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Neues Aldi-Notebook im Test: Das Medion P7644 ist mehr Allrounder als High-Performance

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Seite 1: Neues Aldi-Notebook im Test: Das Medion P7644 ist mehr Allrounder als High-Performance

medion erazer p7644 test teaserPassend zur Weihnachtszeit verkauft Aldi Süd ab dem 19. Dezember ein neues Notebook. Das Medion Erazer P7644 oder einfach nur Medion P7644 wird als echtes High-Performance-Gerät angepriesen, welches ab kommendem Samstag bereits ab 899 Euro zu haben sein wird. Tatsächlich stecken im neuen Aldi-Gerät ein Skylake-Prozessor der Core-i7-Klasse, eine schnelle SSD gepaart mit einer kapazitätsstarken HDD sowie ein großzügig bemessener 17,3-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung. Bei der Grafikkarte vertraut man allerdings nur auf eine NVIDIA GeForce GTX 950M mit 2.048 MB DDR3-Videospeicher. Ob man sich das Weihnachts-Notebook guten Gewissens unter den Christbaum legen kann, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.

Nachdem Aldi Süd Mitte Oktober ein preisgünstiges und durchaus attraktives Arbeits-Notebook verkauft hat, legt man pünktlich zur Weihnachtszeit im Dezember noch einmal nach. Das Medion P7644, welches sich eigentlich innerhalb der Erazer-Familie einfügt, wird ab dem 19. Dezember bei Aldi Süd angeboten und dabei als High-Performance-Notebook beworben, welches mit einem Preis von 899 Euro vergleichsweise günstig angeboten werden soll. Tatsächlich ist ein aktueller Skylake-Prozessor der Core-i7-Klasse verbaut, dem eine flotte SSD mit 250 GB sowie eine 1 TB fassende Magnetspeicher-Festplatte samt 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Für die Grafikausgabe zeichnet sich im 2D-Betrieb die stromsparende Skylake-Grafik verantwortlich, dank Optimus-Technologie schaltet sich im 3D-Betrieb jedoch ein leistungsstärkerer, diskreter Grafikchip hinzu. Gamer sollten sich allerdings keine allzu großen Hoffnungen machen, denn Aldi und Medion setzen lediglich auf ein Mittelklasse-Modell. Konkret kommt eine NVIDIA GeForce GTX 950M mit 2.048 MB Videospeicher zum Einsatz.

Dazu gibt es einen 17,3 Zoll großen Bildschirm, welcher eine native Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten bietet. In puncto Schnittstellen hat das Medion (Erazer) P7644 eigentlich alles zu bieten, was ein modernes Notebook haben muss. Hier stehen vier USB-Ports, wovon allerdings zwei als USB 2.0, einer als USB 3.0 und der vierte als USB 3.1 Typ-C ausgeführt werden, sowie einmal HDMI, VGA, Ethernet und eine 3,5-mm-Kombi-Audio-Buchse zur Verfügung. Wireless-LAN nach 802.11ac-Standard sowie Bluetooth 4.0 gibt es ebenso wie zwei Stereo-Lautsprecher, eine HD-Webcam, einen SD-Kartenleser und einen austauschbaren Akku mit 47,5 Wh. Sogar ein optisches Laufwerk in Form eines DVD-Brenners hat es geschafft. All dies bringt man in einem rund 2,9 kg schweren Gehäuse unter, welches optisch sehr schlicht gehalten ist.

Kein Gamer-Gehäuse

Bei einem als High-Performance-Notebook ausgezeichneten Gerät dürfte man eigentlich ein aggressives Gamer-Design, wie es viele andere Hersteller gerne bieten, erwarten. Doch dem ist beim Medion (Erazer) P7644 nicht so. Aldi Süd und Medion setzen auf ein schlichtes Kunststoff-Gehäuse, welches vollständig im matten Schwarz gehalten ist – einzig das Medion-Logo ziert den Deckel. Dafür ist das Notebook teilweise mit einer Soft-Touch-Oberfläche überzogen, was dem Gerät eine gewisse Standfestigkeit auf dem Schreibtisch verleiht und zudem für etwas Grip auf der Handballen-Auflage sorgt. An der Verarbeitungsqualität gibt es eigentlich nichts auszusetzen, die Spaltmaße sind kaum sichtbar, die Scharniere am Bildschirm könnten allerdings ein klein wenig verwindungssteifer ausfallen.

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Medion Erazer P7644

Der Akku mit seinen 47,5 Wh lässt sich nur nach dem Herausdrehen zweier Schrauben entnehmen. Über einen Service-Deckel gelangt man dafür schnell zu den Speicherbänken oder der Festplatte. Wer später aufrüsten will, kann dies binnen weniger Minuten tun. Dies ist im Hinblick auf die 250-GB-SSD und die große 1-TB-HDD nicht unbedingt notwendig – eher beim Arbeitsspeicher, denn hier setzt man auf lediglich ein Modul und verzichtet damit auf den schnellen Dual-Channel-Modus.

