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Gigabyte GA-Z97X-SOC Force im Test

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Seite 9: Fazit

Gigabytes GA-Z97X-SOC Force dürfte für so manchen leidenschaftlichen Overclocker ein traumhafter Unterbau sein, was nicht nur das 8-Phasen-VRM-Design für die Sockel-LGA1150-CPU angeht, sondern viel mehr das extrem umfangreiche Overclocking-Panel unterhalb der vier DDR3-Speicherbänke. So lassen sich über jede Menge Tasten der BCLK, der CPU-Multiplikator verändern, das BIOS umschalten, die Single-BIOS-Funktionalität ein- beziehungsweise ausschalten. Auch sind eine Diagnostic-LED und zahlreiche Spannungsmesspunkte vorhanden, sodass der Anwender stets die genauen Spannungen im Blick hat. Gigabyte liefert dazu entsprechende Kabel mit. Übliche Tasten, wie ein Power-, Reset- und CMOS-Clear-Button gehören selbstverständlich ebenfalls zur Ausstattung. Mit den DIP-Schaltern ist es zudem möglich, die vier DIMM- und die vier mechanischen PCIe-x16-Steckplätze zu deaktivieren, was das physikalische Entfernen der DIMMs respektive der Grafikkarte(n) erspart. Neben dem 8-poligen EPS12V-Stromanschluss haben die Taiwaner einen weiteren 4-Pin-ATX+12V-Anschluss verlötet, was die maximale Leistungsaufnahme auf 528 Watt erhöht und somit jede Menge Spielraum nach oben eröffnet.

Für den OC-Anwender stehen darüber hinaus auch noch drei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots, ein mechanischer PCIe-2.0-x4-, ein PCIe-2.0-x1-Anschluss sowie zwei PCI-Steckplätze bereit. Demnach können im Höchstfall zwei NVIDIA- oder drei AMD-Grafikkarten auf das Mainboard geschnallt werden. Zu diesem Zweck wurde praktischerweise ein OC-Halterahmen für die Grafikkarten mit in den Karton gelegt. Bei den Storage-Anschlüssen hat es Gigabyte jedoch bei der nativen Anzahl belassen, die der Z97-Chipsatz hergeben kann. Dabei sind es vier SATA-6GBit/s-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle. An letzterer lassen sich jedoch auch zwei gewöhnliche SATA-Geräte anschließen. Auf einen M.2-Slot muss der Anwender jedoch gänzlich verzichten. Auch in Sachen USB 3.0 wurde auf maximal sechs Anschlüsse vertraut. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel, die anderen beiden sind über den internen Header erreichbar. Außerdem halten sich am I/O-Panel vier USB-2.0-Ports auf. Zwei Stück können über den internen Header genutzt werden. Als Besonderheit wurden zwei Typ-A-Buchsen direkt auf das PCB links neben den Storage-Anschlüssen verlötet, wodurch sich der Komfort während der Overclocking-Session deutlich erhöht.

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Ungewöhnlicherweise werkelt als Netzwerkcontroller der Killer E2201 auf dem GA-Z97X-SOC Force, der mit der Priorisierung der Online-Gaming-Datenpakete eigentlich nichts auf einem Overclocking-Mainboard zu suchen hat. Ein Nachteil ist das aber natürlich nicht. Beim günstigeren GA-Z97X-SOC ist es dagegen der Intel-I217-V-PHY. Davon abgesehen stellt das Non-Force-Modell nur vier Phasen für die CPU bereit, der Rest ist mit dem heutigen Testkandidaten absolut identisch. Für den Sound geht auf beiden Modellen der Realtek-ALC1150 zu Werke, dem ein leistungsstarker Kopfhörerverstärker (maximal 600 Ohm) zur Seite gestellt wird. Einmal TOSLink und sechs analoge Audiobuchsen stehen dazu bereit. Sollte die in den LGA1150-CPUs integrierte Grafikeinheit Verwendung finden, lässt sie sich über jeweils einen DVI-D-, HDMI-1.4a-, DisplayPort-1.2- und VGA-Grafikausgang ansprechen. Bis zu drei Monitore lassen sich anklemmen.

