> > > > Test: Libratone ZIPP und Jawbone BIG JAMBOX

Test: Libratone ZIPP und Jawbone BIG JAMBOX

PDFDruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 1: Test: Libratone ZIPP und Jawbone BIG JAMBOX

airplay logoMusik und Podcasts immer und überall lassen sich natürlich am einfachsten über Kopfhörer realisieren. Doch wer mobil oder auch zuhause satten Sound genießen möchte, für den wird die Auswahl bereits deutlich kleiner. Wohlgemerkt sprechen wir hier nicht von klassischen aktiven Boxen, sondern von akkubetriebenen Soundsystemen mit der Möglichkeit die Musik drahtlos wiederzugeben. Dazu haben wir uns einmal zwei unterschiedliche Vertreter angeschaut. Dies wären zum einen der Libratone ZIPP, der im Grunde nichts anderes ist als ein mobiler Hotspot, der über die WLAN-Verbindung sein Audio-Signal empfängt und satten Sound verspricht. Etwas kompakter, im Funktionsumfang aber identisch ist die Jawbone BIG JAMBOX, die allerdings über eine Bluetooth-Verbindung die Audiodaten empfängt.

Der Libratone ZIPP ist kein ganz günstiger Spaß. Ab 400 Euro ist er in unserem Preisvergleich zu finden. Je nach Farbauswahl werden aber auch bis zu 450 Euro fällig. Die Jawbone BIG JAMBOX ist mit 300 Euro etwas günstiger, will aber den gleichen Funktionsumfang bieten. Sie kann direkt über den Webshop bei Jawbone erstanden werden. Eines steht aber jetzt schon fest: Schnäppchen sind beide Systeme nicht.

Beginnen wollen wir diesen Vergleich mit dem Libratone ZIPP.

Libratone ZIPP:

Zunächst einmal ein paar technische Daten:

  • 60 Watt Ausgangsleistung
  • Audioeingänge: AirPlay, PlayDirect, USB-Audio und 3,5 mm Klinke
  • 4 Zoll Basstreiber und 2x 1 Zoll Hoch- und Mitteltöner
  • Frequenzbereich: 60 - 20.000 Hz
  • Maße: 26 cm Höhe und 12,2 cm Durchmesser
  • Gewicht: 1,8 kg
  • bis zu 8 Stunden Betrieb per Audio-Kabel und 4 Stunden Betrieb per AirPlay

Beim Libratone ZIPP fällt sicherlich zunächst einmal auf: Form und Materialwahl sind nicht typisch für einen Lautsprecher. Der ZIPP ist ein Zylinder, dessen wichtigstes Bedienelement bereits hier zu sehen ist, auf das wir aber später noch genauer eingehen werden. Die Zylinderfläche ist mit einem Stoff bespannt. Mit einer Höhe von 26 cm und einem Durchmesser von 12,2 cm will Libratone trotz des Gewichts von 1,8 kg noch in der mobilen Klasse mitspielen.

Der Lieferumfang umfasst neben dem ZIPP auch noch ein Netzteil sowie je nach Modell zwei Wechselbezüge.

Libratone ZIPP
Libratone ZIPP

Die bereits angesprochene Zylinderfläche ist also mit einem Stoff bezogen, den Libratone als italienische Wolle bezeichnet. Nun sind wir kein Modemagazin, Haptik und Design sind aber durchaus ansprechend, auch wenn es sich um raue Wolle handelt. Der Käufer hat die Wahl zwischen sechs Farben (direkt bei Libratone als 3er Pack-Farbboxen) und kann seine Entscheidung später auch mit dem Kauf eines neuen Covers korrigieren.

Libratone ZIPP
Libratone ZIPP

Öffnet man den Reißverschluss, werden die dahinterliegenden Öffnungen und Klangkörper für die drei Lautsprecher sichtbar.

