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Acer Aspire Switch 10 FHD im Kurztest

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Seite 1: Acer Aspire Switch 10 FHD im Kurztest

acer-aspire-switch-10-fhd-05-950x633Anfang August konnte uns das Aspire Switch 10 vor allem aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses überzeugen, mittlerweile hat Acer mehrere neue Konfigurationen auf den Markt gebracht. Darunter auch Varianten mit Full-HD-Display. Im Test zeigen wir, ob die neue Anzeige einen echten Mehrwert bietet und Acer den ein oder anderen Schwachpunkt beseitigt hat.

Dabei tauchten vor knapp drei Monaten nur drei echte Mankos auf: ein zu kleiner Akku, die Drosselung des Atom-SoCs bei voller Last sowie die nicht an allen Stellen überzeugende Verarbeitung. Doch mit dem Wechsel des Displays könnte auch eine der Stärken des ursprünglichen Modells verloren gehen. Denn dort gefiel die Anzeige vor allem durch die hohe Helligkeit.

Bekanntes Konzept, bekannte Probleme

In Bezug auf das Gehäuse gibt es keine Veränderungen. Es bleibt beim zweiteiligen Konzept bestehend aus Tablet und Tastatur-Dock, die Verbindung wird über zwei Magnete sowie einen elektrischen Kontakt hergestellt. Im Vergleich mit der Konkurrenz gefällt dieses Prinzip noch immer. Doch der Stillstand bedeutet auch, dass es beim uneinheitlichen Design geblieben ist, optisch gehört das Aspire Switch 10 auch in der FHD-Version nicht zu den schönsten Geräten. Leider konnte - oder wollte - man auch die Verarbeitungsmängel nicht beseitigen. Vor allem im Bereich des Touchpads, aber auch auf der Rückseite der Tablet-Einheit sind ungleiche Spaltmaße zu erkennen. Zudem schließen Bauteile mitunter nicht bündig ab, die Übergänge sind mit dem Finger klar zu erfühlen.

Veränderungen bei SoC und Display, aber altes Gehäuse: Das Aspire Switch 10 (links) und das Aspire Switch 10 FHD
Veränderungen bei SoC und Display, aber altes Gehäuse: Das Aspire Switch 10 (links) und das Aspire Switch 10 FHD

Dass man das Äußere nicht verändert hat, zeigt aber auch die nach wie vor trotz der kleinen Tasten überzeugende Tastatur, die einen präzisen Druckpunkt und guten Hub bietet. Unverändert gebelieben sind auch die Schnittstellen, sieht man einmal vom Seitentausch ab: Die Tablet-Einheit bietet Micro-HDMI und -USB, das Dock zusätzlich einmal USB 2.0. Per WLAN sind Verbindungen entsprechend dem n-Standard in 2,4-GHz-Netzen möglich, hinzu kommt Bluetooth 4.0. Alles beim Alten belassen hat Acer auch beim Speicherausbau. Während das Grundmodell mit einem 32 GB großen internen Speicher auskommen muss, verfügen die teureren Versionen über die doppelte Menge - auf Wunsch steckt im Dock zusätzlich eine 500 GB fassende HDD, die in allen anderen Konfigurationen nicht nachgerüstet werden kann. In allen Fällen ist der Käufer jedoch auf 2 GB RAM beschränkt.

Neuer SoC mit Vor- und Nachteilen

Nur teilweise neu ist der SoC. Denn der Atom Z3735F war bereits kurz nach dem Verkaufsstart der Switch-10-Reihe in einigen Varianten anzutreffen, unterscheidet sich jedoch nur in einem Punkt vom Z3745D des im August getesteten Aspire Switch 10: Die GPU erreicht in der Spitze nur 646 statt 792 MHz. An den restlichen Eckdaten - vier Kerne, 1,33 bis 1,83 GHz, eine SDP von 2,2 W - ändert sich hingegen nichts. In der Praxis fallen die Leistungsunterschiede aber deutlich umfangreicher aus. Denn sowohl PCMark 7 und 8 als auch der 3DMark attestieren der Full-HD-Variante des Aspire Switch 10 eine geringere Leistung als seinem geringer auflösenden Schwestermodell. Die Gründe liegen auf der Hand: Nicht nur dass die GPU in der Spitze schwächer ausfällt, sie muss auch mehr Pixel bedienen. Dass der Massenspeicher etwas schneller arbeitet, geht angesichts der SoC-Schwäche unter.

