> > > > NVIDIA SLI vs. ATI CrossFire

NVIDIA SLI vs. ATI CrossFire

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 6: SLI und CrossFire im Vergleich

Immer wieder tauchen angeblich interne Dokumente der Marketing-Abteilungen von ATI und NVIDIA auf, in denen über die Produkte und Technologien des jeweiligen Konkurrenten hergezogen wird. NVIDIA konnte seine SLI-Technologie knapp ein halbes Jahr vor ATI auf den Markt bringen und schaffte es auch, diese sehr schnell für den Endkunden verfügbar zu machen. ATI warf NVIDIA, mehr oder weniger ernst gemeint, in solchen internen Marketing-Berichten vor, SLI zu schnell und unausgereift auf den Markt gebracht zu haben. NVIDIA wiederum zog dann über ATI und dessen Produktverfügbarkeit her. Uns sollen aber die gegenseitigen Zuweisungen nicht weiter beeinflussen und wir wollen SLI und CrossFire einmal in der Theorie vergleichen.

Preis:

NVIDIA und ATI sind in den letzten Wochen und Monaten bemüht, immer gleichwertige Produkte auf dem Markt zu haben. Präsentiert einer der Hersteller ein neues Produkt, versucht der andere ein ähnlich leistungsstarkes auf den Markt zu bringen. Aufgrund der Ähnlichkeiten in den Produkten, liegen auch die Preise meist nicht seht weit auseinder. Ein System bestehend aus zwei NVIDIA GeForce 7800 GTX schlägt derzeit mit 880 Euro zu Buche. Auf ein ähnliches Preisnivau dürfte sich auch ein CrossFire System bestehend aus zwei ATI Radeon X1800 XT einpendeln.

Einen Vorteil hat NVIDIA allerdings gegenüber ATI. Der hauseigene nForce4 Chipsatz ist bereits seit einigen Monaten auf dem Markt und so sind die Preise im Laufe der Zeit stark gefallen. Ein gutes SLI Mainboard ist bereits zu einem Preis von etwa 100 Euro zu haben. Ein entsprechendes CrossFire Produkte kostet meist noch gut das Doppelte.

Verfügbarkeit:

Wie bereits mehrfach erwähnt hat es NVIDIA mit den letzten zwei Produktzyklen meist geschafft, die Produkte jeweils kurz nach dem Launch auch für Endkunden verfügbar zu machen. ATI verfolgt hier eine komplett andere Strategie, wie der Launch der CrossFire-Technologie und der neuen Radeon X1000-Serie gezeigt hat. Vielen sind diese Ankündigungen der Papiertiger von ATI ein Dorn im Auge und so sind auch die Marktzahlen von ATI rückläufig, während NVIDIA in den letzten Monaten kräftig zulegen konnte.

Flexibilität:

Zu Beginn gestaltete sich die Flexibilität eines SLI-Systems als sehr schwierig. Ein SLI-System musste aus zwei Grafikkarten vom selben Hersteller bestehen und auf beiden Karten musste zudem auch noch das gleiche BIOS aufgespielt sein. Mit der neuen Forceware-Generation ist es nun auch möglich, Grafikkarten von verschiedenen Herstellern einzusetzen. Beide Grafikkarten müssen nur über die gleiche Anzahl von Pipelines und Vertex-Shadern verfügen. So ist sogar der SLI-Betrieb einer GeForce 6800 Ultra mit einer GeForce 6800 GT möglich, wenn gleich dies von NVIDIA nicht offiziell unterstützt wird. Es gilt also weiterhin: Im SLI betrieben werden können zwei NVIDIA PCI-Express Grafikkarten mit gleicher GPU.

CrossFire beansprucht hier für sich, wesentlich flexibler zu sein. Eine CrossFire Master-Karte kann zusammen mit einer weiteren Grafikkarten der gleichen Produktserie in einem CrossFire System betrieben werden. Eine ATI Radeon X850 CrossFire Edition Karte kann also zusammen mit einer ATI Radeon X850 Pro, X850 XT oder X850 XT PE betrieben werden. Allerdings ist bei einem Betrieb mit der X850 Pro auch die X850 CrossFire Edition-Karte auf 12 Pixelpipelines beschränkt. Gleiches gilt für die ATI Radeon X800 und X1800 Serie. ATI Radeon X1300 und X1600 CrossFire System benötgen keine Master-Karte und können ohne spezielle Hardware in einem CrossFire System betrieben werden.

Performance:

In der Theorie unterscheidet sich der mögliche Performance eines CrossFire Systems nicht von der eines SLI Systems. Beide Technologien arbeiten was die Darstellung und Aufteilung der Grafik angeht in den meisten Modi gleich. Bei ATIs CrossFire werden die Bildinformationen über eine Kabelpeitsche zwischen den beiden Grafikkarten ausgetauscht. Bei NVIDIA geschieht dies über die SLI-Bridge oder direkt über den PCI-Express Bus. Warum ATI auf eine eher umständliche Lösung der Kabelpeitsche zurückgreift, ist unklar, zumal sich hier bei CrossFire Systemen mit ATI Radeon X800 oder X850 Karten Einschränkungen ergeben, was die Auflösung und Bildwiederholrate anbelangt. So ist die Auflösung im CrossFire Betrieb bei einer Wiederholrate von 60 Hz auf 1600x1200 Pixel eingeschränkt. Mit 75 Hz sind 1360x1024 Pixel möglich und mit 85 Hz nur noch 1360x768. Einzeln sind die Karten allerdings in der Lage, deutlich höhere Auflösungen bei den entsprechenden Wiederholraten darzustellen. Im SLI-Modus ergeben sich keine Einschränkungen dieser Art im Single-VPU oder SLI-Betrieb. Bei den X1800-Karten möchte ATI diesen Missstand auch beseitigt haben.

In Anbetracht der derzeiten Strompreise ist auch der Stromverbrauch eines CrossFire oder SLI-Systems interessant. In unten aufgeführten Tabellen haben wir den Stromverbrauch der jeweiligen Gesamtsystem gemessen.

Stromverbrauch idle (Gesamtsystem)

Ob CrossFire oder SLI: Beide Systeme brauchen eine Menge Strom. Wir messen mit einem übertakteten Opteron an der Steckdose für das Gesamtsystem immerhin 211 Watt maximal bei der GeForce 7800 GTX 512 im SLI-Betrieb. Die CrossFire-Karten von ATI mit X850XT PE liegen knapp dahinter. Die X1800-Karten sollten den Wert der GeForce 7800 GTX 512 praktisch noch übertrumpfen können. Für ein System ohne Last sind diese Werte schon beachtlich.

Stromverbrauch Last (Gesamtsystem)

Unter Last bauen die SLI-Systeme ihren Vorsprung sogar noch aus und verbrauchen in der Spitze bis zu 478 Watt. Ein bombastischer Wert, der noch gesteigert werden könnte, in dem man einen heissen Pentium Extreme Edition 840 einsetzt und diesen übertaktet. Allerdings liegen auch die X850XT PE im CrossFire-Berieb mit 371 Watt nicht schlecht - die X1800-Karten sollten im Bereich der GeForce 7800 GTX 512 zu finden sein.

Kommen wir nun zum von uns verwendeten Testsystem, mit dessen Hilfe wir die CrossFire und SLI-Komponenten an ihre Grenzen treiben möchten.