An dieser Stelle möchten wir auf die Farbwahl genauer eingehen. Der Libratone ZIPP ist im Apple Store in Salty Grey oder Raspberry Red für 399 Euro erhältlich. Die 3er Pack-Farbboxen (mit zwei extra wechselbaren Wollbezügen) in den Farben Salty Grey, Pepper Black, Pineapple Yellow, Raspberry Red, Passion Pink, Plum Purple, Petrol Blue und Icy Blue kostet direkt im Web-Shop von Libratone 449 Euro.

Libratone ZIPP
Libratone ZIPP

Das wichtigste und einzige Bedienelement befindet sich auf der Kopfseite des Zylinders. Über den mittleren Knopf  wird der ZIPP ein- und ausgeschaltet. Eine LED, die in den Farben weiß, gelb und rot leuchten kann, gibt Auskunft über den Betriebszustand (Ein, Aus oder im Standby) und die WLAN-Verbindung. Über die beiden Plus- und Minustasten kann die Lautstärke verändert werden.

Libratone ZIPP
Libratone ZIPP

An der Seite sind die Eingänge sowie weitere Bedienelemente zu finden. Eine LED gibt Auskunft über den Füllstand des Akkus. Über zwei Taster kann der Lautsprecher in den Setup-Modus versetzt bzw. die WLAN-Verbindung neu gestartet werden. Der Libratone ZIPP kann wahlweise via DirectPlay direkt mit dem jeweiligen Gerät, das zur Wiedergabe dienen soll (z.B. einem iPhone), verbunden werden oder aber in das heimische Netzwerk eingebunden werden. Über den USB-Anschluss und das mitgelieferte Kabel samt Netzteil wird der Akku geladen. Soll keine drahtlose Verbindung zur Übertragung des Audiosignals verwendet werden, steht der analoge Eingang mit 3,5-mm-Klinke bereit.

Libratone ZIPP
Libratone ZIPP

Eine Lederschlaufe deckt die eben erläuterten Anzeigen und Bedienelemente ab und kann auch zum Transport des ZIPP verwendet werden. Mit 1,8 kg bringt der Lautsprecher einiges an Gewicht mit und somit wird die Tragehilfe sicherlich gerne angenommen.

Natürlich wollen wir auch noch ein paar Worte zur Einrichtung des Libratone ZIPP verlieren:

Libratone ZIPP Setup

Wird der Lautsprecher eingeschaltet und soll via PlayDirect funktionieren, baut er ein drahtloses Netzwerk ohne Passwort auf, zu welchem dann beispielsweise ein iPhone eine Verbindung aufbauen kann.

Libratone ZIPP Setup

Ist dies geschehen, kann über das AirPlay Menü in iOS und OS X das Audiosignal an den Libratone ZIPP übertragen werden. AirPlay ist eine Übertragungstechnik, die derzeit nur mit Apple Hard- und Software funktioniert. iTunes für Windows unterstützt AirPlay natürlich auch. Eine Übertragung vom Android- oder Windows-Phone-Smartphone ist aber nicht möglich.

Libratone bietet zusätzlich noch eine App an, über die sich ebenfalls auf den ZIPP verbinden lässt und die dann ein Update der Firmware oder eine Anpassung des Klangprofils erlaubt. Über die App lässt sich auch die Kapazität des Akkus auslesen.

Fazit:

Der Libratone ZIPP gehört sicherlich zur Kategorie der eleganteren Hardware. Materialwahl und Verarbeitung sind ausgezeichnet. Die Form ist für einen mobilen Lautsprecher sicherlich ungewöhnlich, aber sinnvoll, da er nahezu überall aufgestellt werden kann. Mit der praktischen Trageschlaufe hat der Hersteller eine sinnvolle und einfache Transportmöglichkeit geschaffen.

