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Livescribe 3 im Test - Notizen direkt aufs iPad und iPhone

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Seite 1: Livescribe 3 im Test - Notizen direkt aufs iPad und iPhone

livescribeLivescribe ist schon längere Zeit auf dem Markt aktiv und versucht, die von vielen geliebte Kombi "Stift und Papier" auf eine neue, bessere Ebene zu heben. Notizen, die auf einem Schreibblock oder Zettel landen, sind vor Verlust nicht sicher - und durchsuchbar sind diese schon gar nicht. Das soll sich mit dem intelligenten Stift von Livescribe ändern. In der aktuellen Version 3 wurde der Stift optisch leicht angepasst, setzt aber weiterhin auf Spezialpapier und eine Erkennung per Kamera, wie schon der Livescribe Echo, den wir vor einiger Zeit im Test hatten. Die eigentliche Neuerung ist der Support für Apples iOS-Plattform. Welche Abstriche man dafür hinnehmen muss, haben wir während unseres Tests erfahren müssen.

Prinzipiell eine gute Idee, das iPad oder iPhone mit dem von vielen Nutzern vermissten Stift auszustatten. Statt einer Lösung, mit der man direkt auf dem Display des Tablets oder Smartphones schreiben kann, wie es seinerzeit Telefunken mit dem Emotional Touch versucht hat, schreibt man beim Livescribe 3 auf Spezialpapier, dem sogenannten "Dot Paper". Das ist fein gepunktetes Papier, über das die in den Stift integrierte Kamera den geschriebenen Text ohne Probleme erkennt. Die Technik ist seit mehreren Generationen erprobt und funktioniert reibungslos. 

Der Nachteil: Schreibt man mit dem Stift auf "normalem" Papier oder mit einem anderen Stift auf dem Dot-Paper, wird dies nicht erkannt und folglich auch nicht an das angeschlossene Gerät übertragen. Der Vorteil: Notizen liegen direkt digital vor, eine handschriftliche Version als "Backup" ist aber weiterhin verfügbar; außerdem gibt es keinen Input-Lag. Die Freiheiten, die man beispielsweise von Samsungs Galaxy Note Serie kennt (so z.B. der schnelle Wechsel von Farben oder Stiftbreiten und die automatische Erkennung und Korrektur von gezeichneten Tabellen), bietet der Stift aber natürlich nicht. 

Varianten

Der Livescribe 3 kommt in einer Standard-Edition für 149,90 Euro und (in Zukunft) in einer Pro-Edition für 199,95 Euro. Die Pro-Variante lohnt sich für alle Evernote-Liebhaber, die eine Premium-Mitgliedschaft pflegen. Diese liegt der teuren Version für ein Jahr bei und hat demnach einen Wert von 40 Euro. Zudem gibt es eine weitere Stift-Mine, das Notizbuch umfasst 100 statt 50 Seiten und es wird ein Ledereinband für das Notizbuch mitgeliefert. Weitere A4-Notizbücher für den Stift kosten pro Stück zwischen 4 und 5 Euro, in der A5-Variante liegt man bei gut 3,75 Euro pro Stück. Nachfüllminen sind bislang in Deutschland noch nicht verfügbar, werden aber ca. 1 bis 1,50 Euro pro Stück kosten. Nicht gerade günstig, wenn man weiterhin bedenkt, dass dieser nur in Verbindung mit einem iOS-Gerät "smart" ist.

Die Hardware im Überblick

Der Livescribe-Stift arbeitet weiterhin mit einer Kamera und dem Dot-Paper, eine Technik, die wir schon im letzten Test vor einiger Zeit begutachten konnten. Die Präzision ist sehr hoch, die Zuverlässigkeit ebenfalls. Bei unseren Tests gab es keinen einzigen Aussetzer bei der Aufnahme des Geschriebenen. Die Technik hat aber auch ihre Nachteile: Durch die IR-Kamera muss der Stift vergleichsweise groß sein. 162 mm lang und ein Durchmesser von 14,9 mm zeichnen den 34 Gramm schweren Stift aus. Zum Vergleich: Ein "normaler" Kugelschreiber kann mit einer ähnlichen Länge aufwarten, ist aber in vielen Fällen dünner als 10 mm und wiegt nur etwa ein Drittel.

