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Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI im Test

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Seite 9: Fazit

Gigabytes Angebot an X99-Platinen wird unter anderem aus dem GA-X99-UD7 WIFI gebildet, das zugleich das Flaggschiff der Ultra-Durable-Serie mit Intels X99-Chipatz darstellt. Für ein Flaggschiff ist das Board im E-ATX-Format mit seinen vier mechanischen PCIe-3.0-x16- und drei PCIe-2.0-x1-Steckplätzen bestens für den individuellen Einsatz vorbereitet. Je nachdem, für welche der drei Haswell-E-CPUs sich der Anwender entschieden hat, können auf dem Board bis zu vier Grafikkarten im 4-Way-SLI/CrossFireX-Verbund genutzt werden. Mit dem relativ günstigen Core i7-5820K sind es jedoch "nur" drei Grafikkarten. In den acht vorhandenen DDR4-Speicherbänken lassen sich vom Käufer maximal 64 GB einsetzen. 

Auch wenn das X99-UD7 WIFI nicht als reinrassiges Overclocking-Brett konzipiert wurde, haben die Taiwaner ein hochwertiges VRM-Design berücksichtigt und jede Menge Overclocking-Funktionen ins BIOS implementiert, mit denen der Anwender umfangreich experimentieren kann. Auf der rechten Seite des PCBs in der Nähe der Speicherbänke halten sich sogar ein Switch zum Umschalten auf den anderen BIOS-Chip, ein Switch zum Ein- und Ausschalten des Dual-BIOS-Features, ein Direct-to-BIOS-, ein CMOS-Clear, ein Reset- sowie ein Power-Button bereit. Als Ergänzung kann der Anwender auf die Diagnostic-LED vertrauen und mit einigen Spannungsmesspunkten genauere Werte auslesen. Mithilfe des CPU-OC-Buttons, der sich mit der blau beleuchteten I/O-Blende am externen Anschluss-Panel befindet, kann eine schnelle Prozessor-Übertaktung erzielt werden. Auch wenn die Übertaktung dank des frei wählbaren Multiplikators der drei Haswell-E-CPUs weniger aufwändig ist, hat Gigabyte somit dennoch für absolute Overclocking-Einsteiger eine schnelle Möglichkeit geschaffen, mehr Leistung aus dem Prozessor herauszukitzeln.

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Das war allerdings nicht alles, was das X99-UD7 WIFI zu bieten hat. Mit den zwölf USB-3.0- und sechs USB-2.0-Anschlüssen lässt sich das System ordentlich erweitern. Sämtliche Laufwerke, wie SSDs, HDDs und ODDs, dürfen an acht SATA-6G-Ports und einer SATA-Express-Schnittstelle angeschlossen werden. Alle Anschlüsse arbeiten selbstredend nativ mit dem X99-Chipsatz zusammen. Die größte Kritik muss sich das X99-UD7 WIFI beim M.2-Steckplatz gefallen lassen. Aufgrund der Entscheidung seitens Gigabyte ist der noch freie M.2-Slot mit nur zwei PCIe-2.0-Lanes an den Intel-Chipsatz angebunden, womit die Bandbreite nur bei theoretischen 10 GBit/s liegt und im Bezug auf die technologisch möglichen 32 GBit/s über vier PCIe-3.0-Lanes jede Menge Leistung liegen gelassen wird. Gerade wenn nur eine oder zwei Grafikkarten zum Einsatz kommen, hätten problemlos vier Lanes von der CPU an den M.2-Steckplatz weitergeleitet werden können. Nach einer weiteren Recherche werden die M.2-Slots bei den restlichen X99-Mainboards von Gigabyte ebenfalls mit nur 10 GBit/s angesprochen. Nur das GA-X99-SOC Force beherbergt einen M.2-Steckplatz, der mit 20 GBit/s zu Werke geht.