Die Tastatur zählt nach wie vor zu den Stärken des Convertibles
Die Tastatur zählt nach wie vor zu den Stärken des Convertibles

In einem anderen Punkt hat Acer hingegen für Besserung gesorgt. Denn die Laufzeiten fallen je nach Test bis zu 17 Prozent besser aus - obwohl man die Akkukapazität - 22 Wh - nicht verändert hat. Zurückzuführen sind die besseren Werte vor allem auf so manche Software-Optimierung, erstklassig fallen sie aber noch immer nicht aus: Bei geringer Last reicht eine Ladung für rund 8,5 Stunden (Aspire Switch 10: circa 7,5 Stunden), bei hoher Last für knapp 4 Stunden. Im Office-ähnlichen Einsatz (PCMark 8) muss das Ladegerät nach gut 5 Stunden wieder angeschlossen werden (Aspire Switch 10: rund 4,5 Stunden). Der Blick auf die Verbrauchswerte bestätigt die Verbesserung. Denn trotz höher auflösendem Display sinkt der Maximalverbrauch bei einer Helligkeit von 120 cd/m2 von 14,2 auf 10,2 W, im Leerlauf gibt es mit 4,5 W hingegen keine Veränderung.

Helleres und schärferes Display

Die wahre Verbesserung betrifft aber den Bildschirm. Mit 1.920 x 1.200 Pixeln bietet die FHD-Version des Aspire Switch 10 eine deutlich schärfere Darstellung als die ersten Konfigurationen, was sich vor allem beim Surfen bemerkbar macht: Schriften und andere feine Elemente profitieren erkennbar von den zusätzlichen Bildpunkten. Aber Acer hat nicht nur die Auflösung erhöht, sondern auch die zuletzt schon gute Hintergrundbeleuchtung überarbeitet. Diese erreicht bei maximaler Einstellung nun 352 bis 440 statt 300 bis 339 cd/m2, was vor allem beim Einsatz im Freien von Vorteil ist; die Homogenität sinkt jedoch von 88 auf 80 Prozent, leichte Helligkeitsunterschiede sind mitunter mit bloßem Auge zu erkennen.

Schärfer und heller: Acer hat das Display in wichtigen Punkten verbessert
Schärfer und heller: Acer hat das Display in wichtigen Punkten verbessert

Dafür entschädigt jedoch die Farbdarstellung des IPS-Panels. Denn mit durchschnittlich knapp 6.600 Kelvin wird Weiß beinahe neutral dargestellt, im Aspire Switch 10 mit niedriger aufgelöstem Display waren es noch 7.000 Kelvin. Etwas besser gefallen auch die Blickwinkel, die aber schon zuletzt auf einem guten IPS-Niveau waren. Nahezu unverändert geblieben ist der Kontrast, der bei 990:1 (zuvor 958:1) liegt.

Fazit

Den Wechsel des Displays hat Acer leider nicht zur Beseitigung aller Mängel genutzt. Auch in der Full-HD-Version entpuppt sich vor allem das Gehäuse als Schwachpunkt - nicht nur aufgrund des gewöhnungsbedürftigen Designs, sondern auch wegen diverser Verarbeitungsmängel. Gestrichen werden konnten immerhin zwei der Minuspunkte, wenn auch nicht in vollem Umfang. Der Akku ist zwar nicht gewachsen, der „Hunger“ des Aspire Switch 10 konnte jedoch etwas verringert werden. Und die Drosselung der SoCs tritt nicht mehr auf, vermutlich auch, weil die GPU etwas schwächer ausfällt.

Acer Aspire Switch 10 FHD: Besser als das Schwestermodell, aber die Konkurrenz hat (preislich) aufgeholt
Acer Aspire Switch 10 FHD: Besser als das Schwestermodell, aber die Konkurrenz hat (preislich) aufgeholt

Dass dies zusammen mit den höheren Auflösung negative Auswirkungen auf die Leistung hat, überrascht nicht, unter dem Strich liegt das Minus im Schnitt bei etwa 5 bis 10 Prozent. Dabei hat Acer mit der neuen Anzeige fast alles richtig gemacht: Die schärfere Darstellung gefällt ebenso wie die nun höherer Helligkeit sowie die verbesserte Farbdarstellung, der Touch-Sensor arbeitet so präzise wie bereits vor einem Vierteljahr. Davon abgesehen können Tastatur und Docking-Mechanismus noch immer überzeugen. Insgesamt schneidet das Aspire Switch 10 FHD deshalb leicht besser als das niedriger auflösende Schwestermodell ab.

Für eine erneute Empfehlung aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses reicht es aber nicht mehr, obwohl der Preis - 349 Euro - wie schon im August ausfällt. Denn durch den Preisverfall der vergangenen Wochen ist so mancher Konkurrent dichter herangerückt, zu nennen ist hier unter anderem Lenovos Yoga 2 10.

Wer dennoch zum Switch 10 greifen will, sollte den Aufpreis von knapp 50 Euro für die Full-HD-Version gegenüber dem bisherigen Modell in Kauf nehmen. Denn das bessere Display sowie die verbesserten Akkulaufzeiten gleichen die leicht schwächere Leistung mehr als aus.