In solchen Stiften befindet sich dann natürlich auch nicht die angesprochene Kamera oder ein Lithium-Akku, kein Flash-Speicher (2GB, 20.000 Seiten), ARM9-Prozessor oder Bluetooth-Chip. Die Verarbeitung des Stifts ist eher mittelmäßig und bei besagtem Kaufpreis sogar ein wenig enttäuschend. Der Stift fühlt sich, gerade im Vergleich zum Echo, durch die Hochglanzflächen billiger an, als er ist. Zudem hinterließ auch das Rad in der Mitte des Stifts, über den dieser ein- und ausgeschaltet werden kann und die Mine entsprechend heraus- oder hereingefahren wird, einen wenig hochwertigen Eindruck.

Der Stift selbst ist am oberen Ende mit einer kapazitiven Spitze zur Bedienung des iOS-Touchscreens ausgestattet, da - wie erwähnt - die Aufzeichnung nur über das Papier möglich ist. Unter dieser befindet sich die USB-Schnittstelle, mit der der Stift aufgeladen werden kann. Das ist mit dem mitgelieferten USB-Kabel kein Problem - zumindest wenn man noch andere Geräte mit vollwertigen USB-Schnittstellen oder ein Ladegerät mit sich führt. Ein Ladevorgang über das iOS-Gerät ist nicht vorgesehen.

Über eine LED am oberen Ende des Stifts kann der aktuelle Status abgelesen werden. Blinkt die LED grün, ist der Stift eingeschaltet und wartet auf eine Verbindung, eine dauerhaft blaue LED bedeutet, dass der Stift eingeschaltet und verbunden ist. Blinkt der Stift dreimal gelb, verbleiben noch gut 15 Prozent Restkapazität des verbauten Akkus. Das reicht bei einer Angabe von bis zu 14 Stunden also noch etwa 2 Stunden. Eine dauerhaft rote LED hat eine Audioaufnahme zu Grunde liegen, während eine blinkende gelbe LED auf ein Firmware-Update hinweist. 

Einschränkungen über Einschränkungen

Klingt ordentlich? Prinzipiell schon, wären da nicht einige Abstriche zu machen. Der Hersteller hat Mikrofon und Display aus dem Stift entfernt. Aufnahmen zum Schriftbild, sogenannte Pencasts, können nur mit angeschlossenem Smartphone verrichtet werden. Kommt ein Anruf rein, wird die Aufnahme unterbrochen und muss manuell neu gestartet werden. Vergisst man das, hat man am Ende keine Aufzeichnung mehr. Zudem ist der Stift zwar prinzipiell mit allen Geräten, die über Bluetooth 4.0 verfügen, kompatibel. Livescribe bietet bislang aber nur eine iOS-App an, Android-, Windows-Phone-Nutzer und vor allem Windows-Nutzer schauen bislang in die Röhre.

Das ist aber auch gar nicht die Zielgruppe, die Livescribe ansprechen will. Man hat den Livescribe Echo für Windows-Nutzer, Livescribe Sky für Cloud-Nutzer und nun den Livescribe 3 für mobile Nutzer. Eine Android-App folgt, weitere Plattformen lässt man bislang offen. Die Taktik ist natürlich geschickt gewählt. Denn obwohl der Stift über eine USB-Verbindung verfügt, soll er darüber lediglich aufgeladen werden. Mit der "alten" Windows-Applikation ist er nicht kompatibel. Andersherum bieten die anderen Stifte natürlich kein Bluetooth und sind somit auch nicht für den direkten Austausch mit der iOS-App gedacht. 

Wirklich praktisch wiegt da die Tatsache, dass alte Livescribe-Minen mit dem neuen Stift nicht mehr funktionieren. Wer also überlegt umzusteigen und sich gegebenenfalls mit Zubehör eingedeckt hat, kann zumindest die Minen gleich wieder weiterverkaufen. Die Blöcke sind prinzipiell kompatibel, die Sonder-Funktionen jedoch nicht unbedingt. Am Besten also, man kauft gleich alles neu.

Schreibgefühl

Das Schreibgefühl ist durch die Dicke des Stiftes durchaus gewöhnungsbedürftig. Zudem fehlt es diesem teilweise an Grip und auch die Mine war während des Tests etwas zu hart. Insgesamt ist dieser Punkt aber durchaus Geschmackssache, weshalb der Livescribe 3 bestenfalls im Laden vor Ort ausprobiert werden sollte. Denn einen Stift, bei dem das Schreibgefühl nicht zusagt, wird man sicherlich nicht lange nutzen.

 

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