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Medion Erazer P7644

Dank des 17,3 Zoll großen Bildschirms bietet das Medion (Erazer) P7644 bei der Tastatur genügend Platz für einen zusätzlichen Nummernblock. Dies dürfte vor allem Vielschreiber von Zahlen erfreuen. Das große Gehäuse bietet allerdings auch Platz für ein optisches Laufwerk. Dieses liest und beschreibt CDs und DVDs.

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Medion Erazer P7644

Auf eine Hintergrundbeleuchtung haben Medion und Aldi Süd bei ihrem Weihnachts-Notebook verzichtet – Gamer dürften zudem eine Hervorhebung der WASD-Tasten vermissen - ob das in der Praxis wirklich stört ist hingegen eine andere Frage. Die Tasten sind mit 14 x 14 mm zwar angenehm groß, allerdings viel zu leichtgängig. Das Touchpad ist dagegen mit 105 x 64 großzügig bemessen, verzichtet allerdings auf eigene Tasten für den linken und rechten Mausklick – eine optische Abgrenzung vom Touchpad fehlt. Dafür reagiert es flott und bietet gute Gleiteigenschaften für die Finger.

Viele verschiedene Anschlüsse schlecht platziert

In puncto Anschluss-Vielfalt gibt es eigentlich nicht viel zu bemängeln. Hier stehen viele aktuelle Anschlüsse wie USB 3.1 Typ-C, USB 3.0, USB 2.0, HDMI und Gigabit-LAN bereit, aber auch ältere Ports wie VGA und 3,5-mm-Klinke.

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Medion Erazer P7644

Die Anschlüsse sind allerdings alles andere als praktikabel untergebracht – nahezu alle Ports sind auf den Seiten nach vorne gerückt und machen damit ein gutes Kabelmanagement auf dem Schreibtisch nahezu unmöglich. Auf der rechten Seite bietet das Medion (Erazer) P7644 zwei USB-2.0-Ports, den 3,5-mm-Klinken-Anschluss sowie das optische Laufwerk. Immerhin: Der Kensington-Lock ist auf Höhe des Scharniers platziert.

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Medion Erazer P7644

Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich ebenfalls ganz vorne der USB-3.1-Typ-C-Anschluss, eine USB-3.0-Schnittstelle, ein HDMI-Port, die Gigabit-Ethernet-Buchse und ein älterer D-Sub-Ausgang. Letzterer ist vor allem im Business-Bereich ziemlich praktisch, da die meisten Beamer noch immer auf eine solche Schnittstelle setzen. Nach zahlreichen Lüftungsschlitzen gibt es noch den Anschluss für das externe Netzteil.

Insgesamt hätten wir uns nicht nur mindestens einen weiteren USB-3.0-Port gewünscht, sondern vor allem auch eine andere Aufteilung der Anschlüsse. Wer kabelgebunden ins Netz geht, einen Drucker anschließt, das Notebook an einem externen Bildschirm betreibt und vielleicht noch eine externe Festplatte anschließt, braucht links und rechts auf dem Schreibtisch einiges an Platz. Zumindest die Video-Ausgänge und die Ethernet-Buchse wären am hinteren Bildschirmrand besser aufgehoben.

Diskussionswürdige Ausstattung

Stolz präsentiert das Medion (Erazer) P7644 auf der Handballen-Auflage seinen Core-i7-Prozessor und seine zusätzliche NVIDIA-GeForce-GTX-Grafik – wohl ein Grund, weswegen das Gerät als High-Performance-Notebook angepriesen wird. Wer jedoch genauer hinschaut stellt fest, dass die Auswahl der Komponenten etwas fragwürdig ist. Der verbaute Intel Core i7-6500U kostet bei Intel – abgesehen von eventuellen Rabatten und weiteren Sonderkonditionen – rund 400 US-Dollar. Dieser ist ein Zweikern-Prozessor mit einem Takt von 2,5 bis 3,1 GHz. Die TDP liegt bei sehr guten 15 W. In Hinblick auf Preis und Leistung wäre allerdings ein Core-i5 der H-Reihe die bessere Wahl gewesen. Diese sind mit 35 bis 45 W zwar nicht ganz so sparsam, bieten dafür aber die doppelte Kernanzahl und sind bereits ab etwa 250 US-Dollar zu haben. Sicherlich mag die höhere Leistungsaufnahme größere Anforderungen an das Kühlsystem stellen, aber bei einer Dicke von 28 mm sollte dies eigentlich kein allzu großes Problem darstellen. Acer schafft dies beispielsweise bei seiner Nitro-Reihe auch und das trotz optischen Laufwerk und vergleichbarer Bauhöhe.

Das gesparte Geld hätte man dann in eine potentere Grafikkarte stecken können, denn für Gamer ist die GeForce GTX 950M mit ihrem DDR3-Speicher nur eingeschränkt zu empfehlen. Ansonsten setzen Medion und Aldi Süd noch auf den älteren DDR3-Standard und verbauen gerade einmal ein einziges Modul.

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Medion Erazer P7644

Für einen Preis von 899 Euro bekommt man nichtsdestotrotz einiges geboten.