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  1. #1
    Bootsmann
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    Standard WLAN für HTPCs optimieren (High Speed, Neu: 190Mbit netto mit WDS)

    Vor kurzem gab es hier einen Thread, der sich auf die Geschwindigkeit von WLANs zum streamen von Blu-rays bezogen hat. Weil ich mich in diesem Zusammenhang schon einmal informiert hatte, habe ich kurzerhand mal einen WLAN Guide zusammengestellt, da ich finde, das WLAN bei aktuellen HTPCs ein MUST-HAVE ist. Und gerade hier sind hohe Übertragungsraten Pflicht. Kommentare oder Verbesserungsvorschläge sind erwünscht.

    Aktuelle Tests von WLAN-Routern und deren Performance gibts hier:
    Wireless Reviews - SmallNetBuilder
    Routers - CNET Reviews

    High-Performance-Werbung und dessen Wahrheitsgehalt:
    • Seit einiger Zeit übertrumpfen sich die Hersteller mit immer haarsträubenderen Zahlen, was die WLAN-Geschwindigkeit angeht, bis zu 900Mbit/s heißt es auf manchen Werbetafeln.
    • Alles Quatsch. Mit aktuellster verfügbarer WLAN-Hardware lassen sich unter optimalen Bedingungen in der Praxis ungefähr 200Mbit/s (25MB/s) erziehlen, mehr nicht. Das reicht aber locker für Blu-ray-Streaming.
    • Lohnt sich also ein Router für 170 Euro mit 900Mbps/s und 3 Antennen? Vermutlich nicht. Lieber einen günstigeren (ca. 100 Euro) Dual-Band(!) Router mit 600Mbps/s kaufen und richtig konfigurieren (siehe unten).
    • Bald kommt sowieso ein neuer Standard (802.11ac), der bisherige Technik und Geschwindigkeiten alt aussehen lässt. Daher beim WLAN immer überlegen, ob man wirklich das neueste und beste braucht, oder lieber Mittelmaß kauft, das aber trotzdem reicht.

    Jetzt das Basiswissen:
    • Es gibt aktuell 2 WLAN Frequenzbereiche: 2,4GHz (802.11b/g oder b/g/n) und 5Ghz (802.11 a/n)
    • Es gibt Router, die beides unterstützen, diese sind in der Regel wesentlich teurer, es lohnt sich aber auf jeden Fall
    • 802.11a/b/g/n
      • a: 5GHz, 54Mbit/s
      • b: 2,4GHz, 11Mbit/s
      • g: 2,4GHz, 54Mbit/s
      • n: 2,4 / 5 GHz, 150 - 600MBit / s
    • Sinnvoll für HTPCs (zum Streamen von HD Content) ist nur 802.11n
    • Basis für mehr als 150Mbit/s ist in der Regel "Kanalbündelung". Durch die doppelte Anzahl an Antennen wird die doppelte Geschwindigkeit erreicht, durch 4 die 4-fache, etc.
    • Ein realistischer Wert für die Geschwindigkeit von WLANs unter optimalen Heimnetzwerk-Bedingungen ist 100 - 130 MBit/s (10 - 15 MB / s). Mehr erreicht man selten, es sei denn, man verwendet eine Bridge (mehr dazu weiter unten).
    • Die Anzahl, Größe oder Form der Antennen beeinflusst zwar die Verbindungsqualität, aber größer bzw. mehr ist nicht gleich besser (siehe Kapitel "Antennen")
    • Rauschpegel: Je niedriger, desto besser (-90 ist besser als -50)
    • Signalstärke: Je höher, desto besser (-24 ist besser als -51)
    • Zimmerpflanzen können stark dämpfen (Dämpfen => geringere Geschwindigkeit)
    • Dicke Wände und Stahlbeton ebenso

    Antennen
    • Mehr / Größere Antennen bedeuten nicht automatisch mehr Geschwindigkeit oder Stabilität, auch die Form oder das Aussehen der Antenne sind kein Kriterium
    • Integrierte Antennen sind nicht unbedingt schlechter als sichtbare, gerade bei der Fritzbox oder dem Apple Airport Extreme sieht man, dass sie durchaus gut funktionieren
    • Es gibt Rundstrahlantennen (geringere Reichweite, alle Richtungen => universell) und Richtantennen (mehr Reichweite, eine Abstrahlrichtung => für Experten!)
    • Im 802.11n Standard KANN (nicht MUSS) durch zusätzliche Antennen die Geschwindigkeit erhöht werden (1=150Mbps, 2=300Mbps, 3=450Mbps, 4=600Mbps), dies muss aber sowohl am Router, als auch an der WLAN-Karte der Fall sein.
    • Der Austausch von Antennen gegen größere oder vermeintlich bessere lohnt nur in den seltensten Fällen, meist sind die Antennen des Routers sehr gut abgestimmt. Dies sollten also nur Experten machen.

