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Intels 100-Chipsatzserie stellt mehr PCIe-Lanes zur Verfügung (Update)

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intel3Eines der größten Probleme der letzten Chipsatzserien von Intel sind ganz klar die arg begrenzten acht PCIe-2.0-Lanes. Und wenn man sich die aktuellen Sockel LGA1150-Platinen anschaut, sind die acht Lanes ganz schnell aufgebraucht. Das ist vor allem für die Mainboard-Hersteller ein Problem, wenn sie weitere Anschlüsse anbieten wollen. Gute Prognosen gibt es nun für die neuen Intel-100-Series-Chipsätze, die auf den Sockel LGA1151-Mainboards erstmals zum Einsatz kommen werden und im zweiten Quartal 2015 zusammen mit den Skylake-Prozessoren zu erwarten sind.

Erneut werden die Chipsätze in drei Kategorien untergebracht. Für den Corporate-Bereich werden die Chipsätze Q150 und Q170 den Q85 und Q87 ablösen. Für das Small & Medium Business-Segment wird der B150-PCH vorgesehen und ersetzt damit die noch aktuelle B85-Southbridge. Gleiches Spiel auch für den regulären Consumer-Pfeiler. Im nächsten Jahr wird der Z170-Chip den gerade aktuellen Z97-PCH abgelöst haben und neben dem Q170 das neue Flaggschiff darstellen. Das Mainstream-Gegenstück H97 muss dann für den kommenden H170 den Platz räumen. Schließlich bleibt noch das Einstiegsmodell, der H81-Chipsatz übrig. Die neue Hauptrolle wird dann allerdings dem H110 übertragen.

Sony

Und die Veränderungen können sich sehen lassen. Abgesehen vom H110-PCH werden alle anderen Chipsätze mit PCIe-3.0-Lanes ausgestattet. Der Z170 und Q170 erhalten beachtliche 20 Stück, der H170 noch anständige 16 Lanes. Mit dem Q150 sind noch 10 PCIe-3.0-Lanes möglich. Nur beim B150-PCH wird es bei maximal acht Lanes bleiben, profitiert jedoch auch etwas von der PCIe-Gen3-Grundperformance. Einzig der H110 wird unverändert sechs PCIe-2.0-Lanes bereitstellen. Ebenso bleibt es bei fast allen PCHs bei maximal sechs SATA-6G-Ports. Dafür allerdings wurde die maximale Anzahl der nativen USB-3.0-Schnittstellen erhöht. Die beiden Flaggschiffe, Z170 und Q170 können 10 und der Q150 sowie H170 können acht schnelle USB-3.0-Verbindungen anbieten. Die maximale Anzahl beim B150- und H110-Chipsatz werden jeweils um zwei Anschlüsse erhöht, sodass nun sechs bzw. vier Stück belegt werden können. Die Kommunikation zwischen der Skylake-CPU und den neuen Chipsätzen findet über dem DMI 3.0 (Direct Media Interface) statt, wodurch 8 GT/s erreicht werden sollen.

Davon ab werden die PCIe-3.0-Lanes, ausgehend von der Skylake-CPU nicht erhöht und wird somit weiterhin mit 16 Stück beziffert. Dabei wird nur der Z170- und Q170-Chipsatz in der Lage sein, diese 16 Lanes in 2x8 Lanes oder 1x8 Lanes und 2x4 Lanes aufzuteilen. Die restlichen vier PCHs können lediglich die gesamten 16 Lanes an einen einzigen PCIe-3.0-x16-Steckplatz weiterleiten.

Sony

Vor allem für die Mainboard-Bauer werden die zwei Übersichtsgrafiken hilfreich sein, worauf zu erkennen ist, mit welchen Lanes die einzelnen Schnittstellen angebunden werden können.

