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AMD Radeon R9 290 im Test

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Seite 24: Fazit

AMD hat für die Radeon R9 290X die NVIDIA GeForce GTX Titan als Gegner auserkoren. Etwas zielloser wirkte die Suche nach einem Gegenspieler für die Radeon R9 290, denn zunächst galt es die GeForce GTX 770 zu schlagen. Durch ein Treiber-Update und eine Erhöhung der PowerTune-Einstellungen ist die GeForce GTX 780 schlussendlich das passende Gegenstück geworden. Nicht nur namentlich Trennen die Radeon R9 290X und 290 nur wenig, auch die technischen Daten sind eng verwandt. Beide verwenden die "Hawaii"-GPU, allerdings verfügt die Radeon R9 290X über fast neun Prozent mehr Stream-Prozessoren und taktet bei entsprechender Temperatur mit 1.000 anstatt 947 MHz der Radeon R9 290. Diese nur geringfügigen Änderungen sorgen für eine feine Differenzierung der beiden Modelle. Features wie den Mantle-Support, TrueAudio, das CrossFire ohne Brücke und die Unterstützung für DirectX 11.2 Tier 2 bieten beide. Umso gespannter waren wir auch die Messergebnisse.

In den meisten Spielen landet die Radeon R9 290 dort, wo AMD sie auch gerne sehen will: Ganz in der Nähe der GeForce GTX 780. Mal wird diese geschlagen, mal liegt die Konkurrenz knapp davor. Je nach Benchmark, gewählter Auflösung und den Grafikeinstellungen kann dies variieren. Gerade die hohen Auflösungen scheinen AMD aber entgegen zu kommen und so sehen wir die Radeon R9 290 ab 2.560x1.600 Bildpunkten, was wohl auch am ehesten dem Anforderungsprofil einer solchen Karte entspricht, meist vorne. Der Abstand zur Radeon R9 290X liegt in etwa in dem Bereich, der durch die Beschneidung der Architektur und Takt zu erwarten war.

In Sachen Stromverbrauch platziert sich die Radeon R9 290 ebenso in etwa dort, wo sie zu erwarten ist, mit etwas Abstand hinter der Radeon R9 290X verbraucht sie aber dennoch mehr, als eine GeForce GTX 780 oder eine Titan. Nun macht ein Mehrverbrauch von 20-30 Watt bei einem Kaufpreis von mehreren hundert Euro keinen großen Unterschied, dennoch gehört dieser ins Verhältnis zur gebotenen Leistung gesetzt und hier kann AMD mit der neuen "Hawaii"-GPU nicht überzeugen. Durch die neue Implementierung von PowerTune ergibt sich bei den Temperaturen ein Bild, an das wir uns erst noch gewöhnen müssen. Ziel von AMD ist es nicht mehr die Temperatur unter allen Umständen so niedrig wie irgend möglich zu halten, sondern eine Zieltemperatur mit möglichst hohem Takt zu halten. Daher ist es nur schwer möglich die 94 °C der Radeon R9 290 und 290X gegen die Karten aus dem Hause NVIDIA zu vergleichen, die 80 °C als Temperatur-Ziel vorgesehen haben. Eines lässt sich allerdings festhalten: Auch die Radeon R9 290 schafft es in unserem System nicht in jedem Fall ihren maximalen Takt von 947 MHz zu halten. Da man auch die maximale Lüfterdrehzahl von 40 auf 47 Prozent erhöht hat, resultiert dies sogar in einer höheren Last-Lautstärke als bei der Radeon R9 290X.

AMD gibt eine unverbindliche Preisempfehlung von 345 Euro für die Radeon R9 290 an. Sollte sich der letztendliche Straßenpreis an der Entwicklung der Radeon R9 290X orientieren, werden wir in einigen Tagen auch ziemlich genau in diesem Bereich landen. Die direkten Konkurrenten heißen NVIDIA GeForce GTX 770 und 780. Erstgenannte Karte wird von der Radeon R9 290 aber fast immer geschlagen, stellt mit einem Preis von 265 Euro aber eine günstige Alternative dar. Anders sieht dies für die GeForce GTX 780 aus. Sie liegt in etwa auf Niveau der Radeon R9 290, kann mit ihrem aktuellen Preis von 410 Euro im Preis/Leistungsverhältnis aber nicht mithalten. AMD könnte mit der Radeon R9 290 ein echter Verkaufsschlager gelungen sein. Die gebotene Leistung ist in diesem Preissegment hervorragend.

Alternativen? Einige Alternativen haben wir bereits angesprochen und beide stammen aus dem Hause NVIDIA. Allerdings ist die GeForce GTX 780 derzeit einfach noch etwas zu teuer. Ändern könnte sich dies mit der GeForce GTX 780 Ti, die in wenigen Tagen vorgestellt wird und Karten wie die GeForce GTX 780 und auch 770 noch etwas günstiger machen könnte. Wer ein paar Abstriche bei der Performance machen kann, findet in der GeForce GTX 770 schon heute eine denkbare Alternative zur Radeon R9 290 - zumal sie auch noch mehr als hundert Euro günstiger ist.

 

Persönliche Meinung

Es ist schwer etwas Handfestes für oder gegen die Radeon R9 290 zu finden. Der Abstand in Sachen Performance ist zur größeren Radeon R9 290X relativ gering. Beim Preis unterscheiden sich beide Karten aber deutlich. Noch immer nicht wirklich gewöhnt habe ich mich an das neue PowerTune mit den extrem hohen Temperaturen. Mir ist klar, dass die Hardware dies auch über längere Zeit mitmachen kann, ungewohnt fühlt es sich dennoch an die GPU bei 94 °C schmoren zu sehen. Jetzt bin ich noch gespannt wie NVIDIA die GeForce GTX 780 Ti aufstellt. Dann haben wir ein völlig neues Gefüge am High-End-Markt für Grafikkarten und können uns endlich wieder einen Gesamtüberblick verschaffen. (Andreas Schilling)

 

Positive Aspekte der AMD Radeon R9 290:

  • selbst bei 2.560x1.600 und UltraHD-Auflösung noch spielbare Frameraten
  • PowerTune mit zahlreichen Optionen
  • CrossFire ohne zusätzliche Brücke möglich
  • 4.096 MB GDDR5-Speicher
  • Support für Mantle und DirectX 11.2 Tier 2 (beides muss sich in der Praxis allerdings noch beweisen)

Negative Aspekte der AMD Radeon R9 290:

  • unter Last zu laut
  • zu hohe Leistungsaufnahme unter Last