    Firmware
    • Firmware ist das "Betriebssystem" des Routers
    • Upgrades gibt es in der Regel auf der Homepage des Herstellers (auch für ältere Geräte)
    • Upgrades sollten immer über eine Kabelverbindung eingespielt werden (Verbindungsabbrüche oder Stromausfall können zur Beschädigung des Routers führen), dies geht in der Regel über das Web-Interface
    • Oft lassen sich Probleme unterschiedlicher Art (Performance, Verbindungsabbrüche) mit einem Firmware-Upgrade vermindern oder ganz lösen und es kommen neue Funktionen hinzu
    • In sehr seltenen Fällen treten mit der aktuellsten Firmware Probleme auf, die es vorher nicht gab (ein Downgrade ist hier meistens möglich)
    • Empfehlung: Immer die neueste Firmware verwenden, es sei denn, es gibt bekannte Probleme mit der aktuellsten Version

    Offene Firmware (DD-WRT, OpenWRT, etc.)
    • Meistens basiert die Original-Firmware des Herstellers auf einer sehr angepassten Linux-Version
    • Neben der Original-Firmware vom Hersteller gibt es auch verschiedene offene Firmwares (DD-WRT, OpenWRT, FreeWRT und viele mehr), die auch auf Linux basieren
    • Auf vielen Routern lässt sich diese Firmware mal mehr und mal weniger problemlos installieren (meist aber ohne Aufschrauben oder Löten)
    • Vorteil: Viel mehr Features und Einstellmöglichkeiten, teilweise Paketmanagement mit nahezu beliebiger Software (IPv6, Torrent, Media-Server, TOR, etc.)
    • Nachteile: Experten-Know-How erforderlich, viel Bastelarbeit, oft geringere Performance je nach ausgewählter Software und mangelnde Stabilität (nicht immer, aber oft)
    • Meine grundsätzliche Empfehlung: Finger weg... man kann Tage, Wochen und Monate mit der Installation+Konfiguration verbringen und ein Router ist nicht dazu da, Musik runterzuladen oder Filme zu konvertieren
    • Meine Empfehlung für Experten: Mit dem entsprechenden Know-How kann man einen sehr billigen VPN-Gateway oder andere netzwerk- oder routingspezifische Spezialhardware bekommen, und es lohnt sich ein Blick in die "Supported hardware"-Liste. Gerade bei großen Netzwerken oder Konfigurationen, wo viele gleiche Hardware-Bausteine benötigt werden, lässt sich so eine Menge Geld sparen. Jedoch sind gerade bei WLAN *nix-Systeme sehr "launisch". Und muss man sich fragen, ob dann gänzlich andere Lösungen ohne WLAN mit besonders stabilen BSD-Systemen nicht sinnvoller sind.

    Kriterien beim Neukauf
    • Unterstützung von 802.11n
    • Unterstützung von 2,4 UND 5GHz simultan (auch simultanes Dual-Band!) => Manche Router unterstützen entweder nur 2,4GHz oder nur 5GHz. Wenn man alte und neue Geräte schnell verbinden will, braucht man aber beides gleichzeitig
    • Gigabit Ethernet Ports (300Mbit WLAN und 100Mbit LAN ist wenig sinnvoll)
    • Stand der Technik (07.12.2011) sind 3 Antennen und 450Mbps (von mehr sollte man sich nicht blenden lassen, weniger nur in Kauf nehmen, wenn der Preis stimmt)
    • Mittleres bis hohes Preissegment (Billig-Hardware ist nur selten zu empfehlen)
    • Aktuelle (!) Tests lesen besonders auf Übertragungsrate achten (Wireless - SmallNetBuilder
    • Geräte auf einander abstimmen, Router und WLAN-Karte sollten gleiche Werte haben (ein guter Router und billige Karten sind genauso wenig sinnvoll wie umgekehrt)
    • In der Regel lohnt die Investition in einen sehr guten Router immer (100 Euro kann man gut und gerne ausgeben)