Das Setup ist schnell und einfach. Via AirPlay bietet Apple hier unter iOS und OS X die einfache und intuitive Basis. PlayDirect ermöglicht auch ohne vorhandenes WLAN die Nutzung des ZIPP. Das ist natürlich gerade im mobilen Bereich wichtig. Im Vergleich zu einer Bluetooth-Verbindung sind per WLAN höhere Reichweiten möglich und die Einbindung in das heimische Netzwerk ist sicherlich ein weiterer Pluspunkt. Somit kann dann auch von unterschiedlichen Geräten auf den Libratone ZIPP zugegriffen werden. Diese Art der Übertragung schränkt das Nutzerprofil allerdings auch auf solche ein, die über iOS-Hardware verfügen oder aber ein OS X bzw. Windows mit aktuellem iTunes verwenden. Wird das PlayDirect außerhalb der heimischen vier Wände verwendet, ist, während die Verbindung zum Libratone ZIPP besteht, natürlich auch keine Datenübertragung über das Mobilfunknetz möglich. Hier bot Apple in den iOS-6-Betas eine Art Fallback bei nicht funktionierender WLAN-Verbindung auf das Mobilfunknetz an, hat dies aber in der finalen Fassung wieder entfernt.

Libratone ZIPP
Libratone ZIPP

Wo man den Libratone ZIPP nun einsetzen möchte, ist jedem selbst überlassen. Selbst Räume mit 30 Quadratmetern waren in unseren Tests aber kein Problem. Satter, vielleicht manchmal aber etwas zu basslastiger Sound sind aus dem Zylinder eigentlich nicht zu erwarten gewesen. Per Preset aus der App lässt sich das Klangprofil den eigenen wünschen und dem Musikgeschmack anpassen. Die beiden Hochtöner mit 1 Zoll und der 4-Zoll-Bassbin strahlen in 360° aus dem Zylinder heraus, so dass es egal ist wo im Raum man den Libratone ZIPP platziert. Gerade die beiden Bändchen-Hochtöner rechtfertigen zumindest zum Teil auch den Preis. Ein mobiler Lautsprecher ist auch immer ein Kompromiss aus Volumen, dass der Mobilität entgegen steht und dem nötigen Klangkörper. Libratone hat hier in unseren Augen einen guten Kompromiss gefunden. Per App lässt sich das Soundprofil auf verschiedene Musikstile oder die Gegebenheiten des Raumes anpassen.

Größter Kritikpunkt ist sicherlich der Preis. 400 Euro sind kein Pappenstiel und sind die beiden im Apple Store angebotenen Farben weiß und rot nicht gerade die Wunschfarben, werden sogar 450 Euro fällig. Man sollte sich die Anschaffung also gut überlegen und den Libratone ZIPP auch entsprechend oft nutzen, damit er sich auch bezahlt macht. Weiterhin gibt Libratone eine Akkulaufzeit von 4 Stunden unter Verwendung von AirPlay an, die wir aber nicht ganz erreichen konnten. 3 1/2 Stunden sind zwar nahe an den Angaben des Herstellers und bei der derartigen Ausgangsleistung sicherlich auch technisch realistisch, aber paar Stunden mehr hätten es aber gerne sein dürfen.

Positive Aspekte des Libratone ZIPP:

 

  • satter Sound
  • AirPlay und PlayDirect via WLAN
  • hochwertige Materialien und Verarbeitung
  • WLAN-Verbindung erlaubt höhere Reichweite als Bluetooth

 

Negative Aspekte des Libratone ZIPP:

  • hoher Preis
  • bei bestehender PlayDirekt-Verbindung keine Datenübertragung im Mobilfunknetz möglich
 

Social Links

Seitenübersicht

Kommentare (4)

#1
customavatars/avatar123789_1.gif
Registriert seit: 22.11.2009
NRW
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1438
Solche kleinen Tests für Zwischendurch finde ich sehr angenehm, muss ich sagen. Manchmal hat man einfach keine Lust ewig lange Tests zu lesen, vor allem, wenn es um solche Sachen wie Handy-Zubehör o.ä. geht - zumindest geht es mir so.