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Durch die Erneuerung und Erweiterung der Lanes ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. So können beispielsweise die neuen M.2-Slots nativ und direkt mit vier PCIe-3.0-Lanes angesprochen werden, wodurch theoretische Durchsatzraten von etwa 4 GB/s möglich sind. Dabei können dann immer noch alle sechs SATA-6G-Ports frei genutzt und müssen dann nicht mehr geteilt werden. Des weiteren ist es dann auch möglich, zusätzliche und zugleich schnellere SATA-Express-Schnittstellen nativ an den Chipsatz anzubinden. In diesem Fall wird eine SATAe-Schnittstelle nun von zwei PCIe-3.0-Lanes angefeuert, wodurch die Performance in der Theorie auf etwa 2 GB/s gesteigert werden würde. Bis zum Launch werden noch einige Monate vergehen. Aktuell ist vom zweiten Quartal 2015 die Rede. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Intel im September auf dem diesjährigen IDF die Gelegenheit nutzen und die Skylake-Plattform näher vorstellen und das ein oder andere Detail verraten.

Update:

Wie sich nun herausgestellt hat, stimmen die Spezifikationen der Intel-100-Chipsatzserie mit den Informationen vom 13. Juli 2014 überein. Die chinesische Ausgabe von VR-Zone hat mittlerweile Intel-Folien zu den Sockel-LGA1151-Chipsätzen veröffentlicht. Praktischerweise lassen sich die technischen Eigenschaften mit den Vorgängerchipsätzen und mit dem X99-PCH vergleichen.

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Die neue Intel-100-Chipsatzserie im Vergleich mit den Vorgängern.
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Die neue Intel-100-Chipsatzserie im Vergleich mit den Vorgängern.

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Kommentare (20)

#11
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Registriert seit: 13.04.2006
Nehr'esham
Kapitän zur See
Beiträge: 28455
Zitat fdsonne;22415023
Aber gerade der Part abseits von MGPU ist doch der springende Punkt? Denn damit belegst du die Bandbreite auch wirklich...

Du redest die ganze Zeit von Performance und ich rede davon die Mainboards einfacher, günstiger und sparsamer zu machen.

Mal ganz abgesehen von der Verwirrung darüber, wer bei seinem Mainboard nun welche Schnittstelle parallel zu welcher anderen nutzen kann oder nicht.
#12
Registriert seit: 26.05.2014

Banned
Beiträge: 119
Zitat emissary42;22415149
Du redest die ganze Zeit von Performance und ich rede davon die Mainboards einfacher, günstiger und sparsamer zu machen.


+1

Darf ich das bitte für meine Signatur nehmen?
#13
Registriert seit: 25.02.2006
Lübeck
Vizeadmiral
Beiträge: 7277
Zitat klein;22415028
Habe ein Mainboard mit H77 Chipsatz und konnte bisher kein PCIe-Lanes mangel feststellen :) ich würde wohl den H170 Chipsatz bevorzugen.

klein

Der h77 hat auch nur 8 Lanes
#14
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Weinböhla (Sachsen)
Moderator
Beiträge: 31558
Zitat emissary42;22415149
Wer sich über die "nur" 8GT/s von DMI 3.0 Sorgen macht, der kann sich die tatsächliche Performance der Schnittstelle bei LGA2011 ansehen. 8GT/s entspricht doch einem Quickpath Interconnect von Ivy Bridge-EN/EP/EX?


Den verstehe ich nun nicht wirklich... Der Interconnect zwischen CPUs ist ne ganz andere Baustelle. Zumal genau dieser Interconnect oft eben der Flaschenhals ist. Stichwort NUMA Nodes. Software, die damit nicht klar kommt, skaliert einfach nicht sonderlich gut.
S2011 hat genau auch aus diesem Grund eben keine 6x6G SATA Ports sondern nur zwei. Weil die Bandbreite gar nicht nutzbar wäre... Und wird im Enthusiasten Bereich auch dafür häufig kritisiert. Im Server/Workstation Umfeld kompensiert man das, indem man die Schnittstellen über PCIe Erweiterungskarten anbindet -> was vollen Speed und somit volle Bandbreite bringt. Im Server/Workstation Bereich werden die Chipsätze zum Großteil auch mit weiteren Lanes mit der CPU verbunden. Eben bei S1150/1155 wie ich oben sagte um mehr Bandbreite zu schaffen.