    Frequenz 2,4 GHz (Standard-Router)
    • 2,4 GHz ist unlizensiert und wird von allen möglichen Geräten (Tastaturen, Baby-Fone, etc.) genutzt (viel JUNK und Störungen)
    • Kanäle überlappen sich, überlappungsfrei sind nur Kanäle 1, 6 und 11, diese sollte man also bevorzugt verwenden
    • Nachbars Router in der Nähe sollten nicht den gleichen Kanal verwenden, wie man selbst (Scanning-Tools wie Netstumbler verwenden und auf Kanal und Signalstärke achten). Sind 1, 6 und 11 schon mit Nachbars hoher Signalstärke belegt, andere verwenden (möglichst weit von denen mit der höchsten Signalstärke entfernt)
    • Geräte wie Baby-Fone, Bluetooth-Geräte, eine Wireless-Tastatur, 2,4 Ghz-Schnurlostelefon können die Verbindung beeinflussen, der Reihe nach abschalten und schaun, ob sich was verbessert
    • Mixed Mode (b/g/n) ist langsamer als n only, allerdings können auch ältere Geräte sich noch verbinden. Mit n only geht das nicht.

    Frequenz 5 GHz
    • Geringere Reichweite, da mehr Energie für diese Frequenz notwendig ist
    • Keine Kanalüberlappung
    • Weniger “Junk”, daher besser geeignet, wenn Hardware es unterstützt
    • Nicht alle Geräte unterstützen 5GHz, man sollte seine Geräte vorher überprüfen, bei einem Neukauf unbedingt darauf achten, dass es unterstützt wird

    Die "ideale" Konfiguration für maximale Performance
    • Einen 5GHz fähigen Router und eine 5GHz fähige WLAN-Karte kaufen (siehe Tests)
    • Möglichst geringe Entfernung zwischen Router und Client, am besten eine Sichtverbindung (ohne Hindernisse oder Wände dazwischen), wenn das nicht geht, muss man testen, ob man bei 5GHz noch eine anständige Verbindung bekommt. Mehr als 5-7m wird eng, weil die Reichweite bei 5GHz sehr begrenzt ist.
    • Frequenzband: 5GHz
    • Modus: n only
    • Kanalbandbreite: 40MHz
    • Kanal möglichst so wählen, dass kein Nachbar WLAN (mit 5GHz) den gleichen Kanal hat (2,4GHz Netze sind egal)
    • Authentifizierung: WPA2-PSK / WPA2-Personal (beides das gleiche, heißt nur auf verschiedenen Geräten anders)
    • Verschlüsselung: AES
    • Ergebnis: 15,7MB/s (126Mbit/s) in nächster Nähe des AP, etwa 7,5MB/s (60Mbit/s) in 7m Entfernung mit einer Wand. Sollte es wesentlich weniger in direkter Nähe sein, kann man davon ausgehen, dass etwas nicht stimmt. Allerdings kann das so viele Ursachen haben, dass ich hier unmöglich alle beschreiben kann, ein paar sind unten gelistet. Meist liegt es an der Hardware (fehlende Unterstützung für 5GHz) oder der Konfiguration. Wenn 100% alles richtig konfiguriert ist und die Hardware auch wirklich 5GHz unterstützt, wird es schwierig. Dann liegt es oft an der Umgebung, den Wänden oder sonstigen Störungen. Da kann man wenig machen.

    Probleme bei der "idealen" Konfiguration
    • Nicht beide Geräte (Router, WLAN-Karte) unterstützen wirklich 5GHz => passende Geräte kaufen
    • Konfiguration falsch => Konfiguration anpassen
    • Konfiguration kann nicht so wie beschrieben eingestellt werden => Konfiguration so gut wie möglich "annähern" und erneut testen, besonders wichtig sind 5GHz und 40MHz Kanalbandbreite, oft gibt es nur Auto 20/40MHz oder sowas, das ist dann auch ok.
    • Entfernung ist zu groß / Wände zu dick => Entfernung verringern oder 2,4GHz verwenden (langsamer, aber höhere Reichweite)
    • Störungen durch Nachbarn => Mit Nachbarn reden, Känäle anpassen
    • Probleme unter Linux => meist falsche Konfiguration oder Treiberprobleme (aktuelle Hardware wird nicht immer ausreichend unterstützt, oft hilft: Linux Wireless)

    Hier mal Screenshots von meiner Konfig mit dem ASUS RT-N56U und dem Trendnet TEW-692GR. Wie man sieht, ist beim Trendnet nur eine Annäherung der Konfiguration möglich (Modus: a/n Mixed, Kanalbandbreite: Auto 20/40MHz)






