> > > > Ford Mustang GT 2016 und SYNC 2 im Test

Ford Mustang GT 2016 und SYNC 2 im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 1: Ford Mustang GT 2016 und SYNC 2 im Test

mustang teaser kleinReifes Infotainment-System trifft auf jungen Wilden: Erstmals bietet Ford seinen Mustang ganz offiziell in Europa an. In einem wichtigen Punkt gibt es gegenüber dem US-Modell aber einen Unterschied. Während man in der Heimat SNYC 3 ordern kann, muss man sich hierzulande mit SYNC 2 begnügen. Warum das nur bedingt ein Nachteil ist, zeigt der Ausritt mit dem 2016er Ford Mustang.

Hardwareluxx testet jetzt auch Autos? Ganz so ist es nicht. Im Mittelpunkt steht klar SYNC 2 und damit die Frage, wie gut sich ein Smartphone derzeit in einen Ford integrieren lässt. Dass dies immer wichtiger wird, zeigen nicht nur Apples und Googles Ambitionen mit CarPlay und Android Auto, sondern auch Produkte wie Logis ZeroTouch. Wer seine Musik auf dem Handy lagert, wird es früher oder später auch im Auto zum Zentrum der Unterhaltung machen wollen.

Und nicht zuletzt wird sich auch die Technik immer ähnlicher. NVIDIA bietet seit geraumer Zeit Mobil-Chips für den Einsatz im PKW an, Qualcomm hat einen speziellen Ableger des Snapdragon 820 geschaffen, der Infotainment-Systeme und mehr antreiben soll.

Dennoch werfen wir auch einen Blick auf den Mustang, der wie kaum ein anderes Fahrzeug im krassen Gegensatz zu Downsizing und Co. steht.

Ganz kommt Ford dann aber an politischen Korrektheit nicht vorbei, wie der Blick auf die Grundlagen zeigt. Wer mit dem Kauf der sechsten Generation des Mustangs liebäugelt, hat nicht nur die Wahl zwischen Fastback und Convertible, sondern auch zwischen zwei Motoren. Das Umweltbewusstsein soll die Variante EcoBoost mit einem 2,3 l großen Reihen-Vierzylinder beruhigen, das Verlangen nach Spaß befriedigt hingegen das Modell GT mit seinen 5 l Hubraum in Form eines V8. Letzterer stand für den Test zur Verfügung.

Mit 310 kW (421 PS) und maximal 530 Nm (bei 4.250 U/min) sticht der größere der beiden Motoren den kleineren klar aus. Der bringt es auf vergleichsweise wenige 233 kW (317 PS) sowie 421 Nm (bei 3.000 U/min). Beide leiten die Kraft lediglich an die Hinterräder, ein mechanisches Differential sorgt für eine möglichst optimale Verteilung. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Ford mit 250 km/h (EcoBoost: 234 km/h) an, aus dem Stand sollen 100 km/h innerhalb von 4,8 s (5,8 s) erreicht werden. Entscheidet man sich für die serienmäßige Sechs-Gang-Schaltung, wird dafür eine flinke Hand benötigt, komfortabler ist hingegen die Sechs-Gang-Automatik. Im Testwagen war manuelles Schalten angesagt, was in Hinblick auf die Sportlichkeit kein Nachteil ist. Die Schaltung entpuppte sich als sehr knackig und präzise, die Automatik dürfte insgesamt die schlechtere Wahl sein. Denn Ford setzt auf einen klassischen Wandlerautomaten, der mit modernen Lösungen wie Doppelkupplungsgetrieben nicht annähernd vergleichbar ist.

Eckdaten Ford Mustang (2016)
  Mustang EcoBoost Mustang GT
Motor 4 Zylinder, Reihe 8 Zylinder, V
Hubraum 2.300 cm³ 4.951 cm³
max. Leistung 233 kW (317 PS) bei 5600 U7min 310 kW (421 PS) bei 6.500 U/min
max. Drehmoment 421 Nm bei 3.000 U/min 530 Nm bei 4.250 U/min
Vmax 234 km/h 250km/h
0 - 100 km/h 5,8 s 4,8 s
Länge 4,78 m 
Breite 2,08 m (inkl. Außenspiegel) 
Höhe 1,38 m 
Radstand 2,72 m 
Leergewicht 1.653 kg  
Kofferraumvolumen 408 l 
Normverbrauch 6,8/10,1/8,0 l (außerorts/innerorts/kombiniert) 9,6/20,0/13,5 l (außerorts/innerorts/kombiniert)
Basispreis 38.000 Euro 43.000 Euro
Preis Testwagen   48.150 Euro

