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Test: Powercolor Radeon HD 6790

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Seite 1: Test: Powercolor Radeon HD 6790

powercolor_6790Anfang April stellte AMD seine Radeon HD 6790 in den Dienst. Ähnlich wie bei der ATI Radeon HD 5830 griff man der Ausbeute zuliebe zum Rotstift und deaktivierte defekte Teilbereiche der eigentlich potenten Barts-GPU, womit man relativ einfach eine neue, preisgünstigere Grafikkarte kreieren konnte. Damit der neue 3D-Beschleuniger nicht dem Ruf der AMD Radeon HD 5830 folgt, hat sich Boardpartner PowerColor ans Werk gemacht seine eigene Version der durchaus schnellen Mittelklasse-Grafikkarte vorgestellt. Sie fällt nicht nur deutlich kürzer als das Referenzmodell aus, sondern kann auch auf den zweiten 6-Pin-PCI-Express-Stromanschluss verzichten und ist mit einem eigenen Kühlsystem ausgestattet. Ob die PowerColor Radeon HD 6790 damit die Blicke interessierter Barts-LE-Anwärter auf sich ziehen kann, versuchen wir auf den nachfolgenden Seiten zu klären.

Die AMD Radeon HD 6790 hätte eigentlich auch als AMD Radeon HD 6830 an den Start gehen können. Doch aus marketing-technischen Gründen hat sich AMD wohl dagegen entschieden. Trotzdem erinnert so einiges an die bei unseren Lesern wenig geliebte Grafikkarte. So kommt auch auf der Radeon HD 6790 ein höherwertiger Grafikchip zum Einsatz, bei dem man einfach defekte Teilbereiche der GPU deaktivierte, um die Ausbeute seiner Barts-Grafikkarten hochzuhalten. Sicherlich ist die Entscheidung aus Unternehmenssicht nachzuvollziehen - für den Endanwender bedeutet ein solcher Schritt aber meist nichts Gutes. So fallen die Abmessungen höher aus, als bei einer neu designten Grafikkarte, während auch der Stromverbrauch auf einem hohen Level liegt. Dies ist auch im Falle der AMD Radeon HD 6790 so. So verfügt das Referenzmodell mit einer Länge von 24 cm über die gleichen Abmessungen, wie eine AMD Radeon HD 6850. Auch die maximale Leistungsaufnahme liegt mit 150 Watt fast auf dem Niveau einer deutlich schnelleren AMD Radeon HD 6870. Damit die Radeon HD 6790 nicht dem Ruf der AMD Radeon HD 5830 folgt und bei unseren Lesern den gleichen Beliebtheitsgrad erreicht, hat PowerColor pünktlich zum Start des neuen 3D-Beschleunigers Anfang April seine eigene Version vorgestellt.

Sie fällt mit knapp 21,5 cm nicht nur deutlich kürzer als die Referenz aus, sondern kann auch auf den sonst üblichen, zweiten 6-Pin-PCI-Express-Stromstecker verzichten. Auch ein eigenes Kühlsystem, das mit drei dicken Heatpipes, zahlreichen Aluminiumfinnen und einem mittig angebrachten Axiallüfter aufwarten kann, findet seine Verwendung. Unter der Haube hat sich allerdings nichts weiter getan. So werkeln die 800 Streamprozessoren (160 5D) und der 1024 MB große GDDR5-Videospeicher, welcher zudem über ein 256 Bit breites Speicherinterface angebunden ist, mit seinen standardmäßigen Taktfrequenzen. Diese liegen bei 840 respektive 2100 MHz.


