> > > > Dell XPS 15 (2013) im Test

Dell XPS 15 (2013) im Test

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 1: Dell XPS 15 (2013) im Test

dell xps15 kleinWer denkt, angesichts fallender Notebook-Preise würde die Luft oberhalb von 1.500 Euro immer dünner, der irrt. Denn auch wenn Einsteiger- und Mittelklassegeräte immer günstiger werden, für leistungsstarke Mobilrechner, deren Markt übrigens wächst, werden noch immer deutlich höhere Preise aufgerufen. Mit dem neuen XPS 15 hat Dell nun einen typischen Vertreter im Portfolio, der für annähernd 2.000 Euro Technik vom Feinsten bietet.

Dabei stellt sich zu Beginn die Frage, ob man einfach nur ein überdimensionales Ultrabook vor sich hat. Denn rein optisch orientiert sich der Neuling klar an seinen XPS-Brüdern. Nicht ohne Grund werden dadurch gewisse Erwartungen geschürt, gehört die XPS-Familie in puncto Verarbeitung und Haptik doch mit zum Besten, was man derzeit für Geld erwerben kann. Während die anderen Modelle wie das XPS 12 aber hinsichtlich der Leistung aufgrund der Ultrabook-Spezifikationen limitiert sind, konnte Dell sich beim XPS frei austoben. Ein hochauflösendes IGZO-Display, ein schneller Intel Core i7, eine 512 GB fassende SSD, 16 GB Arbeitsspeicher: Viel mehr geht derzeit nicht. Doch von derartigen Eckdaten sollte man sich nicht blenden lassen. In der Vergangenheit hat es schon so mancher Hersteller versucht, eine hohe Leistung in ein kompaktes Gehäuse zu stecken, doch ein rundes Gesamtpaket kam dabei nicht immer heraus.

Durchdachtes Gehäuse

Dass das XPS 15 derartige Probleme haben könnte, erscheint beim Blick auf das Äußere aber unwahrscheinlich. Denn schon hier erkennt man, dass mit viel Liebe zum Detail geplant und gearbeitet wurde. So setzt Dell beispielsweise großflächig auf Aluminium und Kohlefaser, verzichtet aber auf das bloße Zurschaustellen. Denn den Innenraum hat man beinahe vollständig mit einer Soft-Touch-Oberfläche versehen, was nicht nur optisch ansprechender als blankes Leichtmetall ist, sondern auch haptisch einige Vorteile bietet. Gleichzeitig ist es den Texanern aber gelungen, der Beschichtung die berühmt-berüchtigte Schmutzanfälligkeit zu nehmen. Wo Fingerabdrücke und Schlieren meist nur mit viel Mühe wieder zu entfernen sind, reicht beim XPS 15 ein- oder zweimaliges darüberwischen.

Aluminium oben, ...
Aluminium oben, ...

Aber auch bei der Platzierung der Schnittstellen hat man sich Gedanken gemacht. Denn die insgesamt neun Ein- und Ausgänge liegen gut verteilt im hinteren Bereich der linken und rechten Gehäuseseite. Mit insgesamt vier USB-Ports - dreimal USB 3.0 - bietet man dabei mehr der wichtigen Schnittstellen als so mancher Ober- oder Mittelklassemitbewerber. Mit je einem HDMI- und Mini-DisplayPort-Ausgang finden zudem externe Anzeigen einen Anschluss, ein Kartenleser sowie eine kombinierte Audiobuchse runden das Angebot an physischen Schnittstellen ab; abgesehen vom wenig verbreiteten Thunderbolt sowie noch häufig anzutreffenden VGA-Kabeln wurde an alles gedacht. Dass die Anschlüsse dabei allesamt perfekt in das Gehäuse integriert sind, ist bei Dell mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.

