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Neues Aldi-Notebook im Test: Das Medion P7644 ist mehr Allrounder als High-Performance

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Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim Medion (Erazer) P7644 im Großen und Ganzen keine Abstriche gemacht werden müssen. Wie bei jedem anderen Test-Notebook gilt auch hier: Unsere Testkonfiguration sollte lediglich als Vorschlag angesehen werden, denn in vielen Bereichen gibt es die Erazer-Familie direkt im Onlineshop von Medion auch mit anderen Komponenten. 

Systemleistung

Wie bereits erwähnt hätten Medion und Aldi Süd sich besser für einen preisgünstigeren, dafür schnelleren Skylake-H-Prozessor entscheiden sollen, wenngleich dies einen Mehraufwand für die Kühlung bedeuten würde. Trotzdem hat man sich für einen U-Prozessor mit einer TDP von nur 15 W entschieden. Im Medion (Erazer) P7644 steckt ein Intel Core i7-6500U mit zwei nativen Rechenkernen und SMT-Support, womit die Skylake-CPU bis zu vier Threads gleichzeitig bearbeiten kann. Dabei macht sie sich mit einer Geschwindigkeit von 2,5 GHz ans Werk, kann dank Turbo-Boost je nach Lastzustand und Temperatur Taktraten von bis zu 3,1 GHz erreichen. Dazu gibt es einen 4 MB großen L2-Cache sowie einen 256 KB großen Zwischenspeicher pro Kern in zweiter Reihe. Gefertigt wird das Modell wie alle anderen aktuellen Prozessoren von Intel im 14-nm-Verfahren.

medion erazer p7644 cpuz

Leistungsmäßig muss der Ultrabook-Prozessor im Vergleich zu anderen Notebooks dieser Preis- und Leistungs-Klasse Federn lassen und fällt hinter die H-Modelle der Core-i5-Reihe zurück. Im Cinebench-R11.5-Bechmark bringt es der Intel Core i7-6500U auf 3,47 Punkte. Zum Vergleich: Ein Intel Core i5-6440HQ erreicht hier schon fast 6,0 Punkte und rechnet damit trotz kleinerer Familienzugehörigkeit ein gutes Stück schneller. Gleiches gilt für den neueren R15-Benchmark, wo die beiden CPUs rund 200 Punkte voneinander trennen. Unser Testmuster bringt es in dieser Disziplin auf 310 Punkte. Die Leistung des 8 GB fassenden Arbeitsspeichers fällt ebenfalls etwas zurück. Medion setzt noch auf den älteren DDR3-Standard und verbaut zudem nur ein einziges Modul, womit auf den schnelleren Dual-Channel-Modus und damit auf ein kleines Leistungsplus verzichtet werden muss. Das 1.600 MHz schnelle Speichermodul bringt es auf eine Bandbreite von knapp über 10 GB/s.

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Dank der 256 GB großen SSD kann sich die Leistung im Alltag aber sehen lassen. Das Betriebssystem ist binnen Sekunden gestartet, Programme und Spiele starten nahezu ohne Verzögerung. Das SATA-III-Modell bringt es auf eine durchschnittliche Leserate von knapp über 500 MB/s und auf eine mittlere Zugriffszeit von 0,26 ms. Mit 78,8 MB/s deutlich langsamer ist die zusätzlich verbaute 2,5-Zoll-Festplatte. Diese stellt mit 1 TB aber deutlich mehr Speicherplatz zur Verfügung, was im Hinblick auf aktuelle Spieletitel durchaus sinnvoll ist und wozu auch die Performance mehr als ausreichend ist.

PCMark 8

Creative

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Laut Medion und Aldi Süd ist das P7644 ein High-Performance-Gerät. Gamer sollten jedoch nicht zu viel erwarten. Zwar ist eine diskrete Grafikkarte vorhanden, die ist für aktuelle Spieletitel allerdings nur eingeschränkt zu empfehlen und eignet sich als Modell der unteren Mittelklasse lediglich für ältere Titel, ohne dass die Qualitätsstufe zurückgefahren werden muss.

