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Lenovo Yoga 900S 12ISK im Test

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Seite 1: Lenovo Yoga 900S 12ISK im Test

lenovo yoga 900s teaser kleinFlach, leicht, verwandelbar: Mit dem Yoga 900S hat Lenovo ein weiteres Convertible mit 360°-Scharnier auf den Markt gebracht. Da man die Zutatenliste fast unverändert gelassen hat, ist das Ergebnis fast schon berechenbar. Die Konkurrenz kann man größtenteils aber dennoch in Schach halten, wie der Test zeigt.

Als Urvater des Yoga 900S gilt das Ende 2014 gestartete Yoga 3 Pro. Schließlich wagte sich der Hersteller hier das erste Mal an die Kombination aus Core m, dünnem Gehäuse und hochauflösendem Display. So vielversprechend der Ansatz auch war, am Ende sorgten diverse Makel für eine nur durchschnittliche Note. Nun also der nächste Anlauf - wieder mit Core m, wieder mit einem dünnen Gehäuse im Mittelpunkt.

Auf den ersten Blick wirkt das unverändert, vor allem dank des wieder vorhandenen Gliederscharniers. Doch Lenovo hat kleinere Änderungen vorgenommen. Mit 305,0 x 208,0 x 12,8 mm fällt es etwas kleiner aus, mit fast genau einem 1 kg auch leichter. Verändert wurde aber auch der Materialmix, der nun vor allem aus kohlefaserverstärktem Kunststoff und Aluminium besteht. Das macht das Gehäuse ausreichend stabil.

Kaum Änderungen: Das Yoga 900S folgt optisch und funktionell dem Yoga 3 Pro
Kaum Änderungen: Das Yoga 900S folgt optisch und funktionell dem Yoga 3 Pro

Optisch und ergonomisch bleibt hingegen alles beim Alten. Die Keilform ist unübersehbar, alle Ein- und Ausgänge sind gut über den rechten und linken Rand verteilt, die Standby-Taste ist immer noch klein. Der Wechsel zwischen Notebook- und Tablet-Modus ist gewohnt leichtgängig und einfach zu handhaben.

Das Yoga 900S kann nichts mit Karten anfangen

Schlechter als die erste Generation schneidet das Yoga 900S bei den Schnittstellen ab. Es gibt nur jeweils einmal USB 2.0, 3.0 und 3.1 Gen 1 Typ-C sowie die typische Audio-Buchse. Einen dedizierten Grafikausgang oder einen Kartenleser sucht man vergebens. Immerhin sind ac-WLAN sowie Bluetooth 4.0 mit an Bord. Ausreichend sind die auf der Unterseite verbauten Stereo-Lautsprecher, denen allerdings tiefe Frequenzen fehlen, und die 720p-Webcam.

Das Yoga 900S bietet dreimal USB in unterschiedlichen Variationen und schnelles WLAN - aber keinen Kartenleser
Das Yoga 900S bietet dreimal USB in unterschiedlichen Variationen und schnelles WLAN - aber keinen Kartenleser.

Wenig zu kritisieren gibt es bei Tastatur und Touchpad. Letzteres fällt mit 90 x 61 mm etwas zu klein aus, bietet aber gut Gleiteigenschaften sowie eine sehr hohe Erkennungsrate. Die beiden integrierten Tasten sind optisch voneinander getrennt und bieten einen guten Hub und Druckpunkt. Die Tastatur würde hingegen minimal mehr Hub vertragen, so fällt das Tippen etwas hölzern aus. An Größe und Layout hat man sich - vor allem als Lenovo-Kenner - schnell gewöhnt, an den mitunter mangelhaften Kontrast zwischen Tasten und Beschriftung aber nicht. Grau auf Silber ist hier eine denkbar schlechte Kombination, daran ändert auch die helle und gleichmäßige Beleuchtung nichts.

Core m ohne Überraschung

Lediglich auf den aktuellen Stand gebracht hat Lenovo die leistungsrelevanten Komponenten. Beim Prozessor setzt man auf den aktuellen Core m7-6Y75 und die 256 GB fassende SSD versteht sich auf das NVMe-Protokoll. Darüber hinaus sollen 8 GB Arbeitsspeicher für genügend Reserven bei großen Anwendungen und beim Multitasking sorgen. Das sorgt in Benchmarks insgesamt für Platzierungen im unteren Mittelfeld, für Office und ähnlich fordernde Anwendungen steht aber mehr als genügend Performance zur Verfügung; für mehr als Browser-Spiele und ähnliches reicht das Gebotene in der Regel nicht. Die Bremse ist ganz klar Intels Zweikerner, gut schneidet hingegen die SSD ab, die maximale Übertragungsraten von rund 1.200 und 300 MB/s beim Lesen und Schreiben erreicht.

Auch im Tablet-Modus bietet das Yoga 900S genügend Leistung für Office und Co.
Auch im Tablet-Modus bietet das Yoga 900S genügend Leistung für Office und Co.

Wer will, kann die SSD aber auch mit vergleichsweise geringem Aufwand tauschen. Denn nach dem Entfernen von zehn Schrauben kann der Gehäuseboden entfernt werden - dem Zugriff auf M.2-Steckplatz und WLAN-Modul steht dann nichts mehr im Wege; der RAM ist fest aufgelötet.