Den vollen Komfort genießt der Erwerber bei der Netzwerk-Connectivity. Neben dem Dual-Gigabit-LAN-Feature über zwei Intel-Netzwerk-Controllern, kann auch alternativ auf die kabellose Netzwerkverbindung zurückgegriffen werden. Ein entsprechendes WLAN 802.11a/b/g/n/ac- und Bluetooth-4.0-Modul steckt bereits onboard in dem zweiten M.2-Steckplatz. Soundtechnisch werden die Signale über den Realtek ALC1150-Audio-Codec transferiert. Er wird einmal von einem 600 Ohm starken Kopfhörerverstärker und zusätzlichen Audio-Kondensatoren begleitet, die den Klang positiv beeinflussen sollen.

An dem UEFI-BIOS wurden nur minimale Veränderungen vorgenommen, es lehnt sich fast 1:1 an den Z97/H97-Modellen an. Neben dem Startup-Guide und dem Smart-Tweak-Mode kann sich der Anwender zusätzlich in der nun grau gefärbten Advanced- bzw. Classic-Ansicht austoben. Die Bedienung erfolgte per Tastatur problemlos und komfortabel. Nur der Maus-Cursor ruckelte über den Bildschirm, was weniger schön war. Egal welche Einstellungen wir ausgewählt haben, sie wurden fast alle adäquat in die Tat umgesetzt. Nur der Speicher lief bei uns "nur" bis 2666 MHz, da wir keinen 125-MHz-BCLK-Strap einstellen konnten, um eine Taktfrequenz von 3000 MHz erreichen zu können. Hier kann Gigabyte mit einer späteren BIOS-Version aber sicherlich noch nachbessern. 

Für wen das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI trotz der genannten Kontra-Punkte attraktiv rübergekommen ist, muss in etwa 270 Euro in die Hand nehmen und diese Summe bei dem Händler des Vertrauens auf den Tisch legen. Dem X99-UD7 WIFI kann man durchaus eine Empfehlung aussprechen, wenn explizit eine Multi-GPU-Konfiguration mit vier Grafikkarten geplant ist, da andere Platinen mit einer 4-Way-Multi-GPU-Unterstützung teilweise deutlich teurer sind und/oder, wenn die 10-GBit/s-Anbindung des M.2-Slots nicht als störend empfunden werden.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer guten CPU-Spannungsversorgung und vielen Overclocking-Funktionen
  • umfangreiche Ausstattung, u.a. 12 USB-3.0-Buchsen, acht SATA-6G-Ports und eine SATAe-Schnittstelle
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an vier PEG-Slots
  • gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • WLAN 802.11ac und Bluetooth 4.0
  • gute Audio-Lösung

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI:

  • RAM-Overclocking in unserem Test momentan nur bis effektiv 2666 MHz möglich
  • M.2-Slot nur mit 10 GBit/s angebunden

Das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI ist mit einer sehr guten Ausstattung versehen worden, die für eine Enthusiasten-Plattform zu einem guten Kurs zu haben ist. Für einen Award hat es allerdings nicht ganz gereicht, was den zwei aufgelisteten Kontra-Punkten geschuldet ist.

Alternativen? Wer auf den zweiten Gigabit-LAN-Port verzichten kann, könnte sich eventuell mit dem MSI X99S GAMING 7 anfreunden. Diese Platine bietet eine ziemlich ähnliche Ausstattung, kostet aber in etwa 50 Euro weniger und stellt einen M.2-Slot mit 32-GBit/s-Anbindung zur Verfügung.

 

Persönliche Meinung

Das GA-X99-UD7 WIFI von Gigabyte hat für mich eine kleine Schwachstelle: Die schlechte Anbindung des M.2-Steckplatzes. Wenn ich mir schon eine neue und kostenintensive Plattform ins Haus hole, dann lege ich großen Wert auf eine aktuelle und vor allem möglichst performant angebundene Ausstattung. (Marcel Niederste-Berg)