    190 Mbit für 190 Euro (betriebssystemunabhängig)

    Wenn man wirklich eine high performance Verbindung zwischen zwei Geräten benötigt, ist eine WLAN-Karte oft problematisch. Warum das so ist und wie man dieses Problem umgehen kann, möchte ich hier kurz erklären.
    • Die Geschwindigkeit von WLAN Karten hängt neben der Hardware in erster Linie vom Treiber ab
    • Treiber für unterschiedliche Betriebssysteme funktionieren unterschiedlich gut/schlecht
    • Manchmal ist gar kein Treiber verfügbar (besonders neue Technologien sind unter Linux oft ein Problem, Beispiel: Trendnet TEW-684UB, funktioniert unter Linux noch gar nicht, Stand 23.12.2011)
    • Selbst mit guten Treibern erreicht man meist nicht die Geschwindigkeit, die eigentlich mit dem Router möglich wäre, weil die Hardware nicht auf einander abgestimmt ist

    Um diese Probleme zu umgehen, kann man zwei Access Points / Router einfach "zusammenschalten" (Wireless Bridge / WDS). Dazu muss man allerdings zwei (am besten gleiche) Router kaufen, die dies unterstützen, von denen einer danach wie eine Art "Super WLAN-Karte" funktioniert. ACHTUNG: WDS wird bei weitem nicht von allen Routern unterstützt. Man muss sich vorher genau schlau machen, ob es tatsächlich mit dem eigenen Gerät funktioniert. Ich erläutere das ganze mal am Beispiel zweier Asus RT-N56U, damit funktioniert es ganz sicher. Dazu kurz einige Vorüberlegungen. Diese genannten Einstellungen muss jeder bei sich selbst nochmal anpassen bzw. überprüfen:

    Router A:
    • Stellt Verbindung zum Internet her (ist ans DSL Modem angeschlossen)
    • Hat die IP-Adresse 192.168.1.1 (Standard, diese kann natürlich auch geändert werden, allerdings muss dann auch die von Router B angepasst werden)
    • Hat die MAC-Adresse AA:AA:AA:AA:AA:AA (nur ein Beispiel, diese muss am Router A ermittelt werden, steht meist hinten auf dem Router auf einem weißen Aufkleber oder ist über das Webinterface zu sehen)

    Router B:
    • Dient nur als Bridge (Super WLAN-Karte, steht beispielsweise im Keller, da wo man WLAN braucht)
    • Hat die IP-Adresse 192.168.1.2 (Diese muss sich von Router A unterscheiden, aber im selben Netz sein, 192.168.2.1 funktioniert NICHT!)
    • Hat die MAC-Adresse BB:BB:BB:BB:BB:BB (nur ein Beispiel, diese muss am Router B ermittelt werden, steht meist hinten auf dem Router auf einem weißen Aufkleber oder ist über das Webinterface zu sehen)

    Vorgehensweise:
    • Zunächst konfiguriert man Router A im 5GHz Band, wie im Abschnitt "Die ideale Konfiguration" beschrieben (11n, 40Mhz, WPA2/AES)
    • Danach geht man unter 5GHz (!) in den Reiter Brücke und stellt ein: AP-Modus=Hybrid, Kanal=Auto, Wireless-Brücke aktivieren=ja
    • Jetzt fügt man die MAC-Adresse von Router B (BB:BB:BB:BB:BB:BB) dort ein, drückt Hinzufügen und danach auf "Anwenden"
    • Danach konfiguriert man Router B im 5GHz Band, wie im Abschnitt "Die ideale Konfiguration" beschrieben (11n, 40Mhz, WPA2/AES)
    • Dann konfiguriert man für Router B die IP-Adresse 192.168.1.2 (unter LAN) und schaltet den DHCP-Server ab (LAN, Reiter DHCP-Server, DHCP-Server aktivieren=nein)
    • Danach geht man bei Router B unter 5GHz (!) in den Reiter Brücke und stellt ein: AP-Modus=Hybrid, Kanal=Auto, Wireless-Brücke aktivieren=ja
    • Jetzt fügt man die MAC-Adresse von Router A (AA:AA:AA:AA:AA:AA) dort ein und drückt auf "Anwenden"
    • Zur Sicherheit startet man beide Router neu (Strom aus)
    • Jetzt kann man an Router B mit einem Netzwerkkabel einen PC anschließen und sollte Verbindung zum Internet haben

    Mein Ergebnis: Aktuell habe ich eine Verbindung mit 24MB/s (192MBit) über eine Entfernung von 7m durch eine Wand!. Weitere Vorteile: Ich kann nicht nur ein Gerät anschließen, sondern 4 und habe somit gleichzeitig noch einen 4 Port Gigabit Switch. Zugegeben: Die Konfiguration ist was für Profis, aber wenn es mal läuft, dann ist die Geschwindigkeit der Wahnsinn.

