist bei SandForce-Controllern unter dem Namen RAISE bekannt.)

Ebenfalls neu im Vergleich zum Vorgänger (und auch zur 510 Series) ist die transparente Verschlüsselung der 320 Series. Man setzt dabei auf den AES-Standard mit einer Schlüssellänge von 128 Bit. Die Verschlüsselung ist immer aktiv, wobei am Anfang der im Werk einprogrammierte Schlüssel verwendet wird. Sinn macht die Verschlüsselung in folgenden Szenarien: Setzt man ein ATA-Passwort, reicht es nun nicht mehr, die Flash-Chips auszulöten und „einfach“ auszulesen. Ohne den im Controller gespeicherten Schlüssel sind die Daten wertlos. Diesen Schlüssel auszulesen ist deutlich schwieriger, aber natürlich nicht unmöglich. Zumindest der Gelegenheitsdieb kann so aber keinen Blick mehr auf die Daten werfen.  Das zweite Szenario betrifft das sichere Löschen der Daten: Führt man ein „Secure Erase“ durch, wird ein neuer Schlüssel generiert und der alte Schlüssel verworfen. In diesem Moment werden sämtliche verschlüsselte Daten natürlich automatisch wertlos. Intel ist damit nach SandForce der zweite Hersteller, der eine transparente Verschlüsselung in einem Consumer-Produkt zugänglich macht.