Ein Grund hierfür könnte das an vielen Stellen anzutreffende Motto „So wenig Technik wie möglich, so viel wie nötig“ sein. Das merkt man nicht nur am nicht verfügbaren Allradantrieb oder dem Verzicht auf Turbo-Unterstützung, sondern auch am Ignorieren von Start-Stopp- oder High-Tech-Scheinwerfer-Lösungen; Xenon ist aber serienmäßig vorhanden. Man könnte sagen: Was belastet, fehlt - es geht um die echte, unverfälschte Freude am Fahren. Zumindest um das, was man wohl in den USA darunter versteht. Denn mit einer Länge und Breite von 4,78 m und 2,08 m (inklusive Außenspiegeln) nimmt der Mustang des Modelljahrs 2016 viel Platz auf Straßen und Parkplätzen ein - auf letzteren entpuppen sich vor allem die großzügig dimensionierten Türen mitunter als echtes Problem.

Dabei stand Groß beim Design auf der Agenda sehr weit oben - wie auch bei den meisten Vorgängern. Die Haube nimmt knapp ein Drittel der Gesamtlänge ein, was das vordere Ende auch aufgrund der tiefen Sitzposition irgendwo im Nirgendwo verschwinden lässt. Es folgt in der Seitenansicht der eher knapp gehaltene Raum zwischen A- und B-Säule, gefolgt von der vor allem im unteren Bereich breiten C-Säule. Die wiederum mündet im Heck - das, ganz im Stil eines sportlichen Fastbacks - knackig kurz ausfällt.

Das Heck wirkt modern, weist aber deutliche Parallelen zum ersten Mustang auf
Das Heck wirkt modern, weist aber deutliche Parallelen zum ersten Mustang auf

Wechselt man die Perspektive, fallen Parallelen zum ersten Mustang auf. An Heck und Front erinnern drei senkrechte Streifen an den Ursprung, hinten wie damals für die Fahrzeugbeleuchtung zuständig. Ganz in Nostalgie versunken ist man am Heck aber nicht. Alle Beleuchtungsfunktionen werden von LEDs übernommen, zudem wirkt das hintere Ende auch dank Diffusor, zwei Endrohren und schwarz gehaltenem Raum zwischen den Leuchten modern. Eine Verwechslungsgefahr - selbst gegenüber der fünften Generation - ist ausgeschlossen.

Die Front hinterlässt einen ähnlichen Eindruck. Die Haube wirkt direkt auf den Motorblock geschneidert, die zwei in den Grill übergehenden Bügelfalten sorgen für ein erfreulich geringes Maß an optischer Aggressivität. Eher signalisieren da schon die in der Höhe knapp gehaltenen Frontscheinwerfer, dass sich von hinten ein wohl leistungsstarkes Fahrzeug nähert. Apropos Front: Hier hat Ford es geschafft, das klassisches Mustang-Design mit aktuellen Trapez-Design zu kombinieren. Dass auf dem Grill die Ford-Pflaume fehlt, hat übrigens Tradition. Ebenso das fast vollständige Fehlen des Unternehmens-Emblems. Nach langem Suchen konnte es lediglich im Bereich des Regensensors entdeckt werden. Zudem verweist ein Schriftzug auf dem Motor auf die Zugehörigkeit.

Auch die Front des Ford Mustang ist unverkennbar
Auch die Front des Ford Mustang ist unverkennbar

Was Außen sonst noch auffällig ist: In den Radhäusern finden 19-Zoll-Felgen Platz, im Falle der GT-Variante vorne mit Reifen vom Typ 255/40, hinten vom Typ 275/40 bezogen. Wer nach Übereinstimmungen mit anderen Ford-Modellen sucht, sollte gründlich suchen. Denn der Mustang steht auf einer eigenen Plattform, hier und da hat man sich aber im Teileregel bedient, beispielsweise bei der Steuerung der Beleuchtung.

Wer dann auf dem Fahrersitz Platz nimmt, wird von einem aufgeräumten Innenraum empfangen. Dominierend sind hier das sehr griffige Lederlenkrad mit seinen knapp zwei Dutzend Tasten sowie das dreiteilige Kombiinstrument bestehend aus Tacho, Drehzahlmesser und Display. Die Mittelkonsole wird hingegen vom großes Display des Infotainment-Systems, der Steuerung der Zwei-Zonen-Klimaautomatik, dem Start-Knopf sowie vier Kippschaltern für Warnblinker, Fahrmodi und andere dominiert. Im breiten Mitteltunnel bringt Ford lediglich zwei Becherhalter, Schaltknüppel und Handbremse unter, letztere ist weit nach links zum Fahrer gerückt.