    Router mit WDS-Unterstützung (ohne Garantie):
    • ASUS RT-N56U



    NEU:

    Bald soll es von Asus High Performance Hardware geben: Asus Shows Off New Networking and Audio Equipment At CES 2012 | PC Perspective

    Asus RT-N66U => Kann bei Amazon gekauft werden!
    Asus EA-N66 => Noch nirgendwo zu finden (Stand 14.02.2012)

    Warten lohnt sich wahrscheinlich. Jedoch sollte man auch im Hinterkopf behalten, dass wahrscheinlich noch in diesem Jahr Geräte mit neuem Standard rauskommen (802.11ac). Dieser ist bis zu 1,6Gbit/s definiert und abwärtskompatibel.

    Ich habe mir folglich sehr günstige Hardware mit 300Mbit/s gekauft (RT-N56U, USB-N53 von Asus), die für HD momentan reicht und wenn die Bandbreiten steigen, gibt es wieder einen neuen Standard, der sich lohnt.

    Tests

    Ich hab in den letzten Tagen etwas WLAN-Hardware getestet. Vorweg: Alles subjektiv, also bitte keine Beschwerden. Kritik am Schreibstil oder Formulierungen nehme ich aber gerne an.

    Zunächst halte ich mal fest: Für unter 30 Euro kriegt man nichts wirklich anständiges zu kaufen, was high Performance bringen soll. Für die Low Budget Fanatiker ist der 150 Mbps Stick für 10 Euro sicher eine Empfehlung wert, wobei ich glaube, dass das für echtes HD Streaming (Bluray mit 7,5 MB/s) auch nix taugt. Wichtig für die von mir getesteten Sticks: Wenn man keinen Dual Band Router hat (2,4 und 5GHz), braucht man keinen der gelisteten Adapter, sondern kann zu einem billigeren Modell mit 2,4 GHz greifen .

    Zu meinen Tests:

    TrendNet TEW-684UB (450Mbps):
    Windows perfekt, super speed, absolute Spitze. Linux: Totalausfall, geht aktuell noch nicht, da keine Treiber laufen, die den wirklich brandneuen Chipsatz unterstützen. Ist ein Ralink, daher sollte es nicht soo lange dauern, bis er geht, aber bis dahin: Fail.
    Kosten: 45 Euro

    Edimax EW-7733UnD (450Mbps):
    Windows perfekt, super speed, nicht ganz so gut wie Trendnet, aber ok. Für 5 Euro würde ich allerdings eher zu Trendnet raten, wenn die Größe kein Argument ist (der Edimax ist kleiner). Linux: Fail (gleicher Chipsatz).
    Kosten 40 Euro


    Asus USB-N53 (300Mbps):
    Super genial, läuft unter Windows und Linux out of the box, kann 2,4 und 5GHz sowie Soft-AP, klasse Speed. Achtung: Unter Ubuntu 11.04 und 11.10 scheint es durch einen Bug Probleme zu geben. Hier sind wieder gute Linux-Kenntnisse erforderlich, um alles zum Laufen zu bekommen!
    Hier eine Anleitung:

    Spoiler: Anzeigen

    Man kann den USB-N53 mit etwas Geschick unter Linux nutzen. Kannst ja mal berichten, obs geklappt hat... ich helfe auch gerne bei weiteren Problemen mit diesem kurzen Howto (bitte immer Fehlermeldung mit posten!)


    Dazu folgende Hintergrundinformation:

    Im Linux-Kernel wurden seit 2.6.15 zwei Funktionsnamen geändert. Deshalb klappt der alte Treiber nicht mehr. Um das zu beheben, muss man den Treiber selbst kompilieren. Ab Ubuntu 12.04 dürfte es dann wieder ohne manuelles Zutun gehen.

    Um manuell zu kompilieren, benötigt man folgendes:

