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Test: Corsair Force und A-DATA S599 - Was kann der SandForce-Controller?

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Seite 2: Der SandForce-Controller im Detail (1)

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Einen DRAM-Cache sucht man auf beiden Platinen (links Corsair Force, rechts A-DATA S599) vergeblich: Im Gegensatz zu anderen Controller-Herstellern verzichtet man bei SandForce komplett auf einen externen Cache – üblicherweise kommen mindestens 16 MB an Cache zum Einsatz, bei Samsung sind es sogar 128 MB. Ganz ohne Cache arbeiten aber auch die SandForce-Controller nicht, ein kleiner Zwischenspeicher befindet sich nämlich direkt im Controller.

Um eine höhere Schreibleistung zu erhalten und gleichzeitig die Lebensdauer des Flash-Speichers zu erhöhen, setzen die SandForce-Controller eine transparente Komprimierung ein, es muss also weniger in den Flashspeicher geschrieben werden, sodass man effektiv eine höhere Schreibgeschwindigkeit erreicht. Die Komprimierung erfolgt wie gesagt transparent, sodass man als Endanwender nichts davon mitbekommt. Insbesondere bleibt die verfügbare Kapazität der SSD immer gleich und ändert sich nicht je nach Komprimierungsgrad der Daten. Auf der nächsten Seite schauen wir uns dieses Feature genauer an.

Die Tatsache, dass weniger in den Speicher geschrieben werden muss, hat noch einen weiteren positiven Effekt: Die niedrigere Haltbarkeit des MLC-Speichers wird so zumindest teilweise ausgeglichen. Diese Technik besitzt leider einen (offensichtlichen) Nachteil, denn sind die Daten bereits komprimiert, ist diese Technik wirkungslos.

Die Daten werden aber nicht nur komprimiert, sondern zusätzlich auch noch verschlüsselt in den Speicher geschrieben. Das soll es schwieriger machen, sensible Daten direkt aus den Flashbausteinen auslesen zu können. In wie fern das für Heimanwender interessant ist, sei dahingestellt. Nicht zuletzt gibt es auch noch andere Möglichkeiten, seine Daten zu schützen. Der Vorteil hier ist selbstverständlich, dass die Verschlüsselung keine zusätzliche Leistung kostet.

Des Weiteren legt man bei SandForce Wert auf die Integrität der Daten:  Mit einer RAISE (Redundant Array of Independent Silicon Elements) genannten Technik wird eine Art laufwerksinternes RAID gebildet, es werden also zusätzliche Prüfsummen und/oder Daten mehrfach abgelegt. Außerdem wird mit einer niedrigen Lesefehlerrate von einem fehlerhaften pro 1016 (SF-1200) bzw. 1017 (SF-1500) gelesenen Bits geworben. Das ist zwar weniger als bei den meisten SSDs und Festplatten (1 pro 1015), allerdings gibt Intel für die X-25M G2 Postville ebenfalls eine Lesefehlerrate von 1 pro 1016 Bits an, SandForce ist zumindest hier also nicht der einzige Hersteller mit diesem Feature.

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Auffällig auf der Platine der Corsair Force (rechts) sind die drei großen Lötpunkte. In Verbindung mit dem größeren SF-1500 Controller würde sich dort ein Doppelschicht-Kondensator befinden, der für den Fall eines plötzlichen Stromausfalls sicherstellt, dass der Controller einen eventuell ausstehenden Schreibvorgang ohne Datenverlust beenden kann. Hier zeigt sich eindeutig, dass SandForce auch den Enterprise-Markt (mit entsprechenden Features) bedienen will, beim für Consumer gedachten SF-1200 wird auf besagten Kondensator verzichtet. Das ist nicht weiter tragisch, denn auch kein anderes Consumer-Laufwerk besitzt einen solchen Mechanismus, um Schreibvorgänge abzusichern.

Die für SSDs ungewöhnlichen Kapazitäten von 100 bzw. 200 GB rühren daher, dass SandForce mehr Flash als alle anderen Hersteller „beiseite legt“, um immer genügend freie Blöcke zur Verfügung zu haben (warum das wichtig ist, haben wir bereits hier erläutert).