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ASUS ROG Strix GL702VM: Großer Bruder mit langsamerer Hardware im Test

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Seite 1: ASUS ROG Strix GL702VM: Großer Bruder mit langsamerer Hardware im Test

asus rog strix gl702vm teaser

Anfang November testeten wir mit dem ASUS ROG Strix GL502V ein neues Familienmitglied der Strix-Reihe und bezeichneten das Gerät im Fazit und im Titel unseres Testartikels als ein schnelles Gaming-Notebook ohne viel Schnickschnack. Wenig Tage später versorgte uns ASUS auch mit dem größeren Serienableger. Größer deswegen, weil das GL702VM anstatt eines 15,6-Zoll-Bildschirms auf ein 17,3-Zoll-Panel setzt. Im Inneren gibt es aber auch hier einen schnellen Core-i7-Prozessor, eine aktuelle Pascal-Grafikkarte und ausreichend Speicher. Wie sich der größere Serienableger mit etwas abgespeckter Hardware schlägt, klären wir in diesem Test.

Eine aggressive Optik, kräftige Bässe durch eigene Subwoofer, eine auffällige RGB-Hintergrundbeleuchtung, Makro-Tasten und andere Gimmicks brauchen sicherlich nicht alle Gamer und investieren ihr Geld lieber in eine bessere Hardware-Ausstattung. Auf solche Spieler zielen die Geräte der ASUS-ROG-Strix-Reihe an. Hier beschränkt man sich auf das Wesentliche, bringt die Hardware in einem vergleichsweise schlichten und kompakten Gehäuse unter und gibt die Preisersparnis teilweise an den Kunden weiter.

Das ASUS ROG Strix GL502V konnte dank Intel Core i7-6700HQ, NVIDIA GeForce GTX 1070 und massig Speicher in unserem letzten Test durchaus punkten, kam allerdings noch mit einem 15,6-Zoll-Display daher. Wer es etwas größer haben will, muss zur nächst höheren Modellbezeichnung greifen. Wir haben uns in diesem Artikel dem ASUS ROG Strix GL702VM gewidmet, welches über einen größeren 17,3-Zoll-Bildschirm verfügt, allerdings bei der einen oder anderen Hardware-Komponente eine Modellnummer kleiner wählt und so schon für 1.699 Euro seinen Besitzer wechselt. Das Modell aus unserem letzten Test kostete noch fast 2.000 Euro.

Ein schlichtes Gerät der ROG-Familie

Wie das kleine Schwestermodell reiht sich auch das GL702VM in die ROG- und Strix-Familie ein. Den Bildschirmdeckel ziert wie gewohnt das Republic-of-Gamers-Logo, welches allerdings im Vergleich zu so manch anderem Gaming-Notebook nicht aktiv beleuchtet wird. Trotzdem macht es aufgrund seiner grellen Farbe, die dieses Mal nicht in Rot, sondern in einem sehr hellen Orange, den Anschein einer Beleuchtung. Das Logo und die beiden Streifen direkt daneben reflektieren das Umgebungslicht derart stark, dass die Elemente fast wie von selbst aufleuchten.

Ansonsten setzt ASUS auch hier wieder auf einen Mix aus gebürsteten Aluminium und Kunststoff. Während der Bildschirmdeckel aus gebürstetem Aluminium besteht, sind die Unterseite sowie das Topcase aus Kunststoff gefertigt. Letztere wurde allerdings mit einer Schicht überzogen, die zumindest optisch den Eindruck des höherwertigeren Materials erweckt. Ein paar wenige Auffälligkeiten gibt es auch nach dem Aufklappen. So hat ASUS die für Spieler wichtigen WASD-Tasten farblich hervorgehoben und die kleinen Lautsprecher-Boxen auf der linken und rechten Seite unterhalb der Tastatur entsprechend eingefärbt. 

Wie schon beim kleinen Schwestermodell liegt auch die Verarbeitung des ASUS ROG Strix GL702VM auf einem für den Hersteller gewohnt hohen Niveau. Alle Spaltmaße sind sauber eingelassen, die Scharniere für das Display sehr stabil, das Gehäuse ebenfalls.

Rein äußerlich ist das ASUS ROG Strix GL702VM von seinem kleinen Schwestermodell nicht zu unterschieden. Mit Abmessungen von 415 x 280 x 24 mm ist es allerdings etwas größer, dafür leicht dünner geworden. Den Platz im Inneren konnte ASUS etwas besser ausnutzen und die Hardware in geringerer Bauhöhe sicher verstauen. Beim Gewicht hat das Gerät allerdings leicht zugenommen und stemmt nun rund 2,7 kg statt wie bisher 2,0 kg auf die Waage. Trotzdem ist das GL702VM damit noch immer als portabel zu bezeichnen – dem Gang zur nächsten LAN-Party steht nichts im Wege, wer es allerdings täglich im Einsatz mit sich herumschleppen möchte, für den dürfte es weniger gedacht sein.