Wie im Einleitungs-Teil schon erwähnt, basiert AMDs Radeon HD 6790 auf der Barts-GPU, die im Vergleich zu den größeren Modellen kräftig beschnitten wurde. Konnte eine AMD Radeon HD 6870 noch mit 1120 Streamprozessoren (224 5D) glänzen, muss die AMD Radeon HD 6790 mit nur noch 800 Streamprozessoren (160 5D) vorlieb nehmen. Dies ist dem Wegfall von vier SIMD-Einheiten zuzuschreiben. Insgesamt sind von den 14 SIMDs noch zehn übrig geblieben. Jede SIMD-Einheit beinhaltet dabei 80 ALUs und eine Quad-TMU, bestehend aus vier Texture-Mapping-Units. Insgesamt erinnert die AMD Radeon HD 6790 damit stark an ihren direkten Vorgänger, die ATI Radeon HD 5770. Doch beim Speicherausbau gibt es Unterschiede. Im Vergleich zum Juniper-Chip wurde die Speicherbandbreite verdoppelt, im Vergleich zu den restlichen Barts-Ablegern aber gleich belassen. So bindet der 1024 MB große GDDR5-Videospeicher weiterhin über ein 256 Bit breites Speicherinterface an. Bei den ROP-Partitionen sind allerdings nur noch vier aktiv, weshalb insgesamt noch 16 Rasterendstufen vorhanden sind.

Bei den Frequenzen fährt man ein gewohnt hohes Level. So rechnet AMDs dritter Barts-Ableger mit schnellen 840 MHz, während auch der verbaute Videospeicher mit starken 2100 MHz unterwegs ist. Doch all dies hat seinen Preis. So gibt die US-Amerikanische Grafikschmiede die maximale Leistungsaufnahme mit 150 Watt an. Eine AMD Radeon HD 6870 genehmigt sich mit 151 Watt nur unwesentlich mehr, selbst eine AMD Radeon HD 6850 begnügt sich mit maximal 127 Watt. Deshalb verbaute AMD vorsichtshalber zwei 6-Pin-PCI-Stromstecker. Die PowerColor Radeon HD 6790 wurde allerdings etwas optimiert und kann auf einen der beiden zusätzlichen Stromstecker verzichten. Zudem fällt sie in ihrer Länge etwas kürzer auf. Auch auf den sonst üblichen AMD-Dual-Slot-Kühler darf man bei ihr getrost verzichten. Zum Einsatz kommt eine eigene Lösung mit mittig angebrachtem Axiallüfter. Ob diese Variante in Sachen Lautstärke und Kühleffizienz einiges besser macht, klären wir auf den nachfolgenden Seiten. Bei der Leistung sind aufgrund der Standard-Frequenzen allerdings keine Sprünge zu erwarten. Vielleicht erweist sie sich in unseren Overclocking-Tests als sehr taktfreudig?

 

Zunächst aber kommen wir zu den Eckdaten:

Hersteller und Bezeichnung PowerColor Radeon HD 6790
Straßenpreis 110 Euro
Homepage http://www.powercolor.com/
Technische Daten
GPU
Barts  LE
Fertigung 40 nm
Transistoren
1,7 Milliarden
GPU-Takt
840 MHz
Speichertakt
2100 MHz
Speichertyp
GDDR5
Speichergröße
1024 MB
Speicherinterface
256 Bit
Speicherbandbreite
134,4 GB/Sek.
Shader Model Version
5.0
Shadereinheiten
160 (5D)
Shadertakt
840 MHz
Texture Units
40
ROPs
16
Pixelfüllrate
13,4 Gigapixel
SLI/CrossFire
CrossFire

Vergleicht man die Eckdaten der PowerColor Radeon HD 6790 mit denen unseres AMD-Samples, so sind keinerlei Unterschiede festzustellen. Aufgrund der Standard-Taktraten von 840 respektive 2100 MHz liegen die Speicherbandbreite und Pixelfüllrate weiterhin auf 134,4 GB/Sek. bzw. bei 13,4 Gigapixel.

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Nur Äußerlich hat es bei der PowerColor Radeon HD 6790 einige Änderungen gegeben. Unter der Haube des eigenen Kühlsystems blieb allerdings alles beim Alten. Doch ist diese Lösung deutlich leiser, als das Referenzlayout, oder erweist sich der 90-mm-Lüfter als echter Staubsauger? All dies versuchen wir in diesem Artikel zu klären.