    Code:
    sudo apt-get install linux-headers-`uname -r`
    sudo apt-get install build-essential
    1. Treiber herunterladen
    2. Ins Download-Verzeichnis wechseln und die Datei entpacken
    Code:
    tar -C . -xf 2011_0427_RT3572_Linux_STA_v2.5.0.0.DPO.bz2
    3. Ins entpackte Verzeichnis wechseln
    Code:
    cd 2011_0427_RT3572_Linux_STA_v2.5.0.0.DPO
    4. Die Konstanten HAS_WPA_SUPPLICANT und HAS_NATIVE_WPA_SUPPLICANT_SUPPORT auf 'y' ändern (config.mk):
    Code:
    sed -ir -e 's/^HAS_WPA_SUPPLICANT=n/HAS_WPA_SUPPLICANT=y/' -e 's/^HAS_NATIVE_WPA_SUPPLICANT_SUPPORT=n/HAS_NATIVE_WPA_SUPPLICANT_SUPPORT=y/' ./os/linux/config.mk
    5. Hersteller- und Produkt-ID in die supported list aufnehmen:
    Code:
    sed -ir -e 's!^#endif // RT2870 //!        {USB_DEVICE(0x0B05,0x179D)}, /* Asus USB-N53 */\n#endif // RT2870 //!' ./common/rtusb_dev_id.c
    6. Die Funktionsnamen ändern:
    Code:
    sed -ir -e 's/\tusb_buffer_alloc/\tusb_alloc_coherent/' -e 's/\tusb_buffer_free/\tusb_free_coherent/' include/os/rt_linux.h
    7. Modul installieren:
    Code:
    make && sudo make install
    8. modprobe.d config erzeugen:
    Code:
    sudo su -c "echo -e 'alias ra0 rt3572sta\nblacklist rt2800usb' > /etc/modprobe.d/rt3572sta.conf"
    9. Modul laden
    Code:
    sudo modprobe ra0
    Jetzt sollte es gehen...

    Problembehebung:
    Klappt das ganze nicht, muss man sich die Fehlermeldungen genau anschauen. Wenn dort etwas in der Art steht: <xxx> not found, sind es meist fehlende Abhängigkeiten. Dies lässt sich oft mit einem simplen googlen nach der Fehlermeldung lösen oder wahlweise mit:
    Code:
    # sucht nach dem fehlenden paket
    apt-cache search <xxx>
    Findet man so ein Paket, was sich ähnlich anhört oder passen könnte, steht vorne immer der paketname und man kann mit
    Code:
    sudo apt-get install <paketname>
    das Paket installieren.

    Quellen:
    11.10 - How do I install an Asus USB-N53 WiFi adapter? - Ask Ubuntu - Stack Exchange
    Linksys AE1000 drivers - FedoraForum.org

    Kosten: 35 Euro (den behalt ich

    Netgear RangeMax Dual Band Wireless-N USB Adapter (300Mbps):
    Wie das Ding genau heißt, weiß ich nicht: Netgear Dual Band WLAN Adapter USB 2.0 Paneurope: Amazon.de: Computer & Zubehör
    Sehr gut, läuft ebenfalls sofort unter Win und Linux, kann beide Frequenzen aber kein Soft AP, Geschwindigkeit gut, aber nicht so wie bei Asus.
    Kosten 30 Euro

    Meine Empfehlung für Windows und Linux affine: Asus USB-N53, da "nur" 35 Euro für Dual-Band mit Soft-AP (Windows). Geniales Teil. Wer nur Windows nutzt und auf die 450Mbit nicht verzichten kann, obwohl dies nicht unbedingt einen großen Performancegewinn bringt, nimmt am besten den Trendnet.


    Bei den Routern bin ich mitlerweile mit folgenden durch:

    Asus RT-N56U: Sehr guter Router, sieht super schick aus, ist sehr klein, läuft sauber und stabil, guter Speed, ne Menge Features (DLNA, USB-Freigabe, FTP, Printserver, UMTS-Internet per USB-Stick, etc.). Experten (!) können sich per Telnet einloggen. Telnet eröffnet natürlich weitere ungeahnte Möglichkeiten, man kann aber auch viel kaputt machen, also Vorsicht.
    LINKSYS E4200: Auch gut, sieht nett aus, läuft sauber und stabil, USB-Port und ein paar Features. Aufpassen muss man anscheinend wegen dem laut einigen Tests schlechten "Thermal-Design", er wird anscheinend sehr warm und kann diese Wärme nicht abtransportieren. Ich konnte es nicht nachvollziehen, aber an heißen Sommertagen sieht das sicher anders aus.
    Trendnet TEW-692GR: High Speed Router, hat weder Zusatzfeatures (kein USB-Port) und sieht hässlich aus, ist aber (mit Abstand) der schnellste.

    Asus und Linksys sind sehr ähnlich, aufgrund des etwas höheren Speeds, des besseren Feature-Sets, Thermal Designs und einfach weil er kleiner und süsser ist =D, würde ich für einen Allround-Router mit USB-Schnickschnack eher zum Asus raten. Achtung: Als Fileserver eignen sich beide nur bedingt, insbesondere der Linksys E4200 schafft unter hoher lasst keine wirklich tollen Transferraten mehr von der USB-Festplatte. Dank einiger Optimierungen habe ich dem Asus von einem USB-Stick 12MB/s lesend über WLAN abgerungen, das war ganz ok, da WLAN sonst mit mindestens 15MB/s funktioniert, scheint hier USB der limitierende Faktor zu sein. Schreiben habe ich nicht getestet.