Im Innenraum erinnert so manches Detail an die erste Generation, die 1964 auf den Markt kam
Im Innenraum erinnert so manches Detail an die erste Generation, die 1964 auf den Markt kam

Was zunächst beengt klingt, ist aber überaus großzügig. Selbst großgewachsene Personen finden hinter dem Lenkrad Platz und werden vom Mitteltunnel nicht bedrängt, einzig mit dem optionalen Recaro-Sportsitzen muss man sich anfreunden. Für 1.800 Euro Aufpreis werden Fahrer und Beifahrer regelrecht umklammert, was bei einem breiten Kreuz zunächst gewöhnungsbedürftig ist, einer sportlichen Fahrweise - vor allem in Kurven - aber entgegenkommt. Verzichten muss dann aber auf die insgesamt sechsstufige Sitzklimatisierung, die es nur in Verbindung mit den Standardpolstern gibt.

Die Anordnung der den Fahrer umgebenden Tasten und Hebel ist gelungen, die Bedienung aller wichtigen Funktionen auch ohne vorheriges Studium der Betriebsanleitung möglich.

 

Social Links

Seitenübersicht

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (31)

#22
customavatars/avatar50569_1.gif
Registriert seit: 31.10.2006

Bootsmann
Beiträge: 676
Zitat SkyL1nE;24615234
Im Vergleich zu höherpreisigen Fahrzeugen ist das Infotainmentsystem eher minderwertig. Man hat schon im Video sehen können, dass es lange braucht um die neue Seite zu laden und es wirkt, zumindest empfind ich das so, als wäre es so ein Baukastensystem. Die Softwareknöpfe als auch das gesamte Layout sehen so aus, als seien diese jeweils ausm Regal gekramt und zusammengemixt worden. In etwa gleich siehts auch aus bei Renault. Keine Übersicht und langweiliges Design.


Ach komm, Audi und BMW sind da meines Erachtens auch nicht besser. Ich saß letztens im neuen A4 mit dem neuen Infotainmentsystem. Auch hier hätte eine Mittelklasse Smartphone CPU + Ram Wunder gebracht. Die Hersteller sparen da an der falschen Stelle, gerade jetzt wo dies immer beliebter wird. Verstehen tue ich das nicht...
#23
customavatars/avatar95761_1.gif
Registriert seit: 27.07.2008

Fregattenkapitän
Beiträge: 2580
Sind die Mustangs eigentlich immer noch mit dieser antiquierten Starrachse unterwegs ?
Bin jahrelang Autos mit Starrachse gefahren und das war teilweise schon ein Abenteuer, wenn es dich auf der Bahn mal etwas aushebelt oder vor allem im Grenzbereich das Heck sehr unruhig wird und du schon mal die Englein singen hörst, während du versuchst das Auto bei Tempo 200+ wieder in die Spur zu bekommen...
Nun fahre ich Einzelradaufhängung und das ist sowas von entspannt und sicher das ich nie wieder Starrachsen fahren werde. ;)

Auch finde ich 317 PS und nur 234 Km/h nicht so der Brüller. Diese Autos sind einfach nur fürs gemütliche Cruisen ausgelegt und sollte man nie ausfahren.

Die einzigen Mustangs, die mich reizen würden, sind die Shelbys GT350 oder GT500. Aber wie schon gesagt, mit dieser Uralttechnik einfach nicht mehr zeitgemäß und vor allem kaum verkehrssicher.
#24
Registriert seit: 09.05.2007
Rodgau
Bootsmann
Beiträge: 544
Ab diesem Modell hat Ford auf Einzelradaufhängung umgestellt.
Die Autos sind auch nur bis 85 Meilen ausgelegt, da ist klar das sie nicht für Vollastfahren auf Deutschen Autobahnen gedacht sind

Gruß
Mera
#25
Registriert seit: 13.02.2006
Koblenz
Flottillenadmiral
Beiträge: 5779
Ich bezweifel das Ford ein Auto auf den deutschen Markt bringt das nicht über 85Meilen ausgelegt/getestet ist... ;)

Btw:
Die kommt der Autor darauf, das Ford beim Mustang auf Turbo Unterstützung verzichtet?
Der 2,3er heisst nicht ohne Grund "ecoBoost" und nicht "ecoSaug" ;)
#26
Registriert seit: 19.09.2008

Flottillenadmiral
Beiträge: 4660
Zitat SystemX;24615134
Wird hier jetzt alles getestet ?. Bald kommen noch Toaster & Küchengeräte dazu :lol:


Frage ich mich auch gerade.

