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Acer Predator 17 mit NVIDIA GeForce GTX 1070 im Test

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Seite 1: Acer Predator 17 mit NVIDIA GeForce GTX 1070 im Test

acer predator17Nachdem Acer gegen Ende des letzten Jahres seine ersten Gaming-Notebooks der Predator-Familie ankündigte und mit ihnen durchaus einen gelungenen Markteinstieg feiern konnte, hat man die Geräte inzwischen auf die neuen Pascal-Grafikkarten von NVIDIA umgestellt. Pünktlich zum deutschen Marktstart haben wir das Acer Predator 17 mit NVIDIA GeForce GTX 1070 zu uns in die Redaktion beordert und dem 17-Zöller einen ausführlichen Test unterzogen. Wie sich das rund 2.300 Euro teure Gerät schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.

Für die Notebook-Hersteller ist der Gaming-Markt eines der wichtigsten Marktsegmente, das sich entgegen der anderen noch immer positiv entwickelt und stets wachsende Umsatzzahlen verspricht. Dazu beigetragen hat nicht nur die wachsende Begeisterung an Computerspielen, sondern auch Intel, NVIDIA und AMD höchstpersönlich, die ihre Hardware in den letzten Jahren und Monaten trotz der beengten Platzverhältnisse im Notebook stets beschleunigen und effizienter machen konnten. Mit seinen neuesten Pascal-Grafikkarten machte hier NVIDIA erst kürzlich den nächsten Schritt und brachte die GeForce GTX 1080, GTX 1070 und die GeForce GTX 1060 fast ohne technische Veränderungen zu ihren Schwestermodellen aus dem Desktop-Segment ins Notebook. Das motivierte einige Hersteller zu einem weiteren Hardware-Upgrade. Nachdem Acer zum Weihnachtsgeschäft im letzten Jahr seine ersten Gaming-Geräte der Predator-Reihe ins Leben rief, hat man die damaligen Maxwell-Chips nun gegen eine moderne Pascal-GPU ausgetauscht und dem Acer Predator 15 sowie dem Acer Predator 17 einen Refresh unterzogen. 

Nachdem wir im Dezember mit dem Acer Predator 15 das kleinere Modell testen durften und Acer damit einen durchaus gelungenen Einstieg in das Gaming-Segment attestierten, hat man uns nun mit dem größeren Familienmitglied versorgt – und das sogar fast in der Vollausstattung. Unser Testmuster des Acer Predator 17 wird von einem Intel Core i7-6700HQ sowie einer NVIDIA GeForce GTX 1070 mit 8 GB Videospeicher angetrieben, kann auf 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher zurückgreifen und besitzt eine 256-GB-SSD sowie eine zusätzliche 1-TB-Festplatte. Dazu gibt es auch wieder die üblichen Features, wie Killer-Netzwerk, eine RGB-hintergrundbeleuchtete Tastatur, Makro-Tasten, ein abschaltbares Touchpad, die Frost-Core-Technologie und natürlich ein IPS-Panel mit G-Sync-Support. Wie sich das rund 2.300 Euro teure Gerät schlägt, klären wir in diesem Artikel.

Unauffälliges Gamer-Gehäuse

Die Zeiten, in denen Gaming-Notebooks nicht nur dick und klobig ausfielen, sondern obendrein mit einer sehr aggressiven Design-Struktur ausgerüstet waren, scheinen vorbei zu sein. Wie MSI, Gigabyte oder Schenker Technologies und MIFCOM setzt auch Acer auf ein eher schlichtes Gehäuse ohne viel Schnickschnack. Bei der Grundfarbe setzt man auf schlichtes Schwarz, verziert es aber mit einigen Rottönen. Auf dem Display-Deckel thront mittig das Predator-Logo, welches im Betrieb rot beleuchtet wird. Links und rechts davon gibt es zwei LED-Streifen, welche ebenfalls im eingeschalteten Zustand aufleuchten. 