Schau dir doch die Leute hier in den Forenbereichen an. Da schimft alles und jeder auf X79, weil man "nur" 2x 6G Ports hat. Und alle finden die Ivy/Haswell Chips "geil" weil sie mehr SATA Ports liefern.
Das es unsinnig ist diese auch Gleichzeitig zu belegen, weil der Speed gar nicht ankommt, interessiert nur die wenigsten.
Und natürlich reden wir da von Performance... Worüber denn sonst?
Würde es nicht um Performance gehen, bräuchten wir auch keine 20 Lanes am Chipsatz ;) Denn dann würden auch die jetzigen 8 oder wie viele das sind, vollkommen ausreichen...


PS: wie kommst du auf einfacher, günstiger und sparsamer?
Ich würde eher behaupten, das Gegenteil ist der Fall... Mehr Lanes = komplexer, mehr Lanes = mehr Verbrauch, mehr Lanes = teurer aufgrund der Komplexität.
Obwohl man sicher den reinen Verbrauch durch bessere/neuere Fertigung und weniger Spannung kompensiert. Der Rest bleibt aber wohl...

Zitat emissary42;22415149
Mal ganz abgesehen von der Verwirrung darüber, wer bei seinem Mainboard nun welche Schnittstelle parallel zu welcher anderen nutzen kann oder nicht.


Auch den verstehe ich nicht so ganz. Es gibt kein Limit, was du da gleichzeitig nutzen kannst... Einzig die resultierende Bandbreite wird gedeckelt. Alle verfügbaren Schnittstellen gleichzeitig geht deswegen trotzdem. Nur kommt am Ende eben nicht "Alles * native Bandbreite" raus sondern nur maximal das, was zwischen Chipsatz und CPU möglich ist. Jegliche Kommunikation geht nunmal leider genau da lang...
#15
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Nehr'esham
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Beiträge: 28455
Zitat Peter123x;22415216
Darf ich das bitte für meine Signatur nehmen?

Klar.

Zitat fdsonne;22415282
Würde es nicht um Performance gehen, bräuchten wir auch keine 20 Lanes am Chipsatz ;)

Doch, man braucht unabhängig von der Performance mehr Lanes am Chipsatz, damit man nicht jede einzelne Lane durch externe PCIe Multiplexer und/oder Switches auf jeweils mehrere Schnittstellen aufteilen muss.

[Code]Z97

PCH -> 1 Lane -> PLX Switch
-> PCIE x1
-> Firewire
-> PCI
-> GBE

Zxxx

PCH -> 1 Lane -> PCIe x1
PCH -> 1 Lane -> Firewire
PCH -> 1 Lane -> PCI
PCH -> 1 Lane -> GBE[/Code]
Eigentlich einleuchtend, oder?

Zitat fdsonne;22415282
wie kommst du auf einfacher, günstiger und sparsamer? Ich würde eher behaupten, das Gegenteil ist der Fall... Mehr Lanes = komplexer, mehr Lanes = mehr Verbrauch, mehr Lanes = teurer aufgrund der Komplexität.

Die Komplexität entsteht durch die zusätzlichen PCIe Multiplexer, Switches inklusive deren Spannungsversorgung und die damit unter Umständen einhergehenden zusätzlichen PCB Layer (fürs Routing). Natürlich wird der PCH selbst dadurch etwas komplexer und verbraucht bei voller Last unter Umständen auch etwas mehr Strom, allerdings ist es nur eine einzelne Komponente mit einer einzelnen Stromversorgung, welche zudem ihr logischen Bereiche weitestgehend unabhängig voneinander schlafen schicken kann (um den Verbrauch zu senken).

Zitat fdsonne;22415282
Auch den verstehe ich nicht so ganz. Es gibt kein Limit, was du da gleichzeitig nutzen kannst...

