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Schenker S306 im Test

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Seite 1: Schenker S306 im Test

schenker s306 test teaser kleinDie Konfigurationen der üblichen Verdächtigen entsprechen nicht den eigenen Anforderungen an ein mobiles Arbeits-Notebook? Dann könnte das Schenker S306 die richtige Wahl sein. Denn ganz im Stil der Leipziger Gaming-Systeme lässt sich das neue Modell in vergleichsweise vielen Bereich anpassen. Dennoch kommt es nicht für jedermann in Frage, wie der Test zeigt.

Wie so oft fällt der Kauf bei Schenker Technologies auch beim S306 alles andere als leicht. Denn ob Prozessor, Arbeitsspeicher oder Größe und Anzahl der Massenspeicher - vor dem Klick auf den „Bestellen“-Button sind einige Entscheidungen erforderlich. Soll es die Grundkonfiguration sein, erhält man für 799 Euro einen Core i5-6200U, 4 GB RAM und eine 500 GB fassende HDD, das Betriebssystem fehlt hingegen. Als empfehlenswerten Einstieg kann man die Testzusammenstellung bezeichnen. Für 1.005 Euro gibt es den doppelten Arbeitsspeicher sowie eine zusätzlich Samsung 850 EVO mit 120 GB sowie Windows 10 Home.

Wer will, kann mehr CPU-Leistung (i7-6500U), abermals mehr RAM (maximal 16 GB) und diverse SSD/HDD-Kombinationen ordern. Zusammen mit einem alternativen WLAN-Modul und Betriebssystem lässt sich die Marke von 2.500 Euro dann spielend knacken.

Spätestens dann stellt sich aber die Frage, ob das S306 auch qualitativ mithalten kann.

Leider keine Wahl beim Display

Erste Zweifel kommen diesbezüglich beim Blick aufs Display auf. Jede Konfiguration wird mit einem 13,3 Zoll großen IPS-Panel mit 1.920 x 1.080 Pixeln ausgeliefert und verfügt über eine matte Oberfläche; einen Touchscreen oder eine höhere Auflösung gibt es auch gegen Aufpreis nicht. Farbdarstellung und Betrachtungswinkel fallen gut aus, die nicht spiegelnde Bildschirmoberfläche ist vor allem in hellen Umgebungen hilfreich.

Dem entgegen steht aber die sehr unharmonische Ausleuchtung, die gerade im Freien schnell zum Problem werden kann. In der Spitze erreicht das Panel zwar gute 321 cd/m², an der dunkelsten gleichzeitig aber nur 247 (Homogenität: 77 %). Negativ fällt dabei vor allem der linke Rand auf, der durchgängig und mit bloßem Auge leicht erkennbar dunkler ist.

Das Display bietet eine sehr ungleiche Ausleuchtung
Das Display bietet eine sehr ungleiche Ausleuchtung.

Punktabzug gibt es aber auch für den leichten Blaustich dank durchschnittlich rund 7.100 Kelvin. Durchschnittlich fällt hingegen die Farbraumabdeckung aus: In der Kategorie sRGB sind es 84 %, im AdobeRGB-Test sind es 58 %. Gut gefällt hingegen die sehr gleichmäßige Abstufung der einzelnen Helligkeitsstufen.

Anschlussvielfalt mit Falle

Nur in einem Punkt hat man die Wahl, wenn es um die Schnittstellen geht. Denn der Online-Konfigurator hält gleich drei verschiedene WLAN-Module bereit, von denen sich zwei aber nur in eher unwesentlichen Punkten unterscheiden. Deshalb stellt sich nur die Frage, ob es in der Spitze 433 oder 867 Mbit/s sein sollen. Denn neben 2,4 und 5 GHz unterstützen alle drei auch den Betrieb in ac-Netzen. Wer sich für eines der beiden besseren Module, die jeweils 10 Euro zusätzlich kosten, entscheidet, erhält zudem vPro-Features.

Rechts gibt es unter anderem USB Typ-C und -A
Rechts gibt es unter anderem USB Typ-C und -A.

