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Test: ASUS Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition

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Seite 1: Test: ASUS Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition

asus-radeon-hd-7970-matrixAuf der Computex 2012 zeigte ASUS nicht nur sein kommendes Dual-GPU-Flaggschiff auf Basis zweier "Kepler"-Chips, auch die Radeon HD 7970 Matrix wurde erstmals der breiten Masse präsentiert. Während man von ersterer schon lange nichts mehr gehört hat, ließ man letztere heute Nacht offiziell vom Stapel. Sie basiert auf AMDs GHz-Edition, welche ebenfalls im Rahmen der Messe in Taipeh bestätigt wurde, kann mit einem mächtigen Triple-Slot-Kühler aufwarten und rechnet ab Werk noch einmal ein gutes Stück schneller als die AMD-Vorlage. Doch damit nicht genug: Das PCB der neuen Grafikkarte wurde richtig auf Vordermann gebracht und mit einigen Phasen mehr, hochwertigen Bauteilen, leicht abzugreifenden Spannungsmesspunken und diversen weiteren Features speziell für Overclocker versehen. In diesem Test haben wir der neuen ASUS Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition kräftig auf den Zahn gefühlt.

Der Trend geht immer mehr dazu, dass wir nicht nur für neue AMD- und NVIDIA-Grafikkarten Verschwiegenheitsverpflichtungen unterschreiben, sondern häufiger auch für kommende Eigenlösungen einzelner Boardpartner. Zwar durften wir erste Hersteller-Fotos und Produktdetails schon vor wenigen Tagen preisgeben, doch unseren breit angelegten Testartikel und eigene Produktfotos zur ASUS Radeon HD 7970 Matrix durften wir erst heute Nacht veröffentlichen. Pünktlich um 03:00 Uhr lief das NDA aus. Die Featureliste der frischen High-End-Karte ist riesig: Unter dem mächtigen DirectCU-II-Matrix-Triple-Slot-Kühler verbrigt sich nicht nur AMDs schnellster "Tahiti XT2"-Chip, sondern auch ein reichhaltig bestücktes Printed Circuit Board in Überbreite und -länge. Dieses wurde mit einer kräftig aufgemöbelten Spannungsversorgung - 20 Phasen sind es geworden - versehen und zielt klar auf die Bedürfnisse ambitionierter Overclocker ab. Um deren Herzen höher schlagen zu lassen, brachte ASUS leicht zu erreichende Spannungsmesspunkte an, implementierte VGA Hotwire, spendierte dem PCB vier Knöpfe, mit der sich die beiden 100-mm-Lüfter schnell auf die maximale Drehzahl bringen oder die Taktraten und Spannungen auf die Werkseinstellungen setzen lassen, um Abstürze bei zu hohen Frequenzen zu verhindern.

Das Kühlsystem nimmt drei Slots in der Höhe ein, kann mit zahlreichen Aluminiumfinnen aufwarten und verfügt über eine aufwendige Heatpipe-Konstruktion mit insgesamt fünf bis zu acht Millimeter dicken Kapillaren. Zur besseren Stabilität und Kühlung der Grafikkarte ist auch eine Backplate auf der Rückseite angebracht worden. Um tatsächlich auch noch höhere Taktraten zu ermöglichen und die Stromversorgung nicht den limitierenden Faktor sein zu lassen, tauschte man einen der beiden zusätzlichen Stromstecker gegen ein 8-Pin-Modell aus, sodass insgesamt zwei 8-Pin-PCI-Express-Stromstecker an die Grafikkarte angeschlossen werden müssen. Insgesamt könnte die ASUS Radeon HD 7970 Matrix damit bis zu 375 Watt aus dem Netzteil saugen.

Standardmäßig rechnet der Grafikprozessor schon ab Werk mit höheren Frequenzen - zumindest bei der Platinum-Edition, welche wir für unseren Test von ASUS zur Verfügung gestellt bekamen. Sie wird mit 1050 respektive 1650 MHz befeuert und kann von einem 1100 MHz schnellen Turbo-Takt Gebrauch machen. Die Standard-Ausführung der ASUS Radeon HD 7970 Matrix, welche dann nicht handverlesen wurde, muss sich mit 1000 bzw. 1650 MHz begnügen (Turbo: 1050 MHz). 