..., Kohlefaser unten
..., Kohlefaser unten

Der Punkt Verarbeitungsqualität wird allerdings an einer anderer Stelle ein wenig getrübt. Denn wo die XPS-Reihe zuletzt so etwas wie das Aushängeschild eines ganzen Segments war, ist das XPS 15 zwar noch sehr gut, eine 1 mit Sternchen hat es allerdings nicht verdient. Denn das zentral angeordnete Scharnier weist an beiden Seiten unterschiedlich viel Spiel auf, zudem ist es auch in der Vertikalen nicht gerade verbaut. Dies hat zwar auf die Funktionalität keinen Einfluss, für annähernd 2.000 Euro darf und muss man allerdings mehr erwarten. Zumal man im Vergleich zu den Schwestermodellen beim Thema Verwindungssteife eingebüßt hat. Schon mit mittlerem Kraftaufwand lässt sich das Gehäuse unterhalb des Touchpads verformen; auch dies ist nicht kritisch, wohl aber auffallend. Weitere Verarbeitungs- oder Konstruktionsfehler sucht man aber vergebens, scharfe Kanten oder ungleiche Spaltmaße sind nicht vorhanden.

Knackige Tastatur, genaues Touchpad

Naturgemäß nicht mit einer Note bewertet werden kann die Optik. Die bereits angesprochene Familienähnlichkeit verlieht dem XPS 15 ein hochwertiges Aussehen, die Werkstoffe bilden mit ihren unterschiedlichen Färbungen einen passenden Kontrast. Die Keilform, die im Profil erkennbar ist, lässt das Notebook kompakter wirken, als es tatsächlich ist - vor allem im Vergleich zum Blick aus anderen Perspektiven; gerade der aus Aluminium bestehende Deckel lässt das Gerät aus der Draufsicht nur wenig kompakt erscheinen. Öffnet man diesen wieder, fällt der Blick auf die Tastatur im typischen Dell-Layout. Statt auf eckige setzt man auch beim XPS 15 auf abgerundete Tasten, die mit 14 x 14 mm die übliche Größe aufweisen.

Touchpad ohne Schwächen
Touchpad ohne Schwächen

Gleiches gilt auch für das Layout, das dem Standard entspricht - Fragen tauchen somit nicht auf. Denn auch die Beschriftung der einzelnen Elemente ist klar und deutlich, der Griff zur Anleitung somit überflüssig. Leider fallen die Funktionstasten in der obersten Reihe sowie die Cursor-Tasten in der rechten unteren Ecke für ein Gerät der 15-Zoll-Klasse arg klein aus, ebenso fehlt ein separater Nummernblock. Hier hat Dell die vorhandene Fläche nicht optimal ausgenutzt. Dafür entschädigt der hohe Schreibkomfort wieder ein Stück weit. Denn sowohl Hub als auch Druckpunkt sind gut gewählt, sodass es auch beim Tippen längerer Texte zu keinerlei Problemen kommt. Hinzu kommt die gute Hintergrundbeleuchtung, die das Arbeiten in schlecht ausgeleuchteten Umgebungen erleichtert.

Knackige Tastatur mit guter Beleuchtung
Knackige Tastatur mit guter Beleuchtung

Dem in nichts nach steht das Touchpad, das angenehm groß und vor allem sehr präzise ausfällt. Ein- und Mehrfingergesten werden sauber erkannt und ausgeführt, beim Steuern des Mauszeigers kommen die guten Gleiteigenschaften der leicht angerauten Glasoberfläche dem Nutzer entgegen. Die Mausersatztasten sind in das Touchpad integriert und optisch voneinander getrennt. Auch hier stimmen Hub und Druckpunkt. Nicht unwichtig ist die restliche Ausstattung, zu der vor allem die drahtlosen Schnittstellen gehören. Hier zeigt sich das XPS mit WLAN nach ac-Standard sowie Bluetooth 4.0 auf der Höhe der Zeit. Weniger auffällig sind hingegen Lautsprecher und Webcam: Erstere erreichen eine leicht überdurchschnittliche Tonqualität, hohe und mittlere Frequenzen Fehlern unüberhörbar, letztere bietet ebenfalls ausreichende Ergebnisse.

 

Social Links

Seitenübersicht

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (2)

#1
customavatars/avatar60458_1.gif
Registriert seit: 20.03.2007

Kapitänleutnant
Beiträge: 1545
Erinnert mich an das (designtechnisch damals durchaus interessante) Studio XPS 16: Offenbar schlecht durchdachtes Kühlkonzept, innen und außen daher zu heiß.