    Wem USB-Ports am Router scheiß egal sind und wem es um das letzte bisschen Geschwindigkeit geht der kauft am besten den Trendnet TEW-692GR.

    Das hier:
    netzperten - Neue ZoneFlex 7300 Serie von Ruckus
    Ruckus Wireless bietet beispiellos günstig hoch performante Midrange-WLAN-N-Access-Points
    ist übrigens richtige Profi Hardware :-) Wenn einer weiß, wo man die in Deutschland kaufen kann und wie viel die kostet, bitte melden

    Der ganze Thread hier spiegelt nur persönliche Erfahrungen wieder und soll keineswegs eine verbindliche Kaufempfehlung sein. Viel Spaß... wenn mir noch was einfällt, aktualisiere ich das hier.
    Geändert von sandreas (02.05.12 um 11:43 Uhr)

  2. Die folgenden 10 User sagten Danke an sandreas für diesen nützlichen Post:

    d0ner (07.12.11), Doofnase (06.12.11), ExoDu$ (06.12.11), mru (06.12.11), omnium (06.12.11), Oshii (07.12.11), pliedke (05.05.12), traxxus (23.12.11), westsider (29.01.12), xb (12.12.11)

  3. #2
    mru
    mru ist offline
    Flottillenadmiral Avatar von mru
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      • Win7 HomePremium 64

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    Schön gemacht sandreas!
    Kommt noch was in bezug auf "optimieren" nach?
    Just because you are paranoid, don't mean that people aren't out to get you!


  4. #3
    Bootsmann
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    Alles was ich lese und erfahre werde ich hier reinpacken. Es dient mir auch als Gedankenstütze. Anregungen von echten Experten (also nicht so wie ich ) nehme ich natürlich gerne an.

  5. #4
    Bootsmann
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    Hey, schaut mal im ersten Post nach der Fritzbox 7390 für 159 Euro: Super Angebot! Laut mydealz.de kostet die normalerweise über 200 Euro
    Geändert von sandreas (12.12.11 um 09:55 Uhr)

  6. #5
    Korvettenkapitän Avatar von ExoDu$
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    Die WLAN Performance der FritzBox ist allerdings nicht der Brüller. Ich hatte sie selber mal ein halbes Jahr.

  7. #6
    Bootsmann
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    Magst recht haben...

    Ist wohl von meiner Seite aus auch eher subjektiv. Ich habe bei 5GHz 80 - 90 MBit / s gehabt. Nur mit dem Trendnet habe ich jetzt mehr. Auch der Unterschied von 300Mbit und 450Mbit ist nicht so relevant, wie man glaubt. Die Entfernung und die Wände machen einem da ganz schnell einen Strich durch die Rechnung.

    Wollte ich auch nur mal kundtun, für alle, die ein neues Produkt kaufen wollen, weils ein wahnsinnig gutes Angebot ist. Die Fritzbox ist halt ein All-in-one-Gerät mit Telefonanlage, VOIP und USB-NAS-Funktion.
    Geändert von sandreas (12.12.11 um 10:31 Uhr)

  8. #7
    xb
    xb ist offline
    Oberstabsgefreiter
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    @Sandreas

    gut gemacht,
    ich verstehe nur nicht warum bei aktuellen HTPC ein Wlan MUST-HAVE sein soll?

  9. #8
    Leutnant zur See
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    hm ist das ein reflink oben zu Amazon?

    [CODE]www.amazon.de%2FAVM-FRITZ-WLAN-7390-WLAN-Router%2Fdp%2FB003108AZI%2Fref%3Dbr_lf_m_100059726 3_1_1_ttl%3Fie%3DUTF8%26s%3Dcomputers%26pf_rd_p%3D 268596127%26pf_rd_s%3Dcenter-3%26pf_rd_t%3D1401%26pf_rd_i%3D1000597263%26pf_rd_ m%3DA3JWKAKR8XB7XF%26pf_rd_r%3D1335HHNYKJ19SNT65CT P%26tag%3Dmsid-21CODE]
    Geändert von MiChA_la (12.12.11 um 11:08 Uhr)

  10. #9
    Bootsmann
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    @MiChA_la: Ohje... SRY an alle, ich hatte den Link von meiner Homepage kopiert, wo ein Reflink drin ist... Habs sofort geändert

    EDIT: War glaub ich gar kein Reflink. Das war irgendwas anderes mit ganz vielen Parametern, hatte mich schon erschrocken*g* Hab den Link aber trotzdem gekürzt, damit nicht der falsche Eindruck entsteht.
    Geändert von sandreas (12.12.11 um 12:40 Uhr)

  11. #10
    Bootsmann
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    Abschnitt: 190 Mbit für 190 Euro (betriebssystemunabhängig) hinzugefügt.