medion erazer p7644 gpuz

Wie die GeForce GTX 960M baut auch die NVIDIA GeForce GTX 950M auf der GM107 auf und besitzt 640 Shadereinheiten, womit beide Modelle am besten mit einer GeForce GTX 750 (Ti) aus dem Desktop-Segment zu vergleichen sind. Unterschiede zwischen den beiden mobilen Grafikchips gibt es lediglich innerhalb der Taktraten und des Speicherausbaus. Während die GeForce GTX 960M ausschließlich auf schnellen GDDR5-Videospeicher setzt, gibt es das kleinere Modell auch mit älteren und deutlich langsameren Speicherchips. Medion und Aldi Süd haben sich hier für die günstigere und leistungsärmere Variante entschieden. Zur Verfügung stehen dem Medion P7644 2.048 MB DDR3-Videospeicher, welcher über einen 128 Bit breiten Datenbus anbindet. Zusammen mit einem Takt von 900 MHz erreicht das Modell somit eine Speicherbandbreite von 28,8 GB/s. 

Bei den Taktraten hält man sich strikt an die Vorgaben der kalifornischen Grafikschmiede und lässt den GM107-Chip mit 933 MHz arbeiten, garantiert allerdings auch einen Boost-Takt von mindestens 1.124 MHz. Ansonsten stehen 40 Textureinheiten und 16 Rasterendstufen zur Verfügung.

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

207.7 XX


149.6 XX


145.7 XX


144.9 XX


116.8 XX


Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Bei der Spieleleistung muss man bei aktuellen Titeln und der nativen Full-HD-Auflösung allerdings schon Abstriche machen. Während Grid 2 bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten mit über 65 Bildern pro Sekunde ruckelfrei läuft, tut sich das Medion (Erazer) P7644 bei neueren Titeln wie Grand Theft Auto 5 oder The Witcher 3 schwer. Hier sind je nach Titel gerade einmal rund 15 FPS drin. Wer die Auflösung auf 720p herunterschraubt, kann zumindest GTA V mit 30 FPS einigermaßen spielen, ohne zusätzlich den Detailgrad oder die Sichtweite reduzieren zu müssen. Für ein Notebook, welches ein High-Performance-Gerät sein möchte, ist das zu wenig.

Heißer Prozessor

Ob im Dell XPS 13 oder im Acer Aspire V15 Nitro: Der Intel Core i7-6500U wird trotz seiner niedrigen TDP von 15 W sehr warm. Dies gilt auch für den Prozessor des Medion P7644. Während unserer Tests erreichte die Prozessor-Temperatur unter Volllast einen Spitzenwert von 81 °C. Gedrosselt wurde allerdings nicht, die Skylake-CPU arbeitete durchgehend mit ihrer vollen Geschwindigkeit. Ebenfalls vergleichsweise warm wird die Grafikkarte. Die NVIDIA GeForce GTX 950M heizt sich bei unserem Testmuster auf bis zu 82 °C auf, wobei es auch hier nicht zu einem Absenken der Taktfrequenz kommt. 

Die Oberflächen-Temperaturen halten sich allerdings in Grenzen. Unter Last haben wir am Topcase Temperaturen von zwischen 21,2 und 28,1 °C gemessen, während es auf der Unterseite zwischen 21,1 und 33,6 ° waren. Im Schnitt haben wir knapp über 24 °C gemessen. Im normalen Windows-Betrieb liegen diese Werte mit etwa 22 bis 23°C nur geringfügig darunter. Damit sind die Oberflächen-Temperaturen erfreulich gering. 

Ein Leisetreter ist das Medion P7644 allerdings nicht, wenngleich sich das Gerät im 3D-Betrieb etwas laufruhiger zeigt als andere Gaming-Notebooks. Wir haben im 2D- und 3D-Betrieb 36,2 und 46,2 dB(A) gemessen.

bench temp oberseite medion p7644

Wenig Akkuleistung

Um den Preis des Medion P7644 auf 899 Euro drücken zu können, musste beim Akku gespart werden. Trotz des 17,3 Zoll großes Bildschirms kommt nur ein Stromspender mit 47,5 Wh zum Einsatz. Damit hält unser Testmuster im Leerlauf immerhin fast 4,5 Stunden durch, unter Last kommt es allerdings nur etwa halb so lange ohne Steckdose aus. Je nach Leistungszustand und mit vollem Akku zieht das Medion P7644 mit 11,5 bis 84,8 W erfreulich wenig aus der Steckdose.