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Schenker S306 im Test

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Seite 2: Leistung, Kühlung, Laufzeit, Fazit

RAM-Patzer kosten Leistung

Die Zahl der möglichen Konfigurationen machen eine allgemein gültige Bewertung der Leistung unmöglich. Denn vor allem RAM- und SSD-Ausbau haben großen Einfluss, wenn es um mehr als Word und Outlook geht. All diese und vergleichbare Aufgaben meistert das S306 unabhängig von der konkreten Ausstattung problemlos. Für mehr bietet sich der Griff zur Testkonfiguration an.

Der Core i5-6200U bietet mit seinen zwei Kernen, Hyper-Threading und Taktraten zwischen 2,3 und 2,8 GHz eine für diese Notebook-Kategorie ordentliche CPU-Leistung. Mit 3,18 und 289 Punkten in Cinebench 11 und 15 platziert sich das Modell im oberen Drittel. Kommen auch Arbeits- und Massenspeicher ins Spiel, fallen die Ergebnisse schlechter aus. Ersterer wird von Schenker Technologies ausgebremst, da das Notebook dank nur einer Speicherbank keinen Dual-Channel-Betrieb bietet und auch nur DDR3-Module verbaut werden, bei letzterem fehlt es in der Spitze an Tempo. Die Samsung 850 Evo schafft im Benchmark maximal etwa 454 und 429 MB/s beim Lesen und Schreiben; schnellere SSDs können im Konfigurator aber problemlos ausgewählt werden, auch NVMe-Modelle stehen bereit.

Späteres Aufrüsten ist kein großes Problem, RAM und Massenspeicher sind einfach zu erreichen
Späteres Aufrüsten ist kein großes Problem, RAM und Massenspeicher sind einfach zu erreichen.

Beim Testsystem reicht es aufgrund der Einschränkungen so beispielsweise nur für rund 4.700 Punkte in PCMark 7, im neueren PCMark 8 sind circa 2.200 Punkte ebenfalls nur Durchschnitt. Mangels dedizierter GPU ist an mehr als Browser-Games und ähnliches nicht zu denken. Die HD Graphics 520 ermöglicht zusammen mit dem CPU-Part des Prozessors erwartbare 615 Punkte im 3Dmark (Fire Strike).

Das bedeutet insgesamt: Für die alltäglichen Office-Aufgaben ist die Testkonfiguration mehr als gewappnet, auch für anspruchsvolle Aufgaben gibt es Reserven. Im Vergleich zur Konkurrenz kann das Limit aber unter Umständen viel früher erreicht werden, bzw. dauert es mitunter länger.

Meist ruhiger, manchmal störender Lüfter

Angenehm überrascht wird man phasenweise vom Kühlsystem. Denn wo andere kompakte Notebooks sich nicht selten als Krachtüten entpuppen, ist das S306 ein regelrechter Leisetreter - zumindest, wenn man ihm nicht zu viel abverlangt. Im Leerlauf und bei geringer Last kommt das System die meiste Zeit ohne aktive Kühlung aus, der Lüfter wird dann nur selten aktiviert. Dass wir trotzdem 34,7 dB(A) im Diagramm vermerken, liegt an der verbauten Festplatte. Denn ist diese aktiv, produziert sie zwar keine aufdringlichen, aber durchaus wahrnehmbare Geräusche.

Wer dem Notebook mehr als nur den Browser oder Word zumutet, muss mit mehr Belästigung leben. Bei maximalen Touren konnten wir 44,4 dB(A) messen, was zunächst nicht laut wirkt, aufgrund der Frequenzen stört das Arbeitsgeräusch aber doch. Konzentriertes Arbeiten ist dann zwar noch möglich, es gibt aber deutlich weniger aufdringliche Vertreter. Die positive Kehrseite: Problematische Temperaturen treten nicht auf. Bei geringer Last werden am Gehäuse punktuell maximal etwa 31 °C erreicht, nach langen Volllastphasen rund 44 °C. Der Core i5-6200U erreicht in der Spitze 76 °C, gedrosselt wird aber dennoch.

Die Temperaturen sind im grünen Bereich, der Lüfter nicht immer
Die Temperaturen sind im grünen Bereich, der Lüfter nicht immer.

Denn das anhaltende Überschreiten der TDP, die bei 15 W liegt, lässt Intel nicht zu - einen anderen Weg als das Bremsen des CPU-Parts gibt es nicht. Entsprechend erreicht dieser nach wenigen Volllast nur noch knapp 1.400 MHz, die GPU arbeitet hingegen unbeeindruckt mit 800 MHz weiter. Unter alltagsnahen Tests war von der Drosselung nichts zu spüren, es handelt sich also um ein für viele vernachlässigbares Problem; ärgerlich ist es dennoch.