Unbekannt sind dem Yoga 900S Hitzeprobleme jedweder Art. Trotz nur passiver Kühlung erreichte der Core m7-6Y75 auch unter Volllast nie mehr als 69 °C, das Gehäuse erwärmte sich auf durchschnittlich maximal 34 und 36 °C an Ober- und Unterseite; punktuell waren es in der Spitze 40 °C. Dass der Prozessor dennoch gedrosselt wird, ist keine Überraschung. Wie auch bei ähnlichen Geräten liegt die Grenze dann bei 400 und 300 MHz für CPU und GPU. Wird das Convertible für die vorgesehenen Einsatzzwecke genutzt, tritt die Drosselung gar nicht oder nur in einem sehr geringen Ausmaß auf.

Display ohne echte Stärke

Handanlegen wäre beim Touch-Display eine wünschenswerte Option. Denn die 12,5 Zoll große Anzeige mit ihren 2.560 x 1.440 Pixeln kann nicht in allen Punkten überzeugen. Mit 269 cd/m² fällt die maximale Helligkeit gerade für den Einsatz im Freien viel zu gering aus, mit nur rund 80 % enttäuscht auch die Homogenität - gerade das untere Drittel ist sichtbar dunkler als der Rest. Mit durchschnittlich 7.500 Kelvin wird Weiß eher blaulastig dargestellt, mit 957: 1 fällt wenigstens das Kontrastverhältnis fast gut aus. Anders sieht es dann wieder bei der Farbraumabdeckung aus, sRGB- und AdobeRGB-Raum werden nur zu 57 und 71 % ausgefüllt.

Das Display des Yoga 900S könnte heller und farbneutraler ausfallen
Das Display des Yoga 900S könnte heller und farbneutraler ausfallen

Einen großen Satz im Vergleich mit dem Yoga 3 Pro hat das Yoga 900S bei den Laufzeiten gemacht. Zwar ist die Akkukapazität nur um knapp ein Fünftel auf 54 Wh gestiegen, das Ausdauerplus liegt je nach Test aber bei bis zu 80 %. Bei sehr geringer Last reicht eine Ladung für gut zwölf Stunden, bei hoher Last immer noch für etwas mehr als fünfeinhalb Stunden. Damit landet das Convertible im oberen Drittel der Tabelle. Auch da der Energiebedarf Core-m-typisch ausfällt. Im Leerlauf kommt das System mit rund 6 W aus, unter höchster Last mit gut 14 W. Für das Wiederbefüllen des Akkus werden etwas weniger als zwei Stunden benötigt, das Netzteil liefert maximal 48 W und findet am USB-2.0-Port Anschluss.

Fazit

Besser als die erste Generation ist das Yoga 900S auf jeden Fall. Dessen Kritikpunkt hat Lenovo fast vollständig beseitigt. Leider hat man aber auch so manch neuen Makel eingebaut. Den fehlenden Kartenleser mag so mancher verschmerzen können, die Farbwahl der Tastatur dürfte hingegen viele ärgern. Ob die guten Laufzeiten, das nach wie vor überzeugende Gehäuse und die für viele Aufgaben ausreichende Leistung das ausgleichen, hängt vom jeweiligen Nutzer ab. Gleiches gilt für das Display, das einerseits mehr als ausreichend scharf, aber mitunter auch zu dunkel ist.

Viel mehr als ein leicht überdurchschnittliches Convertible ist das Yoga 900S am Ende deshalb nicht. Zum engeren Kandidatenkreis sollte es nur dann gehören, wenn Gewicht und Bauhöhe eine wichtige Rolle spielen - in beiden Fällen punktet Lenovo.

Unabhängig vom gewählten Modus bietet das Lenovo Yoga 900S zu viel Durchschnitt
Unabhängig vom gewählten Modus bietet das Lenovo Yoga 900S zu viel Durchschnitt.

Welche der derzeit drei Konfigurationen es dann sein soll, hängt von nur drei Punkten ab: CPU, RAM und SSD. Das Testmodell 80ML001XGE schlägt mit knapp 1.300 Euro zu Buche, den Einstieg markiert die Version 80ML001WGE für 1.200 Euro, die mit einem Core m5-6Y54, 4 GB RAM und einer 128 GB großen SSD auskommen muss. Für 1.500 Euro steht das Topmodell 80ML001YGE bereit, das im Vergleich zur Testkonfiguration lediglich eine doppelt so große SSD bietet.

Das Problem: Sind Gewicht, Speicherbestückung und mindestens Full HD wichtig, gibt es abgesehen vom Yoga 3 Pro keinen Konkurrenten. Das ändert sich erst, wenn man die Grenze auf 1,5 kg erhöht. Ein Gegenspieler wäre dann das ASUS ZenBook Flip UX360CA ab etwa 900 Euro, das aber mit einem schwächeren Prozessor bestückt ist.

Positive Aspekte des Lenovo Yoga 900S 12ISK (80ML001XGE):

  • gute Akkulaufzeiten
  • hohe Verarbeitungsqualität
  • lautlose Kühlung

Negative Aspekte des Lenovo Yoga 900S 12ISK (80ML001XGE):

  • Tasatur-Farbwahl ist problematisch
  • Tastenhub zu gering
  • kein Kartenleser