    Erwähnenswert: Habe nun eine WLAN-Verbindung von 24MB/s (192Mbit) über eine Entfernung von 7m durch eine Betonwand!

  12. #11
    Korvettenkapitän Avatar von ExoDu$
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    Hmm ich überlege mir ob ich den D-Link DIR-645 und den Asus USB Wlan kaufe, der Asus Router ist mir zu teuer.
    Ich hoffe ich komme damit über die 19 MB/s im gleichem Raum mit 3 Metern Entfernung und 2-4 gleichzeitigen Verbindungen zum Router ich werde berichten. Schlechter als mit der Vodafone Easybox 803a und einem 150Mbit/s WLan Adapter kann es eigentlich nicht werden = 2,5MB/s. -.-

  13. #12
    Korvettenkapitän Avatar von ExoDu$
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    Mein HTPC ist jetzt nur noch mit WLAN mit dem NAS verbunden, leider ist damit trotz 10,5Mbytes/s Datendurchsatz und einer Dämpfung von -35db kein 1080p Highbitrate Streaming möglich. Allerdings verwende ich noch immer die Easybox 803a jetzt mit dem TrendNet TEW-684UB. Ich werde jetzt das Geld für den TrendNet TEW-692GR in die Hand nehmen.
    Das wechseln der Kanäle (keine Überschneidung mehr), der Frequenz und des Standorts des WLAN Routers hat alles nicht wirklich etwas gebracht, der Austausch des internern WLAN Adapters meines Zotac 880g Mainboards gegen den TrendNet TEW-684UB hat am meisten gebracht + 7MByte/s.

    Insgesamt wird mich das aufrüsten des WLANs 150,- inkl. Versand kosten, ich hoffe das es dann hinhaut.

  14. #13
    Flottillenadmiral Avatar von omnium
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    Zitat Zitat von ExoDu$ Beitrag anzeigen
    Mein HTPC ist jetzt nur noch mit WLAN mit dem NAS verbunden, leider ist damit trotz 10,5Mbytes/s Datendurchsatz und einer Dämpfung von -35db kein 1080p Highbitrate Streaming möglich..
    ..verstehe ich nicht..was treten für Probleme auf und was zeigt MediaInfo für eine Bitrate für die Dateien an? Wenn irgendwo Gbit im Spiel ist, hilft oft die Kastration auf 100Mbit/s.


  15. #14
    Korvettenkapitän Avatar von ExoDu$
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    Wieso sollte ich das NAS nur mit 100Mbit anbinden? Die Datenraten sind bei dem File bei 16Mbits, im XBMC war die höchste angezeigte Datenrate für die Videospur bei 22Mbits.

    Das Bild bleibt einfach stehen und XBMC beendet die Wiedergabe wenn er sich nicht wieder nach ein Paar Sekunden fängt.

  16. #15
    Flottillenadmiral Avatar von omnium
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    Zitat Zitat von ExoDu$ Beitrag anzeigen
    Die Datenraten sind bei dem File bei 16Mbits, im XBMC war die höchste angezeigte Datenrate für die Videospur bei 22Mbits.

    Das Bild bleibt einfach stehen und XBMC beendet die Wiedergabe wenn er sich nicht wieder nach ein Paar Sekunden fängt.
    ja, genauso habe ich mir die max Bitrate und das Verhalten auch vorgestellt.
    Wieso sollte ich das NAS nur mit 100Mbit anbinden?
    Autonegotiation..probiere es einfach aus mit dem festklemmen auf 100Mbit/s...ich wette das es hilft.
    Geändert von omnium (12.02.12 um 17:47 Uhr)


  17. #16
    Korvettenkapitän Avatar von ExoDu$
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    Ich habe gerade mal nachgesehen und die Box hat sogar nur 4x100Mbit Anschlüsse, das Teil muss einfach wech... der Stromverbrauch ist mit fast 20 Watt auch schrott.
    Das anschließen von USB-Datenträgern (auch mit eigener Stromversorgung) führt zum Neustart der Box etc.

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