Am Topcase führt ASUS seine typische Farbgebung fort, färbt die WASD-Tasten ein und markiert die beiden Lautsprecher entsprechend. Die Ränder für das Touchpad sind ebenfalls markiert. Schaltet man das ASUS ROG Strix GL702VM ein, kommt der eigentlich erwartete ASUS-Farbton innerhalb der Tastatur-Beleuchtung zum Vorschein. Alle Tasten verfügen über eine rote Hintergrundbeleuchtung, die sich in drei Stufen regeln lässt. Auf RGB-LEDs, wie es derzeit Trend ist, verzichtet man. 

Beim Tastatur-Layout setzt ASUS wie gewohnt auf ein Standard-Layout, was den Umstieg vom Desktop hin zum Notebook vereinfacht. Zusätzliche Funktionen wie die Regulierung der Bildschirm-Helligkeit, Lautstärke oder aber der Tastatur-Hintergrundbeleuchtung können per FN-Schalter eingestellt werden. Makro-Tasten für den ambitionierten Spieler gibt es nicht, immerhin lässt sich per Software das Touchpad unter der Verwendung einer USB-Maus abstellen. Einen Schalter direkt daneben gibt es allerdings nicht.

Gleiche Chiclet-Tastatur, ähnliches Touchpad

Wie beim kleinen Schwestermodell fallen auch hier die Tasten trotz der größeren 17,3-Zoll-Ausrichtung nicht größer aus. Auch sie bringen es auf Abmessungen von 16 x 16 mm und sind im Abstand von 4 mm angebracht. Den Nummernblock gibt es natürlich weiterhin, insgesamt zählt die Tastatur des ASUS ROG Strix GL702VM 103 Tasten, was ebenfalls identisch zum kleinen Schwestermodell ist. 

Immerhin das Touchpad fällt mit 104 x74 mm etwas breiter aus. Die Gleiteigenschaften sind perfekt, Multitouch-Gesten werden zwar unterstützt, jedoch nicht ganz so präzise umgesetzt. Ein Scrollen mittels zweier Finger im Browser funktioniert tadellos. Die Tasten für den linken und rechten Mausklick werden zwar nicht dediziert ausgegeben, trotzdem gibt es für sie im Touchpad einen eigenen Bereich. Sie lassen sich einfach betätigen und klicken laut.

Anschlussseitig hat das ASUS ROG Strix GL702VM alles zu bieten, was der ambitionierte Gamer so benötigt. Auf der rechten Seite gibt es ganz hinten direkt neben dem Anschluss für das externe 180-W-Netzteil die Gigabit-LAN-Buchse, danach folgen die Videoausgänge in Form von HDMI und mini-DisplayPort. Zwei USB-Schnittstellen – eine nach Typ-A und eine nach Typ-C – stellt das Gerät an dieser Stelle ebenfalls zur Verfügung. Lobenswert: Die Typ-C-Buchse arbeitet nach USB 3.1 Gen 2 und unterstützt das Thunderbolt-3-Protokoll. Auf eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, welche wahlweise als Ein- oder Ausgang benutzt werden kann, braucht man ebenfalls nicht zu verzichten. 

Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es zwei weitere USB-Ports, einen SD-Karten-Slot sowie einen Kensington-Lock für den Diebstahlschutz. Insgesamt sind die Anschlüsse damit durchdacht im ASUS ROG Strix GL702VM untergebracht. Große Ports sind möglichst hinten positioniert, an den beiden Seiten gibt es für Links- und Rechtshänder die passende USB-Schnittstelle für den Gaming-Nager. 

Auf der Unterseite gibt es vier gummierte Standfüße im ebenfalls grellen Orange sowie natürlich einige Lüftungsschlitze für die Kühlung der Hardware. Im Gegensatz zum kleineren Schwestermodell hat ASUS hier nicht auf eine Wartungsklappe verzichtet. Über sie erhält man schnellen Zugriff auf die wichtigsten Komponenten und kann sie binnen weniger Handgriffe austauschen. Dazu zählen die SSD, die zusätzliche 2,5-Zoll-Festplatte oder aber die beiden Arbeitsspeicher-Module. Der Akku ist jedoch fest verbaut. ASUS hat sich hier für einen 6-Zellen-Akku mit 76 Wh entschieden.

Verstecke Kühlung

Auch wenn ASUS bei unserem Testmuster zum ROG GL702VM die Hardware etwas abgespeckt hat, siedeln sich der Intel Core i7-6700HQ und die NVIDIA GeForce GTX 1060 noch immer in der gehobenen Mittelklasse oder gar im High-End-Segment an und stellen noch immer eine Herausforderung für das Kühlsystem dar – vor allem da ASUS die Bauhöhe trotz des stärkeren Akkus weiter verschlanken konnte. Große Lüftungsschlitze sucht man beim ASUS ROG Strix GL702VM fast vergebens, auf der Rückseite werden sie jedoch sichtbar. Hier gibt es dicke Luftein- und Auslässe.

Sie sind ebenfalls im grellen Farbton gehalten wie das Logo auf dem Bildschirm-Deckel, die WASD-Tasten, die Standfüße oder aber die Lautsprecher-Boxen. ASUS beweist hier wieder einmal mehr Liebe zum Detail.