Bei der Materialwahl hat sich Acer durchgehend für Kunststoff entschieden, diesen aber zusätzlich mit einer Softtouch-Oberfläche überzogen. Dies verleiht dem Gehäuse einen hochwertigen Eindruck und verbessert obendrein den Halt. Doch auch darüber hinaus kann die Verarbeitungsqualität das Acer Predator 17 überzeugen. Das Gehäuse gibt an keiner Stelle nach, die Spaltmaße sind sehr gut ausgearbeitet, spitze Kanten gibt es keine. Die Display-Scharniere sind sehr verwindungssteif. 

Mit Abmessungen von 423 x 321,5 x 39,7 mm ist das Acer Predator 17 nicht nur etwas breiter und in der Tiefe größer als sein kleines Schwestermodell, sondern auch in der Bauhöhe dicker. Für ein Gaming-Notebook dieser Preis- und Leistungsklasse sind solche Abmessungen üblich, die meisten Käufer dürften das Notebook ohnehin als Desktop-Replacement einsetzen. Dafür spricht auch das Gewicht von gut 4,2 kg. 

Die rot-schwarze Farbgebung setzt sich auch auf dem Topcase des Acer Predator 17 fort. Hier sind die für Spieler wichtigen WASD- und Pfeiltasten farblich entsprechend hervorgehoben, die Ränder des Touchpads leuchten im Betrieb ebenfalls Rot auf – zumindest dann, wenn man das Touchpad nicht mittels des Druckknopfes direkt darüber abgestellt hat. Schaltet man den 17-Zöller ein, ist die Farbschlichtheit schnell verflogen. Die Tastatur des Acer Predator 17 verfügt über eine integrierte RGB-Hintergrundbeleuchtung und leuchtet standardmäßig in allen möglichen Farben auf. Wer das nicht mag, kann das über die Predator-Sense-Software ändern. 

Die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur wird dabei in vier verschiedene Zonen aufgeteilt – jede davon kann mit einer separaten Farbe beleuchtet werden. Auswählen lassen sich nicht nur vorgefertigte Farben, sondern dank RGB-LEDs fast jede beliebige andere. Über die Software lassen sich außerdem die aktuell anliegenden Taktraten für Grafikkarte und Prozessor auslesen, aber auch deren Temperatur-Werte. Wichtig für Spieler sind außerdem die fünf Makro-Tasten links neben der Tastatur. Auch sie werden über die Sense-Software konfiguriert. Die oberste Taste dient zum Hin- und Herschalten zwischen den verschiedenen Profilen und leuchtet pro Profil in einer anderen Farbe auf.

Gute Tastatur, Schwächen beim Touchpad

Die Tasten der Tastatur fallen mit 16 x 16 mm erfreulich groß aus, der Tastenabstand ist mit 4 mm ideal. Zwar könnte der Hub größer sein, dafür fühlt sich der Tastendruck sehr gut an. Ein längeres Spielvergnügen ist damit problemlos machbar, genau wie das Tippen längerer Texte. Entgegen anderer Hersteller hat sich Acer für ein Standard-Layout entschieden und macht damit den Umstieg auf die Notebook-Tastatur besonders einfach. Lobenswert: Aufgrund der 17-Zoll-Ausrichtung des Acer Predator 17 gibt es auch einen eigenen Nummernblock. Das dürfte vor allem Vieltipper von Zahlen freuen. 

Kleinere Schwächen weist das Acer Predator 17 allerdings beim Touchpad auf. Zwar werden die beiden Tasten für den linken und rechten Mausklick dediziert ausgegeben, jedoch sind die Tasten dafür viel zu leichtgängig, das Feedback schwammig. Die Gleiteigenschaften könnten besser sein, die Umsetzung ist aber präzise und kann mit Multitouch-Gesten für das Scrollen oder Vergrößern von Bildern umgehen. 