Gäbe da zum Beispiel einen brandneuen Haarfön von Dyson.
Stylishes Design, revolutionäre Technik.

Bitte unbedingt testen Hardwareluxx !
#27
Registriert seit: 17.12.2011

Flottillenadmiral
Beiträge: 4283
Zitat Tzk;24616637

Btw:
Die kommt der Autor darauf, das Ford beim Mustang auf Turbo Unterstützung verzichtet?
Der 2,3er heisst nicht ohne Grund "ecoBoost" und nicht "ecoSaug" ;)

Es geht um den GT.
#28
customavatars/avatar30239_1.gif
Registriert seit: 24.11.2005

Großadmiral
Beiträge: 14881
deine Daten leiber Pickebuh sind vom Ecoboost Mustang.
Der GT 5.0 fährt abgeriegelte 250 und hat 420 PS...
#29
customavatars/avatar24079_1.gif
Registriert seit: 20.06.2005
Saarbrücken 192.168.0.2
Fregattenkapitän
Beiträge: 3010
Dachte schon das ist ne neue Technik damit`s beim Anfahren nicht ruckelt. :fresse:
#30
Registriert seit: 16.03.2007
Gelsenkirchen
Oberbootsmann
Beiträge: 868
Meiner wird nun 100%ig MY2017, somit Sync 3 :)
#31
Registriert seit: 11.06.2016

Matrose
Beiträge: 1
wie meinst du das, das du erst2017 einen Mustang bekommst und daher mit Sicherheit sync3?
ich hab meinen Mitte 12/2015 bekommen und hoffe nach wie vor dad ich snc3 per Update irgendwann erhalte... Due Frage ist, wie ich das herausfinden kann und wann das sein wird.
die Autohaus Mitarbeiter wissen da nie was darüber.
Gruss
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Ford Mustang GT 2016 und SYNC 2 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/MUSTANG_TEASER_KLEIN

Reifes Infotainment-System trifft auf jungen Wilden: Erstmals bietet Ford seinen Mustang ganz offiziell in Europa an. In einem wichtigen Punkt gibt es gegenüber dem US-Modell aber einen Unterschied. Während man in der Heimat SNYC 3 ordern kann, muss man sich hierzulande mit SYNC 2 begnügen.... [mehr]

Mercedes-Benz E-Klasse (W213) im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/MERCEDES-BENZ_W213

Mercedes-Benz und Innovationen bringen die meisten lediglich mit Blick auf Sicherheit in Verbindung. Ob Sicherheitsgurte, Airbags oder ESP: Die Stuttgarter boten wichtige Helfer früh oder gar als erste an. Mit der neuen E-Klasse der Baureihe 213 setzt man diese Tradition fort und rückt das Thema... [mehr]

Ermittlungen des Verkehrsministeriums: Teslas Model S droht die Stilllegung

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/TESLA_MOTORS

Die Kritik an Tesla nach dem tödlichen Unfall im Mai reißt nicht ab. Das Testen von Software-Funktionen durch gewöhnliche Fahrer im öffentlichen Straßenverkehr sei unverantwortlich, die Bezeichnung Autopilot irreführend - so lauten zwei von zahlreichen Vorwürfen. Viel gravierender als die... [mehr]

Volkswagen Passat GTE Variant mit Discover Pro im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/VW_PASSAT_GTE_TEASER_KLEIN

Japan macht es vor, Deutschland läuft hinterher: In Sachen Hybrid-Antrieb sind die deutschen Automobilhersteller nach Auffassung vieler spät dran, vor allem Volkswagen wird immer wieder als Negativbeispiel genannt. Dabei bieten die Wolfsburger mit dem Golf GTE und Passat GTE gleich zwei wichtige... [mehr]

Tesla wettert gegen deutsche Kaufprämie und macht mehr Verlust

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/TESLA_MOTORS

Die von der Bundesregierung beschlossene Kaufprämie für Elektrofahrzuge und Plug-In-Hybride stößt beim Marktführer auf wenig Gegenliebe. Vielleicht auch, da das Erreichen der Gewinnschwelle zumindest vorerst ein Wunsch bleibt, den das Model 3 aber unter Umständen früher als erwartet in... [mehr]

SYNC 3 und Ford S-MAX Vignale im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/FORD_S-MAX

Neues Betriebssystem, neuer SoC, neue Benutzeroberfläche, viel Leder: Der S-Max Vignale gehört zu den ersten Fahrzeugen, die Ford mit SYNC 3 anbietet. Eine Woche lang konnten wir testen, was sich in Sachen Infotainment geändert hat und ob die Kombination aus Van, Sport-Limousine und Luxus... [mehr]