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Test: Bulldozer - AMD FX-8150

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Seite 1: Test: Bulldozer - AMD FX-8150

logoEndlich ist es soweit: Nach jahrelangem updaten und monatelangem Warten kommt AMDs Bulldozer in Form des FX-8150 nun endlich auf den Markt. Wir haben uns das Prozessor-Flaggschiff von AMD natürlich vorgenommen, auch wenn der Test mehr oder weniger knapp ausfallen musste - wir hatten nur zwei Werktage Zeit, da AMDs Prozessor erst kurz vor dem Launch geliefert wurde. Damit ist zwar für die Standardtests Luft gewesen, nicht aber für tiefergehende Checks der Architektur. Diese holen wir selbstverständlich noch nach.

Intel hat stark vorgelegt: So hatten wir im Heft 02/2011 einen Vergleich der neuen Intel-Sandy-Bridge-Modelle mit AMDs bisherigem Topmodell, dem Phenom II X6 1100T. Doch dieser lag unglücklicherweise nur in den Verbrauchstests des Stromverbrauchs ganz vorne, konnte ansonsten aber nicht mehr mithalten. Nur in einigen Benchmarks wie 7-Zip oder Cinebench schnitt er aufgrund seiner sechs Kerne besser ab als der Core i5-2500K - an Intels Core i7 kam der Prozessor aber nicht mehr heran.

Dann folgte eine längere Wartezeit, bis AMD die neuen Llano-Modelle auf den Markt brachte. Diese können zwar bei der CPU-Power nicht mithalten, liefern aber aufgrund der tollen integrierten Grafik eine gute Alternative für günstige Systeme, HTPCs oder Büro-Rechner. Alle Enthusiasten warteten nun auf Bulldozer und die Scorpius-Platform - und hier ist sie also:

Zum Launch wird AMD zunächst einmal nur drei Prozessoren bringen, den FX-8150 als Topmodell, den FX-8120, der darunter angesiedelt wird, und als "Einsteiger-Modell" den FX-6100. Vor ein paar Wochen geisterte schon eine Tabelle durchs Web, die sich nun als korrekt herausstellt:

ModelCoresThreadsFrequenzmax. Turbo-FrequenzL2-CacheL3-Cache
TDPNorthbridgePreis
FX-Series FX-6100 6 6 3.3 GHz 3.9 GHz 6 MB 8 MB 95 Watt 2,0 GHz ab 165 USD
FX-Series FX-8120 8 8 3.1 GHz 4 GHz 8 MB 8 MB 125 Watt 2,2 GHz ab 205 USD
FX-Series FX-8150 8 8 3.6 GHz 4.2 GHz 8 MB 8 MB 125 Watt 2,2 GHz ab 245 USD

Den großen L3-Cache mit 8 MB haben alle Bulldozer gemeinsam, auch die später erscheinenden Modelle. Die Sechs- und die kommenden Vierkern-Modelle besitzen allerdings weniger Bulldozer-Cores und deshalb auch einen geringeren L2-Cache (6 MB bzw. 4 MB). AMD differenziert auch beim Turbo-Betrieb. So wird ein kommender FX-4170 als am höchsten getaktetes Modell bis zu 4,3 GHz Takt bekommen. Je nach Turbo- und Kernanzahl schwankt auch die TDP, die bei maximalen 125 Watt verbleibt. Der DDR3-Takt darf nun bis zu 1866 MHz betragen.

AMD stellt natürlich besonders die acht physischen Kerne heraus, denn Intel bietet aktuell mit dem Core i7 auf Basis des Sandy Bridges nur vier Kerne mit Hyperthreading. Auch hat man eine größere Menge L2-Cache, erreicht höhere Taktfrequenzen und hat auch den schnelleren Speichertakt. Hinzu kommen Vorteile bei den Befehlssätzen (FMA4, XOP) und beim Chipsatz, der 2x 16 PCIe-Lanes unterstützt und nicht nur 2x x8-Lanes für Multi-GPU. Als besonderen Leckerbissen stattet AMD alle seine FX-Prozessoren mit einem offenen Multiplikator aus, Intel hat hier momentan nur zwei K-Prozessoren, die dies können.

Gute Voraussetzungen also für AMD, um mit den neuen FX-Modellen zu überzeugen. Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf die Architektur.