Unverständlich, vor allem, weil die Inspiron 7000-Serie gerade gezeigt hat, dass Dell durchaus ein rundum gelungenes Produkt anbieten kann - nun scheint man mit der Abwärme eines stärkeren Prozessor aber nicht mehr klar zu kommen ...
#2
Registriert seit: 29.10.2005

Obergefreiter
Beiträge: 112
Schade, dass es keinen Nummernblock gibt. Sowas möchte ich bei 15,6 Zoll eigentlich nicht mehr missen. Und wie man sieht, wäre noch genug Platz links und rechts gewesen um die Tastatur zu verbreitern.
Mit den neuen Touchpads mit integrierten Tasten komme ich persönlich nicht so wirklich klar. Immer wenn man auf kleine Buttons klickt, kann es passieren, dass man vor dem Klicken den Mauszeiger so weit verschiebt, dass man den Button nicht mehr trifft. Sehr ärgerlich, zumindest bei meinem MSI GE60. kA wie gut das beim Dell funktioniert.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Acer Switch Alpha 12 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/ACER_SWITCH_ALPHA_12_TEASER_KLEIN

Dünnes Gehäuse und ein Core i ohne Lüfter? Dieser Herausforderung hat Acer sich mit dem im April vorgestellten Switch Alpha 12 angenommen. Gleichzeitig soll das neue Modell gegen Konkurrenten wie Microsofts Surface Pro antreten. Ob das das Unterfangen unmöglich macht und warum das 2-in-1 nichts... [mehr]

ASUS ZenBook Flip UX360CA im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/ASUS_ZENBOOK_FLIP_TEASER_KLEIN

Den Dreh hat ASUS schon länger raus. Im Herbst 2014 griff man mit dem Transformer Book Flip die Idee des 360°-Scharniers auf, verschiedene kleinere Mängel standen einer Empfehlung aber im Weg. Nun startet man den nächsten Anlauf, allerdings mit der ZenBook-Familie. Das ZenBook Flip bleibt dem... [mehr]

Dell Latitude 13 7000 Serie (7370) im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/DELL_LATITUDE_7370_TEASER_KLEIN

Auch professionelle Nutzer mögen es schick. Denkt sich zumindest Dell und schickt das erste Latitude-Notebook mit Infinity Display ins Rennen. Das hört auf den etwas sperrigen Namen Latitude 13 7000 Serie - oder kurz Latitude 7370. Wie eng die Verwandtschaft mit dem XPS 13 und welches am Ende die... [mehr]

Overclocking-Contest mit Schenker Technologies: Das sind die Ergebnisse

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2013/SCHENKER_2014

Kurz vor der Computex 2016 riefen wir unsere Leser und Community-Mitglieder dazu auf, sich für unseren Overclocking-Contest in Zusammenarbeit mit Schenker Technologies und Intel zu bewerben. Ziel des Wettbewerbes war es, ein aktuelles XMG-Notebook mit Intels Core-i7-6820HK-Prozessor binnen einer... [mehr]

Lenovo Yoga 900S 12ISK im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/LENOVO_YOGA_900S_TEASER_KLEIN

Flach, leicht, verwandelbar: Mit dem Yoga 900S hat Lenovo ein weiteres Convertible mit 360°-Scharnier auf den Markt gebracht. Da man die Zutatenliste fast unverändert gelassen hat, ist das Ergebnis fast schon berechenbar. Die Konkurrenz kann man größtenteils aber dennoch in Schach halten, wie... [mehr]

MacBook mit 1x USB-Typ-C – Alltagstest mit Einschränkungen bestanden

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/MACBOOK-2015

Das aktuelle MacBook mit nur einem USB-Typ-C-Anschluss spricht eine ganz besondere Nutzerschicht an. Wer häufiger ein externes Interface verwenden möchte, ist hier sicherlich ebenso falsch wie jemand, der es auf eine möglichst hohe Prozessorleistung abgesehen hat. Die erste Generation zeigte... [mehr]