Schwachpunkt Akku

Gleiches gilt für eine Angabe auf der Produktseite. Dort heißt es zum Thema Akku, dass die verfügbaren 45 Wh bei mittlerer Last für eine Laufzeit von etwa sechs Stunden gut sein sollen. Unter welchen Bedingungen dies getestet wurde, verschweigt Schenker Technologies. Dass es sich um einen theoretischen Wert bei minimaler Display-Helligkeit und deaktivierten Funkmodulen handeln muss, zeigen die Messungen.

Bei wie üblich 120 cd/m² Helligkeit erreichte das Testgerät bei geringer Last (Battery Eater Reader’s Test) rund 6,5 Stunden, bei hoher Last (Battery Eater Classic) gut zwei. Bei mittlerer Auslastung, für die PCMark 8 sorgt, hielt der Akku je nach Szenario rund drei bis 3,5 Stunden durch. Im Vergleich sind das klar unterdurchschnittliche Werte, die dem hohen Energiebedarf geschuldet sind. Schon im Leerlauf verlangt das System mehr als 9 W, dabei befand sich die HDD im Ruhezustand. Unter voller Last - aber wiederum ohne arbeitende Festplatte - werden dann gut 32 W verlangt - ebenfalls vergleichsweise viel.

Das Ladegerät sollten Käufer des S306 also nur dann zuhause lassen, wenn sie wissen, dass es nicht den ganzen Arbeits- und Uni-Tag über gebraucht wird.

Fazit

Die Idee, ein kompaktes Arbeits-Notebook den Bedingungen des potentiellen Kunden anpassen zu können, ist gut. Nicht ganz so gut ist aber, dass Schenker Technologies weder der erste Hersteller ist, der dies ermöglicht, noch, dass man mehr Möglichkeiten als die Konkurrenz bietet. Denn wo beim S306 die ersten Grenzen in Sicht kommen, fangen so andere erst an. Wahlfreiheit in puncto RAM und Massenspeicher bieten fast alle Anbieter, auch das Anbieten mehrerer WLAN-Module hebt die Leipziger nicht hervor. Im Gegenteil: Kein alternatives Display und nur zwei CPUs schränken den Kreis der Interessenten ein, Dell, Lenovo, ASUS und Co. bieten hier viel mehr.

Doch mit genau diesen Unternehmen buhlt man um die Gunst der Kunden, der Preis ist beileibe kein Alleinstellungsmerkmal. Grenzt man das Angebot auf Geräte mit Full-HD-Auflösung, 13,3 Zoll, 8 GB RAM und einen Skylake-Prozessor ein, wird das S306 zwar als eines die günstigsten Geräte gelistet, hier zieht jedoch der Trick mit dem Verzicht auf das Betriebssystem. Mitsamt Windows 10 zieht aber unter anderem an ASUS‘ ZenBook UX303 vorbei, auch das HP Envy 13 ist dann für weniger Geld zu haben. Wessen Budget etwa 1.200 Euro vorsieht, der kann auch das Dell XPS 13 in den Kreis der Kandidaten aufnehmen.

Das Schenker S306 punktet bei Gehäuse und Tastatur, enttäuscht aber bei nicht nur mit seiner Laufzeit
Das Schenker S306 punktet bei Gehäuse und Tastatur, enttäuscht aber bei nicht nur mit seiner Laufzeit.

Wer sich trotz dieser Kritik für ein S306 entscheidet, kann sich auf ein mattes Display, alle wichtigen - und vor allem gut platzierte - Anschlüsse, ein insgesamt gutes Gehäuse sowie eine gute Tastatur freuen. Gleichzeitig muss man aber mit einem leicht schwächelnden Touchpad, den etwas enttäuschenden Laufzeiten und der ungleichmäßigen Display-Beleuchtung leben.

Die in Aussicht gestellte Wahlfreiheit bezüglich der Ausstattung ist am Ende kein Argument, das zwingend für das S306 spricht. Das ist zwar insgesamt ein überdurchschnittliches Notebook, bietet aber kein Alleinstellungsmerkmal.

Positive Aspekte des Schenker S306:

  • mattes Display
  • gut platzierte Anschlüsse
  • überzeugende Tastatur
  • bei geringer Last unaufdringlicher Lüfter
  • gut verarbeitetes Gehäuse

Negative Aspekte des Schenker S306:

  • Touchpad mit kleinen Mängeln
  • RAM ohne Dual-Channel
  • schwache Laufzeiten
  • ungleichmäßig ausgeleuchtetes Display