Das UEFI-BIOS wird mit gleich zwei Oberflächen auf den Monitor gezaubert. Neben dem Smart-Tweak-Mode kann sich der Anwender auch für den Classic-Mode entscheiden. An der Stabilität des BIOS gibt es nichts zu bemängeln, jedoch wurde die BIOS-Sprache verändert, nachdem das System abgestürzt ist, was gerade bei der Overclocking-Session etwas nervig sein kann. Loben müssen wir das GA-Z97X-SOC Force für die Idle-Leistungsaufnahme, die mit weniger als 40 Watt einen guten Wert hingelegt hat. Unter Last unterscheidet sich das Board aber wenig von anderen Sockel-1150-Platinen. 

Während das "kleine" GA-Z97X-SOC ab etwa 160 Euro zu haben sind, müssen für das GA-Z97X-SOC Force von vereinzelten 160-Euro-Angeboten mindestens 200 Euro auf den Tisch gelegt werden. Genau an dieser Stelle muss der Interessent abwägen, ob ihm der Aufpreis von mindestens 40 Euro Wert ist. Zu beachten gilt auch, dass die Nachfolger-Plattform mit den Sockel-LGA1151-Mainboards, samt den Skylake-S-Prozessoren, DDR4-Speicher und der Intel-100-Chipsatzserie bereits in den Startlöchern steht. Für Mainboards mit Intels Z97- und H97-Chipsatz gibt es jedoch als Neuzulage den Core i5-5675C und den Core i7-5775C, die beide einen freien Multiplikator mitbringen.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-Z97X-SOC Force:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer guten CPU-Spannungsversorgung und sehr vielen Overclocking-Funktionen
  • ausreichende Ausstattung, u.a. sechs USB-3.0-Anschlüssen, vier SATA-6GBit/s-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und sehr gute Effizienz im Idle
  • extrem umfangreiche Onboard-Overclocking-Funktionen
  • Spannungsmesspunkte
  • zwei USB-2.0-Typ-A-Buchsen direkt auf dem PCB

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-Z97X-SOC Force:

  • erhöhte Leistungsaufnahme unter Last

Das Gigabyte GA-Z97X-SOC Force richtet sich ausschließlich an Übertakter, die den Prozessor bis ans physikalische Limit treiben wollen und gegebenenfalls auch neue Benchmarkrekorde aufstellen wollen. Mit einer unglaublichen Menge an Onboard-Overclocking-Features möchte Gigabyte genau diese Zielgruppe ansprechen. Von uns erhält das Gigabyte GA-Z97X-SOC Force den Excellent-Hardware-Award.

EH Gigabyte GA-Z97X-SOC Force

Alternativen? Für etwa 40 Euro weniger ist auch das hauseigene GA-Z97X-SOC zu haben, das zwar vier Phasen weniger zu bieten, jedoch abgesehen vom anderen Netzwerkcontroller dieselbe Ausstattung bietet. Eine andere Möglichkeit wäre auch das MSI Z97 MPower.

 

Persönliche Meinung

Wer beabsichtigt beim Sockel LGA1150 bleiben möchte und womöglich den neuen Broadwell-Prozessoren Beine machen möchte, kann mit dem Gigabyte GA-Z97X-SOC Force wenig falsch machen. Die Taiwaner haben bereits ein BIOS-Update veröffentlicht, der den CPU-Code für die fünfte Core-Generation mitbringt. Selten habe ich ein derart umfangreich ausgestattetes Overclocking-Panel mitten auf einem Mainboard gesehen, was das Herz eines leidenschaftlichen Overclockers sicherlich höher schlagen lässt. Viel Komfort in diesem Bereich bringt das Board jedenfalls mit. (Marcel Niederste-Berg)