Bei Zeiten könntet ihr euch ja auch mal das iOnly Bass (SBX-200) von Onkyo vornehmen. ;)
#2
Registriert seit: 01.01.1970


Beiträge:
Die Libratone ZIPP würde bei mir schon komplett durchfallen, da iTunes Match unterwegs nicht nutzbar ist.
#3
customavatars/avatar32013_1.gif
Registriert seit: 25.12.2005
Flensburg
Stabsgefreiter
Beiträge: 275
Schwach finde ich, dass man zur Big jambox nirgendswo RMS- Angaben findet.
Und im Forum von Jawbone wird dieser Frage bewusst ausgewichen..
How many watts is the big jambox? - JAWBONE COMMUNITY
#4
customavatars/avatar3377_1.gif
Registriert seit: 15.11.2002
www.twitter.com/aschilling
[printed]-Redakteur
Tweety
Beiträge: 27882
Ja das mit dem WLAN hat so seine Vor- und Nachteile. Den ZIPP zu Hause ins WLAN einbinden zu können, überwiegt für mich aber den Nachteil der fehlenden Verbindung wenn ich unterwegs bin.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

SteelSeries Siberia Elite im Test

Logo von IMAGES/STORIES/IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2013/SIBERIAE/SIBERIAE

Unter dem Motto „Enter the unheard“ bringt SteelSeries mit dem Siberia Elite ein Premium-Headset auf den Markt, welches die zukünftige Sperrspitze des Produktportfolios darstellen soll. Wir haben uns das neue Premiumprodukt daher genauer angesehen und es einem ausführlichen Test unterzogen.... [mehr]

Roccat Kave XTD im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/K-IMG_3682

Der deutsche Peripheriegeräte-Hersteller Roccat holt mit dem Roccat Kave XTD erneut aus, um den Headset-Markt zu erobern. Bereits das ursprüngliche Kave galt seinerzeit als sehr beliebt. Die XTD Variante löst das Ur-Modell nun ab. Für einen stattlichen Preis von derzeit gut 170 Euro, der im... [mehr]

Antec a.m.p Pulse im Kurztest

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/ANTEC_A

Der Gehäuse und Kühlungsspezialist Antec hat kürzlich seine Produkpalette um ein neues Segment erweitert. Unter dem Banner AMP, was ausgeschrieben Antec Mobile Products bedeutet, will man in Zukunft Geräte für den Gebrauch unterwegs vertreiben. Darunter sind unter anderem praktische Akkus, die... [mehr]

FUNC HS-260 Headset im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/FUNC_HS260_TEASER_KLEIN

Was ursprünglich mit einem Mauspad begann, entwickelt sich zu einem Vollsortimenter im Gaming-Bereich. Die Rede ist natürlich vom Gaming-Anbieter Func, dessen neuestes Produkt, das Headset HS-260 zwar schon eine ganze Weile angekündigt war, nun aber endlich auch getestet werden kann. Wie sich... [mehr]

Edifier C2XD im Kurztest

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/EDIFIER_C2XD/EDIFIER_C2XD_LOGO

Multimedia-Lautsprechersysteme lassen sich deutlich vielseitiger nutzen als klassische PC-Lautsprecher. Dank verschiedener Eingänge können sie mit den unterschiedlichsten Zuspielern kombiniert werden. Geradezu bilderbuchhaft zeigt Edifiers 2.1-System C2XD, welche Möglichkeiten ein solches System... [mehr]

BitFenix Flo im Kurztest

Logo von IMAGES/STORIES/AWARDS/BITFENIX_FLO_KLEIN

Der Name Bitfenix dürfte vielen in Bezug auf PC-Gehäuse ein sehr bekannter Name sein. Nun versucht der Hersteller sich seit einiger Zeit auch auf dem Audio-Markt zu etablieren. Seinen Erstling auf diesem Gebiet, das mit der Bezeichnung "Flo" betitelte Produkt, wollen wir uns im Folgenden näher... [mehr]