Bevor wir unsere ASUS Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition durch unseren gewohnten Testparcours jagen und die Grafikkarte selbst näher anschauen, wollen wir noch einen näheren Blick auf die Architektur des "Tahiti 2"-Chips werfen. Architektonisch hat sich im Vergleich zur normalen Radeon HD 7970 nicht viel getan. AMD hat einzig und allein durch eine verbesserte Fertigung die Möglichkeit geschaffen, die GPU mit einer niedrigeren Spannung zu betreiben und somit noch einmal etwas an der Taktschraube drehen zu können, um der NVIDIA GeForce GTX 680 näher auf die Pelle zu rücken. Auch ein Boost-Takt ist hinzugekommen. Die Radeon HD 7970 GHz Edition verfügt über einen 13,5 Prozent schnelleren Basis-Takt und bringt es auf standardmäßige 1000/1500 MHz (Boost: 1050 MHz).

Die insgesamt 2048 Streamprozessoren der kleinen 28-nm-GPU, die mit über 4,3 Milliarden Transistoren vom Band läuft und rund 365 mm² an Platz einnimmt, setzen sich weiterhin aus 32 Compute-Units, die sich wiederum in vier SIMDs mit je 16 ALUs unterteilen, zusammen. In der Summe (32 x 4 x 16) ergeben sich somit die 2048 Rechenwerke der Radeon HD 7970. Pro Compute-Unit steht eine Quad-TMU zur Verfügung, sodass insgesamt 128 Textureinheiten bereitstehen. Beim Speicherinterface setzt man weiterhin auf insgesamt sechs 64-Bit-Controller, die mit schnellem GDDR5-Speicher zusammenarbeiten dürfen und somit eine Breite von insgesamt 384 Bit in die Waagschale werfen. Hinzu kommen 32 Rasterendstufen. Je nach Belieben des Herstellers können wahlweise 3 oder 6 GB Speicher verbaut werden. Für seine Radeon HD 7970 Matrix entschied sich ASUS für die kleinere Ausstattung und spendierte seiner neusten High-End-Grafikkarte somit 3072 MB Speicher, der sich dafür aber nicht mit 1500 MHz begnügen muss, sondern sich mit schnellen 1650 MHz ans Werk machen darf.  

Die technischen Daten haben wir tabellarisch zusammengefasst:

AMD Radeon HD 7970 GHz Edition

ASUS Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition

Straßenpreis ab 385 Euro ab 499 Euro
Homepage www.amd.de www.asus.de
Technische Daten
GPU Tahiti XT2 Tahiti XT2
Fertigung 28 nm 28 nm
Transistoren 4,3 Milliarden 4,3 Milliarden 
GPU-Takt 1000 MHz (Boost: 1050 MHz) 1050 MHz (Boost: 1100 MHz)
Speichertakt 1500 MHz 1650 MHz
Speichertyp GDDR5 GDDR5 
Speichergröße 3072 MB 3072 MB 
Speicherinterface 384 Bit 384 Bit 
Speicherbandbreite 288 GB/Sek. 316,8 GB/Sek. 
DirectX-Version 11.1 11.1 
Shadereinheiten 2048 (1D) 2048 (1D) 
Textur Units 128 128 
ROPs 32 32 
Pixelfüllrate 33,6 Gigapixel 35,2 Gigapixel
SLI/CrossFire CrossFire CrossFire 

Bei seiner Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition hat ASUS etwas an der Taktschraube gedreht. Statt der von AMD spezifizierten 1000/1500 MHz werden Chip und Speicher mit 1050 bzw. 1650 MHz befeuert. Die neue Matrix gibt es zudem auch in einer Standard-Ausführung, die auf das Taktupgrade beim Grafikprozessor verzichten muss. Durch die höheren Frequenzen der Platinum-Edition steigen Speicherbandbreite und Pixelfüllrate weiter an. Während der 3072 MB große GDDR5-Videospeicher pro Sekunde somit bis zu 316,8 GB an Daten heranschaufelt, beläuft sich die Pixelfüllrate jetzt auf bis zu 35,2 Gigapixel in der Sekunde. 

asus 

Die ASUS Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition zielt ganz klar auf Fans schneller Grafikkarten und auf ambitionierte Overclocker ab. Dank der schon ab Werk höheren Taktraten sollte sich die Leistung der neuen Matrix-Grafikkarte über dem Niveau einer Radeon HD 7970 GHz Edition ansiedeln. Was man aus ihr im Overclocking-Test aber noch alles herausholen kann und was das mächtige Triple-Slot-Kühlsystem zu leisten imstande ist, versuchen wir auf den nachfolgenden Seiten zu klären.

Bevor wir die ASUS Radeon HD 7970 Matrix Platinum Edition allerdings durch unseren breit angelegten Testparcours jagend, wollen wir noch einen näheren Blick auf unseren Testkandidaten selbst werfen.