Anschlussseitig hat das Acer Predator 17 so ziemlich alles zu bieten, was das Gamer-Herz benötigt. Auf der linken Seite lässt sich zum einen das externe 230-W-Netzteil anschließen, zum anderen gibt es zwei USB-3.0-Schnittstellen nach Typ A, zwei vergoldete 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets und einen SD-Kartenleser. Direkt daneben ist standardmäßig das optische Laufwerk – in unserem Fall ein DVD-Brenner – untergebracht. Dieses kann auf Wunsch gegen die Frost-Core-Technologie, einen zusätzlichen Lüfter, ausgetauscht werden. Doch dazu später ein wenig mehr. 

Gegenüberliegend gibt es zwei weitere USB-Typ-A-Schnittstellen, zusätzlich einen modernen Typ-C-Anschluss. Dieser arbeitet nach USB 3.1 und kann auch als Thunderbolt-3-Anschluss herhalten. Für die Videoausgabe stehen jeweils ein HDMI- und DisplayPort-Ausgang bereit. Ganz am Ende ist direkt neben einem Kensington-Lock zum Diebstahlschutz eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle mit Killer-Funktion untergebracht. Damit werden die Spieldaten im Netzwerk priorisiert bearbeitet, was dem Pin zugutekommen soll. Dieser Technik hatten wir unlängst einen eigenen, umfangreichen Hintergrundartikel gewidmet. 

Auf der Rückseite des Acer Predator 17 befinden sich lediglich die Ein- und Auslässe für die Kühlung – weitere Anschlüsse und Schnittstellen sind dort nicht untergebracht. Die Lüfter können kurzzeitig in entgegengesetzter Drehrichtung arbeiten, was Staubablagerungen entgegenwirken soll. Insgesamt ist die Anordnung der Anschlüsse sinnig durchdacht. Die USB-Schnittstellen für Maus und zusätzliche Speichermedien befinden sich möglichst weit hinten, die meist genutzten Ports wie der für das Netzteil oder das Ethernet-Kabel sind hingegen ganz in Richtung des Bildschirms angeordnet. Das mindert den Kabelsalat auf dem Schreibtisch.

Auf der Unterseite hat Acer für satte und kräftige Bässe einen eigenen Subwoofer verbaut. Ebenfalls lobenswert: Das Notebook verfügt über eine Wartungsklappe, worüber man mit wenigen Handgriffen schnell an den Arbeitsspeicher, die Festplatte und an die SSD herankommt und diese leicht austauschen kann. Fest verbaut ist der Akku. Hier setzt Acer auf ein 8-Zellen-Modell mit 6.000 mAh bzw. 90 W. Er soll das Notebook bis zu drei Stunden lang mit Strom versorgen können.

Unauffällige Kühlung mit Upgrade-Funktion

Der Intel Core i7-6700HQ und die NVIDIA GeForce GTX 1070 sind im Notebook-Segment High-End und stellen trotz stetig verbesserter Effizienz noch immer einen großen Arbeitsaufwand für die Kühlung dar. Trotzdem ist die Kühlung des Acer Predator 17 eher unauffällig. Zwar gibt es auf der Rückseite zwei dicke Luftein- und -auslässe, dafür sind abgesehen von der Unterseite keine weiteren Hinweise auf die Kühlung am restlichen Gehäuse zu finden. Acer versteckt sie gut. Wer will, kann das optische Laufwerk ausbauen und durch einen zusätzlichen Lüfter erweitern, um die Kühlung für Grafikkarte und Prozessor weiter zu verbessern. In der Praxis können die Temperaturen aber nur minimal im unteren, einstelligen Temperatur-Bereich reduziert werden – die Lautstärke verbessert oder verschlechtert sich dadurch nicht. Die Frost-Core-Technologie ist also eher als netter Zusatz anzusehen, oder für diejenigen gedacht, die wirklich lange und vor allem in wärmeren Umgebungen vor ihrer Daddelkiste sitzen.

Die Frost-Core-Technologie gab es auch schon beim Acer Predator 15 der Maxwell-Generation. Damals konnten wir ähnliche Werte ermitteln.