Ansonsten bietet das S306 auf der drahtlosen Seite Bluetooth 4.2, per Stecker können ein zusätzliches Display per HDMI, ein Headset sowie gleich drei USB-Geräte angeschlossen werden. Leider sorgt Schenker Technologies hier für etwas Konfusion. Denn wer den links platzierten USB-Port nutzt und sich über das geringe Tempo wundert, ist auf die Beschriftung reingefallen. Zwar prangt neben dem Anschluss das für USB 3.0 unverwechselbare „Superspeed“-Logo, mehr als USB 2.0 wird hier aber nicht geboten. Laut Schenker Technologies soll dieses Beschriftungsproblem aber beseitigt werden.

Schneller geht es rechts vonstatten. Hier steht gleich zweimal USB 3.1 Gen 1 zur Verfügung, je einmal als Typ-A und Typ-C.

Wo Superspeed draufsteht, ist nur USB 2.0 drin
Wo Superspeed draufsteht, ist nur USB 2.0 drin.

Komplettiert wird die Anschlussausstattung von einem Kartenleser, ebenfalls an Bord sind eine nur durchschnittliche Webcam, die nur von einem Mikrofon unterstützt wird, sowie von auf der Unterseite untergebrachten Stereo-Lautsprechern. Diesen fehlt es sowohl an mittleren als auch tiefen Frequenzen, zudem kommt es bei hohen Pegeln schnell zu Verzerrungen.

Touchpad mit Mangel

Überraschend gut schneidet die Tastatur ab. Die Haupttasten fallen mit 15 x 15 mm ausreichend groß aus und mit 4 mm ist genügend Zwischenraum vorhanden, um Fehlbedienungen zu vermeiden. Die Beschriftung ist bis auf zwei Ausnahmen selbsterklärend, die insgesamt dreistufige Hintergrundbeleuchtung sehr gleichmäßig. Beim Schreiben profitiert man vom klar definierten, nur minimal zu weichen Druckpunkt, dem nahezu optimalen Hub und der leicht angerauten Oberfläche der Tasten. Ungewohnt ist das leicht vom Standard abweichende Layout respektive die nicht ganz alltägliche Verteilung der Funktionen.

Die Tastatur gefällt, das Touchpad ist wacklig
Die Tastatur gefällt, das Touchpad ist wacklig.

Mit Vorsicht zu bewerten ist das Touchpad des S306. Zwar gehen Gleiteigenschaften und Größe in Ordnung, im unteren Bereich war die Fläche beim Testgerät jedoch sehr wacklig. Dabei handelt es sich laut Schenker Technologies um ein bekanntes Problem, dass aber behoben werden soll. Davon abgesehen stimmen auch hier Druckpunkt und Hub, eine optische Trennung der der beiden Tasten wäre aber wünschenswert.

Wartungsfreundliches Gehäuse

Beinahe fehlerfrei präsentiert sich im Gegenzug das Gehäuse des S306. Das aus Aluminium bestehende Äußere gibt es in Silber und Dunkelgrau, das Design ist in beiden Fällen aber identisch. Von der Seite betrachtet ist eine klare Keilform zu erkennen, spätestens beim Blick auf das mittig angebrachte Display-Scharnier wird klar, wer als optisches Vorbild fungiert hat.

Muss oder soll die ein oder andere Komponente getauscht werden, ist dies nach dem Lösen handelsüblicher Kreuzschrauben möglich; Massenspeicher, RAM und WLAN sind problemlos auswechselbar, selbst der Akku ist nur mit Schrauben befestigt. Lobenswert ist auch die fast sehr gute Verarbeitung des 325,0 x 219,0 x 18,0 mm großen und 1,4 kg schweren S306. Hinsichtlich der Stabilität kann nur das Display nicht überzeugen, Verformungen sind hier schon bei geringem Krafteinsatz möglich. Ansonsten offenbart das Gehäuse eine sehr hohe Verwindungssteife.

Dank guter Verarbeitung und gefälliger Optik ist das Gehäuse der große Pluspunkt des S306
Dank guter Verarbeitung und gefälliger Optik ist das Gehäuse der große Pluspunkt des S306.

Einen Bonuspunkt gibt es für die Verteilung der Schnittstellen: Auf der rechten Seite sind die beiden USB-Buchsen weit voneinander getrennt und sind so problemlos selbst bei breiteren Steckern oder Geräten gleichzeitig benutzbar.