Dann hast du dir noch keines der Z97 High End Modelle genauer angesehen? Ich würde als Paradebeispiel das ASRock Z97 Extreme6/Extreme9 oder das ASUS Z97 Deluxe WLC & NCF anführen.
#16
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Bremen
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1326
Zitat Techlogi;22415240
Der h77 hat auch nur 8 Lanes


Was braucht ihr immer so viel :confused:

Auf meinen alten ASUS P8H77-V LE ist eine Grafikkarte,Soundkarte und später könnte es noch eine USB 3.1 PCIe Karte werden,
das Board hat 2x SATA 6Gb/s eine SSD habe ich schon dazu 4x SATA 3Gb/s für HDD / DVD Laufwerke viel mehr brauche ich nicht.

Wofür die ganzen neuen PCIe-Lanes ?

klein
#17
Registriert seit: 18.07.2012

Korvettenkapitän
Beiträge: 2367
Logische Konsequenz von Intel, die ich mir schon gedachte habe und auch schon mal geäußert habe, dass es kommt. Mit den vielen High-Speed-IO-Schnittstellen braucht man zwangsläufig mehr Lanes. Der M.2 mit PCIe-Anbindung zeigt es am deutlichsten. Und jede andere Schnittstelle braucht nunmal Bandbreite vom PCH. Die neue Version der Verbindung zwischen CPU und PCH ist vielleicht für einige Zeit ausreichend. Tests müssten im nächsten Jahr zeigen, ob man einen Flaschenhals an der Stelle unter den dann aktuellen Szenarien (M.2 mit 4 PCIe-Lanes, USB 3.1, Dual GBit-LAN, evtl. 4 oder 10 GBit) aufgezeigt werden kann.

Aus jetziger Sicht muss ich die Entscheidung begrüßen. Die Feature-Boards haben nunmal eine Flaschenhals im PCH und die PCIe-Switche sind keine Allheillösung. Ich sehe das auch schon an meinem MSI Z87 MPowerMax, da wird auf jeden Fall ein PCIe 1x-Port mit einem anderen geteilt, da mir im Board-Explorer meine SoKa gleich zweil mal dargestellt wird.
#18
Registriert seit: 16.07.2006

Kapitänleutnant
Beiträge: 1880
Zitat klein;22415697
Was braucht ihr immer so viel :confused:

Auf meinen alten ASUS P8H77-V LE ist eine Grafikkarte,Soundkarte und später könnte es noch eine USB 3.1 PCIe Karte werden,
das Board hat 2x SATA 6Gb/s eine SSD habe ich schon dazu 4x SATA 3Gb/s für HDD / DVD Laufwerke viel mehr brauche ich nicht.

Wofür die ganzen neuen PCIe-Lanes ?


Es soll noch Menschen mit anderem Nutzungsverhalten geben.
#19
Registriert seit: 11.04.2011

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 388
Zitat klein;22415697
Wofür die ganzen neuen PCIe-Lanes ?


Voraussichtlich werden in Zukunft SSD's über PCIE angebunden, pro SSD bis zu 4 Lanes.
#20
Registriert seit: 09.04.2011

Leutnant zur See
Beiträge: 1080
Zitat emissary42;22415149

Wer sich über die "nur" 8GT/s von DMI 3.0 Sorgen macht, der kann sich die tatsächliche Performance der Schnittstelle bei LGA2011 ansehen. 8GT/s entspricht doch einem Quickpath Interconnect von Ivy Bridge-EN/EP/EX?

Es entspricht nur der Taktung der Verbindung, die Bandbreite ist eine ganz andere. Aktuell sind das bei QPI 1.1 9.6GT/s bei den Xeon E5v3 und das entspricht einer Bandbreite von 76.8 GByte/s (fulldpulex Datenrate), das ist zwar schnell aber deutlich langsamer als die Speichertransferrate von 68GByte/s und stellt deshalb einen recht ekligen Flaschenhals beim Rechnen dar.

Über die neue DMI 3.0 bekommst Du gerade mal 3.94GByte/s rüber, QPI ist also "nur" ca. 20 mal schneller.
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